Mehr Anträge denn je - die Jugendjury Mitte berichtet!

15.08.2014

Der Moabiter Ratschlag e.V. hat auch im Jahr 2014 die Koordination der bezirklichen Jugendjury übernommen. Die Jugendjury tagte jeweils im April und im Juni, um über die Verteilung der Fördergelder aus dem bezirklichen Aktionsfonds zu entscheiden. Insgesamt 32 Projekte konnten sich über eine Finanzierung freuen.

Foto: Moabiter Ratschlag, Katharina HomannIm Jahr 2014 gingen so viele Anträge ein wie noch nie. Die Jugendjury konnte in den beiden Förderrunden im April und Juni vielfältige Projektideen begutachten und fördern. Die Jugendjury in Mitte hat richtig an Fahrt gewonnen!

In jeder der Förderrunden gab es zwei Sitzungen, die die Koordinierungsstelle für Kinder- und Jugendbeteiligung Mitte im Moabiter Ratschlag gemeinsam mit dem Kinder- und Jugendbüro Mitte moderiert hat: Je eine für die Gruppen bis 12 Jahre und eine Sitzung für Gruppen über 12 Jahre. In beiden Juryrunden gabe es bei den 'Großen' (überwiegend 13-17 Jahre) und den 'Kleinen' (überwiegend 10-12 Jahre) etwa gleich viele Anträge. In beiden Förderrunden zusammen konnte die Jugendjury 9000 Euro vergeben. Die Antragssumme beider Runden zusammen lag jedoch weit darüber bei 15.159 Euro!

Die Sitzungen zeichneten sich durch kreative und faire Aushandlungsprozesse unter den Kindern und Jugendlichen aus, obwohl es schwierige Entscheidungen zu treffen gab, bei denen die Antragssummen weit über den Fördersummen lagen. Alle Projekte gingen schließlich mit deutlich weniger Geld nach Hause als sie beantragt. In allen Runden hatte es für die Jurymitglieder oberste Priorität, dass alle Projekte eine Förderung erhalten. Gemeinsam wurde beraten, wo und wie vielleicht noch Geld gespart und die Projektidee trotzdem umgesetzt werden konnte. Insgesamt wurden 32 Projekte mit Summen zwischen 65 und 600 Euro gefördert.

Sonderanträge, Beratung und Entscheidungen

Erstmals gab es in diesem Jahr die Option, einen Sonderantrag für ein Projekt bis 1000 Euro zu stellen. Dies hatte die Jury des letzten Jahres im Abschlusstreffen vorgeschlagen, da es auch besonders wichtige Ideen geben kann, die mit der Förderhöchstgrenze von 500 Euro nicht realisierbar sind. Es sollte jedoch die Ausnahme bleiben, da allen auch wichtig war, dass möglichst viele Ideen gefördert werden können. Für den Sonderantrag mussten die Antragsstellenden eine genaue Finanzkalkulation einreichen und erklären, warum ihr Projekt besonders wichtig ist.

Drei Anträge dieser Form gingen ein, die sich zwischen 625 Euro und 850 Euro Antragssumme bewegten, so zum Beispiel der Antrag der Wohngruppe Al-Beit. In der Wohngruppe leben jugendliche Flüchtlinge, die aufgrund ihres Asylstatus Berlin nur dann verlassen dürfen, wenn sie als gesamte Gruppe z.B. einen Ausflug machen. Beantragt hatten die Jugendlichen einen Ausflug nach Hamburg. Diese Möglichkeit, ihr Gastland besser kennen zu lernen, ging nur über einen Sonderantrag, da alle 20 Jugendlichen mitfahren mussten und natürlich auch wollten.

Foto: Moabiter Ratschlag, Katharina HomannFür alle Bewerber_innen boten die Mitarbeiter_innen des Jugendjuryprojektes und zwei engagierte und in der Jugendjury erfahrene Mädchen aus dem Interkulturellen Zentrum für Mädchen und junge Frauen Mädea vorab Beratung vor Ort bzw. im Mädea an. Die beiden jugendlichen Beraterinnen wurden an einem Nachmittag geschult und bekamen eine Beratungsmappe an die Hand. Insgesamt wurde das Beratungsangebot zwar wenig nachgefragt, soll jedoch für 2015 jedoch mit Mädea gemeinsam weiterentwickelt werden.

Die Übersicht der geförderten Projekte zeigt die bunte Fülle der Themen und Inhalte:

Förderrunde April 2014:

  • Humboldthain Grundschule – Freundschaftsfußballturnier der 6. Klassen unterschiedlicher Schulen
  • Kinder- und Stadtteiltreff „Frisbee“ – Ein Tag rund um Lego, Ausflug Legoland
  • Hip Hop-Projekt im „K3“ (Kiez Kids Klub) – HipHop-Kultur als Ganzes vermitteln
  • Schüler_innenorganisation „Talented“, John-Lennon-Gymnasium – Musiker_innen-Talente-Wettbewerb
  • Jugendwohngruppe „Al-Beit“ – Ausflug nach Hamburg
  • „AG Rap und Rhythmus“ der Hedwig-Dohm-Oberschule – Rap-Workshop, Ausflug mit Rapper
  • Weddinger Kinderfarm – Umgestaltung der „Mädchenkammer“
  • Abenteuerspielplatz „TELUX“ – Fahrt zum Luise-Bauernhof
  • „JFE new way“ – eine neue Tischtennisplatte
  • Jugendklub „Schlupfwinkel“ – Motorrad fahren lernen/testen
  • „MÄDEA – interkulturelles Zentrum für Mädchen“ – Nähmaschinen für das Nähprojekt
  • Abenteuerspielplatz „Stadt der Kinder“ – Meerschweinchen-Projekt


Förderrunde Juni 2014:

  • Abenteuerspielplatz „TELUX“ – Tanzworkshop
  • Jugendklub „Schlupfwinkel“ – Veranstaltung „Mädchen-Talent-Show Moabit“
  • Moabiter Grundschulcup-Team – Basketballturniere in Moabit für 3./4. Klassen und 5./6. Klassen
  • Jugendwohngruppe „Al-Beit“ – Ausflug ins Wachsfigurenkabinett
  • Tanzgruppe „Stalklin“ des „Interkulturellen Kinder-, Jugend- und Familienzentrums SCHALASCH-Mitte“ – Kostüme für eine neue Choreografie
  • Kinderzentrum „Ottokar“ – eine neue Tischtennisplatte
  • Kindergruppe im „Theater 28“ – Zuschuss zu einem Theaterurlaub an der Ostsee
  • Fußballerinnen der Leo-Lionni-Schule – Trikots für die Gruppe und Bälle
  • Theatergruppe von „Casa dar“ – Theaterbesuch
  • Abenteuerspielplatz „Stadt der Kinder“ – Graffiti-Projekt und Renovierung des Mädchenbauwagens
  • Fotogruppe des „Moabiter Kinderhofs“ – Fotoapparate für ein Fotoprojekt
  • Band „The Biggest Rocker“ der Andersen-Grundschule – Bandausstattung
  • Konfliktlotsen der Wilhelm-Hauff-Grundschule – Westen für die Konfliktlotsen
  • „Chill-AG“ des Schülerparlaments der Wilhelm-Hauff-Grundschule – Ausstattung des Chill-Raums
  • „Sweet girls“ von „MÄDEA – interkulturelles Zentrum für Mädchen“ – Requisiten und Material für ein Theaterstück mit dem Thema „Mädchen gegen Ausgrenzung“


Fotos + Text: Moabiter Ratschlag, Katharina Homann

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