Die Jury hat getagt: Das sind die geförderten Projekte des Berliner Jugendbudgets

Am 28. Februar 2026 tagte die Jury Berliner Jugendbudget des Jugend-Demokratiefonds Berlin, um die Förderentscheidungen für die erste Ausschreibung des Berliner Jugendbudgets 2026 zu beschließen. In einem Spektrum von theaterpädagogischen Ansätzen bis von Jugendlichen organisierten Reflexions- und Bildungsformaten erhalten 24 Projekte eine Förderung. Herzlichen Glückwunsch!

Vier junge Menschen freuen sich. Sie halten eine Kamera in den Händen, außerdem noch ein Skateboard und sind sehr bunt angezogen.
Foto: Antoni Shkraba / Pexels

Wir gratulieren den geförderten Projekten und Teilnehmenden und wünschen viel Freude und Erfolg bei der Umsetzung!

Für alle, die eine Ablehnung erhalten haben, bleiben folgende Hinweise:

  • Nutzt die Antragsberatung vom Projektbüro und probiert es ggf. in der nächsten Förderrunde erneut!
    Aktuell haben wir die 2. Förderrunde 2026 ausgeschrieben und nehmen bis zum 22. April Anträge entgegen. Die Projekte können frühestens am 01. Juli 2026 beginnen und müssen bestenfalls innerhalb dieses Jahres, spätestens jedoch innerhalb von 12 Monaten nach Beginn abgeschlossen werden. Alle Informationen sowie die Möglichkeit zur Antragstellung findet ihr in der aktuellen Ausschreibung.
  • Können kleinere Fördersummen möglicherweise von Jugendgruppen selbst über die Jugendjurys in den Berliner Bezirken beantragt werden? Bei den Ansprechpartner:innen in den Bezirken, in denen ihr aktiv werden wollt, könnt ihr euch über Termine und Fristen der Bezirklichen Jurys informieren.
  • Behaltet die regelmäßig auf www.stark-gemacht.de erscheinenden Ausschreibungen von anderen fördernden Institutionen aus dem Netzwerk im Auge.

Das sind die Projekte, die in der ersten Förderrunde 2026 im Berliner Jugendbudget durch den Jugend-Demokratiefonds Berlin gefördert werden:

Antragsteller:in: Common Ground Youth Club e.V.
Projektbezirk: Charlottenburg-Wilmersdorf
Projektzeitraum: 28.03.2026 – 12.12.2026
Förderbetrag: 15.660,00 €

Wer?
Wir, der Common Ground Youth Club e.V., führen das Projekt „Jugendstimmen für die Demokratie“ durch. Unsere Zielgruppe sind junge Menschen im Alter von 12 bis 21 Jahren aus ganz Berlin insbesondere Jugendliche mit Migrationsgeschichte, junge Menschen mit Behinderungen sowie Jugendliche aus sozial benachteiligten Lebenslagen. Unterstützt werden wir von erfahrenen Trainer:innen der politischen Bildung sowie von unseren eigenen Jugendmentor:innen.

Was?
Mit diesem Projekt stärken wir die demokratischen Kompetenzen junger Menschen, fördern Vielfalt und Toleranz und schaffen neue, niedrigschwellige Beteiligungskontexte. Die Jugendlichen lernen ihre Rechte kennen, setzen sich mit demokratischen Werten auseinander und entwickeln eigene Positionen zu Themen wie Antidiskriminierung, Meinungsfreiheit, Vielfalt, Menschenrechten und gesellschaftlicher Verantwortung.

Durch interaktive Workshops, partizipative Lernformate und ein Jugenddemokratie-Forum befähigen wir sie, ihre Stimme zu erheben und aktiv am gesellschaftlichen und politischen Leben mitzuwirken.

Warum?
Viele Jugendliche in Berlin – besonders diejenigen mit Migrations- oder Fluchterfahrung, mit Behinderungen oder aus sozial benachteiligten Familien – begegnen im Alltag Barrieren der gesellschaftlichen und politischen Teilhabe. Sie fühlen sich häufig nicht gehört und wissen oft nicht, wie sie ihre Rechte einfordern oder sich engagieren können. Gleichzeitig nehmen Diskriminierung, Ausgrenzung und gesellschaftliche Spannungen zu.
Das Berliner Jugendbudget legt einen Schwerpunkt auf demokratische Bildung, Vielfalt, Toleranz und innovative Beteiligungsformate. Genau hier setzen wir an: Wir schaffen empowernde, leicht zugängliche Lernräume, in denen junge Menschen Demokratie verstehen, erleben und mitgestalten können. Durch freiwilliges Engagement, Mitbestimmung und selbstorganisierte Projektanteile eröffnen wir ihnen neue Wege der aktiven Jugendbeteiligung.

Jurybegründung:
Das Projekt stärkt berlinweit demokratische Kompetenzen und politische Teilhabe benachteiligter Jugendlicher und fördert Vielfalt und Antidiskriminierung. Die Beteiligungsformate sind selbstorganisiert, innovativ, niedrigschwellig mit nachhaltiger Wirkung und können Anstoß sein zur Verankerung von Beteiligungsstrukturen.

Antragsteller:in: BC Lions Moabit 21 e.V.
Projektbezirk: Mitte (Moabit)
Projektzeitraum: 01.03.2026 – 28.02.2027
Förderbetrag: 15.370,00 €

„VOICE MOABIT“ ist ein von Jugendlichen initiiertes und gestaltetes Beteiligungs- und Demokratielabor im Stadtteil Moabit. Das Projekt richtet sich an junge Menschen zwischen 12 und 21 Jahren mit unterschiedlichen sozialen, kulturellen und biografischen Hintergründen – insbesondere an diejenigen, die sich im öffentlichen Leben selten gehört oder vertreten fühlen. Ziel ist es, Jugendlichen echte Beteiligungsmöglichkeiten zu eröffnen, ihre Stimmen sichtbar zu machen und ihre Sichtweisen in lokale Entscheidungsprozesse einzubringen.

Im Projekt entwickeln Jugendliche gemeinsam neue Formen der Mitbestimmung, erforschen ihre Lebenswelt und gestalten konkrete Veränderungen im Kiez. Ausgangspunkt ist die Erfahrung, dass viele Jugendliche zwar klare Wünsche und Perspektiven zu Themen wie öffentlichem Raum, Sicherheit, Diskriminierung, Freizeitangeboten, Schule oder Umwelt haben, jedoch kaum Räume existieren, in denen sie diese artikulieren und an politische Akteur:innen herantragen können. VOICE MOABIT schließt diese Lücke, indem es niedrigschwellige, kreative und mobile Beteiligungsformate bereitstellt, die Jugendliche selbst planen und umsetzen.

Das Projekt startet mit einem offenen Kick-Off-Treffen, bei dem interessierte Jugendliche ein „Youth Board“ wählen – ein junges Team, das das gesamte Projekt steuert. Gemeinsam definieren sie Themen, Ziele und Arbeitsweisen. Anschließend entwickeln die Jugendlichen eigene Methoden der Beteiligung: mobile Umfrageaktionen an Schulen und Sportplätzen, Street-Interviews, kreative Befragungsformate, digitale Umfragen, Sticker-Maps oder kurze Video-Statements. Diese Aktivitäten finden dort statt, wo Jugendliche sich ohnehin aufhalten – in Parks, an Treffpunkten, in Schulen, Sporthallen und Jugendzentren.

Über mehrere Monate sammeln die Jugendlichen Perspektiven von hunderten junger Menschen aus Moabit. Auf dieser Grundlage planen sie eigene „Youth Action Weeks“: kleine, sichtbarkeitsstarke Aktionen im Kiez, bei denen die Ergebnisse präsentiert, diskutiert und weiterentwickelt werden. Dazu gehören z. B. Pop-Up-Labs im öffentlichen Raum, kreative Wünsche-Wände, temporäre Ausstellungen oder themenbezogene Mini-Events, die Jugendliche selbst moderieren. Ziel ist es, Aufmerksamkeit zu erzeugen, verschiedene Lebensrealitäten sichtbar zu machen und jungen Menschen zu zeigen, dass ihre Meinungen zählt.

Den Höhepunkt bildet der „VOICE MOABIT Youth Summit“ – eine öffentliche Jugendkonferenz, die von den Jugendlichen selbst organisiert wird. Dort präsentieren sie ihre Erkenntnisse, Forderungen und Ideen gegenüber Vertreterinnen des Bezirksamts, der Politik, lokalen Einrichtungen und der Nachbarschaft. Der Summit schafft einen direkten, demokratischen Dialog auf Augenhöhe und zeigt den politischen Entscheidungsträgerinnen, wie Jugendliche sich ein lebendiges und gerechtes Moabit vorstellen.

Zum Abschluss erstellen die Jugendlichen den „Moabit Youth Report“: ein Forderungskatalog mit klaren Handlungsempfehlungen, Visualisierungen, Fotos und Interviews. Dieser Bericht dient als öffentliches Ergebnis, das an Politik, Verwaltung, Schulen, Vereine und Initiativen übergeben wird. Das Projekt schließt mit einer Transferphase ab, in der Jugendliche gemeinsam mit Kiezakteur:innen überlegen, wie einzelne Forderungen weiterverfolgt oder in Folgeprojekten umgesetzt werden können.

VOICE MOABIT stärkt demokratische Teilhabe, fördert Vielfalt und ermöglicht Jugendlichen, ihre Interessen sichtbar in den Stadtteil einzubringen. Durch die konsequente Bottom-Up-Orientierung lernen junge Menschen, ihre Anliegen zu formulieren, Verantwortung zu übernehmen, Prozesse zu moderieren und aktiv Gesellschaft mitzugestalten. Das Projekt schafft neue Beteiligungsorte, sichtbarere Jugendperspektiven und nachhaltig wirksame Impulse für Moabit.

Jurybegründung:
Das Projekt ermöglicht niedrigschwellige und jugendgeleitete Beteiligung und stärkt demokratische Selbstwirksamkeit. Marginalisierte Jugendstimmen werden im Kiez sichtbar. Es führt zur Selbstorganisation der jungen Menschen und konkreten Handlungsempfehlungen für den Bezirk und lokale Akteur:innen.

Antragsteller:in: Entegre e.V.
Projektbezirk: Reinickendorf
Projektzeitraum: 02.03.2026 – 02.11.2026
Förderbetrag: 19.996,90 €

„Empathie in Aktion“ ist ein von Jugendlichen initiiertes und angeleitetes VR-Filmprojekt, das sich an junge Menschen zwischen 16 und 22 Jahren richtet, die in Berlin leben. Die Idee entstand nicht „am Schreibtisch“, sondern aus dem Wunsch von drei ehemaligen Teilnehmenden – Mohammed, Riza und Ali – die selbst Diskriminierung, Rassismus und soziale Ungleichheit erlebt haben und nun ein Projekt starten möchten, das von Jugendlichen für Jugendliche gestaltet wird und bei dem junge Menschen ihre Lebensrealitäten sichtbar machen können.

Die Grundidee ist, mittels Virtual-Reality-Filmen (360°-Perspektive) Szenarien zu erzeugen, die es anderen Jugendlichen ermöglichen, sich in Situationen hineinzuversetzen, die sie selbst vielleicht nie erlebt haben – oder täglich erleben, aber nie besprechen konnten. VR bietet die Möglichkeit, Situationen nicht nur „zu sehen“, sondern aus der Ich-Perspektive zu fühlen. Dadurch entsteht ein emotionaler Zugang, der klassische Workshops oder Präventionsformate oft nicht bieten.

Die Jugendlichen entscheiden selbst, welche Themen sie filmisch umsetzen, wie sie sie darstellen und welche Botschaft vermittelt werden soll. Dabei geht es um Themen, die sie täglich beschäftigen: Rassismus, Sexismus, Belästigung im öffentlichen Raum, Diskriminierung wegen Herkunft oder Religion, antisemitische Angriffe im Alltag, Gewalt in der U-Bahn, Ausgrenzung in Schule oder Beruf. Ein Jugendlicher brachte das Beispiel, dass seine Schwester in der Öffentlichkeit belästigt wurde – und dass er einen Film machen möchte, in dem die Zuschauer:innen „als Frau“ sehen und fühlen, wie bedrohlich und demütigend das sein kann.

Die Jugendlichen übernehmen die Regie, Drehbuchentwicklung, Organisation und technische Umsetzung. Die Projektmitarbeitenden begleiten den Prozess pädagogisch, technisch und organisatorisch, ohne Inhalte vorzuschreiben. Es geht darum, jungen Menschen Verantwortung, Ownership und kreative Kontrolle zu geben und ihnen zuzutrauen, dass sie selbst relevante Inhalte produzieren können.

Das Projekt soll über einen Zeitraum von zwölf Monaten stattfinden. Gedreht wird an Orten, die den Jugendlichen vertraut sind, z. B. Schulen, Aulen, Jugendzentren oder Räumen der Partnerorganisationen. Für die Filmproduktion werden VR-Brillen, 360°-Kameras und Computer zur Bearbeitung benötigt. Es soll sparsam, pragmatisch und selbstproduziert gearbeitet werden, ohne teure Filmstudios oder externe Dienstleistungen.

Im Laufe des Projekts sollen mindestens drei VR-Filme entstehen, die zentrale Erfahrungen und Konflikte junger Menschen darstellen. Die Filme werden anschließend in Workshops und Screenings gezeigt jeweils mit kleinen Gruppen von Jugendlichen, die die Filme mit VR-Brillen anschauen. Danach finden moderierte Diskussionen statt, in denen gemeinsam reflektiert wird:

  • Was habe ich gefühlt?
  • Was war ungerecht?
  • Was hätte anders laufen können?
  • Wie hätte ich gehandelt?
  • Welche Verantwortung habe ich selbst?

Die Filme dienen als Impuls, nicht als Lösung. Es geht nicht um pädagogische Belehrung, sondern um Selbstreflexion, Empathieentwicklung und Dialog. Die Erfahrung, „in der Haut eines anderen zu stecken“, schafft einen Zugang, den Worte oft nicht erreichen.

Das Projekt soll in Schulen, Jugendzentren und öffentlichen Räumen in Berlin-Mitte und Kreuzberg gezeigt werden. Zum Abschluss werden alle drei Filme in einem größeren Rahmen präsentiert – mit Jugendlichen, Eltern, Fachkräften und Gästen. Dabei geht es nicht um „Kunstbewertung“, sondern um Wertschätzung, Anerkennung und Sichtbarkeit.

Um Teilnahme attraktiv zu gestalten, erhalten Jugendliche kleine Gutscheine für ein VR-Filmstudio in der Leipziger Straße. Das ist nicht nur Belohnung, sondern auch Motivation, neue kulturelle Orte kennenzulernen und Medienerfahrungen weiterzuführen.

Ziele:

  • Empathie stärken: Rassismus, Sexismus und Diskriminierung emotional erfahrbar machen.
  • Jugendliche empowern: Verantwortung übernehmen, kreativ gestalten und gesellschaftlich Position beziehen.
  • Medienkompetenz vermitteln: Film, Regie, Schnitt, digitale Produktion, VR-Technik.
  • Soziale Reflexion fördern: Umgang mit konflikthaften Situationen besprechbar machen.
  • Teilhabe ermöglichen: Sichtbarkeit, Anerkennung und Dialog schaffen.
  • Langfristige Nutzung ermöglichen: Die Filme bleiben erhalten und können regelmäßig gezeigt werden.

Die erwarteten Ergebnisse sind:

  • Drei VR-Filme zu relevanten Themen aus der Lebenswelt Jugendlicher
  • Mehrere Vorführungen und Diskussionsrunden mit Jugendlichen in Schulen
  • Stärkung von Empathie, sozialer Verantwortung und demokratischer Handlungskompetenz
  • Neue digitale Kompetenzen bei den beteiligten Jugendlichen

Ein nachhaltiges, wiederverwendbares Bildungsformat „Empathie in Aktion“ basiert auf der Überzeugung, dass Jugendliche nicht nur Zielgruppe, sondern aktive Gestalter von Veränderung sind – wenn man ihnen Vertrauen, Mittel und Räume gibt. Es ist ein Projekt, das ernsthaft, kreativ und zugleich „cool genug“ ist, um Jugendliche zu erreichen.

Jurybegründung:
Die Projektidee kommt von den jungen Menschen selber. Sie gestalten das Format eigenständig, wodurch sehr hohe strukturelle Jugendbeteiligung mit echter Mitentscheidung im Sozialraum stattfindet. Mit innovativen digitalen Tools werden sehr aktuelle Themen bearbeitet und Perspektivwechsel als ganzheitliche Erfahrung ermöglicht.

Antragsteller:in: KJFZ-Landesmusikakademie-gGmbH
Projektbezirk: Treptow-Köpenick
Projektzeitraum: 02.03.2026 – 31.12.2026
Förderbetrag: 19.921,05 €

Die Distanz zwischen Jugendlichen und politischen Institutionen wächst, wenn keine geeigneten Formate angeboten werden, um sie für komplexe Themen zu sensibilisieren. Klassische Unterrichtsformen stoßen dabei häufig an ihre Grenzen: Texte, Arbeitsblätter oder Frontalunterricht erzeugen bei vielen Jugendlichen keine intrinsische Motivation. Daher bedarf es innovativer Methoden, die Spaß mit Lernen verbinden. Escape Games haben sich in Freizeitangeboten bewährt, um Teamgeist, logisches Denken und Kreativität zu fördern. Indem dieses Prinzip auf politische Bildung übertragen wird, entsteht ein neuartiges Lernerlebnis. Es kann nicht nur Wissen vermitteln, sondern auch eine emotionale Bindung zu den Inhalten herstellen. Besonders wichtig ist es, auch Jugendliche einzubeziehen, die bisher wenig oder keinen Zugang zu politischer Bildung hatten: sei es durch sprachliche Barrieren, geringe schulische Motivation oder mangelnde Möglichkeiten.

Das dieses Prinzip erfolgreich funktioniert können wir anhand unseres mehrfach ausgezeichneten “ResuEU” – ein Escape-Game zur Bedeutung der europäischen Union beweisen. Wir als Team konnten ein Escape Game zum Thema Europäische Union entwickeln: die Rückmeldungen sprechen für sich: begeisterte Schüler:innen und Lehrer:innen, sehr schnell ausgebuchte Termine, überzeugte Politiker:innen sowie die Preisauszeichnungen des DKHW oder durch das BMBFSFJ. Diesen erfolgreichen Ansatz möchten wir nun nutzen, um ein Escape Game zum Thema Wahlen zu entwickeln, zum Anlass der Abgeordnetenhauswahlen in Berlin im Jahr 2026.

Freie, gleiche und geheime Wahlen bilden die Grundlage jeder Demokratie. Sie geben den Bürger:innen die Möglichkeit, politische Entscheidungen mitzugestalten und ihre Vertreter:innen direkt zu bestimmen. In vielen Ländern sind Wahlen jedoch manipuliert, eingeschränkt oder finden überhaupt nicht statt. Auch in Demokratien sinkt die Wahlbeteiligung, insbesondere bei jungen Menschen. Das Escape Game „Mission Wahlen“ greift diese Themen auf und macht die Bedeutung von Wahlen und die essenzielle Rolle von Teilhabe in Demokratien auf spielerische Weise erfahrbar.

Jurybegründung:
Spielerisch wird sich mit dem Themenkomplex Wahlen beschäftigt. Jugendliche gestalten aktiv ihr Jugendhaus mit und übernehmen Verantwortung. Das Projekt hat einen hohen Partizipationsgrad und schafft langfristige Strukturwirkung.

Antragsteller:in: Black Intellectuals Network
Projektbezirk: Reinickendorf
Projektzeitraum: 01.03.2026 – 31.12.2026
Förderbetrag: 11.607,00 €

Im Projekt entwickeln junge Menschen zwischen 12 und 21 Jahren, mit und ohne eigene Rassismus Erfahrungen, mit besonderem Fokus auf BIPoC Jugendliche, gemeinsam Strategien, um Alltagsrassismus in Schule, Freizeit, Social Media und im öffentlichen Raum zu erkennen, zu benennen und aktiv dagegen aufzutreten. Das Projekt wird von Black Intellectuals Network e.V. in enger Kooperation mit dem Haus der Jugend Fuchsbau in Berlin durchgeführt, das als zentraler Treffpunkt, Arbeitsort und Veranstaltungsort dient.

Die Jugendlichen erzählen und reflektieren ihre persönlichen Erfahrungen mit Alltagsrassismus. Sie beschäftigen sich mit Ursachen, Mechanismen und Folgen von Vorurteilen, Machtverhältnissen und Privilegien. In Workshops zu Rassismus, Empowerment und Allyship bestimmen sie die Themen selbst und entwickeln Ideen, wie sie diese kreativ und öffentlich darstellen wollen etwa über Sprache, Social Media, Kunst oder Medien. Die Gruppe arbeitet partizipativ, alle Beteiligten gestalten Inhalt, Ablauf und öffentliche Formate gemeinsam und übernehmen Verantwortung in verschiedenen Rollen (Moderation, Redaktion, Technik, Organisation, Öffentlichkeitsarbeit).

Im Mittelpunkt steht der kreative Ausdruck junger Perspektiven. In Podcast- und Video-Workshops entstehen Interviews, Statements, Alltagsszenen, künstlerische Beiträge mit Storytelling oder theaterpädagogischen Elementen. Ergänzend führen die Jugendlichen Street-Interviews im Kiez durch, um verschiedene Stimmen junger Menschen einzubeziehen. So entsteht eine Sammlung authentischer Beiträge, die Erfahrungen, Analysen und Forderungen sichtbar machen. Erwachsene aus dem Verein und dem Haus der Jugend begleiten organisatorisch und pädagogisch, die inhaltlichen Entscheidungen treffen die Jugendlichen selbst.

Das Projekt ist geplant für den Zeitraum vom 01.03.2026 bis 31.12.2026. Es umfasst regelmäßige Treffen, Intensivphasen in den Ferien und einzelne Projektwochenenden. Die Aktivitäten finden überwiegend im Haus der Jugend Fuchsbau und im umliegenden Kiez statt, ergänzt durch Kooperationen mit Schulen wie Gustav-Freytag für außerschulische Projekttage.

Ziele:
Das Projekt stärkt betroffene Jugendliche in ihrem Selbstbewusstsein, fördert Wissen über Rassismus und strukturelle Diskriminierung, vermittelt Handlungsstrategien gegen rassistische Situationen und ermutigt nicht betroffene Jugendliche, sich solidarisch und verantwortungsvoll einzubringen. Durch kreative Medienarbeit und offene Begegnungsräume werden Dialog, Empathie und gegenseitiges Verständnis gestärkt.

Ergebnisse:
– eine von Jugendlichen produzierte Kurzfilm- oder Podcastreihe über Alltagsrassismus
– eine Jugendkampagne mit Social-Media-Beiträgen und O-Tönen aus dem Kiez
– eine öffentliche Präsentationsveranstaltung im Haus der Jugend Fuchsbau
– eine Projektdokumentation (z. B. als PDF), die Methoden und Erfahrungen für andere Jugendgruppen zugänglich macht
„Wir reden Tacheles“ schafft Räume für Beteiligung, Empowerment und Dialog und trägt dazu bei, Rassismus im Alltag sichtbar zu machen und gemeinsam Veränderung anzustoßen.

Jurybegründung:
In diesem Projekt werden BIPoC Jugendliche durch Empowerment und konkrete Strategien gegen Alltagsrassismus gestärkt. Solidarisches Handeln, Allyship und ein reflektierter Umgang mit Diskriminierung werden gefördert. Zuletzt machen kreativen Zugänge zu Demokratiebildung jugendliche Perspektiven öffentlich sichtbar und wirksam.

Antragsteller:in: Bidigi e.V.
Projektbezirk: Tempelhof-Schöneberg
Projektzeitraum: 01.04.2026 – 31.12.2026
Förderbetrag: 19.504,00 €

Wer?
Das Projekt richtet sich an Jugendliche im Alter von 13 bis 18 Jahren an Berliner Förderzentren. Zielgruppe sind insbesondere junge Menschen mit Lern-, emotionalen oder sozialen Förderbedarfen, die häufig wenig Zugang zu klassischen Beteiligungs- und Demokratiebildungsformaten haben und im schulischen wie gesellschaftlichen Alltag wiederholt Diskriminierungs- und Ausgrenzungserfahrungen machen.

Was?
„Mutwerk Berlin“ ist ein partizipatives Demokratiebildungsprojekt, das emotionale Kompetenz, Resilienzförderung und demokratische Beteiligung miteinander verbindet. Es baut konsequent auf zwei durch den Jugend-Demokratiefonds Berlin geförderten Vorgängerprojekten an Berliner Förderschulen auf, in denen gemeinsam mit Jugendlichen zu Diskriminierungserfahrungen sowie zu Antisemitismusprävention gearbeitet und Inhalte für die Lern-App „Disco – Lernen für Alle“ entwickelt wurden.
In sogenannten Mutwerk-Labs – geschützten Gruppen von ca. 15–20 Teilnehmenden – reflektieren die Jugendlichen ihre Gefühle, Bedürfnisse und Stärken und entwickeln daraus Ideen zur aktiven Mitgestaltung ihres schulischen und sozialen Umfelds. Konkrete Arbeitsergebnisse können gemeinsam entwickelte Regeln für respektvolles Miteinander, kreative Ausdrucksformen (z. B. Plakate, Collagen, kurze Videos) oder kleine schulische Beteiligungsprojekte sein.

Warum?
Die bisherigen Projekte haben gezeigt, dass Themen wie Diskriminierung und Antisemitismus bei vielen Jugendlichen starke emotionale Reaktionen auslösen – etwa Wut, Scham, Ohnmacht oder Rückzug. Rein kognitive Zugänge zur Demokratiebildung stoßen hier häufig an Grenzen, wenn emotionale Sicherheit, Selbstwirksamkeit und Anerkennung fehlen.
„Mutwerk Berlin“ reagiert auf diese Erfahrungen, indem emotionale Kompetenz nicht als Zusatz, sondern als zentrale Voraussetzung für demokratische Lern- und Beteiligungsprozesse verstanden wird. Demokratie kann nur dann nachhaltig gelernt und gelebt werden, wenn junge Menschen sich gehört, ernst genommen und handlungsfähig erleben.

Wie?
Begleitet von erfahrenen Coaches arbeiten die Jugendlichen mit Methoden aus der Emotionspädagogik, Resilienzarbeit und Gewaltfreien Kommunikation. Zentrale Leitfragen sind u. a.:

  • Was bedeutet Mut für mich?
  • Was brauche ich, um mich zu beteiligen?
  • Wie können wir unser Umfeld respektvoller und solidarischer gestalten?

Die Jugendlichen entscheiden selbst über Themen, Ausdrucksformen und Umsetzungswege. Aus den Mutwerk-Labs heraus entstehen konkrete Beteiligungs- oder Veränderungsideen, die im schulischen oder sozialen Umfeld sichtbar werden. Ausgewählte Themen, Erfahrungen und Perspektiven werden zudem in alters- und zielgruppengerechte digitale Stories für die Lern-App „Disco – Lernen für Alle“ übersetzt. Der App-Transfer knüpft an die Vorgängerprojekte an und erweitert diese um einen stärkeren emotionalen Zugang zu Demokratie, Solidarität und Prävention.

Jurybegründung:
Das Beteiligungsformat erreicht strukturell benachteiligte junge Menschen, die selten Zielgruppe von Beteiligungsprojekten sind. Die Themen Diskriminierung und Antisemitismus werden über emotionspädagogische Methoden behandelt und Empathie, Inklusion und Reflexionsprozesse zum Thema Vielfalt gestärkt.

Antragsteller:in: Kiezanker e.V.
Projektbezirk: Neukölln
Projektzeitraum: 01.03.2026 – 31.12.2026
Förderbetrag: 19.999,02 €

Das Projekt ist gerichtet an junge Menschen zwischen 12 und 21 Jahren aus Berlin, unabhängig von Herkunft, Religion oder Geschlecht mit unterschiedlichen kulturellen, sprachlichen und sozialen Hintergründen.

Besonderes Augenmerk liegt auf jungen Menschen mit Migrationsgeschichte, die sich durch öffentliche Debatten verunsichert fühlen und Stärkung im Umgang mit Ausgrenzung und Vorurteilen benötigen.

Viele Berliner Kieze sind geprägt von kultureller Vielfalt, sozialem Zusammenhalt aber auch von Herausforderungen durch Ausgrenzung. Öffentliche Aussagen, wie jüngst von Bundeskanzler Merz über das „Stadtbild“, haben bei vielen Jugendlichen mit Migrationsgeschichte Verunsicherung ausgelöst. Sie fragen sich, ob sie wirklich dazugehören.

Die jungen Menschen sollen erleben, dass ihr Engagement, ihre Haltung und ihre Stimme wichtig sind. Sie entwickeln Kompetenzen, um Ausgrenzung entgegenzutreten und gestalten aktiv das gesellschaftliche Miteinander mit.

Das Projekt fördert:

  • Wertebildung und respektvolles Miteinander
  • Soziale Kompetenzen und Empathie
  • Reflexion des eigenen Handelns
  • Wissen über Diskriminierung und Ausgrenzung
  • Handlungssicherheit im Umgang mit diskriminierenden Situationen
  • Zivilcourage und gesellschaftliche Teilhabe

Das Projekt soll ihnen einen sicheren Raum anbieten, um über Erfahrungen zu sprechen, voneinander zu lernen und ihre Stimme zu erheben. Es soll sie dabei stärken, selbstbewusst und respektvoll mit Vielfalt umzugehen. In Workshops und Aktionen lernen sie, Ausgrenzung zu erkennen, Haltung zu zeigen und respektvolle Lösungen zu finden. Durch kreative Methoden wie Rollenspiele, Austausch und öffentliche Statements setzen sie gemeinsam ein Zeichen für Zusammenhalt und gegen Angst und Diskriminierung.

Das Angebot wird zeitlich an die Lebensrealität der jungen Menschen angepasst – je nach Bedarf finden die Workshops in den Nachmittagsstunden oder am Wochenende statt.

Jurybegründung:
In dem Projekt findet eine hohe Beteiligung von jungen Menschen mit einem ausgeprägten und inklusiven Ansatz statt. Durch die Auseinandersetzung mit aktuellen gesellschaftlichen Debatten werden Reflexionsfähigkeit sowie die kritische Auseinandersetzung mit unterschiedlichen Perspektiven gestärkt. Gleichzeitig trägt das Projekt dazu bei, eine bewusste und reflektierte Haltung zu Vielfalt zu entwickeln und zu festigen.

Antragsteller:in: J-ArtEck Jugendbildungsstätte e.V.
Projektbezirk: Mitte (Nikolaiviertel)
Projektzeitraum: 01.03.2026 – 30.11.2026
Förderbetrag: 20.000,00 €

„AI Creators: Jugendliche gestalten KI“ ist ein partizipatives Bildungs- und Beteiligungsprojekt der JArtEck Jugendbildungsstätte für Jugendliche im Alter von 12–16 Jahren aus Berlin. Das Projekt reagiert auf die zunehmende Bedeutung von Künstlicher Intelligenz im Alltag junger Menschen und die Notwendigkeit, Jugendlichen echte Mitbestimmung, demokratische Teilhabe, Selbstwirksamkeit und kreative Auseinandersetzung mit dieser Zukunftstechnologie zu ermöglichen.

Viele Jugendliche nutzen KI-Tools bereits intuitiv, verfügen jedoch über wenig Hintergrundwissen und kaum sichere Räume, in denen ihre Meinungen, Fragen und Werte gehört werden. Besonders Jugendliche mit geringeren Zugangschancen zu digitaler Bildung erleben selten, dass ihre Perspektiven gesellschaftliche Bedeutung haben. Das Projekt schafft deshalb einen geschützten, demokratisch organisierten Lern- und Beteiligungsraum, in dem alle Jugendlichen gleichberechtigt mitentscheiden können.

Der Projektrahmen erstreckt sich über die Frühjahrs- und Herbstferien 2026 sowie eine kontinuierliche Arbeitsphase zwischen den Ferien. Die inhaltliche Gestaltung folgt konsequent demokratischen und partizipativen Prinzipien:

Bereits zu Beginn entscheiden die Jugendlichen gemeinsam, welche Aspekte von KI für sie relevant sind, welche Chancen und Risiken sie sehen und welche Themen sie vertiefen möchten. Entscheidungen werden transparent getroffen – entweder durch Konsensverfahren oder demokratische Abstimmungen. Jede Stimme zählt gleich viel. Rollen in den Gruppen werden freiwillig und rotierend vergeben, damit alle Verantwortung übernehmen können und niemand ausgeschlossen wird.

Begleitet durch pädagogische Fachkräfte von J-ArtEck aus den Bereichen digitale Bildung, Medienkompetenz, Kunst und non-formale Jugendbildung entwickeln die Teilnehmenden Kompetenzen in kritischem Denken, Medienproduktion, Teamarbeit, ethischer Reflexion und demokratischer Entscheidungsfindung.

In den Frühjahrsferien erhalten die Jugendlichen einen spielerischen, niedrigschwelligen Zugang zu Geschichte, Funktionsweisen und Einsatzgebieten von KI. In Workshops mit Methoden wie Zukunftswerkstatt, Peer-to-Peer-Lernen und Design Thinking diskutieren sie Fragen wie:

Was kann KI heute? Welche Verantwortung tragen junge Menschen? Welche Regeln sind fair? Was brauchen Kinder und Jugendliche, um sicher mit KI umzugehen?

Zwischen den Ferien treffen sich die Jugendlichen regelmäßig im J-ArtEck und online. Sie entwickeln eigenständig Medienprodukte wie Videos, Podcasts, digitale Kunstwerke, Social-Media-Beiträge oder kleine KI-Experimente. Dabei bestimmen sie selbst Arbeitsrhythmen, Inhalte, Präsentationsformen und Qualitätskriterien. Erwachsene treten bewusst in die Rolle der Begleitenden – nicht der Entscheidenden. Ein zentrales demokratisches Beteiligungselement ist die Erstellung eines „Jugend-Kodex für den verantwortungsvollen Umgang mit KI“. Dieser wird vollständig von den Jugendlichen erarbeitet und richtet sich an Kinder, Jugendliche, Eltern und Schulen. Er enthält klar formulierte Regeln, Empfehlungen und Werteorientierung zu Datenschutz, Fairness, Verantwortung, Transparenz, Respekt und kreativer Nutzung von KI. Alle Inhalte werden gemeinsam diskutiert, abgestimmt und reflektiert.

In den Herbstferien 2026 finalisieren die Jugendlichen ihre Produkte und planen eigenständig eine öffentliche Abschlusspräsentation als Ausstellung, Bühnenformat oder moderierte Diskussionsveranstaltung. Sie übernehmen Moderation, Strukturierung und Öffentlichkeitsansprache. Eingeladen werden Familien, Schulen, Fachkräfte und die Berliner Stadtgesellschaft. So erfahren die Jugendlichen reale öffentliche Beteiligung.

Ziele des Projekts sind:

  • Stärkung von demokratischer Mitbestimmung und verantwortungsbewusster Teilhabe.
  • Erweiterung digitaler, sozialer und kreativer Kompetenzen.
  • Steigerung der Selbstwirksamkeit, indem Jugendliche sichtbare Ergebnisse schaffen.
  • Förderung kritischer Reflexion über KI, Ethik und gesellschaftliche Auswirkungen.
  • Aufbau eines nachhaltigen Jugend-Beteiligungsformats innerhalb von J-ArtEck.

Durch die Verbindung von Ferienangebot, kontinuierlicher Mitarbeit und öffentlicher Präsentation entsteht ein Projekt, das Jugendlichen echte Einflussmöglichkeiten bietet und ihre Stimmen dauerhaft stärkt. Demokratische Prinzipien: Transparenz, Gleichberechtigung, Offenheit, Inklusion und freie Meinungsäußerung bilden dabei die verbindliche Grundlage des gesamten Projektverlaufs.

Jurybegründung:
Das Projekt greift die wachsende Bedeutung Künstlicher Intelligenz im Alltag junger Menschen auf und reagiert damit auf die Notwendigkeit, Jugendlichen echte Mitbestimmung, demokratische Teilhabe sowie Erfahrungen von Selbstwirksamkeit zu ermöglichen. Gleichzeitig schafft es Räume für eine kreative und kritische Auseinandersetzung mit dieser zukunftsweisenden Technologie.

Antragsteller:in: Nigerian Community in Berlin e.V.
Projektbezirk: Mitte
Projektzeitraum: 01.03.2026 – 31.12.2026
Förderbetrag: 17.019,36 €

Auf Grundlage der positiven Erfahrungen und der systematisch erhobenen Rückmeldungen aus der im Vorjahr durchgeführten Jugendwerkstatt plant die nigerianische Community in Berlin die Fortsetzung und inhaltliche Weiterentwicklung des Projekts im Jahr 2026. Zielgruppe sind weiterhin Vorjugendliche und Jugendliche im Alter von 10 bis 19 Jahren, die sich als Schwarze Jugendliche in Berlin mit Fragen von Identität, Diskriminierung, Zugehörigkeit und demokratischer Mitgestaltung auseinandersetzen.

Die Weiterentwicklung des Projekts folgt konsequent dem Prinzip der jugendgeleiteten Beteiligung. Die inhaltlichen Anpassungen basieren direkt auf den Wünschen und Bedarfen der teilnehmenden Jugendlichen aus dem Vorjahr. Während die Jugendwerkstatt 2025 einen Schwerpunkt auf BackendSoftwareentwicklung sowie malende Kunst legte, äußerten die Jugendlichen den Wunsch nach einem ganzheitlicheren Zugang zu digitalen und kreativen Ausdrucksformen.

Im Projekt 2026 sollen die Jugendlichen daher zusätzlich Grundlagen der Frontend-Entwicklung erlernen, um ein umfassendes Verständnis von Softwareentwicklung zu gewinnen und digitale Anwendungen eigenständig konzipieren, gestalten und umsetzen zu können. Ziel ist es, technische Kompetenzen mit kreativer Gestaltung zu verbinden und digitale Teilhabe zu stärken.

Ein weiterer zentraler Wunsch der Jugendlichen ist die Erweiterung des künstlerischen Angebots um bildgebende Medien, insbesondere eine Einführung in die Arbeit mit Film. In diesem Rahmen entwickeln die Jugendlichen – begleitet von Referenten – eigene dokumentarische Beiträge, in denen sie ihre unterschiedlichen schulischen Erfahrungen, Perspektiven auf Bildungsgerechtigkeit sowie ihren Alltag als Schwarze Jugendliche in einer mehrheitlich weißen Gesellschaft thematisieren. Die Jugendlichen entscheiden selbst über Themen, Erzählweisen und Darstellungsformen und machen ihre Perspektiven öffentlich sichtbar.

Der Jugendbezug und die demokratische Ausrichtung des Projekts stehen im Mittelpunkt: Die Jugendlichen sind nicht nur Teilnehmende, sondern aktive Projektverantwortliche. Sie gestalten Inhalte, Formate und Abläufe mit, arbeiten in selbstorganisierten Gruppen und setzen die Projekte eigenständig um. Die Referent:innen übernehmen eine unterstützende, begleitende Rolle und schaffen Räume für Austausch, Reflexion und Mitbestimmung.

Auch die zeitliche Struktur des Projekts wird an die Rückmeldungen der Jugendlichen angepasst. Statt eines kompakten einwöchigen Formats wünschen sie sich kontinuierliche Begegnungen. Die Jugendwerkstatt 2026 wird daher als regelmäßiges Beteiligungsformat mit mindestens einem Treffen pro Monat von April bis November umgesetzt. Der Gesamtprojektzeitraum erstreckt sich von März bis zum 31.12.2026 und umfasst Planung, Durchführung, Dokumentation und Auswertung.

Das Projekt leistet einen klaren Beitrag zu den Zielen des Jugend-Demokratiefonds Berlin: Es stärkt demokratische Kompetenzen, Selbstwirksamkeit und Beteiligung von Jugendlichen, die von struktureller Benachteiligung und Rassismuserfahrungen betroffen sind. Durch kreative, digitale und gemeinschaftliche Arbeitsprozesse erfahren die Jugendlichen, dass ihre Stimmen zählen und sie aktiv an gesellschaftlichen und demokratischen Aushandlungsprozessen teilhaben können. Gleichzeitig fördert das Projekt Austausch, Solidarität und Vernetzung über Bezirksgrenzen hinweg und trägt zu einer vielfältigen, inklusiven und demokratischen Jugendkultur in Berlin bei.

Jurybegründung:
Als strukturell benachteiligte Zielgruppe bringen Jugendliche mit afrikanischer Abstammung in Berlin ihre Themen partizipativ in das Projekt ein und werden in ihrer demokratischen Teilhabe sowie in ihrer Selbstwirksamkeit gestärkt. Die Verbindung digitaler Kompetenzen mit kreativer Medienarbeit ermöglicht dabei sichtbare Ausdrucksformen sowie Empowerment im digitalen Raum. Zugleich werden Solidarität, Austausch und eine inklusive Jugendkultur über Bezirksgrenzen hinweg gefördert.

Antragsteller:in: Club DIALOG e.V.
Projektbezirk: Berlinweit
Projektzeitraum: 01.03.2026 – 31.08.2026
Förderbetrag: 20.000,00 €

I. Träger und Akteure
Antragsteller ist der ClubDialog e. V., eine erfahrene Dachorganisation für russischsprachige Migranten in Berlin mit über 70 Mitarbeitenden und einem breiten Netzwerk. Inhaltlich wird das Projekt von einer selbstorganisierten Gruppe junger Menschen im Alter von 12–21 Jahren aus dem Umfeld eines interkulturellen Jugendzentrums entwickelt und umgesetzt. Ein interdisziplinäres Mentorenteam begleitet den Prozess organisatorisch, während die inhaltliche Gestaltung bei den Jugendlichen liegt. Kooperationspartner sind u. a. das House of One, der Tatarisch-Baschkirische Kulturverein.

II. Anlass und Bedeutung
In Berlin leben rund 350.000 Menschen aus dem postsowjetischen Raum mit jüdischen, muslimischen und christlich-orthodoxen Hintergründen. Zwischen Jugendlichen und der Erlebnisgeneration ihrer Vorfahren zeigt sich eine wachsende Entfremdung. Viele junge Menschen fühlen sich zwischen Herkunftskultur und Berliner Lebensrealität isoliert. Gleichzeitig drohen die Erfahrungen älterer Menschen – etwa von Holocaust-Überlebenden, muslimischen Geflüchteten oder Zeitzeugen religiöser Verfolgung – verloren zu gehen. Das Projekt setzt hier an und nutzt interreligiöse Begegnungen, um Vorurteile abzubauen, Radikalisierung entgegenzuwirken und den generationenübergreifenden Dialog zu stärken.

III. Projektidee
Zentrales Element ist eine multimediale Spurensuche durch das interreligiöse Berlin. Jugendliche agieren als „Junior-Reporter“ und führen Interviews mit Angehörigen der älteren Generation. Dazu gehören Gespräche mit jüdischen Seniorinnen und Senioren über Überleben und Neubeginn, Dialoge mit muslimischen Ältesten über Glauben und Integration im Exil sowie Begegnungen mit orthodoxen und freikirchlichen Christen zur religiösen Identität in einer säkularen Stadt. Die Ergebnisse werden digital dokumentiert und in einer interaktiven Karte des interreligiösen Berlins sowie einer Instagramm veröffentlicht.

IV. Methodik und Partizipation
Das Projekt folgt einem konsequenten Bottom-Up-Ansatz. Die Jugendlichen entscheiden selbst über Themen, Fragen und besuchte Orte. Sie gestalten die digitale Karte und die Social-Media-Kommunikation eigenständig. Methodisch arbeitet das Projekt mit Oral History und Digital Storytelling. In Workshops werden die Jugendlichen in Interviewführung und Medientechnik geschult und setzen die Inhalte anschließend selbstständig um.

V. Zeitraum und Ort
Phase 1 (März–April): Gruppenbildung und Workshops.
Phase 2 (Mai–Juni): Begegnungen an verschiedenen Orten in Berlin.
Phase 3 (Juli–August): Auswertung, Fertigstellung der digitalen Produkte und Abschlusspräsentation.

VI. Ziele und Ergebnisse
Mindestens 100 russischsprachige Jugendliche werden aktiv eingebunden und in ihrer Selbstwirksamkeit gestärkt. Der generationenübergreifende Austausch fördert gegenseitiges Verständnis und Wertschätzung. Die digitale Karte bleibt als nachhaltiges Bildungsangebot bestehen und erreicht mindestens 1.000 Personen. Das Engagement der Jugendlichen wird durch Zertifikate dokumentiert.

VII. Fazit
„Echo der Geschichte“ ist ein innovatives Modellprojekt für Berlin. Es verbindet interreligiösen Dialog, Generationenaustausch und digitale Partizipation und setzt ein klares Zeichen gegen Antisemitismus, antimuslimischen Rassismus und Ausgrenzung – getragen von Jugendlichen selbst.

Jurybegründung:
Jugendliche werden in friedlichen Konfliktlösungsstrategien sowie in ihrem Selbstvertrauen und ihrer Selbstkontrolle gestärkt. Das Projekt fördert soziale Integration, Gemeinschaft und ein respektvolles Miteinander im Kiez. Gleichzeitig wird eine sportliche Aktivität mit Persönlichkeitsentwicklung und demokratischer Partizipation verknüpft.

Antragsteller:in: Joliba – interkulturelles Netzwerk
Projektbezirk: Friedrichshain-Kreuzberg (Kreuzberg)
Projektzeitraum: 01.03.2026 – 31.08.2026
Förderbetrag: 19.999,92 €

JOLIBA e.V. organisiert zusammen mit einem Social Design Team ein 3 phasiges Projekt mit Jugendlichen zum Bauprojekt Görlitzer Park gemeinsam mit der Initiative Görli Zaunfrei und Straßensozialabreiter:innen von Gangway e.V.

Im Zentrum steht das Anliegen BIPOC Jugendliche, die von der diskriminierenden Stadtpolitik rund um den Park betroffen sind, eine Stimme zu geben und mit ihnen gemeinsam Alternativentwürfe zum Zaun zu erarbeiten. Ihre eigenen Erfahrungen sollen somit Gehör finden und durch Gestaltung gesellschaftliche Reflexion angestiftet werden. Sie lernen verschiedene Akteur:innen kennen, die als externe Expert:innen zu den Workshoptagen dazu kommen. So können die Jugendlichen ihre eigenen Positionierungen finden und sich aktiv an der Stadtplanung beteiligen.

Statt über sie zu sprechen, schafft das Projekt Strukturen, in denen ihre Erfahrungen, Perspektiven und Bedürfnisse als relevantes Wissen anerkannt und in konkrete Gestaltungs- und Entscheidungsprozesse übersetzt werden.

Die Jugendlichen lernen, wie Stadtpolitik funktioniert, wie Interessen verhandelt werden und wie sie ihre eigenen Positionen sichtbar, verhandelbar und wirksam machen können. Damit stärkt das Projekt nicht nur individuelle Ausdrucks- und Beteiligungskompetenzen, sondern trägt zu einer inklusiveren, deliberativen Stadtgesellschaft bei, in der marginalisierte Stimmen aktiv an der Gestaltung des öffentlichen Raums und an demokratischen Aushandlungsprozessen beteiligt sind.

Als Designer:innen analysieren wir gemeinsam mit 15 jungen Menschen Veränderungspotentiale, imaginieren Konzepte und Ideen, diskutieren, entwickeln Lösungsmodelle und setzen diese konkret im (öffentlichen) Raum um. Die Jugendlichen lernen Techniken, Denkweisen und Handlungsstrategien der theoretischen und praktischen Social Designarbeit, um über das Projekt hinaus gestaltend mit ihrer Umgebung umzugehen und sich durch eigenen Ausdruck einzubringen.

Designmethoden dienen hierbei als Strategie, um eine kritische Haltung zu entwickeln und Handlungsfähigkeit und Selbstwirksamkeit zu fördern. Es werden gestalterische Ausdrucksmöglichkeiten gesucht, um selbst produktiv mit ihren (individuellen) Herausforderungen umzugehen.

Die erste Phase im März widmet sich der Analyse des Parks und der Umgebung:
Wer ist alles an Entscheidungen zur Stadtplanung involviert? Welche Sektoren sind zu beachten? Wohnen, Verkehr, Wirtschaft, Soziales.
Die eigenen Erfahrungen zu Nutzung und Problemen im Park dienen hierbei als Grundlage, um das Gespräch zu starten. Wir werfen dann einen Blick in die Analysen der Görli Zaunfrei Initiative und gehen von dort in das Kartographieren der zentralen Orte über und einer Recherche: Was gab es schon vorher an Projekten und Initiativen? Wie wurde es genutzt?
Wir definieren auf der neu entstehenden Karte “Aktions- und Nutzungszonen” und übersetzen unsere Überlegungen in ein Maßstabsmodell.

In der zweiten Phase April/Mai entwickeln wir Alternativ-Entwürfe zum Zaun und testen diese. Mit Methoden, wie Soft-Vandalism und Urban Guerilla Design testen wir erste Ideen und bauen die Learnings aus unseren Beobachtungen in die Weiterentwicklung mit ein. Es entstehen Pappmodelle, Textile Interventionen und digitale 3D Modelle. In 3-4 Gruppen entstehen parallel Entwürfe, die anschließend auf Umsetzbarkeit geprüft werden. Von analogen zu digitalen Entwürfen, bis hin zu theoretischen Konzepten ist dabei alles möglich. In dieser Entwurfsphase werden bereits erste praktische Überlegungen zu Zugänglichkeit, Nachhaltigkeit, Sichherheit und auch Wetter- und Vandalismusbeständigkeit angestellt.

In der finalen Umsetzungsphase entscheiden wir uns für einen Entwurf und bauen ihn in 1:1.
Die Entscheidungsfindung selbst passiert hier auch kollektiv und demokratisch und wird auf Machbarkeit geprüft.
Bei der Entwicklung lernen die Jugendlichen den Umgang mit verschiedenen Baumaterialien und Werkzeugen. Ausgehend von einer ausführlichen Ausführungsplanung setzen wir den gewählten Entwurf um. Neben baulichen Interventionen sind auch immaterielle Umsetzungen denkbar, wie Nutzungskonzepte, digitale Anwendungen oder neue Formate der Vermittlung und Kommunikation, die den Diskurs um den Görlitzer Park erweitern.

Die Ergebnisse sollen am Ende der letzten Workshopeinheit mit einem Abschlussfest zelebriert werden, zu dem sämtlichen Akteur:innen eingeladen werden. Den gesamten Prozess zur Gestaltung soll separat im FHXB Museum ausgestellt werden. Die Jugendlichen bekommen so die Möglichkeit das erarbeitete zu präsentieren. Zu der Projektausstellung werden Vertrer:innen aus Politik und Kultur eingeladen, in einer Auftaktveranstaltung gibt es die Möglichkeit sich zu den Ergebnissen bei einer Roundtable Diskussion auszutauschen.

Jurybegründung:
Mit einem inklusiven Ansatz wird ein Projekt mit BIPOC-Jugendlichen umgesetzt, die häufig strukturelle Ausschlüsse und Rassismus erfahren sowie nur selten die Möglichkeiten erhalten, ihre Perspektiven einzubringen. Über die Straßensozialarbeit werden sie mit kreativen Methoden erreicht, beteiligt und dazu eingeladen, sich mit politischen und gesellschaftlichen Prozessen in ihrem Bezirk auseinanderzusetzen. Gleichzeitig erhalten sie Raum, ihre eigenen Erfahrungen und Sichtweisen aktiv einzubringen. Auf diese Weise kann Vertrauen gestärkt werden – auch gegenüber gesellschaftlichen und institutionellen Strukturen.

Antragsteller:in: Die gelbe Villa
Projektbezirk: Berlinweit
Projektzeitraum: 01.03.2026 – 19.12.2026
Förderbetrag: 19.938,60 €

In einer Neuauflage unseres sehr erfolgreichen Konzepts soll es 2026 zwei weitere Wertekonferenzen mit Berliner Jugendlichen (8.-10. Klassenstufe von Sekundar- bzw. Gemeinschaftsschulen) im Kreativ- und Bildungszentrum die gelbe Villa geben, die sich der kritischen Auseinandersetzung mit aktuellen gesellschaftspolitischen Fragen mit dem Ziel von Reflexion, Empowerment und Demokratiebildung widmen. Die jeweils viertägigen Konferenzen sind für Juni und November im Rahmen außerschulischer Projektwochen geplant und erreichen unmittelbar rund 60 Jugendliche im Alter von etwa 14 bis 17 Jahren.

Die Jugendlichen können darüber hinaus an einem vertiefenden Nachmittagsprogramm teilnehmen. Die beiden Schwerpunktthemen bilden das transatlantische Wertebündnis und Geschlechtergerechtigkeit. Damit zielen wir einerseits auf einen (welt-) politischen Gesamtrahmen, der letztlich uns alle betrifft, andererseits auf die konkreten Lebensweltwelten der teilnehmenden Jugendlichen in ihrer Alltagspraxis.

Mit eindeutigem Beteiligungskontext stehen beide Themen grundsätzlich unabhängig voneinander, haben aber dennoch Bezugspunkte. Denn hier geht es um entscheidende Fragen unseres Zusammenlebens, um Beteiligung und Respekt gleichermaßen wie um individuelle Rollenbilder und Diskriminierungserfahrungen. Zu den Hintergründen: Die transatlantischen Beziehungen zwischen Europa und den USA unterliegen unter Donald Trumps Politik einer immer verschärfteren Belastungsprobe. Über Jahrzehnte gewachsene und vermittelte Wertvorstellungen bis hin zum Völkerrecht stehen offenbar zur Disposition, das Recht des Stärkeren regiert, Regeln von Gemeinwohl und Toleranz drohen zunehmend außer Kraft gesetzt zu werden. Zugleich sind sozusagen innenpolitisch betrachtet junge Menschen seit Jahren (verstärkt durch die Corona-Pandemie) multiplen Belastungslagen ausgesetzt, die sich unter anderem in Rassismus-, Adultismus-, Klassismus- und Gewalterfahrungen sowie anderen Diskriminierungsformen niederschlagen.

Dazu kommt, unabhängig von Weltpolitik, Pandemien oder Leistungsanforderungen, die mitunter schwierige Suche nach der eigenen Identität im Pubertätsalter, verbunden auch mit Fragen der Körperautonomie. Diese Fragen und Zusammenhänge greift unser Vorhaben auf und nimmt sie gemeinsam mit den beteiligten Jugendlichen und dem Ziel ins Visier, sie zu demokratischen Beteiligungsformen zu ermutigen und dabei zu unterstützen, eigene Ressourcen zu erkennen und mehr Selbstbewusstsein zu gewinnen. Angesprochen werden vor allem Jugendliche, die weniger politisch aktiv und eher marginalisiert sind. Speziell ihnen soll auf den Konferenzen (und im Nachgang) eine Stimme gegeben werden, um sie für partizipative Strukturen zu gewinnen und bei der Verortung ihres eigenen Platzes in der Gesellschaft zu unterstützen – ein Beitrag also zu mehr Selbstwirksamkeit und Emanzipation.

So ist etwa ein Arbeitsziel der transatlantischen Demokratiewoche die gemeinsame Erarbeitung und Verabschiedung einer Jugend-Freiheits-Charta als politisches Statement. Im Vorfeld der Konferenzen erfolgt eine Themensammlung durch das Team junger Freiwilliger (zwei FSJ-Jahrgänge sowie Langzeitpraktikant:innen, 18-20 Jahre alt) gemeinsam mit Teilnehmenden der freiwilligen MSALernangebote in der gelben Villa (Schüler:innen, Schwerpunktfach Englisch, 16-17 Jahre alt). Hierbei verfolgen wir einen Peer-to-peer-Ansatz.

Dezentralität und gleichberechtigte Beteiligung/Interaktion stehen hier im Fokus. Eine Reihe von Expert:innen wird zwecks Fach-Input, darunter Journalist:innen und Autor:innen wie Rieke Havertz Annika Brockschmidt und Menerva Hammad.

Darüber hinaus ist für den ersten inhaltlichen Teil (Demokratiebildung) vorgesehen, Studierende aus den USA im Rahmen ihres IES Abroad-Auslandssemesters einzubinden. Bestenfalls (im Falle einer terminlichen Machbarkeit) kommen durch bestehende Kontakte zu den Bezirksbeauftragten für Städtepartnerschaften weitere Jugendliche im Rahmen ihres Austausches ins Projekt, etwa aus Polen oder der Türkei.

Als Tagungs- bzw. Moderationsmethode sind Barcamps (Themenfindung und -verarbeitung) und Fishbowls (Gast-/Fachvorträge) vorgesehen, beide besonders geeignet für einen niedrigschwelligen, offenen Dialog und breite Beteiligungsmöglichkeiten. Neben dem eigentlichen Konferenzgeschehen mit den unterschiedlichen Fachkräften und Expertisen werden die Teilnehmenden die Gelegenheit haben, sich in Kreativ- und Medienwerkstätten, angeleitet von Kreativ- und Medienschaffenden, zu ihren Themen auszudrücken. Das Spektrum reicht hierbei von Druckgrafik über Trickfilm bis hin zu Fotografie, Texten und Slogans. In einem früheren Durchlauf haben die Jugendlichen z.B. auch Straßeninterviews im Bergmannkiez durchgeführt, um politische Stimmungsbilder einzusammeln. Dieser unmittelbare gestalterische Output zählt ebenso zu den Projektergebnissen.

Jurybegründung:

Jugendliche gestalten mit begleitender Unterstützung aktiv Themen, Arbeitsprozesse und Ergebnisse des Projekts. Im außerschulischen Kontext wird eine vielfältige Zielgruppe angesprochen und zur Auseinandersetzung mit aktuellen politischen Debatten sowie gesellschaftlichen Entwicklungen eingeladen, die die Lebenswelt junger Menschen prägen. Dabei entsteht ein Dialograum, der auch kontroversen Austausch ermöglicht und unterschiedliche Perspektiven sichtbar macht.

Antragsteller:in: Lilipad e.V.
Projektbezirk: Neukölln (Britz)
Projektzeitraum: 01.03.2026 – 28.02.2027
Förderbetrag: 17.914,00 €

Mit dem Projekt „Lilipad Sprachlabor“ wollen wir gemeinsam mit arabischsprachigen Jugendlichen zwischen 10 und 17 Jahren einen kreativen Raum schaffen, in dem Sprache als Ressource neu entdeckt werden kann. Ziel ist es, dem negativen Sprachprestige des Arabischen entgegenzuwirken und jungen Menschen mit Flucht- und Migrationserfahrung zu ermöglichen, ihre Herkunftssprache als Quelle von Stolz, Ausdruck und Zugehörigkeit zu erleben.

Ausgangspunkt des Projekts sind die bereits laufenden wöchentlichen Arabisch-Sessions mit unserem Workshopleiter Taha, einem aus Syrien geflüchteten Musiker, der Sprache und Musik in einer spielerischen, traumasensiblen Weise verbindet. Aufbauend auf diesen Erfahrungen entwickeln wir gemeinsam mit den Jugendlichen ein ganzjähriges Programm mit Bottom-up-Struktur. In Ko-Kreation entstehen Workshopformate rund um Themen wie mehrsprachiges kreatives Schreiben, Musik, ZineGestaltung, Comics und digitales Storytelling, in Arabisch, Deutsch und anderen Sprachen der Jugendlichen.

Die Jugendlichen entscheiden mit, welche Themen sie bewegen, welche Ausdrucksformen sie nutzen wollen und übernehmen mit Unterstützung auch Teile der Workshopleitung. So werden Empowerment, Teilhabe und Verantwortungsübernahme auf Augenhöhe praktisch erlebbar. Durch den Fokus auf kreative Methoden wie Zine-Making und Musikproduktion ermöglichen wir einen niedrigschwelligen, selbstbestimmten Zugang zu Sprache, Ausdruck und Medienkompetenz. Parallel wird das Leseangebot in der mobilen Lilipad-Bibliothek um arabischsprachige Kinder- und Jugendbücher erweitert, welche die Workshopthemen begleiten.

Das Projekt richtet sich insbesondere an Jugendliche mit Flucht- und Migrationserfahrung, die durch strukturelle Barrieren, unsicheren Aufenthaltsstatus oder Diskriminierung oftmals von Bildungs- und Kulturangeboten ausgeschlossen sind. Durch gezielte Kooperationen mit Gemeinschaftsunterkünften, Willkommensklassen und arabischsprachigen Familien wollen wir eine kontinuierliche Teilnahme ermöglichen. Der wöchentliche Rhythmus und die mehrmonatige Laufzeit schaffen Verbindlichkeit und Vertrauen.

Langfristig soll das Projekt als Pilot für ein mobiles Community Librarian-Programm dienen, bei dem mehrsprachige junge Menschen aus den Communities selbst als Vermittler:innen, Workshop-Leitungen und Sprachvorbilder ausgebildet und begleitet werden. Die im Projekt erworbenen Fähigkeiten – kreative Moderation, Medienkompetenz, Literacy in der Herkunftssprache – werden dokumentiert und als Referenz für weitere Bildungs- und Kulturbeteiligung genutzt.

Durch die Kombination von künstlerischen Ausdrucksformen, literarischem Zugang und einer gezielten pädagogischen Haltung stärkt „Lilipad Sprachlabor“ nicht nur die Sprachkompetenz, sondern auch die emotionale Resilienz, das Selbstbewusstsein und die Teilhabe junger Menschen in unserer Stadt.

Jurybegründung:
Im Projekt wird die sprachliche Selbstermächtigung gefördert und dem negativen Sprachprestige des Arabischen entgegengewirkt. Kreativität, Medienkompetenz und die Peer-to-Peer-Beteiligung geflüchteter Jugendlicher werden niedrigschwellig gestärkt. Der Beteiligungsgrad ist dabei besonders hoch, da die Zielgruppe von Beginn an aktiv in die Projektgestaltung eingebunden ist.

Antragsteller:in: wirmachenwelle e.V.
Projektbezirk: Pankow
Projektzeitraum: 01.03.2026 – 31.12.2026
Förderbetrag: 20.000,00 €

Wer?
Seit 2023 arbeiten wir eng mit einer Gemeinschaftsunterkunft für Wohnungslose in Berlin Pankow, STK118, zusammen. Dort leben über 350 Kinder und Jugendliche aus über 30 Ländern, die in der Vergangenheit in unserem offenen Angebot an vergangenen Aktivitäten teilgenommen haben. 80-90% der Bewohner:innen haben Migrationshintergrund und Fluchterfahrung.

Was und Warum?
Mit dem Projekt “Team Nachbarschaft. Gemeinsam statt einsam” möchten wir ein Beteiligungsprojekt für Jugendliche schaffen, die für sich selbst und ihre Peers selbstbestimmt und verantwortungsvoll Freizeizeitangebote plant und gestaltet. Mit einem STK-Jugendgremium treffen sich Jugendliche aus der Unterkunft regelmäßig monatlich, um ab März 2026 über Ferienfreizeitgestaltung für sich und ihre Peers zu entscheiden und abzustimmen. Das schafft nicht nur Teilhabe und gibt den Jugendliche eine Stimme und Mitbestimmungsrecht, sondern empowert diese, fördert Selbstwirksamkeit, Persönlichkeitsentwicklung und demokratisches Bewusstsein ebenso wie soziale Integration und Community Building.
In unserer Arbeit mit der Zielgruppe haben wir festgestellt, dass die Kinder und Jugendlichen oft sozial isoliert sind, sich wenig außerhalb der Kernfamilie aufhalten. Sie beschäftigen sich viel mit digitalen Medien, sozialisieren sich wenig mit anderen. Die Sozialarbeiter:innen vor Ort haben angemerkt, dass sie häufig aggressives oder auch depressives Verhalten beobachten konnten. Auch das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge hat in einem Forschungsbericht von 2024 erhoben, dass Menschen mit Migrationshintergrund und Fluchterfahrung stärker von Beziehungsarmut betroffen sind und sich häufiger einsam als andere Bevölkerungsgruppen fühlen. Laut Bericht fehlen mind. 14 Prozent jegliche enge Bezugspersonen. Für die Vergleichsgruppen, nämlich Zugewanderte ohne Fluchterfahrung sowie Personen ohne oder mit indirektem Migrationshintergrund, liegt dieser Wert zwischen zehn und elf Prozent. Beziehungsarmut ist demnach ein Problem, dem wir mit dem Projekt entgegenwirken wollen. Wir wollen die Jugendliche direkt und aktiv einbinden, ihnen eine Stimme, das Recht auf Selbstbestimmung und die eigene Freizeitgestaltung geben und soziale Interaktionen und Community Building fördern. Dazu möchten wir einen kleinen Beitrag zur sozialen Integration leisten.

Wann, wo und wie?
Das Projekt soll im März 2026 starten. Wir arbeiten niedrigschwellig und holen die Jugendlichen dort ab, wo sie sind, in der Gemeinschaftsunterkunft. Dort nutzen wir den Gemeinschaftsraum, um das STKJugendgremium zu versammeln. Das Kick-Off-Treffen besteht darin, die 10 Mitglieder des Jugendgremiums auszuwählen. Hier sprechen wir gezielt die Jugendlichen an, mit denen wir in den vergangenen Jahren gearbeitet haben, die regelmäßig teilgenommen haben, motiviert sind und ihr Interesse an der Teilnahme geäußert haben. Mit dem ersten Treffen besprechen wir die Zielsetzung und Aufgaben des Jugendgremiums sowie die Regeln der Zusammenkunft (u.a. Freiwilligkeit, Respekt, Toleranz, Kommunikationsregeln). Beim ersten Treffen wird diskutiert, wie, in welcher Form und welche Möglichkeiten bestehen, Ferienprogramme zur Aktivierung, Beteiligung und Gemeinschaftsbildung zu gestalten. Es werden Bedarfe und Ideen gesammelt und zusammengetragen und mit dem vorhandenen Budget geprüft. Im ersten Treffen werden Entscheidungen über Aktivitäten in den Osterferien, die ersten zwei Wochen im April 2026, demokratisch getroffen. Die Ergebnisse werden durch Aushänge in der Unterkunft bekannt gemacht. Das Osterferienprogramm wird von der Projektleitung begleitet, am Ende der Osterferien tagt das “Team Nachbarschaft”, reflektiert und evaluiert den Erfolg und die Teilnahme. Dieser Abstimmungsprozess wird im April, Mai und Juni für die Sommerferien und Herbstferien wiederholt. “Team Nachbarschaft” plant eine Ferienreise für die Sommerferien als Highlight und intensives außerschulisches Ereignis für die Gemeinschaftsbildung und einen Beitrag zum Sommerfest der STK118. Für die Herbstferien beschließt das Gremium ebenfalls Aktivitäten, prüft die Bedarfe der jungen Bewohner:innen und stimmt demokratisch über einen Aktivitätenplan ab. Eine Jahresabschlussfeier mit Fotoshow aller Aktivitäten und als Ehrung und Wertschätzung des Team Nachbarschaft mit Eltern / Familien, Sozialarbeiter:innen und allen Kindern/Jugendlichen findet im Dezember statt und rundet das Projekt ab.

Ziele und Ergebnisse:
Die Ziele des Projekts sind vielfältig. In erster Linie unterstützen wir die Jugendlichen, sich ehrenamtlich und freiwillig für sich und ihre Peers zu engagieren. Sie werden unterstützt, gemeinsam aktiv zu werden, die Freizeit selbstbestimmt und gemeinsam zu gestalten. Beteiligung und Community Building wird angestrebt. Es werden neue Freundschaften geschlossen, die Nachbarschaft wird erkundet und das “Team Nachbarschaft. Gemeinsam statt einsam” leistet einen Beitrag zu sozialer Integration und und gegen soziale Isolation.

Jurybegründung:
Jugendliche gestalten eigenverantwortlich und selbstorganisiert Freizeitangebote und treffen Entscheidungen im Jugendgremium. Dadurch werden ihre Teilhabe, Selbstwirksamkeit und ihr demokratisches Bewusstsein gestärkt. Das Projekt fördert den sozialen Zusammenhalt im direkten Lebensumfeld junger Menschen und unterstützt Begegnung, Austausch, Community Building sowie gegenseitige Unterstützung. Dabei wird gezielt eine diverse Zielgruppe angesprochen, die in der Regel strukturell benachteiligt ist.

Antragsteller:in: Fhoch2 Kulturkollektiv e.V.
Projektbezirk: Lichtenberg
Projektzeitraum: 01.03.2026 – 30.04.2026
Förderbetrag: 2.082,90 €

Das Fhoch2 Kulturkollektiv e. V. führt am 20. März 2026 in der Kiezspinne Berlin-Lichtenberg eine schulübergreifende Jugendveranstaltung im Rahmen der Internationalen Wochen gegen Rassismus durch. Teilnehmende sind Jugendliche, die mit Diskriminierung oder Antisemitismus konfrontiert sein können. Das Projekt kombiniert Film, Nachgespräch, Performance und Musik. Gezeigt wird der preisgekrönte Film „Licht ist das Leben“, der beim Internationalen MOVE IT! Filmfestival für Menschenrechte mit einem Nachwuchspreis ausgezeichnet wurde und Antisemitismus aus der Perspektive junger Menschen thematisiert.

Ziel ist es, Jugendliche für Antisemitismus und andere Formen von Diskriminierung zu sensibilisieren, ihre Reflexions- und Diskursfähigkeit zu stärken und Empathie, Solidarität sowie demokratisches Engagement zu fördern. Durch die aktive Beteiligung an Film, Diskussion und künstlerischen Formaten erwerben die Jugendlichen zudem praktische Medien- und Kulturkompetenzen. Das Projekt schafft einen öffentlichen, schulübergreifenden Raum, in dem junge Menschen eigene Erfahrungen einbringen und Demokratie praktisch erfahren können.

Jurybegründung:
Das Projekt wird vollständig von jungen Menschen selbstorganisiert umgesetzt. Der Einsatz von Film als Methode eröffnet einen niedrigschwelligen Zugang zum Themenfeld Antisemitismus und erschließt zugleich einen neuen sozialen Raum. Zudem bietet das Projekt die Möglichkeit, weitere Beteiligungsinitiativen anzustoßen.

Antragsteller:in: Berliner Aids-Hilfe e.V.
Projektbezirk: Berlinweit
Projektzeitraum: 02.03.2026 – 30.11.2026
Förderbetrag: 6.554,47 €

„Sex-Uni – die Jugendkonferenz!“ ist ein Projekt des Youthwork-Teams der Berliner Aids-Hilfe e.V. und fand bereits in den vergangen Jahren drei Mal erfolgreich statt. Zielgruppe sind Jugendliche aus ganz Berlin, u. a. aus Wohngruppen, Jugendfreizeiteinrichtungen und Schulklassen im Alter von 14-21 Jahren.

Die „Sex-Uni“ ist ein eintägiger Projekttag, an dem verschiedene Träger der sexuellen Bildung aus Berlin Workshops zu unterschiedlichen Themen rund um Sexualität, sexuelle Gesundheit und Selbstbestimmung anbieten. Dazu gehörten in den letzten Jahren Workshops zu u. a. Kommunikation und Konsens, sexualisierte Gewalt, Verhütung, HIV/STI, Pornografie sowie LGBTQAI*-Themen wie Coming-out. Die Jugendlichen stellen sich ihr individuelles Tagesprogramm selbst zusammen und entscheiden eigenständig, welche Workshops sie besuchen möchten.

Ausgangspunkt des Projekts ist das aus der UN-Kinderrechtskonvention abgeleitete Recht auf sexuelle Bildung (Artikel 12, 17, 19, 24 und 34). Obwohl dieses Recht in Deutschland durch den Rahmenlehrplan umgesetzt werden soll, zeigen unsere Erfahrungen, dass Sexualkundeunterricht häufig verkürzt bleibt und sich auf biologische Aspekte beschränkt. Lehrkräfte berichten nicht ausreichend ausgebildet zu sein und an ihre (Scham-) Grenzen zu kommen. Jugendliche hingegen wünschen sich oft einen vertrauensvolleren Rahmen als den Schulunterricht. Offene Gesprächsräume in denen fachlich ausgebildete Pädagog:innen die Fragen der Jugendlichen professionell und Altersgerecht beantworten können, ohne diesen auszuweichen. Gleichzeitig unterscheiden sich Wissensstände, Interessen und Entwicklungsphasen der Jugendlichen stark, wodurch einzeln gesetzte Sexualkunde-Stunden nicht allen Jugendlichen gleichermaßen gerecht werden kann.

Die „Sex-Uni“ schafft einen niedrigschwelligen, wertschätzenden und partizipativen Lernraum, in dem Jugendliche ihre Fragen stellen, Wissen erwerben und Sexualität als besprechbares Thema erleben können. Um das Projekt im vollen Umfang partizipativ zu gestalten, werden die Workshopthemen dieses Jahr von den Jugendlichen selbst vorgeschlagen. Angestrebt wird hierbei insbesondere der persönliche Austausch in Form von Treffen, in denen mithilfe partizipativer Methoden bisherige Erfahrungen mit sexueller Bildung reflektiert und daraus konkrete Themenwünsche für die Workshops entwickelt werden. Da diese Form der Beteiligung von zeitlichen und organisatorischen Rahmenbedingungen abhängt, wird ergänzend bzw. alternativ ein niedrigschwelliger Fragebogen eingesetzt. Anhand der gesammelten Ergebnisse werden in Kooperation mit den Fachträgern passende Workshops entwickelt und umgesetzt. So können wir sicherstellen, dass die Workshops den Bedarfen der Jugendlichen gerecht werden.

Uns ist es ein wichtiges Anliegen Jugendlichen Gehör zu verschaffen. Daher planen wir innerhalb dieses Projekttages eine Podiumsdiskussion mit Jugendlichen und jungen Menschen, die sich für bessere sexuelle Bildung engagieren und einsetzen. Im vergangenem Jahr wurde in Kooperation zwischen der Berliner Aids-Hilfe e.V. und dem Landesschülerausschuss (LSA) die sogenannte Kondomkampagne ins Leben gerufen. Durch die enge Zusammenarbeit wäre es beispielsweise möglich Mitglieder des LSA einzuladen. In Anwesenheit der an der “Sex-Uni” teilnehmenden Jugendlichen können eigene Erfahrungswerte, Wünsche und Forderungen geteilt werden. Die anwesenden Jugendlichen haben ebenfalls die Möglichkeit sich zu beteiligen und direkte Erfahrungswerte aus den Workshops zu teilen. Jugendliche können so direkt ihre Wirkmächtigkeit erfahren und Beispiele erleben wie sie selber aktiv werden können.

Die “Sex-Uni” soll voraussichtlich Anfang November 2026 in der Jugendherberge Berlin Ostkreuz statt finden. Ein zentrales Ziel ist es, Neugier, Selbstbestimmung und Handlungskompetenz der Jugendlichen zu stärken sowie nachhaltige Kontakte zu Beratungsstellen und Bildungsangeboten aufzubauen. Jugendliche sollen motiviert werden für ihre Belange weiter aktiv zu werden und Einfluss zu nehmen.

Jurybegründung:
Das Projekt erreicht eine vielfältige und große Zielgruppe und schafft Raum für altersgerechte, partizipative sexuelle Bildung, die Selbstbestimmung stärkt. In geschützten Settings können Fragen gestellt, offene Gespräche geführt und Empowerment-Prozesse zu Sexualität und Gesundheit angestoßen werden. Die direkte Beteiligung junger Menschen wird durch die Mitgestaltung von Themen, Diskussionen und Kampagnen aktiv ermöglicht.

Antragsteller:in: Hillel Deutschland e.V.
Projektbezirk: Friedrichshain-Kreuzberg (Kreuzberg)
Projektzeitraum: 01.05.2026 – 30.10.2026
Förderbetrag: 14.473,24 €

“Offenes Zuhause in der Gelben Villa – Sukkot goes Intercultural” ist eine Projektwoche, die sich vom 24.09. – 01.10.2026 erstreckt. In enger Partnerschaft mit der Gelben Villa Kreuzberg sowie weiterführenden Schulen (insbes. Klassenstufen 7-9) schafft Hillel Deutschland rund um das jüdische Laubhüttenfest Sukkot einen interkulturellen, kunstpädagogischen Beteiligungsraum für Jugendliche im Alter von 12 bis 21 Jahren in Berlin-Kreuzberg.

Im Mittelpunkt steht der gemeinsame Bau und die künstlerische Gestaltung einer begehbaren Sukka (Laubhütte) als temporäres, inklusives „Zuhause“. Hier können junge Menschen unterschiedlicher Herkunft miteinander ins Gespräch kommen, ihre Erfahrungen von Zugehörigkeit, Heimat und Ausgrenzung teilen und kreative Ausdrucksformen entwickeln.

Ausgangspunkt ist die Beobachtung, dass nach dem 7. Oktober 2023 insbesondere junge Jüd:innen– vielfach mit postmigrantischer Biografie – verstärkt Antisemitismus, Exklusion und Verunsicherung erleben. Zugleich sind auch andere Jugendliche mit Migrations- und Fluchterfahrung von Rassismus und gesellschaftlicher Abwertung betroffen. Es fehlen niedrigschwellige Begegnungsräume, in denen jüdische und nichtjüdische Jugendliche einander in einem Safe Space kennenlernen. So können sie Vorurteile abbauen und sich als aktive Gestalter:innen einer pluralen Stadtgesellschaft einbringen.

Die interkulturelle Sukkah bringt junge Menschen aus jüdischen Jugendgruppen (z. B. Mitzvah Express), aus der Deutschen-Arabischen Schule Neukölln, aus Schulklassen in Kreuzberg und Neukölln sowie aus weiteren zivilgesellschaftlichen Kontexten zusammen. Unter Anleitung erfahrener Pädagog:innen und junger studentischer Künstler:innen (18-21 J.) errichten sie auf dem Gelände der Gelben Villa eine stabile Sukka (Laubhütte) aus einem Metallgerüst. Diese wird anschließend mit Stoffen, Holz, Naturmaterialien und im Projekt entstehenden Kunstwerken verziert und dekoriert. Dies erfolgt unter professioneller Anleitung. Sicherheitsstandards befolgen wir selbstverständlich!

Sukkot erinnert an die Wanderung des Volkes Israel durch die Wüste und das Wohnen in provisorischen Hütten, den „Sukkot“. Diese symbolisieren Verletzlichkeit, gleichzeitig Vertrauen und Schutz – ein temporäres Zuhause auf dem Weg in eine neue Heimat! Heute werden Sukkot vielerorts im Garten oder Hof errichtet; man isst darin und macht Gastfreundschaft praktisch erfahrbar. Diese Symbolik eignet sich ideal, um mit Jugendlichen über ihre eigene Suche nach Heimat, Sicherheit und Anerkennung in Berlin zu sprechen.

Parallel zu den Workshops finden Gesprächsrunden zum Symbolwert des jüdischen Laubhüttenfestes (Sukkot) statt: temporäres Zuhause, Verletzlichkeit und Schutz, Vertrauen und Gastfreundschaft. Gemeinsam erarbeiten wir einen Bezug zu heutigen Lebensrealitäten der Zielgruppe in Berlin. Außerdem: Zwei darauf folgende Schulworkshops mit Schulklassen in der Sukka verbinden Begegnungsformate („Meet-a-Jew“) mit kreativer Ausdrucksarbeit („Building an open home“). Hier gestalten Schüler:innen der Klassen 7 und 8 mit Ton, Knete, Lego und weiteren Materialien Objekte und Installationen zum Thema Heimat. Ein interkulturelles „Open Sukkah Dinner“, ein gemeinsames Barbecue und eine öffentliche Abschlusspräsentation mit Ausstellung der entstandenen Werke runden die Projektwoche ab.

Die Beteiligungsformen sind klar bottom-up angelegt: In der Themensetzung formulieren Jugendliche selbst Fragen, die im Projekt bearbeitet werden („Was bedeutet Heimat für mich?“, „Wo fühle ich mich sicher?“, „Wie soll eine Stadt aussehen, in der wir alle Platz haben?“). In der Gestaltung entwerfen und gestalten sie die Sukka von innen und außen – etwa durch Wandcollagen, Stoffbanner mit Statements, bemalte Holzplatten, Foto- und Textinstallationen oder Objekte, die für sie „Zuhause“ symbolisieren (z. B. Koffer, Türen, Tische, Schlüssel).

In der Programmplanung entscheiden junge Menschen mit, wie die Schulworkshops und die Abschlusspräsentation aussehen, welche Musik gespielt, welche Beiträge gezeigt und wie die Ausstellung aufgebaut wird. Praktikant:innen und ältere Teilnehmende übernehmen Peer-Rollen, Co-Moderationen, begleiten Kleingruppen, unterstützen die künstlerischen Prozesse und sammeln Erfahrungen in der Konzeption und Durchführung interkultureller Projekte. Ihre Beiträge werden sichtbar gewürdigt und von Hillel Deutschland e. V. zertifiziert.

Ziel ist es, Identitätsentwicklung, Empowerment und Dialogkompetenz zu stärken, Pluralismus und demokratische Haltungen erfahrbar zu machen und einen sichtbaren Beitrag zur Prävention von Antisemitismus sowie Antimuslimismus zu leisten, was den gesellschaftlichen Zusammenhalt in Berlin stärker macht. Konkrete Ergebnisse sind eine künstlerisch gestaltete Laubhütte als Symbol für Heimat und Zugehörigkeit, vielfältige Kunstwerke, dokumentierte Lernprozesse und neue, tragfähige Beziehungen zwischen Jugendlichen verschiedener Communities, die über das Projekt hinauswirken.

Jurybegründung:
Während des Laubhüttenfests Sukkot wird ein niedrigschwelliger, interkultureller und kunstpädagogischer Beteiligungsraum für jüdische und nicht-jüdische junge Menschen geschaffen. Junge Jüdinnen und Juden – vielfach mit postmigrantischer Biografie – erfahren verstärkt Antisemitismus, während zugleich Jugendliche mit Migrations- und Fluchterfahrung von Rassismus und gesellschaftlicher Abwertung betroffen sind. Das Projekt ermöglicht es diesen Zielgruppen, Vorurteile abzubauen, sich aktiv einzubringen und ihre Teilhabe an der Stadtgesellschaft zu stärken.

Antragsteller:in: Weltacker Berlin e. V.
Projektbezirk: Berlinweit
Projektzeitraum: 01.03.2026 – 31.12.2026
Förderbetrag: 19.896,20 €

Mit dem Projekt „Ernährung ist politisch! Unser Essen, unsere Stimme!“ bringen sich die Menschen aus dem Weltacker-Jugendrat (Jugendliche und junge Erwachsene im Alter von 15 bis 26 Jahren) aktiv in die ernährungspolitische Debatte in Berlin ein. Ziel ist es, Ernährungsgerechtigkeit, Schul- und Gemeinschaftsverpflegung sowie Ernährungsbildung als zentrale soziale, ökologische und demokratische Zukunftsfrage sichtbar zu machen und junge Menschen zu befähigen, ihre Interessen wirksam in politische Entscheidungsprozesse einzubringen.

Ausgangspunkt des Projekts ist die Lebensrealität junger Menschen: Für viele Kinder und Jugendliche ist Schul- und Gemeinschaftsverpflegung ein zentraler Ort von Versorgung, Bildung und Teilhabe. Gleichzeitig werden Angebote wie Schulessen politisch häufig als Kostenfaktor verhandelt, während soziale Ungleichheiten, Ernährungsarmut und ein Mangel an Ernährungsbildung zunehmen. Hinzu kommen einseitige Ernährungsbilder in sozialen Medien, die Essen auf Leistungssteigerung und Nährwerte reduzieren und junge Menschen verunsichern. Trotz dieser Betroffenheit finden jugendliche Perspektiven im politischen Diskurs und im Wahlkampf bislang kaum Gehör.

Das Projekt setzt dem dialogische, partizipative und künstlerische Formate entgegen. In Workshops, Kunstaktionen im öffentlichen Raum, Austauschformaten und Gesprächen mit Politiker:innen entwickeln Jugendliche eigene ernährungspolitische Forderungen, setzen sich kritisch mit Ernährung und Demokratie auseinander und machen ihre Anliegen öffentlich sichtbar. Begleitet wird der Prozess durch gemeinsame Koch- und Bildungsformate, die zeigen, wie sozial gerechte und nachhaltige Ernährung umgesetzt werden kann. Zentrales Ziel des Projekts ist die Stärkung der politischen Mitbestimmung junger Menschen im Bereich Ernährung. Die Jugendlichen aktualisieren ein Forderungspapier, treten in den direkten Austausch mit politischen Entscheidungsträger:innen und bringen ihre Forderungen ein. Im Fokus stehen dabei insbesondere der Erhalt von Schulessen sowie eine staatlich finanzierte Ernährungsbildung in schulischen und außerschulischen Einrichtungen. Die Projektergebnisse und Forderungen werden öffentlich präsentiert und nach der Wahl an neu gewählte Vertreter:innen des Berliner Abgeordnetenhauses übergeben, mit dem Anspruch diese umzusetzen. Im Projekt “Ernährung ist politisch! Unser Essen, unsere Stimme” treten Jugendliche mit Hilfe von partizipativen und dialogischen Formaten in den direkten Austausch mit Politiker:innen verschiedener Parteien, entwickeln eigene politische Forderungen und machen diese öffentlich sichtbar.

Jurybegründung:
Das Thema Essen in Verbindung mit Ernährung ist ein zentrales Anliegen von Kindern und Jugendlichen und wird im Rahmen des Projekts direkt an politische Entscheidungsträger:innen herangetragen, um konkrete Lösungen einzufordern. Junge Menschen lernen Politiker:innen durch gemeinsames Kochen in alltäglichen Situationen als Menschen kennen. Das Projekt verknüpft Alltagsbezug mit politischer Bildung und behandelt zugleich Themen wie Nachhaltigkeit und gesellschaftliche Verantwortung.

Antragsteller:in: GEFA gGmbH
Projektbezirk: Treptow-Köpenick (Baumschulenweg)
Projektzeitraum: 01.03.2026 – 31.10.2026
Förderbetrag: 18.841,75 €

Das Projekt „Partizipative Spielentwicklung zur Stärkung demokratischer Gesprächskultur im digitalen Raum“ ist ein Beteiligungs- und Bildungsprojekt für Jugendliche im Alter von 14 bis 21 Jahren im Berliner Stadtteil Baumschulenweg und angrenzenden Sozialräumen. Gemeinsam mit Jugendlichen wird ein kooperatives Gesprächs- und Lernspiel (Arbeitstitel: Feed Fighters) entwickelt, das sichtbar macht, wie Algorithmen, Filterblasen, Likes und emotionale Zuspitzungen Kommunikations- und Meinungsbildungsprozesse in sozialen Medien beeinflussen.

Jugendliche erleben politische und gesellschaftliche Aushandlung heute vor allem in digitalen Räumen. Diese sind zunehmend durch Polarisierung, aggressive Tonlagen, Vereinfachung komplexer Themen und algorithmische Verstärkung emotionaler Inhalte geprägt. Viele Jugendliche erleben Diskussionen als verletzend, überfordernd oder sinnlos und ziehen sich aus politischen Gesprächen zurück – oder bewegen sich nur noch in homogenen Meinungsräumen. Beides schwächt demokratische Verständigung und Beteiligung nachhaltig.

Im Sozialraum Baumschulenweg gibt es bislang kaum niedrigschwellige, außerschulische Formate politischer Bildung und Beteiligung, die an die digitalen Lebenswelten von Jugendlichen anschließen. Es fehlt ein Ort, an dem Jugendliche digitale Kommunikations- und Konflikterfahrungen gemeinsam reflektieren und alternative Formen demokratischer Verständigung praktisch erproben können.

Der Kern des Projekts ist ein partizipativer Entwicklungsprozess: Jugendliche gestalten selbst Spielmechaniken, Gesprächsrollen („Stimmen“), algorithmische Effekte, Konfliktszenarien und Kartendesigns. Dabei erleben sie demokratische Aushandlung praktisch: Sie verhandeln unterschiedliche Perspektiven, treffen Entscheidungen, gehen mit Konflikten um und tragen gemeinsam Verantwortung für das Ergebnis.

Das Projekt verbindet erstmals im Sozialraum Baumschulenweg partizipative Spielentwicklung, Simulation digitaler Öffentlichkeiten und Peer-to-Peer-Weitergabe. Es ist kein fertiges Bildungsangebot, sondern ein gemeinsam mit Jugendlichen entwickeltes Beteiligungsformat, das reale Kommunikationsdynamiken erfahrbar macht und zur aktiven Gestaltung einlädt.

Jugendliche erleben im Projekt, dass sie Kommunikations- und Konfliktdynamiken nicht nur erleiden, sondern aktiv gestalten und verändern können. Demokratische Selbstwirksamkeit wird so nicht erklärt, sondern praktisch erfahrbar gemacht.

Die Projektleitung übernimmt eine moderierende und strukturierende Rolle. Sie begleitet die Workshops fachlich, sichert den Rahmen für Beteiligung und Reflexion und wird dabei organisatorisch und fachlich durch den Träger und die Kooperationspartner unterstützt.

Das Projekt ist sozialräumlich verankert und wird in enger Kooperation mit der KiezAG Baumschulenweg sowie dem Jugend- und Familienzentrum Rumba umgesetzt. Diese Partner:innen unterstützen die Ansprache der Jugendlichen, stellen Räume zur Verfügung und bringen ihre Erfahrung aus der Jugend- und Sozialarbeit ein.

Nach der Entwicklungsphase qualifizieren sich interessierte Jugendliche als Peer-Hosts und stellen das Spiel in ihren eigenen Klassen oder Jugendgruppen vor. So wird das Projekt von Jugendlichen für Jugendliche weitergetragen. Eine öffentliche Abschlussveranstaltung macht die Ergebnisse sichtbar.

Ziel des Projekts ist es, Jugendliche in ihrer demokratischen Gesprächs- und Konfliktfähigkeit zu stärken, Medien- und Algorithmuskompetenz zu fördern, Selbstwirksamkeit zu ermöglichen und Beteiligung praktisch erfahrbar zu machen. Als Ergebnis entsteht ein nachhaltig nutzbares Spiel für die Jugend- und Bildungsarbeit.

Die Peer-Einsätze werden auf Wunsch der Jugendlichen oder der beteiligten Einrichtungen durch die Projektleitung oder durch pädagogische Fachkräfte vor Ort begleitet, um Qualität, Sicherheit und Reflexion zu sichern.

Jurybegründung:
Das Projekt setzt auf einen innovativen und kreativen Ansatz mit aktiver Beteiligung. Durch die partizipative Entwicklung von Spielen wird die demokratische Gesprächskultur im digitalen Raum gezielt gefördert.

Antragsteller:in: meredo e.V.
Projektbezirk: Überbezirklich
Projektzeitraum: 09.03.2026 – 08.03.2027
Förderbetrag: 19.895,46 €

Das Projekt “Zocken gegen Rassismus” vernetzt Kinder und Jugendliche aus fünf Berliner Bezirken (Reinickendorf, Marzahn-Hellersdorf, Mitte sowie zwei weiteren zu gewinnenden Bezirken) in einer gemeinsamen eSports-Liga EA Sports FC 2026, die auf einem partizipativ entwickelten antirassistischen Codex basiert. In Jugendfreizeiteinrichtungen treten Teams an festgelegten Spieltagen gegeneinander an und erarbeiten dabei gemeinsam Handlungsstrategien gegen Rassismus und Diskriminierung im Sport sowohl digital als auch analog.

Das Projekt knüpft an die erfolgreiche Umsetzung in Reinickendorf (seit 2022/2023) und die Erweiterung auf drei Bezirke (2023/2024) an und wird nun auf fünf Bezirke ausgebaut. Die Teilnehmenden (12-21 Jahre) entwickeln eigenständig einen sozialen Codex für einen fairen, rassismuskritischen Umgang im Sport und setzen diesen in ihrer Spielpraxis um. Das niedrigschwellige Angebot verbindet die Lebenswelt der Jugendlichen (Online-Gaming, Sport) mit politischer Bildung und schafft Räume für Selbstwirksamkeit und demokratische Beteiligung.

Durch die Zusammenarbeit mit Trägern der politischen Bildungsarbeit werden Workshops zu Antisemitismus und Rassismus durchgeführt. Die bezirkliche Vernetzung wird durch lokale Medienkompetenzzentren gestärkt, die als zentrale Ansprechpartner die Jugendfreizeiteinrichtungen in den Bezirken ansprechen und in das Projekt einbinden. Die Bereitstellung von Gaming-Equipment (PS5Sets) für neue Einrichtungen sichert die technische Infrastruktur. Eine gemeinsame Auftakt- und Abschlussveranstaltung sowie regelmäßige Spieltage fördern den bezirksübergreifenden Austausch und das Gemeinschaftsgefühl.

Ziele:

  • Sensibilisierung für Rassismus und Diskriminierung im Sport (digital und analog)
  • Partizipative Entwicklung eines antirassistischen Verhaltenskodex durch die Teilnehmenden
  • Stärkung demokratischer Beteiligung und Selbstwirksamkeit junger Menschen
  • Aufbau nachhaltiger bezirksübergreifender Netzwerke in der Jugendarbeit
  • Etablierung niedrigschwelliger Zugänge zu politischer Bildung über eSports

Jurybegründung:
Das niedrigschwellige und zielgruppenorientierte Projekt setzt sich thematisch mit Rassismus auseinander und leistet Aufklärungsarbeit. Gleichzeitig erleben die jungen Menschen Freude beim Computerspielen. Aufbauend auf dem bewährten Konzept wird das Projekt nun bezirksübergreifend erweitert.

Antragsteller:in: Poorbird-Skate e.V.
Projektbezirk: Treptow-Köpenick (Schöneweide)
Projektzeitraum: 01.03.2026 – 31.12.2026
Förderbetrag: 19.958,74 €

Wir sind der Poorbirds Skate e.V., ein Jugendverein aus Treptow-Köpenick (TK), der sich seit 2022 als eingetragener Verein für urbane Jugendkultur engagiert. Als Initiative junger Menschen setzen wir uns dafür ein Öffentliche Räume für sportliche & künstlerische Aktivitäten zu schaffen – von jungen Menschen, für junge Menschen. Für die Entwicklung des Jugendortes „Nest“ unter der MinnaTodenhagen-Brücke, durften wir 2025 bereits eine Reihe offener Beteiligungsworkshops (BW) durchführen, in denen wir gemeinsam mit interessierten Nutzer:innen, den Ort, wie er in Zukunft aussehen soll, gestaltet haben. Das Ziel ist und war es, diesen Ort, der bereits von vielen jungen Menschen und teilweise auch als Ausflugsort für Schulklassen genutzt wird, gemeinsam mit seinen Besucher:innen zu gestalten und letzten Endes einen anerkannten Jugendort für Begegnung, Bewegung und Kreativität mit Fokus auf Skateboarding, Rollsportarten, Kunst und weitere Jugendkulturelle Aktivitäten – entstehen zu lassen. Im Rahmen der BW und Fahrt hat sich eine feste Jugendgruppe zusammengefunden, welche auch in diesem Jahr weiter intensiv an der Gestaltung des Nest´s beteiligt werden möchte. Die Beteiligung der Jugendlichen sowie weiterer Besucher:innen, wollen wir im Rahmen verschiedener kleinerer Veranstaltungen (VA) , sowie eines größeren Videoprojekts ermöglichen. Zusätzlich wollen wir sicherstellen, dass die Jugendlichen weiterhin an der Entwicklung des Nests beteiligt werden. Da wir erwarten, dass nach Rückkopplung des ersten offiziellen Modells, welches aus den BW25 entstanden ist, neue Änderungsbedarfe/Anforderungen vom Straßen- und Grünflächenamt (SGA) angebracht werden, möchten wir gemeinsam in Kooperation mit den Nutzer:innen und einem Architekten, unsere Vorstellungen vom zukünftigen Platz den Anforderungen entsprechend weiterentwickeln, um so eine Verstätigung der Ergebnisse, gekoppelt an einen Beteiligungsprozess, zu gewährleisten. Während des gesamten Prozesses stehen wir mit bezirklichen Entscheidungsträger:innen Treptow-Köpenick in Kontakt.

1.Im Rahmen eines größeren Videoprojekts, welches sich über das gesamte Jahr 2026 ziehen soll, wollen wir unter Beteiligung der Jugendlichen einen Vlog, sowie kürzere Clips entwickeln in denen die Entstehung und Bedeutung des Nests, seine Nutzer:innen, sowie der Vorstand, vorgestellt und interviewt werden. Die Jugendlichen sollen die Möglichkeit erhalten, den Prozess der Entstehung des Platzes aus eigener Sicht darzustellen. So soll die Identifikation der Jugendlichen mit dem Ort gestärkt werden, zusätzlich erhoffen wir uns über das neue Medium mehr junge Menschen zu erreichen, aufmerksam zu machen und zur Beteiligung am Projekt sowie den Veranstaltungen zu motivieren. Aus den verschiedenen Videos soll am Ende des Jahres auch eine längere Dokumentation entstehen, die es Interessierten ermöglicht, zu verstehen wie ein Beteiligungsprozess dieser Art stattfinden kann (Arbeitstitel: “How to Skatepark”). Die Jugendlichen bekommen als Kurator:innen die Entscheidungshoheit über den Inhalt des Materials, sie sollen dabei von Vereinsmitgliedern sowie einem:r professionellen Videoproduzent:in unterstützt werden.

2.Aus den BW25 wurden verschiedene Bedarfe der Platznutzer:innen entnommen. Einige dieser Forderungen könnten in Form von Veranstaltungen, wie einer Skate-Jam und Freiluftkinoabenden, sowie in Form eines Bauworkshops bereits jetzt umgesetzt werden. Gemeinsam mit der Jugendgruppe, sowie weiteren Interessierten, möchten wir daher in diesem Jahr 3 Veranstaltungen (2x Kino/1xSkate-Jam) und einen Bauworkshop aus dem eine Hochbeet-Sitzecken-Kombination gekoppelt an eine beskatebare Quater entstehen soll, umsetzen. Da die Jugendlichen in den BW25 mehr Veranstaltungen gefordert haben und dabei konkret auf die Kinos, Skate-Jam und mehr Obstakels im Nest hinwiesen, liegt uns die Umsetzung dieser Veranstaltungen besonders am Herzen. Wir planen die Veranstaltungen gemeinsam, von diesem Antrag bis hin zur Umsetzung, dies soll auch das vorhandenen Budget miteinschließen, sodass die Jugendlichen lernen/verstehen mit einem gesetzten Budget umzugehen.

3. Außerdem wollen wir zum Ende dieses Jahres (21.-25.10) wieder eine Beteiligungsfahrt organisieren. Die Fahrt25 wurde sehr gut angenommen und die Teilnehmer:innen haben sich explizit eine weitere Fahrt gewünscht. Da wir seid diesem Jahr eine Jugendliche im Vorstand haben, sowie weitere Jugendliche, die fest in den Verein integriert werden wollen, wollen wir gemeinsam mit den Jugendlichen ein Konzept entwickeln, wie ihre Einbindung in die Vereinsstrukturen in Zukunft aussehen kann. Deswegen wollen wir mit anderen Vereinen in den Austausch gehen und uns damit befassen wie diese, junge Nutzer:innen in ihre Strukturen einbinden. Braucht es Gremien oder wird eher basisdemokratisch gehandelt? Sind alle stimmberechtigt oder nur Vereinsmitglieder? Was sind die Erfahrungen der anderen, wie wird gearbeitet? Eine Fahrt würde uns ermöglichen von den Erfahrungen anderer Vereine zu profitieren und zu lernen.

Jurybegründung:
Im Rahmen des Projekts wird der Skatepark durch Beteiligungsaktionen von und für junge Menschen für weitere Jugendliche geöffnet und zugänglich gemacht. Das gemeinsame Miteinander wird gefördert, unter anderem durch partizipative Angebote wie einer Mitmachbaustelle. Der Verein entwickelt sich gemeinsam mit den jungen Menschen kontinuierlich weiter und legt dabei besonderen Wert auf eine inklusive und vielfältige Struktur.

Antragsteller:in: Beteiligungsfüchse gGmbH
Projektbezirk: Reinickendorf
Projektzeitraum: 01.03.2026 – 28.02.2027
Förderbetrag: 20.000,00 €

1. Wer wir sind & Unsere Motivation
Wir sind eine Gruppe junger Menschen, die sich in den letzten zwei Jahren intensiv mit kritischer Männlichkeit, Sexismus und Geschlechterrollen auseinandergesetzt hat. In diesem Kontext haben wir über das Programm “Stark gemacht” viele Workshops an Schulen zu diesem gesellschaftlichen Phänomen geben können. Das Thema bleibt hochaktuell und von besonderer gesellschaftlicher Relevanz: Debatten um toxische Männlichkeit, Gleichberechtigung und die Rolle von Männern in einer demokratischen Gesellschaft werden so intensiv geführt wie nie zuvor. Rechtsextreme versuchen mit Männlichkeiten ihre Programme für junge Männer attraktiv zu machen. Sogenannte “Menfluencer” propagieren ein Bild von Männlichkeit das auf der Unterdrückung von FLINTA* und Queers basiert und verbreiten es auf allen Social Media Kanälen. Der Zuspruch im Netz ist groß und wächst weiter. Frauenfeindliche Aussagen werden gefeiert, Feministinnen bekommen Morddrohungen. Unsere bisherigen Workshops in Berliner Schulklassen haben gezeigt, dass bei Jugendlichen ein riesiger Redebedarf besteht, aber oft die geschützten Räume fehlen. Dass wir hier einen Nerv treffen, zeigt auch das enorme öffentliche Interesse: Renommierte Medien wie die taz, die Brigitte und der Deutschlandfunk sind bereits auf uns zugekommen und haben zum Teil unsere Workshops begleitet. Diese mediale Resonanz unterstreicht, dass unsere Arbeit als Best-Practice-Beispiel für jugendgeleitete Geschlechterreflektion wahrgenommen wird. Wir haben uns eine Expertise angeeignet, die nun über den Klassenraum hinauswirken soll.

2. Was wir planen
Das Event “Expertise Jugend: Geschlechterreflektion gestalten”. Wir wollen nun den nächsten Schritt gehen und unsere Expertise in die breite Öffentlichkeit tragen. Im Herbst 2026 veranstalten wir ein Event, das die Brücke zwischen Jugendkultur, Fachöffentlichkeit und Politik schlägt. Das Event wird von uns jungen Menschen komplett selbst konzipiert, organisiert und moderiert. Geplant sind:

  • Ergebnispräsentation & Release: Wir stellen die Kernerkenntnisse aus zwei Jahren Workshop-Arbeit vor. Was bewegt uns heute? Wo sehen wir die größten Hürden für Geschlechtergerechtigkeit und Reflektion? Wie kann Geschlechter-Reflektion Menschen erreichen, die ein verhärtetes Bild von Männlichkeit vertreten? Wie kann geschlechterreflektiertes Arbeiten in der Schule und in offenen Kinder – und Jugendeinrichtungen weiter umgesetzt werden? Warum ist es wichtig klischeehaften Männlichkeitsbildern etwas entgegen zu setzen? Wie kann Geschlechterreflektiertes Arbeiten und Intersektionalität zusammen gedacht werden?
  • Podiumsdiskussion: Wir diskutieren auf Augenhöhe mit Akteur:innen aus der geschlechterreflektierten Arbeit, Pressevertreter:innen und der Politik.
  • Mini-Workshops: Wir geben den Gästen die Möglichkeit, unsere Methoden direkt auszuprobieren, um das Thema greifbar zu machen.

3. Die Handreichung
Wissen weitergeben Ein zentrales Ergebnis des Projekts wird eine professionelle Handreichung sein. Darin bündeln wir unsere Erfahrungen und Methoden. Da das Interesse von Medien und Fachkreisen bereits jetzt so groß ist, soll dieses Dokument als Leitfaden für andere Initiativen, Lehrkräfte und Multiplikator:innen dienen. Wir wollen damit einen Standard setzen, wie junge Menschen selbst solche sensiblen Themen bearbeiten können.

4. Ziele des Projekts

  • Sichtbarkeit & Einfluss: Wir nutzen das öffentliche Interesse, um Forderungen junger Menschen an die Politik und Gesellschaft zu adressieren. Wir machen auf ein Thema aufmerksam, was häufig von Politik und Gesellschaft negiert wird. Damit setzen wir uns auch für mehr Vielfalt ein.
  • Demokratieförderung: Ein reflektierter Umgang mit Geschlechterrollen ist die Basis für ein respektvolles Miteinander und eine wehrhafte Demokratie.
  • Nachhaltigkeit: Durch die Handreichung und die Pressearbeit bleibt unsere Expertise auch nach dem Event für Berlin (und darüber hinaus) nutzbar.

5. Umsetzung
Die Vorbereitung erfolgt in wöchentlichen Treffen. Wir teilen uns in Teams auf (EventPlanung, Redaktion der Handreichung, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit). Die Beteiligungsfüchse unterstützten uns bei der administrativen Abwicklung, während die inhaltliche Hoheit komplett bei uns liegt.

Jurybegründung:
Das Projekt wird von jungen Menschen für junge Menschen konzipiert und zeichnet sich durch einen hohen Beteiligungsgrad aus. Berlinweit wird eine diverse Zielgruppe zu den Themen kritische Männlichkeit, Sexismus und Geschlechterrollen angesprochen. In geschlechtshomogener Gruppenarbeit entstehen sichere Räume, die Reflexionen zu Privilegien und Geschlechterbildern ermöglichen.

Antragsteller:in: Kulturgut Kiez e.V.
Projektbezirk: Friedrichshain-Kreuzberg
Projektzeitraum: 02.03.2026 – 31.12.2026
Förderbetrag: 15.052,00 €

Das Projekt richtet sich an Kinder und Jugendliche zwischen 12 und 15 Jahren mit körperlichen, sensorischen oder kognitiven Beeinträchtigungen aus der Gustav Meyer Schule (Kreuzberg). In einem inklusiven Theaterprojekt entwickeln und gestalten die Teilnehmenden eigene Geschichten, Szenen, Kostüme und bringen diese in einer abschließenden Aufführung zur Darstellung. Ziel ist es, Kreativität, Selbstbewusstsein und soziale Kompetenzen zu stärken, Vielfalt zu wertschätzen und jungen Menschen mit Behinderungen eine aktive Rolle im Projekt zu ermöglichen. Die Workshops finden wöchentlich über mehrere Monate im Theater Expedition Metropolis statt, wobei die Jugendlichen Themen, Rollen und Inhalte mitbestimmen und Verantwortung für Teile des Projekts übernehmen. Durch partizipative Methoden und kreative Aktivitäten, die an individuelle Fähigkeiten angepasst sind, lernen die Teilnehmenden künstlerische, soziale und persönliche Fähigkeiten. Das Projekt endet mit einer inklusiven Theateraufführung und der Dokumentation des Prozesses, wodurch die erworbenen Kompetenzen anerkannt und sichtbar gemacht werden. Ein Projekt wie dieses fehlt bisher häufig, weil es nur wenige Angebote gibt, die junge Menschen mit Behinderungen aktiv in die kreative Mitgestaltung einbeziehen und ihnen gleichzeitig einen sicheren, inklusiven Raum bieten. Viele bestehende Freizeit- oder Kulturprojekte richten sich an alle Jugendlichen, berücksichtigen aber die besonderen Bedürfnisse, Fähigkeiten und Perspektiven von Kindern mit körperlichen, sensorischen oder kognitiven Einschränkungen nicht. Dadurch haben diese Jugendlichen oft nur eingeschränkte Möglichkeiten, ihre Kreativität auszuleben, Verantwortung zu übernehmen und ihre Stimmen sichtbar zu machen. Ein inklusives Theaterprojekt schließt diese Lücke, indem es Teilhabe, Empowerment und soziale Integration gezielt fördert und jungen Menschen mit Behinderungen einen gleichberechtigten Platz in der kulturellen und sozialen Gemeinschaft bietet. Auf Wunsch der Teilnehmenden kann das fertige Theaterstück in den regulären Spielplan des Theaters aufgenommen werden. Dadurch erhalten die Jugendlichen die Möglichkeit, ihre Arbeit vor einem echten Publikum zu präsentieren, was Selbstvertrauen, Motivation und Teilhabe an der kulturellen Gemeinschaft stärkt. Zudem fördert dies die Sichtbarkeit von Vielfalt und Inklusion im Theaterbetrieb und eröffnet den Jugendlichen wertvolle Erfahrungen im Umgang mit Aufführungen, Publikum und organisatorischen Abläufen. Das Projekt wird von zwei Theaterpädagoginnen geleitet, die schon Erfahrung mit dieser Zielgruppe haben.

Jurybegründung:
Im Projekt wird eine strukturell benachteiligte Zielgruppe in einem geschützten Rahmen erreicht, die selten in Partizipationsprozesse einbezogen wird. Im inklusiven Theaterprojekt entwickeln und gestalten die Teilnehmenden eigene Geschichten, die sie in einer abschließenden Aufführung präsentiert. Dabei werden Kreativität, Selbstbewusstsein und soziale Kompetenzen gestärkt sowie jungen Menschen mit Behinderungen eine aktive Rolle im Projekt eröffnet.

Antragsteller:in: compango e.V.
Projektbezirk: Mitte
Projektzeitraum: 01.03.2026 – 31.12.2026
Förderbetrag: 19.981,00 €

DER HINTERGRUND
Wir sind ein Verein, der sich für den Klimaschutz UND für eine Integration von Geflüchteten engagiert. Im Verein gibt es eine Gruppe Jugendlicher und junger Erwachsener aus der Ukraine, die bisher an Veranstaltungen mit ihren Eltern teilgenommen haben. Im letzten Herbst haben diese Jugendlichen die Idee geboren, dass sie selbst auch „jugendliche Events“ organisieren.

DAS ZIEL
Diese Motivation der Jugendlichen ist nun der Startpunkt, die bisherige Arbeit mit Erwachsenen im Verein um eine Jugendabteilung zu erweitern. Dabei geht es im Ziel darum, dass die Resilienz – also die Selbstbefähigung – gestärkt wird. Zentral ist, dass die Agierenden befähigt werden, selbst zu entscheiden und zu organisieren, was sie tun und wie sie es tun. Sich also selbst zu verwalten und sich selbst zu helfen wissen.

DAS VORGEHEN
Die ukrainischen Jugendlichen entwickeln eine für sie schlüssige Event-Idee: Ökologisch, interkulturell, niedrigschwellig einladend. Mit dieser Idee laden sie deutsche Freund:innen zur Mitarbeit im Orga Team ein. Das deutsch-ukrainische Jugendlichen-Team entwickelt dann die Idee zu einen Ablaufplan weiter und organisiert eine Veranstaltung, eine Veranstaltungsreihe oder ein Produkt. Der Prozess wird dann dokumentiert und evaluiert. In einem Abschlussfest werden die Zertifikate vergeben, dem Stolz freien Lauf gelassen… So steigt die Lust weiterzumachen. Bis Ende 2026 werden so drei Events durchgeführt / Produkte erstellt werden.

DER INHALTLICHE RAHMEN
Angeregt durch Veranstaltungen, die sie mit ihren Eltern mitgemacht haben, wurden bisher von den Jugendlichen vier Felder genannt in denen sie etwas organisieren möchten:

  • Exkursion (Naturwanderung mit gemeinsamen Aufgaben, evtl. Übernachtung)
  • Garten (der Gemeinschaftsgarten am Alexanderplatz lädt zu Musik, Picknick, Theater etc. ein)
  • Planspiele (z.B. Simulationsspiele mit Jugendthemen oder lego serious play mit Gebrauchtmaterial)
  • Radio (im von uns mitgenutzten Freien Radio Studio am Haus der Statistik können Sendungen oder Podcasts produziert werden)

Vielleicht finden die Jugendlichen eine Kombination interessant und präsentieren die Events jeweils in einer Podcast Folge. Dies und die weitere inhaltliche Ausgestaltung würden wir der Entscheidung der Jugendlichen überlassen und uns nur im Rahmen der Fürsorgepflicht als juristisch verantwortliche Veranstalter einmischen.

DER ORGANISATORISCHE RAHMEN
Im Haus der Statistik (HdS) können wir u.a. das Radiostudio, den Gemeinschaftsgarten und die Werkstatt nutzen. Dabei wirken mögliche Kooperationen mit anderen Initiativen im HdS (Künstler:innen, Holzwerkstatt, re-use Materiallager etc.) anregend. Eingeübt werden sollen Prozesskompetenzen z.B. wie man gemeinsam zu Entscheidungen kommt, die auch verbindlich von allen akzeptiert werden und damit funktionieren. In dieser Lernreise wird die Jugendgruppe nur begleitet, nicht „angeleitet“. Sie erhält klare schriftliche Rahmenvorgaben und ein Budget, sowie einen Ansprechpartner im Verein.

DAS ERGEBNIS
Die Jugendlichen haben bis Ende 2026 drei Maßnahmen weitgehend eigenständig umgesetzt und dabei ein vorzeigbares Produkt geschaffen. Das kann eine Reihe von Podcasts sein, Erlebnis-Exkursionen mit Darstellung in den sozialen Medien oder auch eine Veranstaltungsreihe am Alex mit Musik, einem Graffitiwettbewerb o.ä. Dabei haben sie die Freude erfahren, eigene Ideen zu realisieren (Motivation). Und sie haben Prozedere eingeübt, wie man in der Gruppe getroffene Entscheidungen dann inhaltlich, personell und finanziell organisiert (Fähigkeiten). Begründet wird damit eine Eigenständigkeit von Jugendlichen selbst über ihre Aktionen zu entscheiden. Angedacht ist dies als eigenständige Jugendgruppe auch in der Vereinsstruktur organisatorisch zu verankern.

DIE ERFAHRUNGEN WEITERGEBEN
Die Projekterfahrung soll von den Aktiven an die nächste Generation der Engagierten in kleinen Kursen weitergegeben werden, vielleicht in Form von „train-the-trainer“ Workshops. Für die nächste Welle an Projektideen soll dann mit Hilfe von Testimonials der Aktiven in den sozialen Netzwerken geworben werden. Darin sollen die Höhen und Tiefen der Projektdurchführung dargestellt werden aber vor allem die Freude am selbständigen gemeinschaftlichen Agieren als Kultur vermittelt werden.

Jurybegründung:
Das berlinweite, stark beteiligungsorientierte und niedrigschwellige Projekt richtet sich an eine Zielgruppe, die bei Beteiligungsformaten bislang selten einbezogen wird. Ein deutsch-ukrainisches Jugendteam wird befähigt und gestärkt, eigenständig Entscheidungen zu treffen und sich selbst zu organisieren. Die Teilnehmenden bearbeiten die Themen eigenverantwortlich und setzen sich intensiv mit dem Bereich Klimaschutz auseinander.