Zweite Förderrunde 2021: Förderentscheidungen stehen fest

15.06.2021

Am 14. Juni tagte die Steuerungsgruppe des Jugend-Demokratiefonds Berlin unter Vorsitz von Jugend-Staatssekretärin Sigrid Klebba. In der Sitzung wurde die Förderung von 16 Projekten im Programmbereich 1A beschlossen.

Die Jury des Jugend-Demokratiefonds Berlin hatte bereits am 31. Mai über die eingegangenen 37 formal förderfähigen Projektanträge der ersten Runde beraten. Die Entscheidung fiel nicht leicht in Anbetracht der Vielzahl der passenden und qualitativ hochwertigen Anträge. Den 16 Förderempfehlungen der Fachjury folgte nun die Steuerungsgruppe.

Mit der Bestätigung der Förderempfehlung durch die Steuerungsgruppe können die 16 Projekte nun loslegen. Herzlichen Glückwunsch!

Für alle, die leer ausgehen, bleiben folgende Hinweise:

  • Erkundigt Euch beim Projektbüro nach den Gründen und probiert es in der nächsten Förderrunde erneut!
  • Jugend-Initiativen können sich auf die Ausschreibung der Berliner Jugendjury um bis zu 3.000 Euro für ihr Projekt bewerben - diese erscheint in der zweiten Jahreshälfte auf stark-gemacht.de.
  • Können kleinere Fördersummen möglicherweise über die Jugendjurys in den Berliner Bezirken beantragt werden? Erkundigt Euch bei den Ansprechpartner*innen in den Bezirken, in denen Ihr aktiv werden wollt.
  • Behaltet die regelmäßig auf stark-gemacht.de erscheinenden Ausschreibungen von anderen fördernden Institutionen im Auge.

Hier sind die Projekte der zweiten Förderphase:

WANNSEEforum – mitMACHEN

Antragsteller*in: Stiftung wannseeFORUM
Projektbezirk: Steglitz-Zehlendorf
Projektzeitraum: 01.07.2021 bis 31.05.2022
Förderbetrag: 9.762,12 €

Das wannseeFORUM ist die älteste Berliner Jugendbildungsstätte. Eine unserer Kernaufgaben ist es, die Beteiligung von Jugendlichen zu stärken. Zentrale Elemente der Bildungsarbeit sind Kinder und Jugendliche für Beteiligung zu motivieren und zu befähigen, gemeinsam mit ihnen geeignete Aktionsformen und Modellprojekte zu entwickeln, um politische Handlungsfähigkeit zu erproben und auch direkten Einfluss auf politische Prozesse in ihrem Umfeld zu ermöglichen. Beispiele dafür sind das jugendFORUM (2000- 2019), die pfingstAKADEMIE (seit dem Jahr 2000), Seminare für Schülervertreter*innen, Schülerpat*innen, Kinder- und Jugendparlamente sowie für Kinder und Jugendliche unterschiedlicher Herkunft, Vorerfahrung, Interessen. In allen Seminaren und Projekten auf Berliner, bundes- oder europäischer Ebene – immer spielt Empowerment eine wichtige Rolle. In den Seminaren von der Planung über die Durchführung bis zur Evaluation - gibt es daher viele Elemente, die das Erproben und Erleben von Mitbestimmung ermöglichen, auch durch digital gestützte Tools und Methoden. Rückmeldungen der jugendlichen Teilnehmenden fließen in die Weiterentwicklung des Seminarprogramms ein. In den Gremien der Stiftung selbst haben Jugendliche
bisher keine eigene Stimme. Das soll sich durch den Jugendbeirat ändern. Jugendliche sind von Beginn an die Akteure des Projekts und werden von Mitarbeiter*innen unterstützt.

Ziel des Vorhabens ist die Entwicklung, der Aufbau und die Implementierung von struktureller
Jugendbeteiligung im wannseeFORUM in Form eines Jugendbeirates. Dieses Vorhaben zu konzipieren, zu initiieren und umzusetzen ist Gegenstand des Projektes. Mit dem Jugendbeirat möchte die Stiftung auch ein modellhaftes good practice Beispiel für andere Organisationen erarbeiten und umsetzen. Einfließen sollen dabei Expertisen bereits bestehender Modelle wie z.B. des Kinder- und Jugendbeirats des DKHW. Ziel ist es, durch das Modellprojekt Beteiligungskontexte und -horizonte zu erweitern, konkret im wannseeFORUM mit beispielhafter Ausstrahlung als von der SenBJF geförderter Träger. Gefördert werden soll damit auch ehrenamtliches Engagement Jugendlicher, das darauf zielt, Teilhabe und Mitbestimmung in bestehenden Strukturen der Jugendarbeit und damit Selbstwirksamkeit erleben zu können, um zu gesellschaftlichem Engagement auch über das Jugendalter hinaus zu motiviert. Für den Aufbau der Beteiligungsstruktur werden digitale Tools als Unterstützungsinstrumente für die inhaltliche und organisatorische Arbeit des Jugendbeirats durch die Jugendlichen eingerichtet werden.

Das wannseeFORUM ist ein wichtiger Bestandteil der Jugendhilfe im Land. Jedes Jahr können
Mittel im oberen sechsstelligen Bereich für die Jugendbildung eingeworben werden. Um Jugendliche in ihrer Persönlichkeit, ihre internationale Gesinnung sowie Toleranz auf allen Gebieten der Kultur zu stärken, machen wir uns auf regionaler, nationaler und internationaler Ebene für Beteiligung stark. So setzen wir Projekte um, die durch das Jugendförderung- und Beteiligungsgesetz möglich werden. Wir sind vom Europäischen Solidaritätskorps zertifziert und bringen uns mit 13 weiteren Zentren, die vom Europarat zertifiziert sind, in den Prozess der European Youth Work Agenda ein. In der Struktur der Stiftung ist die nachhaltige Beteiligung von Jugendlichen zwar bei Seminaren und
Projekten nicht aber bei der Steuerung der Stiftung verankert. Die Verankerung der Hauptzielgruppe des wannseeFORUMs als Mitentscheidende hat zum Ziel, Beteiligung auch auf dieser Ebene zu leben. Damit setzen wir ein starkes Zeichen: Die Inhalte die wir vermitteln undeinfordern, setzen wir auch innerhalb der eigenen Strukturen um. Davon erwarten wir uns eine Stärkung von Jugendbeteiligung auf allen Ebenen, in denen wir agieren, im Bezirk, im Land, im Bund und in Europa.

Das Konzept eines Jugendbeirats soll durch Jugendliche, die mit dem wannseeFORUM verbunden sind, im gleichberechtigten Dialog mit hauptamtlich Beschäftigten der Stiftung und den Akteur*innen in Vorstand und Kuratorium als Unterstützer*innen und Partner*innen erarbeitet und daraus eine rechtsgültige Satzung entwickelt werden. Eine Kerngruppe Jugendlicher als Projektentwickler*innen und -leiter*innen soll in einer Entwicklungsgruppe mit offenem Zugang für temporäre MitMACHer*innen Ziele, Aufgaben, Funktionsweise und Instrumente für Jugendliche und die Stiftung wannseeFORUM erarbeiten und so eine Basis für die Implementierung langfristiger, nachhaltiger struktureller Jugendbeteiligung schaffen. Dabei gilt es insbesondere, die sich verändernden Machtverhältnisse innerhalb der Gremien der Stiftung durch die Jugendbeteiligung zu berücksichtigen.


Begründung der Jury:
Das Projekt legt den Finger in die Wunde und bekennt Defizite in der bisherigen Einbeziehung jugendlicher Stimmen bei der Antragsteller*in. Die Jury findet eine Förderung zur Behebung des Defizits durch den Jugend-Demokratiefonds Berlin folgerichtig und das vorgelegte Konzept überzeugend. Die Jury erhofft sich eine Inspiration für weitere Akteur*innen der Bildungslandschaft Berlin.

PULS Camp für junges Engagement: Urlaub vom Ego und Einsatz für andere

Antragsteller*in: PULS Deutschland e.V.
Projektbezirk: Mitte
Projektzeitraum: 14.06.2021 bis 31.12.2021
Förderbetrag: 4.812,00 €

PULS bietet jungen Leuten, die bisher kaum Erfahrungen mit persönlichem Engagement gemacht haben, ein attraktives Format, unkompliziert aktiv zu werden. Unter dem Motto „Urlaub vom Ego und voller Einsatz für andere“ engagieren sich im kostenlosen PULS Camp 20 Jugendliche im Alter von 14-25 in kleinen Teams vom 01.-07.08.2021 kulturell, sozial und ökologisch im Bezirk Berlin Mitte in ihrer eigenen Nachbarschaft. Jeden Tag können die Teilnehmer zwischen verschiedenen Angeboten ein bis zwei Aktionen auswählen und so mit Freunden erleben, dass Engagement Spaß macht und wo ihre Hilfe gebraucht wird: Von der Unterstützung in der Kleiderkammer vom Moabit Hilft e.V., bis zum Mitfahren bei der Essenstour der Obdachlosenhilfe über die kostenlose Fahrradwerkstatt der Diakonie – PULS zeigt den Teilnehmern, wo Engagement möglich ist. Darüber hinaus können die Jugendlichen eigene Herzaktionen initiieren und umsetzen, z. B. ein tägliches Outdoor-Bewegungsprogramm für Seniorinnen des umliegenden Pflegewohnheims, eine gemeinsame Bänkebau oder Pflanzaktion mit der Nachbarschaft. Die Jugendlichen übernachten in der PULS Camp Basis „Dem Haus der Jugend“. Nach den täglichen Einsätzen, warten hier Verpflegung, Austauschrunden über das Erlebte und spannende Workshops zum Thema Toleranz, Privilegien und junges Ehrenamt auf die Jugendlichen.

PULS bringt gezielt junge Menschen mit und ohne Fluchterfahrung zusammen, die noch keine großen
Berührungspunkte zum ehrenamtlichen Engagement hatten. In erster Linie wollen wir das junge Menschen, den Wert und Wirkung von ehrenamtlichen Engagement auf sich selbst und andere praktisch erleben können. Engagement stärkt junge Menschen in ihrer Persönlichkeit und Entwicklung. Das Camp baut zwischen Menschen verschiedenster Hintergründe Brücken: zu neuen Freundschaften, zu anderen Lebenswelten, zu sozialen Strukturen in der eigenen Nachbarschaft und zu einem Ehrenamt.


Begründung der Jury:
Die Jury ist begeistert von diesem erprobten Format, welches mit einfachem Zugang Engagement in der eigenen Nachbarschaft ermöglichen möchte. Die Anträge der PULS Camps legen sehr überzeugend dar, wie die Antragstellenden ihre Peers dafür gewinnen werden.

PULS Camp Charlottenburg-Wilmersdorf

Antragsteller*in: Techn. Jugendfreizeit- u. Bildungsges. gGmbH
Projektbezirk: Charlottenburg-Wilmersdorf
Projektzeitraum: 15.06.2021 bis 15.10.2021
Förderbetrag: 5.150,00 €

Themen wie Klimawandel, Rassismus und Antisemitismus in Deutschland oder auch soziale Ungleichheit, die durch die Covid-19-Pandemie weiter verstärkt wurde, machen deutlich, wie wichtig das zivilgesellschaftliche Engagement in unserer Gesellschaft ist. Die Zivilgesellschaft und das bürgerschaftliche Engagement sorgen für den gesellschaftlichen Zusammenhalt und stabile ausgeglichene Verhältnisse in einer demokratischen Gesellschaft. In den letzten Jahren haben sich das Ehrenamt und das freiwillige Engagement verändert, nicht nur durch die Covid-19-Pandemie. Junge Menschen haben einen anderen Zugang zu und andere Erwartungen an freiwilliges Engagement entwickelt. Zum Beispiel suchen sie ansprechende Gate-Opener-Angebote, bei denen sie ein freiwilliges Engagement unverbindlich ausprobieren können. Außerdem motiviert sie das Gefühl, die Gesellschaft aktiv mitzugestalten und dabei die eigenen Interessen zu vertreten. Diese Entwicklung wollen wir aufgreifen und daher ein innovatives Angebot für junge Menschen im Alter von 14 bis 25 Jahren machen - das PULS Camp in Charlottenburg-Wilmersdorf.

Das PULS Camp ist ein mehrtägiges Camp-Format für junges Engagement vor Ort. Der Zugang zur Veranstaltung ist dabei niedrigschwellig angelegt, sodass jede*r Jugendliche im entsprechenden Alter kostenfrei und ohne Zugangsvoraussetzungen teilnehmen kann. Eine Woche lang können Jugendliche freiwilliges Engagement praktisch erleben und sich persönlich und unmittelbar für Andere einsetzen. Dabei fordert das PULS Camp ganz gezielt junge Leute, egal welcher Herkunft oder Bildungsstandes, dazu heraus, eigene Potenziale und Stärken zu entdecken und diese für sich und andere einzusetzen.
Ziel ist, die lokale Zivilgesellschaft und das freiwillige Engagement von jungen Menschen zu fördern und zu stärken. Die Jugendlichen lernen konkrete Möglichkeiten für freiwilliges Engagement kennen, machen erste Erfahrungen mit Ehrenamt, tauschen sich mit Anderen darüber aus und führen eigene, selbst entwickelte Aktionen durch. Sie lernen dadurch Verantwortung für die Gemeinschaft zu übernehmen. In Kooperation mit PULS Deutschland e.V. wollen wir das bereits in anderen Berliner Bezirken sowie Städten erprobte Konzept nach Charlottenburg-Wilmersdorf bringen und so das lokale Engagement von jungen Menschen ermöglichen und fördern. Durch das Projekt werden außerdem Kontakte zu Einrichtungen, Organisationen und Initiativen, die Ehrenamt in Charlottenburg-Wilmersdorf ermöglichen, ausgebaut und gestärkt.

Wir bitten zu beachten, dass die Veranstaltung im geplanten Format nur unter Vorbehalt stattfinden kann. Aufgrund der Covid-19-Pandemie kann nicht genau vorhergesagt werden, wie die Bedingungen und die Hygieneanforderungen im Juli sein werden und ob wir diesen entsprechen können.


Begründung der Jury:
Die Jury ist begeistert von diesem erprobten Format, welches mit einfachem Zugang Engagement in der eigenen Nachbarschaft ermöglichen möchte. Die Anträge der PULS Camps legen sehr überzeugend dar, wie die Antragstellenden ihre Peers dafür gewinnen werden.

Blumen für LiSa

Antragsteller*in: LiSa e.V.
Projektbezirk: Charlottenburg-Wilmersdorf
Projektzeitraum: 03.05.2021 bis 29.07.2021
Förderbetrag: 1.835,00 €

Wer: 10 Besucher*innen des Mädchenladen LiSa e.V. verteilt auf zwei Gruppen a 5 Besucher*innen
Was: Der Balkon und der Garten unseres Mädchenladens soll neu gestaltet werden
Wo: Mädchenladen LiSa e.V., Spandauer Damm 65, 14059 Berlin

Wie: Zwei feste Gruppen von Besucher*innen sollen gemeinsam überlegen, wie sie Ihren Ort neu und ansprechend gestalten wollen. Gruppenübergreifend unterstützen eine festangestellte Pädagogin und eine Honorarkraft (Expertin für Natur und Umwelt) das durchgeführte Projekt. Die Besucher*innen sollen sich mit dem Ist-Zustand auseinander setzen und gemeinsam überlegen, was sie Verändern wollen, diese Vorstellungen dokumentieren und umsetzen. Die Honorarkraft unterstütz die Besucher*innen mit ihrem Fachwissen zum Thema Natur und Umwelt.

Ziele/Ergebnisse: Neugestaltung Ihres eigenen Ortes, Absprachen und Kompromisse treffen, Grundwissen über Natur und Umwelt, Grundwissen zum Thema Biodiversität und Nachhaltigkeit.


Begründung der Jury:
Das Projekt zieht aus eigener Initiative eine Fachkraft für die Umgestaltung des Mädchenladens LiSa heran, fördert sehr überzeugend Eigeninitiative und bezieht Ansätze der Umweltbildung mit ein. Die Jury möchte dieses Projekt für Mädchen* ermöglichen.

ICH.DU.WIR: Gemeinsam für die Zukunft

Antragsteller*in: Freunde und Förderer der Christlichen Arbeiterjugend e. V.
Projektbezirk: Friedrichshain-Kreuzberg
Projektzeitraum: 01.07.2021 bis 01.07.2022
Förderbetrag: 14.644,66 €

In dem durch den Jugend Demokratie Fond Berlin geförderten Projekt DIY: Gemeinsam für die Umwelt
haben sich Jugendliche mit und ohne Migrationshintergrund mit den 3 Säulen der Nachhaltigkeit - ökologisch, ökonomisch und sozial - befasst. Parameter waren die SDG´s der Vereinten Nationen. Jugendliche haben in Workshops ihr Konsumverhalten reflektiert und gelernt, wie sie mit DIY-Produkten zunehmend nachhaltig konsumieren können. Die selbst hergestellte Broschüre ermutigte weitere Jugendliche, DIY Workshops anzuleiten, um das Umweltbewusstsein junger Menschen zu fördern. Während der Arbeit mit den SDGs stellten die Jugendlichen fest, dass die Ebene der sozialen Ungleichheiten nicht ausreichend behandelt worden ist. Aufgrund ihrer Lebensrealität wissen die Teilnehmer*innen jedoch, dass die soziale Lage und die ökologische Nachhaltigkeit eng zusammenhängen. Dies soll mit dem neuen Projekt berücksichtigt werden.

Die Herausforderungen der sozialen Nachhaltigkeit haben einen konkreten Bezug auf die Lebensrealitäten junger Menschen. Insbesondere die Unterthemen Zugang zu Bildung, Diskriminierung, Geschlechtergleichheit, Armut, und Zusammenhalt lösen ein großes Interesse und einen lebendigen Austausch aus. Dies rückt den Menschen und die Gesellschaft in den Mittelpunkt der Nachhaltigkeit und löst eine spannende Debatte zum Thema soziale Ungleichheiten und ökologische Nachhaltigkeit aus, die wir im Projekt ICH.DU.WIR. angehen wollen. Unter dem Aspekt von Klassismus, der Diskriminierung gegen die soziale Herkunft, wollen wir das Thema Nachhaltigkeit untersuchen und somit die soziale Herkunft und den ungleichen Zugang zu Ressourcen Einzelner stärker mit einschließen. Klimarettung geht uns alle etwas an und soziale Ungleichheiten stehen damit in Verbindung: Denn nicht jede*r hat die gleichen zeitlichen und finanziellen Ressourcen. Soziale Ungleichheiten beschränken uns in unseren Möglichkeiten, uns für das Klima einzusetzen. Wir glauben, dass die Klimabewegung ein Klassismusproblem hat, welches wir angehen wollen, indem wir weniger privilegierten Menschen Zugang zum Thema über ihre Lebensweltthemen
(Wohnen, Zugang zu (Aus-)Bildung) schaffen wollen. Denn auch politische Bildung ist noch immer nicht schicht- und milieuspezifisch genug. In Verknüpfung zum vorherigen Projekt wünschen sich die
Teilnehmer*innen einen Raum, in dem sie konkrete Maßnahmen und Aktionen unternehmen können, um ihre Kenntnisse der außerschulischen Bildung für nachhaltige Entwicklung umzusetzen und zu vertiefen.

Die soziale Ebene der SDGs sowie das Wissen um Klassismus kann helfen, einen eigenen Zugang zum
Thema Nachhaltigkeit zu finden. Jugendliche brauchen sichere Räume für einen Austausch von Erfahrungen, der Menschen ermöglicht, unperfekt nachhaltig zu sein, um gemeinsam kleine, aber effektive Strategien für sich selbst zu entwickeln. Ziel des Projekts ICH.DU.WIR. ist einerseits, die SDGs für alle greifbar zu machen, damit Jugendliche einen persönlichen Bezug zu sich selbst herstellen können, andererseits konkrete Aktionen zu unternehmen, um eine menschenwürdige Gesellschaft für die kommenden Generationen zu hinterlassen. Auch wollen wir für ungleiche Zugänge zum Thema Nachhaltigkeit sensibilisieren und dem entgegenwirken.

Mit ICH.DU.WIR wollen Jugendliche mit Kreativität ihr gelerntes Wissen und ihre Vision zum Thema
Nachhaltigkeit z.B. in höheren Verbandsstrukturen teilen. Die Form des Endprodukts kann sowohl ein
jugendgerechtes Heft zu den SDGs als auch ein Video oder ein Lied sein, um Learnings aber auch
Herausforderungen deutlich zu machen. Eine Aktivität, welche ausreichend dokumentiert wird, ist auch denkbar, z.b. eine Banneraktion vor dem Bundestag oder eine Teilnahme an der Friday for Future Bewegung. Unsere Methode: Lebensreflexion und Bildung durch Aktion: Im Projekt werden Jugendliche als Zukunfts-Gestalter*innen wahrgenommen, um ihre Selbstbestimmung zu verwirklichen und sie für die Herausforderungen der Zukunft zu stärken. Durch diversitätsbewusste Methoden der Jugendverbandsarbeit wird Jugendlichen diverser Herkünfte der Zugang zur Bildung für nachhaltige Entwicklung und zu Beteiligungsformen ermöglicht.

Im Förderraum Juli 2021 bis Juli 2022 wollen wir 4 Zukunfts-Aktionen, anschließend an die 4 ICH.DU.WIR-Treffen zur Lebensreflexion und Aktionsplanung durchführen. Das Projekt kann online als auch mit Präsenzveranstaltungen stattfinden. Die Veranstaltungsformate werden je nach Entwicklung der Pandemie flexibel angepasst. Da die E-Partizipation ein wichtiger Teil der nachhaltigen Entwicklung ist, wird zukünftig unabhängig von den Corona-Einschränkungen mit den bereits im Vorgängerprojekt benutzten digitalen Tools Oncoo, Padlet, Mural, Slido und Menti gearbeitet. Der BDKJ stellt für uns Räume in Berlin und Kontakte zurVerfügung, die wir für unsere Maßnahmen und Veranstaltungen benötigen. Außerdem stehen uns die im Vorgängerprojekt eingerichteten Digitalräume wie Zoom, Microsoft Teams und Wonder.me zur Verfügung.


Begründung der Jury:
Die vier im Antrag skizzierten Aktionen werden die globalen Nachhaltigkeitsziele und soziale Ungleichheiten aus Jugend-Perspektive öffentlichkeitswirksam in den Diskurs tragen. Das Projekt fußt auf bestehenden Netzwerken und existierender Infrastruktur, sodass die Jury dem Projekt ermöglichen möchte, das bisherige Engagement fortzusetzen und die globalen Themen in lokales Handeln zu übersetzen.

Deine Power bewegt

Antragsteller*in: AspE - Ambulante sozialpädagogische Erziehungshilfe e. V.
Projektbezirk: Neukölln
Projektzeitraum: 01.07.2021 bis 31.12.2021
Förderbetrag: 5.304,00 €

In einem wöchentlichen Angebot von Juli bis Dezember wollen wir den sozial benachteiligten Kindern und Jugendlichen zwischen 10 und 14 Jahren innerhalb ihrer eigenen Lebenswelt die Chance geben, sich kreativ auszuprobieren und mithilfe von Spraydosen, Stiften und Leinwänden zu beschreiben was sie bewegt. Die Pädagog*innen des Kindertreffs Waschküche begleiten die Teilnehmenden hierbei situativ und greifen die hervorgebrachten Themen auf. Gemeinsam oder Einzeln werden diese konstruktiv besprochen. Am Ende soll ein Kunstwerk entstehen, dass die Teilnehmenden selbst bestimmen können. Eine Leinwandrolle, ein einzelnes Bild, eine handygefilmte Ergebnispräsentation, eingescannte Bilder... das Ergebnis ist offen und gestaltet sich partizipativ.


Begründung der Jury:
Das wöchentliche Angebot wird Jugendlichen den Raum geben, belastende Themen der Lockdown-Phase in Empowerment und Selbstwirksamkeit umzuwandeln. Die im Antrag skizzierten demokratischen Abstimmungsprozesse überzeugen die Jury.

Schüler*innen-Netzwerk Berlin - Change your school

Antragsteller*in: Bildungswerk für Schülervertretung und Schülerbeteiligung e. V. (SV-Bildungswerk)
Projektbezirk: berlinweit
Projektzeitraum: 01.08.2021 bis 31.07.2022
Förderbetrag: 14.593,28 €

Das Projekt ist ein Unterstützungsangebot von und für Jugendliche, die sich in Berliner Gesamt- schüler*innenvertretungen sowie in den Bezirksschülerausschüssen und im Landesschülerausschuss engagieren. In der ersten Förderperiode von August 2020 bis Juni 2021 konnten wir bereits ein breites
Netzwerk von engagierten Jugendlichen aus unterschiedlichen Kontexten aufbauen. Bedingt durch die
anhaltende Pandemielage konnte das Projekt jedoch nicht in dem Ausmaß in den Schulen verankert werden, wie dies wünschenswert gewesen wäre. In einer Weiterförderung im Schuljahr 2021/2022 sehen wir große Chancen, an bereits erreichte Erfolge anzuknüpfen und einen wichtigen Beitrag zur Stärkung schulischer Mitbestimmung zu leisten, wenn die Schulen schrittweise zu einem regulären Betrieb zurückkehren. Ergänzende digitale Formate sowie konkrete Vor-Ort-Unterstützung an Schulen sind weiterhin wichtige Projektbestandteile, die auch außerhalb der Netzwerktreffen für eine Stärkung der SV-Strukturen sorgen und den Austausch und die Kooperation unter Berliner Schüler*innen verstärken. Ausgangspunkt des Projektes ist die demokratische Veränderung des Lebensraums Schule durch Schüler*innen selbst. Selbstorganisierte Formate der Demokratieerziehung und der politischen Bildung sind essentiell zur Verwirklichung des schulischen Bildungsauftrags, Schüler*innen zur selbstbestimmten Teilhabe an einer demokratischen Gesellschaft zu befähigen. In der Corona-Pandemie gab es jedoch vielfach eine Rückentwicklung: außerunterrichtliche Angebote und sogar Unterricht außerhalb der “Kernfächer” mussten sich der Erfüllung vermeintlich wichtigerer Zielvorgaben in den Hauptfächern unterordnen. Studien zeigen, dass sich Jugendliche in der Pandemie auf ihre Rolle als Schüler*innen reduziert fühlen und ihre Bedürfnisse und Sorgen nicht gehört werden. An vielen Schulen wird die SV-Arbeit unter großem Bemühen engagierter Schüler*innen aufrechterhalten; anderenorts ist diese Arbeit durch Corona jedoch eingeschlafen - einerseits, weil viele Schüler*innen mit der Gesamtsituation überfordert sind; andererseits, weil viele
Unterstützungsangebote weggebrochen sind. Hier schließt unser Projekt als Initiative von und für Jugendliche eine wichtige Lücke, denn Jugendliche stehen im Mittelpunkt und treffen alle Entscheidungen selbstbestimmt und unabhängig.

Wichtigster Ansatzpunkt ist und bleibt die Gesamtschüler*innenvertretung (GSV), die als gesetzlich
vorgesehenes Gremium die Interessen aller Schüler*innen vertritt und zahlreiche Möglichkeiten hat, um Schule mitzugestalten - z.B. durch die Mitgliedschaft in Gremien. Unser Kernanliegen ist, dass Schüler*innen praktische Unterstützung für ihre Anliegen und für ihr (schulisches) Engagement bekommen. Dieses Ziel erreichen wir durch vier teils neue und teils weiterentwickelte Projektbestandteile: Auf monatlichen offenen Netzwerktreffen kommen Aktive und Interessierte aus unterschiedlichen Schulen zusammen. Dort tauschen sie sich aus, entwickeln gemeinsam Lösungen für ihre Probleme und Herausforderungen und entwickeln SV-Arbeit gemeinsam weiter. Dem häufig geäußerten Wunsch, auf den Netzwerktreffen jeweils ein Schwerpunktthema zu behandeln, werden wir nachkommen. Zudem werden Fortbildungsmöglichkeiten in Form von “Skillsharing-Veranstaltungen” für die Jugendlichen angeboten. Das Netzwerk bietet Raum und Finanzierungsmöglichkeiten zur Entwicklung neuer, schulübergreifender Projekte. Als digitale Ergänzung werden neue und altbewährte im Projekt erprobte Methoden und Materialien in einer Online-Plattform zur Verfügung gestellt. Über soziale Netzwerke (z.B. Facebook, Instagram, TikTok) bauen wir unsere digitale Community weiter aus und machen sie z.B. mit kurzen Videos, Quizzen, Q&As (virtuelle “Sprechstunden”) und vielem mehr auf unser Netzwerk aufmerksam.

Dritter Bestandteil ist die bedarfsweise Unterstützung von Schulen und GSVen durch Workshops und
praktische Hilfe bei Projekten vor Ort. Etwa 6 GSVen und ebenso viele Schulprojekte werden durch
Mitglieder des Netzwerks sowie ergänzend durch SV-Berater*innen unterstützt bzw. neu aufgebaut.
Im Rahmen der bereits bestehenden Kooperationen mit dem LSA und mehreren Bezirksschülerausschüssen sowie Kinder- und Jugendbeteiligungsbüros möchten wir ein Mapping zum derzeitigen Stand von Beteiligungsstrukturen in den Schulen und Bezirken Berlins durchführen. So stellen wir konkrete Handlungsbedarfe vor Ort fest, sichern gleichzeitig die Breitenwirkung des Projekts und stärken die o.g. Strukturen in ihrer Wirksamkeit und Reichweite.

Allgemein ist das Projekt als “Hilfe zur Selbsthilfe” konzipiert und prozessorientiert gestaltet, sodass von den Schüler*innen initiierte Aktivitäten gerade auch selbstorganisiert außerhalb der Netzwerktreffen stattfinden und dabei weitere Jugendliche erreichen. Zwei an das SV-Bildungswerk angegliederte Projektassistenzen auf Honorarbasis sorgen für den organisatorischen Rahmen, begleiten die Netzwerktreffen methodisch und sind für alle Fragen ansprechbar.


Begründung der Jury:
Die Schüler*innen-Vertretung ist während der Pandemie fast verschwunden, dabei gilt es in der Gestaltung von Schule dringend junge Stimmen miteinzubeziehen. Vor diesem Hintergrund möchte die Jury die Weiterführung des Projektes ermöglichen, um die Schüler*innen-Vertretung in Berlin zu stärken.

Netz der Vielfalt. #solidarischgegenhetze

Antragsteller*in: Stiftung für Engagement
Projektbezirk: berlinweit
Projektzeitraum: 01.07.2021 bis 30.09.2021
Förderbetrag: 4.000,00 €

Mit Kreativität und Humor gegen Ausgrenzung und Diskriminierung. Das ist das Ziel des Projektes “Netz der Vielfalt". In den Sozialen Netzwerken versuchen Rassist*innen und Rechtspopulist*innen gezielt gegen Geflüchtete, Migrant*innen und eine offene und tolerante Gesellschaft zu hetzen und die öffentliche Meinung durch die Verbreitung diskriminierender Narrative zu beeinflussen. Insbesondere im Vorfeld der anstehenden Bundestagswahl im September und dem Aufschwung neurechter Ideologien im Rahmen verschwörungs- ideologischer Bewegungen ist eine weitere Steigerung der Verbreitung entsprechender Narrative zu verzeichnen. Für die demokratische Meinungsbildung und eine offene und pluralistische Gesellschaft stellt dies eine erhebliche Gefahr dar.

Mit dem Projekt “GIF all you can” leistet die Stiftung für Engagement und Bildung e.V. (StEB) einen Beitrag Jugendliche und junge Erwachsene über die Hintergründe populärer rechter Erzählungen, die Rolle Sozialer Medien bei deren Verbreitung und Möglichkeiten der Gegenrede zu informieren. Im Rahmen des Projektes bietet die StEB interaktive und praxisnahe Workshops für den schulischen und außerschulischen Bereich an, bei denen die Teilnehmer:innen sich in kreativer und selbstbestimmter Weise mit dem Thema auseinander- setzen. Dabei steht das Erlebnis zunächst im Vordergrund. Mit niedrigschwelligen Angeboten, wie beispiels- weise der Gestaltung eigener Memes oder GIFs, lernen die Teilnehmer*innen, wie sie sich mit Kreativität gegen Hetze gegen Geflüchtete und Migrant*innen im Netz einsetzen können. Ein Kreativwettbewerb, bei dem die Teilnehmer:innen eigene Ideen für kreative Gegenrede im Netz einreichen können, von denen die besten am Ende ausgezeichnet werden, wirkt als zusätzliche Motivation und schafft zudem Sichtbarkeit. Auf diesem Wege soll eine weitestgehend selbstbestimmte Auseinandersetzung mit diskriminierenden Inhalten und eine Sensibilisierung für entsprechende Vereinnahmungsversuche rechtspopulistischer Akteur*innen in den Sozialen Netzwerken erreicht werden.

Die StEB verfügt als Träger der freien Jugendhilfe über eine gute Expertise im Bereich der politischen
Bildung für Jugendliche und hat in verschiedenen schulischen und außerschulischen Projekten stets neue und innovative Vermittlungsmodelle erarbeitet, um komplexe Sachverhalte altersgruppengerecht aufzubereiten. Das Engagement für Toleranz und Vielfalt, sowie die Arbeit mit Geflüchteten und Migrant*innen sind zwei der Themenschwerpunkte der Arbeit der StEB. Insbesondere das Thema gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit in Sozialen Medien war Gegenstand mehrerer Projekte der StEB. Diese Expertise bringen wir auch mit dem vorliegenden Projekt GIF all you can zur Anwendung.

Konkret vorgesehen sind insgesamt vier Workshops bis Ende September 2021, begleitet von einem
Kreativwettbewerb, bei dem am Ende die besten der eingereichten Beiträge prämiert und auf Social Media präsentiert werden. Das Projekt wird parallel auf Instagram und Facebook begleitet, um einen möglichst nachhaltigen Effekt und anhaltendes Engagement zu erreichen. Über die genannten Kanäle erhalten die Teilnehmer*innen zusätzliche Informationen zum Thema in Form von kurzen Videoclips und anderen Formaten. Die Teilnehmer*innen werden dadurch in die Lage versetzt, entsprechende Inhalte im Netz besser als solche zu identifizieren und darauf reagieren zu können. Längerfristig trägt das Projekt so zur Stärkung digitaler Zivilcourage und einer demokratischen Online-Debattenkultur bei.

Die Workshops können sowohl online als auch als Präsenzveranstaltung durchgeführt werden. Die Art der Durchführung ist abhängig von den aktuellen Richtlinien zur Eindämmung der Corona-Pandemie. Präferiert werden Veranstaltungen im Freien unter Einhaltung der Hygienebestimmungen. Die StEB kann dafür Tablets zur Verfügung stellen. Durch die Nutzung verschiedener interaktiver digitaler Tools ist die Methodenvielfalt bei beiden Varianten gewährleistet. Bei der Gestaltung der Online-Workshops finden Aspekte der Datensicherheit und leichten Bedienbarkeit besondere Berücksichtigung.

Das Angebot ist ausgegliedert aus dem von der Integrationsbeauftragten des Landes Brandenburg
geförderten Projektes GIF all you can, welches 2020 vom Bündnis für Demokratie und Toleranz als
vorbildhaftes Projekt ausgezeichnet wurde. Die beantragten Maßnahmen bilden jedoch eine sinnvolle, in sich geschlossene Einheit und bieten die Möglichkeit die Inhalte des Projektes auch über die Grenzen Brandenburgs hinaus zu durchzuführen.


Begründung der Jury:
Mit relativ geringem Kostenaufwand möchte dieses Projekt Resilienz gegen Rechtspopulismus und
souveränen Umgang mit Medien fördern. Im Anbetracht des wichtigen aktuellen Themas möchte die Jury dasThema unterstützen.

Die BC Lions Partei - Kindern eine Stimme geben

Antragsteller*in: BC Lions Moabit 21 e.V.
Projektbezirk: Mitte
Projektzeitraum: 15.06.2021 bis 31.12.2021
Förderbetrag: 4.400,00 €

Wer: Wir, die BC Lions Moabit 21 e.V. wollen gemeinsam mit unseren und den Kindern und Jugendlichen der Jugendeinrichtungen in Berlin-Moabit eine Partei gründen, um den Kindern und Jugendlichen eine Stimme zu geben. Vor allem die Corona Pandemie hat gezeigt, dass die Meinung von Kindern und Jugendlichen nicht im Vordergrund steht.
Wie: Durch offene Frage- und Diskussionsrunden, Workshops und am Ende ein fertiges Wahlprogramm/ Meinungsbild, welches an die lokalen Parteien gesendet wird.
Ziele: Die Meinung von Kindern und Jugendlichen sichtbar machen, sie dazu ermutigen ihre Meinung zu äußern und erste Schritte Richtung Parteien um Veränderungen anzuregen.


Begründung der Jury:
Die Jury freut sich darauf, mehr von der BC Lions Partei zu hören! Die Integration der „politischen Partei“ in den Verein ist ein spannendes Experimentierfeld, bei dem die Jury wichtige Lernfelder in der Funktionsweise von Parteien und den Inhalten der Bezirkspolitik erkennt. Die Jury regt eine Auflage an und bittet um eine Verzahnung mit den U18-Wahlen, sodass auf der U18-Website über das Projekt berichtet wird.

A D/D A spoken word poetry

Antragsteller*in: JFF Jugend Film Fernsehen e.V.
Projektbezirk: Neukölln
Projektzeitraum: 15.06.2021 bis 31.12.2021
Förderbetrag: 4.700,00 €

Die Vision: Eine Gruppe Neuköllner Jugendlicher präsentiert ihre eigenen Texte auf einer Bühne für ein lokales Publikum in lebendigen Performances. Es sind selbstverfasste spoken word poetry Texte, von Gedichten und Erzählungen über Poetry Slam bis hin zu Acapella Rap Es soll um ihre Erlebenswelten, Bedürfnisse und Stimmen gehen, die allzu oft ungehört bleiben. Die Texte und Performances sollen den Perspektiven von Jugendlichen eine Öffentlichkeit geben, die zu großen Teilen von sozialer Ungleichheit betroffen sind und ihnen ermöglichen, sich auf ihre Weise, in ihren Worten, einzubringen. Später präsentieren die Jugendlichen die Texte digital vermittelt, in Form von Videos, die über soziale Netzwerke veröffentlicht werden. Schließlich reflektieren die Jugendlichen die Unterschiede, Gemeinsamkeiten und Überschneidungen der Performance, sowie digitale und analoge Welten und diskutieren ihre Reflexionsergebnisse bei einer Veranstaltung im Kiez und online in Form von audiovisuellen Statements. Über die Videos und deren Verbreitung im Netz bekommen ihre Stimmen über den Kiez hinaus eine Öffentlichkeit.

Das Netzwerk:Die Grundlage des Projekts bildet ein Netzwerk aus lokalen Kooperationspartner*innen aus Medienbildung, kultureller Bildung und offener Jugendarbeit im Richardkiez in Berlin Neukölln. Dort befindet sich auch das Büro Berlin des JFF, durchführende Einrichtung des Projekts. Auch sollen lokale Künstler*innen als Mentor*innen für die Jugendlichen zum Einsatz kommen um die Kraft ihrer Stimme im Kiez zu stärken Hauptsächlich durchgeführt wird das Projekt von Fabian Hellmuth, Mitarbeiter i m Büro Berlin des JFF und freiberuflicher Pädagoge, Künstler/Kulturschaffender (siehe www.rekreativsite.wordpress.com). Über die Kanäle des Netzwerks sollen Veranstaltungen und Ergebnisse des Projekts lokal und bundesweit gestreut werden.

Die Jugendlichen: Im Zentrum des Projekts steht die Gruppe Jugendlicher (13-18 Jahre), der in wöchentlichen Treffen der Raum zur Erarbeitung eigener Texte und Performances gegeben wird. Dabei soll ihnen ermöglicht werden:

  • Partizipation und Gestaltung ihrer Umwelt durch die Darstellung ihrer Erlebenswelten in ihren Texten
  • Kulturelle Bildung und Selbstwirksamkeit durch ihre Texte und Performances
  • Medienbildung durch die erfahrbare Reflexion des digitalen Wandels

Diese Elemente sind besonders für die Zielgruppe Jugendlicher wichtig, die von sozialer Ungleichheit
betroffen sind und die sich in der offenen Jugendarbeit im Kiez finden.

Zeitraum/Orte: Das Projekt soll von Mitte/Ende Juni bis Ende Dezember stattfinden. Der frühe Projektbeginn soll die Akquise und erste Treffen vor den Ferien ermöglichen und sicherstellen, dass die analoge Aufführung möglichst noch draußen stattfinden kann, da sie mit Blick auf die pandemiebedingten Einschränkungen sonst wohl nicht stattfinden können wird. Als Orte zur wöchentlichen Durchführung stehen die Innen und Außenflächen der Kooperationspartner*innen im Kiez zur Verfügung (namentlich bisher: Interkulturelles Theaterzentrum Berlin, K&K VolkArt, AWO Jugendhaus „Die Scheune“).


Begründung der Jury:
Die Methodenvielfalt sticht hier heraus: von petry slam bis hin zum A capella Rap wird hier die Sprache auf digitalen und analogen Wegen zum Instrument mit dem Ziel, die jungen Teilnehmenden zu stärken. Gepaart mit den demokratischen Elementen der Entscheidungsfindung befürwortet die Jury die Förderung dieses Projektes.

Jugendbeteiligung in junge Hände!

Antragsteller*in: Beteiligungsfüchse gGmbH
Projektbezirk: berlinweit
Projektzeitraum: 15.06.2021 bis 31.12.2021
Förderbetrag: 15.000,00 €


Als junge Menschen wollen wir einen Fachtag zur Partizipation und Beteiligung von Kindern und Jugendlichen veranstalten. Wir haben uns bereits in verschiedenen Kontexten für mehr Beteiligung u. Sichtbarkeit junger Positionen eingesetzt, waren bei der Organisation verschiedenster, kleiner und großer Veranstaltungen, beteiligt - erhoffen uns jedoch mit diesem Format, etwas Neues zu schaffen, bei dem wir zusammen mit anderen Menschen in unserem Alter von Beginn mitentscheiden können und als Akteur*innen respektiert werden. Denn Jugendbeteiligung gehört in junge Hände - das wollen wir deutlich machen.

Unser Fachtag wird sich ausschließlich an Kinder und Jugendliche (100-150 TN) wenden und über ein
Jugendgremium bereits im Vorfeld von jungen Menschen konzeptioniert und geplant werden. Die
Veranstaltung soll kurz vor den Bundestagswahlen im September 2021 (voraussichtl. 20.09.21) in Präsenz (mit Hygienekonzept) im FEZ Berlin stattfinden. Gemeinsam wollen wir junge Menschen empowern und unterstützen, eigene Interessen aktiv in die Gesellschaft einzubringen u.  darüber diskutieren, was Kinder- und Jugendeinrichtungen brauchen, damit alle Kinder u. Jugendlichen Partizipation selbstverständlich erfahren. Parallel zu unserem Fachtag wird im FEZ Berlin eine Veranstaltung zu selbigem Thema mit Erwachsenen “Expert*innen” stattfinden, sodass auch vor Ort ein direkter Austausch der Generationen möglich wird. Auch auf diese Veranstaltung möchten wir über eine Vertretung aus unserem Jugendgremium einwirken. Gegen Abend sollen an diesem Tag auch Politiker*innen, sowie Menschen aus Verwaltung und Öffentlichkeit zusammenkommen, die wir mit unseren Forderungen konfrontieren wollen.

Die Inhalte und Austauschformate unseres Fachtages werden in einem intensiven Prozess durch ein
jugendliches Vorbereitungsgremium diskutiert u. gestaltet. Wie genau dies letztendlich aussieht, ist abhängig vom Prozess u. den Entscheidungen, die im Gremium getroffen werden.  Auch Entscheidungen für die parallele Veranstaltung mit Erwachsenen werden mit unserer Zustimmung getroffen. Dieses Gremium wird sich aus etwa 10-15 Jugendlichen, zwischen 12 und 21 Jahren, unterschiedlicher sozialer Herkünfte und aus verschiedenen Bezirken Berlins zusammensetzen. Für die Organisation und Begleitung des Gremiums wird eine Jugendkoordination eingerichtet, die eine umfassende Akquise betreibt, die Treffen vor- sowie nachbereitet und junge Menschen aus dem Jugendgremium nach Verantwortungsübernahme in einer engen Betreuung begleitet. Sobald, nach dem zweiten Treffen des Jugendgremiums, Sprecher*innen gewählt worden sind, werden diese die Interessen des Jugendgremiums in Planungsgremien der Erwachsenenveranstaltung vertreten.

Wichtige Ansprechpersonen für die Akquise des Jugendgremiums sind für uns vor allem
Projektpartner*innen und Kontakte aus vorherigen Begegnungen, Schulsozialarbeiter*innen, Pädagog*innen, Jugendclubs/parlamente u. andere Vereine/Träger. Auch TN des Kinder- und Jugendbereiches von einem Fachtag des vergangenen Jahres werden angesprochen und können sich im Jugendgremium engagieren. Das Jugendgremium kann sich jedoch auch selbst erweitern, indem die Beteiligten aus ihren Wirkungskreisen Menschen akquirieren und zum Mitmachen motivieren.

Mit unserem Fachtag und durch unsere jugendliche Präsenz auf der parallelen Erwachsenen
“Expert*innenveranstaltung”, sorgen wir für ein Setting, in welchem wir den Ton angeben, und die
Möglichkeit nutzen, für unsere Forderungen und Ideen einzustehen. Während des Tages wird ein “Austausch der Generationen” stattfinden, der von jungen Menschen moderiert wird u. bei dem alle Beteiligten zu den Themen und Fragestellungen des Tages diskutieren. Wir wollen ein innovatives Beispiel für die Beteiligungspraxis mit Möglichkeiten für Verantwortungsübernahme von jungen Menschen auf Fachveranstaltungen erproben und aufzeigen. Anerkennung für ihr Engagement erhalten die Jugendlichen durch ein Zertifikat sowie eine Aufwandsentschädigung.

Ziel unseres Fachtages und des Jugendgremiums ist es, uns als jungen Menschen selbst ein Podium für unsere Anliegen zu schaffen, durch das wir den Diskurs über Beteiligung u. Partizipation gestalten können und durch Verantwortungsübernahme Selbstwirksamkeit erfahren. Darüber hinaus werden wir in einem Abschlusspodium unsere Fragen und Interessen an Vertreter*innen aus der Politik richten. Diese Forderungen sind im Kontext der bevorstehenden  Bundestagswahlen von großer Bedeutung - denn dort fordern wir mehr Inbezugnahme jugendlicher Anliegen: Jugendbeteiligung spielt nicht nur im Klassenzimmer, sondern auch in der Politik eine zentrale Rolle!

Die Dokumentation in Form eines Kurzfilms wird in Zusammenarbeit mit Jugendredakteur*innen des Jup!-Berlin diese Forderungen einfangen, sie weiterverbreiten u. andere Jugendliche ermutigen, Partizipation einzufordern und zu leben wie wir es tun.


Begründung der Jury
Zwei junge Erwachsene wollen diesen Fachtag mit einer Vielzahl erfahrener Partner*innen ins Leben rufen. Die Jury ist gespannt auf die Vielfalt der Inhalte, die Jugendliche dort auf Augenhöhe mit erwachsenen Fachkräften im Bereich Demokratiebildung diskutieren werden.

Box dich durch Beton

Antragsteller*in: Jugend, Bildung, Forschung – Verband für Praxis und Wissenschaft e. V.
Projektbezirk: Marzahn-Hellersdorf
Projektzeitraum: 01.07.2021 bis 30.06.2022
Förderbetrag: 10.821,92 €


Projekthintergrund: Im vergangenen Jahr, welches stark überschattet wurde von der Corona-Pandemie, nahmen Konflikte und diverse Probleme im Alltag junger Menschen kontinuierlich zu. Vor allem Mädchen* und Frauen*, äußerten einen zunehmenden Bedarf an Krisengesprächen oder suchten gezielt safer spaces und Rückzugsorte zur Kompensation von Herausforderungen in der eigenen Lebenswelt auf. Auch vor diesem Hintergrund trifft sich seit mehreren Wochen eine feste Mädchen*-Gruppe aus den Freizeiteinrichtungen Impuls, Betonia und Kinderkeller - konkret aus den Bezirksregionen Marzahn-Nord/Marzahn-Mitte. Die Teilnehmenden wollen über ihre alltäglichen Probleme und Konflikte sprechen und suchen Raum für Austausch. Sie schildern, dass sich familiäre Krisen- und Konfliktsituationen verstärken. Deeskalation und Gewaltprävention sind in den
vergangen Jahren Schlagwörter in der Jugendarbeit gewesen, erfüllen aber nur bedingt das eigentliche Interesse/ den eigentlichen Bedarf junger Mädchen* und Frauen*. Wunsch dieser Zielgruppe ist vor allem ein regelmäßiges geschlechtsspezifisches Angebot, wo sie sich selbstbestimmt & vergemeinschaftet innerhalb der eigenen peer zu spezifischen Themen austauschen können. Dazu zählt ein Mädchen*-Box- und Selbstbehauptungsangebot, in dem sie unter Rückgriff auf eigene (auch negative) Erfahrungen Empowerment erfahren, sich gegenseitig stärken und auch körperlich sowie geistig in einem geschützten Rahmen freizeitaktiv betätigen können. Ziel ist der Aufbau einer selbstorganisierten Empowerment-Mädchen*-Gruppen, in der sie im Anschluss an den demokratiebildenden Auftrag von Jugendarbeit ihren Themen geschützt und selbstbewusst Rechnung tragen können. Die Offenheit gegenüber sensiblen Themen als auch die Auseinandersetzung mit dem eigenen Körper sollen hier eine besondere Rolle einnehmen. Zur Zielgruppe zählen (als benachteiligt gelesene) Mädchen* und Frauen* aus Marzahn-Mitte und Marzahn-Nord.

Durchführungsort: Das Projekt soll konkret in der Freizeiteinrichtung Impuls durchgeführt werden, die nach §11 SGB VIII und mit einem inklusiven Schwerpunkt arbeitet. Durchführungsort: Jugendfreizeiteinrichtung Impuls, Rudolf-Leonhard-Straße 2 in 12679 Berlin-Marzahn. Die Jugendfreizeiteinrichtung Impuls arbeitet mit einem inklusiven Konzept, welches barrierefrei und niedrigschwellig angelegt ist und in diesem Format in der Berliner Jugendarbeit noch unterrepräsentiert ist.

Zeitraum: Das Projekt soll zwischen dem 01.07.2021 bis zum 30.06.2022 durchgeführt werden und wird somit ein Jahr lang laufen. Konkret wird jede Woche am Montag ein 3 stündiges Angebot, bestehend aus Gruppentreffen, Peer-Beratung und Boxworkshop stattfinden.

Zielgruppenbeschreibung: In Marzahn Mitte leben etwa 8.500 Einwohner:innen. 26 Prozent von ihnen sind unter 26 Jahre alt. Der Anteil von Kindern und Jugendlichen ist mit ca. 12 Prozent vergleichsweise gering. 17 Prozent haben einen Migrationshintergrund. Obwohl die Arbeitslosigkeit abgenommen hat und der Transferleistungsbezug gleich blieb, ist die Kinderarmut gestiegen: 2015 lebten 56 % der Kinder unter 15 Jahren in Familien mit Transferleistungsbezug. Im Gesamtbezirk leben etwa 51.749 junge Menschen unter 20 Jahren und die Geschlechterverteilung ist ausgewogen, etwa 136.062 Menschen sind Mädchen* und Frauen*.

Durchführung/ Methoden: Das Projekt wird vor allem durch empowernde Peer-Beratungen sowie Selbst- behauptungstrainings begleitet. Dabei sind die Angebote stets gruppenorientiert, wobei im Bedarfsfall auch Einzelgespräche möglich sind. Solange ein Lockdown im Zuge der Corona-Pandemie angeordnet ist/ wird, finden sämtliche Angebote online statt bzw. draußen im Bürgerpark Marzahn oder im Garten der JFE Impuls.

Kooperationen: Boxgirls Berlin e.V. Das Projekt wird durch einen Menschen von Boxgirls Berlin e.V.
begleitet. Um einen Safer Space zu gewährleisten fällt die Wahl bewusst auf einen Menschen, der als
weiblich gelesen wird, mit soziapädagogischem Berufsprofil. Zudem wird mit den Jugendclubs Betonia und Kinderkeller sowie der GMU in der Rudolf-Leonhard-Str. kooperiert, um möglichst viele Mädchen*/Frauen* aus dem umliegenden Sozialraum zu erreichen.


Begründung der Jury:
Das Projekt baut auf einem bestehenden Netzwerk von Mädchen* und Freizeiteinrichtungen auf, um
Selbstwirksamkeit sowie psychische und körperliche Resilienz zu stärken. Das Projekt legt überzeugend dar, wie sensible Konflikte in einem geschützten Raum besprochen werden können.

PeerNetzwerk Berlin

Antragsteller*in: Frieda Giese
Projektbezirk: berlinweit
Projektzeitraum: 15.06.2021 bis 31.12.2021
Förderbetrag: 6.614,00 €

Wir sind engagierte Jugendliche, die sich berlinweit mit anderen Jugendlichen vernetzen wollen, um
verschiedene ehrenamtliche Projekte umzusetzen. Mit unserem Netzwerk wollen wir anderen jungen
Menschen eine Plattform geben in der sie sich beteiligen und austauschen können. Dies wollen wir mit
Austauschformaten und Workshops ermöglichen. Hierbei die Workshops zu Themen wie Projekt- management, Argumentationstraining, aber auch gesellschaftlich relevante Themen, wie zum Beispiel
Antirassismus Jugendliche in ihrem Engagement stärken und inhaltlich weiterbilden. Ein weiteres Ziel von uns ist Berlin jugendfreundlicher und fairer zu gestalten, dies wollen wir mit Projekten und öffentlichkeits- wirksamen Aktion erreichen. Bis jetzt sind drei Projekte, im Rahmen des Peer Netzwerkes geplant, die wir bis Ende des Jahres realisieren wollen. In diesen Projekten wird sich den Themen: Sexismus, Obdachlosigkeit und Tierwohl gewidmet. Das Thema Sexismus wollen wir mithilfe von selbstdesignten Stickern, welche Themen von Alltagssexismus behandeln, aufgreifen und diese in der Stadt verteilen. Ein wenig beachtetes Thema sind weibliche Obdachlose, die sowohl Geld für Lebensmittel, als auch für Hygieneprodukte aufbringen müssen. Dem wollen wir mithilfe von selbstgepackten Paketen entgegenwirken und diese an die Betroffenen verteilen. Bei unserem dritten Projekt geht es uns darum Tierheime/ Tiervereine zu unterstützen und uns weiterhin für die Verbesserung gesetzlicher Tierrechte einzusetzen. 


Begründung der Jury
Der Jury gefällt sehr gut, dass hier junge Menschen jugendliches Engagement stärken und fördern möchten. Der Antrag stellt glaubwürdig und authentisch Themen der jungen Menschen in den Vordergrund und die Jury freut sich darauf, mehr von diesem Projekt zu hören.

Youth Media Convention 2021

Antragsteller*in: Jugendpresse Deutschland e.V.
Projektbezirk: Mitte
Projektzeitraum: 01.07.2021 bis 31.12.2021
Förderbetrag: 10.967,10 €

Die Youth Media Convention (YouMeCon) findet vom 11. bis 14. November in einem hybriden Format mit bis zu 300 medienbegeisterten und medienaffinen Jugendlichen statt. Die Zielgruppe der Veranstaltung sind junge Medienbegeisterte zwischen 14 und 27 Jahren. Die Veranstaltung wird von der Jugendpresse Deutschland e.V. durchgeführt, einem selbstorganisierten und selbstbestimmten Jugendverband mit Sitz in Berlin. ist ein Ergebnis eines zweijährigen partizipativen Prozesses im Netzwerk der Jugendpresse. Sie geht auf die Bedürfnisse und Interesse Jugendlicher ein, die sich für Medien interessieren und diese gleichzeitig mitgestalten wollen. Mit der YouMeCon tragen wir die Wünsche, Forderungen und Bedürfnisse junger Menschen an die Welt der Medien heran. Die YouMeCon 2021 findet unter dem Titel „Beyond Media – Medien und Aktivismus neu denken“ statt. Die Grenzen zwischen analoger und digitaler Medienarbeit werden immer fließender und somit stellt sich heutzutage die Frage, ob die geltenden Ansprüche an die Objektivität und Überparteilichkeit der heutigen Realität entsprechen.

Dürfen Medienmachende Aktivist*innen sein? Wieviel Meinung darf ein/e Medienmachende*r in die Arbeit einfließen lassen? Können Aktivistenjournalist*innen überhaupt alle Seiten der Medaille aufzeigen, wenn sie sich persönlich einem bestimmten Thema verschrieben haben? Die YouMeCon betrachtet sich als eine Diskussionsplattform und Gemeinschaft für alle, die gern die ausgetretenen Pfade zugunsten neuer Ideen verlassen möchten. Auf der Convention und darüber hinaus wollen wir dieses Jahr den Fragen rund um Aktivismus und Medien nachgehen und das facettenreiche Thema gemeinsam neu denken. Die Jugendlichen bekommen die Chance erste und vertiefende Kontakte mit Medienwelt und gemeinnützigem Medienaktivismus zu machen. Expert*innen und Aktivist*innen geben während der YouMeCon persönlich und praxisnah ihre Erfahrungen an die Teilnehmenden weiter. Vor Ort stehen sie jederzeit für Fragen und Diskussionen zur Verfügung. Zudem schaffen mit diversen und interaktiven Formaten einen Raum für kritische Reflexion und der Meinungsbildung. Um die Zielgruppe und potenzielle Teilnehmende von Anfang an in die Planung der YouMeCon einbeziehen zu können, planen wir bereits während der Planungsphase verschiedene partizipative Formate wie z.B. YouInMedia. Das Ziel der YouMeCon ist nämlich nicht nur eine erfolgreiche Veranstaltung zu sein, die den jungen Menschen Inspiration bringt, Kompetenzen vermittelt und Gestaltungsmöglichkeiten öffnet, sondern auch medienaffine und medieninteressierte Jugendliche bereits im Vorhinein an den Planungen der YouMeCon zu beteiligen und damit die Community rund um YouMeCon zu stärken. Die Jugendlichen sollen hautnah miterleben und daran teilhaben können, ein solches Event zu planen und umzusetzen. Durch den digitalen Austausch mit dem Organisationsteam können die jungen Menschen
ihre eigenen Ideen und Themenanreize direkt in die Planung der Veranstaltung einfließen lassen. Die
Erfahrung zeigt, dass die Partizipationsmöglichkeiten junge Menschen enorm motivieren, sich verstärkt einzubringen und über die Veranstaltung hinaus an einer aktiven Zivilgesellschaft mitzuwirken. Ein weiteres Ziel der Veranstaltung ist es, eine Plattform für die Auseinandersetzungen mit aktuellen und zukunftsorientierten Fragen und Herausforderungen der Medienlandschaft und unser Gesellschaft zu schaffen. Dabei stehen journalistische, mediale und (gesellschafts-)politische Themen und Trends im Fokus. Insbesondere sehen wir es als unsere Aufgabe, jungen Menschen Medienkompetenzen und einen kritischen Umgang mit der vielfältigen Medienlandschaft zu vermitteln, um die relevanten und verlässlichen Informationen filtern zu können. Dies sehen wir als eine grundlegende Voraussetzung für eine wirksame Beteiligung und jugendliches Engagement. Neben handlungsorientierten Workshops, interaktiven Bühnenformaten und diversen Medien-einblicken gibt es auch einen Open Space und mehrere Netzwerkformate, bei denen die Teilnehmer*innen ihre eigenen Themen und Ideen einbringen und sich untereinander damit aus-einandersetzen oder vernetzen können. Eine von vier Themensäulen ist „Beyond Media“. Sie bildet den journalistischen Schwerpunkt des Kongresses ab. Innerhalb des Schwerpunktes finden diverse Kompakt- und Intensiv Workshops, Dialoginseln, Keynote Panels und Erzählcafés statt.

Mit dem Keynote Panel „Journalismus und Haltung - was muss sein und was geht gar nicht?“ werden junge und gemeinnützige journalistische Kollektive und Redaktionen (Veto Magazin, Collecttext und MMM Zeitschrift der dju) spannende Einblicke in die Arbeit und die Themensetzung des gemeinnützigen Journalismus geben und erklären, wie sie trotz der eigenen Themensetzung durch ausführliche Recherche und vielseitige Beleuchtung des Gegenstandes qualitatives Journalismus ermöglichen. Während der Workshops bekommen Jugendliche das journalistische Handwerk vermittelt.


Begründung der Jury
Die Fragestellung nach Journalismus und Haltung ist eine sehr wichtige. Trotz relativ wenig direkter
Beteiligung der Teilnehmenden an der Messe kann dieses Format zu einer guten Diskussionsgrundlage für junge Menschen werden, die sich an der Schnittstelle von Journalismus und Medienaktivismus bewegen. Die Jury freut sich auf die neuen Ansätze, die das Orga-Team zur Einbeziehung benachteiligter Jugendlicher entwickeln möchte.

Wir?! - Die Zukunft von Berlin

Antragsteller*in: Humanistischer Verband Deutschlands
Projektbezirk: überbezirklich
Projektzeitraum: 01.07.2021 bis 31.12.2021
Förderbetrag: 10.530,00 €

Die Jugendfreizeiteinrichtungen des Humanistischen Verband Deutschlands, Berlin-Brandenburg KdöR
möchte den Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen aus ihren Sozialräumen einladen, ihre Positionen darzustellen. Schließlich wurden in den letzten Monaten auf Grund der Covid-19 Pandemie die Bedürfnisse dieser Personen oft hinten angestellt, so dass sie mit ihren Problemen, Wünschen und Hoffnungen alleine da standen. In unserem Projekt soll die genannte Teilehmer*innengruppe die Möglichkeit bekommen sich gemeinsam mit erfahrenen Medienpädagog*innen auszutauschen und ihre Wünsche für die Zukunft zu entwickeln. Hierbei entstehen kurze Videoclips, Interviews und Podcasts, die hinterher auf SocialMedia Plattformen veröffentlicht werden sollen. Durch die breite Aufstellung in 5 Berliner Bezirken (Treptow-Köpenick, Neukölln, Lichtenberg, Pankow,
Marzahn-Hellersdorf) erreichen wir Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene aus verschiedenen
Sozialräumen, in unterschiedlichen Familienkonstellationen, mit und ohne Migrationshintergrund.
Gemeinsam mit Medienpädagog*innen und Teamer*innen werden je Einrichtung 4 Workshops stattfinden, in denen sich die Teilnehmer*innen austauschen können und im Anschluss selbst zu Moderator*innen werden.  Die Ergebnisse werden nicht nur auf SocialMedia veröffentlicht, sondern auch in einer gemeinsamen Abschlussveranstaltung präsentiert, zu der Eltern/Erziehungsberechtigte, aber auch Lokalpolitiker*innen eingeladen werden sollen.

Zielgruppe: Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene zwischen 6 und 27 Jahren
Orte: JFE BlueBox, JuKuZ Gérard Philipe, JFE TwentyTwo, KFE Rakäthe, JFE FAIR, JFE OrangeFlip
Zeitraum: 01.06.-31.12.2021, je Einrichtung 4 Workshoptermine, 1 gemeinsame Abschlusspräsentation

Methoden:

  • Appreciative Inquiry
  • Fokusgruppengespräche
  • Zukunftswerkstatt

Ziele:

  • Auseinandersetzung mit der eigneen Zukunft
  • Auseinandersetzung mit der Zukunft von Berlin
  • Sozialraumorientierung
  • Erlernen neuer Kompetenzen
  • Stärkung des Selbstvertrauens
  • Fähigkeit zur aktiven Kommunikation
  • Förderung der eigenen kreativen Gestaltung und zur gesellschaftlichen Partizipation


Begründung der Jury:
Jugendliche werden mit medienpädagogischer Expertise dazu befähigt, ihre eigene Meinung zu bilden und publik zu machen. Gerade jetzt fehlt vielen Kindern und Jugendlichen ein positives Zukunftsbild. Daher möchte die Jury dieses Projekt fördern.

Klimagerechtigkeit zur BVV-Wahl

Antragsteller*in: Stiftung Unionshilfswerk Berlin
Projektbezirk: Lichtenberg
Projektzeitraum: 01.07.2021 bis 30.09.2021
Förderbetrag: 770,00 €


Wir als Fridays for Future Lichtenberg sind eine kleine Gruppe von Jungen Aktivist:innen, die die Fridays for Future Bewegung auf Bezirksebene vertreten. Aufgrund des aktuell steigenden Bewusstseins über die Klimakrise und die bevorstehende BVV-Wahl, sehen wir die Möglichkeit beide Themen zu verbinden und Menschen anzuregen sich verstärkt zu beteiligen. Als Bezirksgruppe legen wir unseren Fokus auf den Bezirk Lichtenberg. Durch verschiedene Aktionen wollen wir in der Öffentlichkeit sichtbar und ansprechbar für die Themen Klimagerechtigkeit und BVV-Wahl sein. Dazu beschäftigen wir uns unter anderem mit dem Wahlprogramme der Parteien im Bezirk und haben selbst Forderungen für mehr Klimagerechtigkeit in Lichtenberg erstellt. Wir wollen Menschen auf das Thema Klimagerechtigkeit aufmerksam machen und lokal voranbringen. Das angestrebte Ergebnis ist, dass das Thema Klimagerechtigkeit im Wahlkampf zur BVV einen größeren Stellenwert einnimmt und mehr Menschen sich mit den Parteien und der Wahl auseinandersetzten.


Begründung der Jury:
Das Projekt setzt Klimagerechtigkeit mit lokaler politischer Arbeit in Kontext. Die Jury möchte das Projekt ermöglichen, da es den direkten Weg aufzeigt, wie man mit einfachsten aktivistischen Mitteln Politik an die Erwachsenen herantragen kann.

 

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