Bundesweite Online-Befragung “Deine Erfahrung zählt!”

Die bundesweite, quantitative Befragung zu Erfahrungen von Betroffenen rechter, rassistischer, antisemitischer und sexualisierter Gewalt mit Kontakt zu Ermittlungs- und Strafverfolgungsbehörden ist gestartet. Mit der Studie untersucht das Institut für Demokratie und Zivilgesellschaft Jena das Phänomen der sekundären Viktimisierung von Betroffenen im Rahmen von Ermittlungs- und Strafverfahren. Teilnehmen können Personen ab 18 Jahren, die vorurteilsmotivierte Gewalt erlebt haben und danach mit Polizei und/oder Justiz in Kontakt waren. Die Studie wird noch bis zum 31.7.22 durchgeführt.

Zu sehen ist eine bunte Grafik mit dem Aufruf "Deine Erfahrung zählt!"
© Institut für Demokratie und Zivilgesellschaft

Insbesondere marginalisierte Gruppen, wie von Rassismus sowie Antisemitismus betroffene Menschen oder LGBTIQA*-Personen, die ohnehin täglicher Diskriminierung ausgesetzt sind, sind von sekundärer Viktimisierung betroffen. Aus diesem Grund stehen sie im Mittelpunkt der Befragung. Als sekundäre Viktimisierung wird eine erneute Opferwerdung durch Fehlreaktionen beteiligter Akteur:innen bezeichnet. Beispielsweise, wenn Ermittler:innen bei Verletzten und Opferzeug:innen eine Mitschuld an einer Tat konstruieren. Dadurch können die negativen Auswirkungen der primären Viktimisierung der Betroffenen durch die eigentliche Gewalttat zusätzlich verstärkt werden.

Voraussetzung für die Teilnahme an dieser Online-Studie ist, dass die Betroffenen volljährig sind, in Deutschland nach dem 01.01.2016 einen Vorfall vorurteilsmotivierter Gewalt erlebt haben und dazu Kontakt mit der Polizei, Staatsanwaltschaften oder Gerichten hatten. Es gibt keine richtigen oder falschen Antworten, denn das Interesse liegt auf den ganz persönlichen Erfahrungen und Einschätzungen der Betroffenen.

Triggerwarnung: Es kann sein, dass durch die Befragung unangenehme Erinnerungen an den Vorfall hochkommen, die in Einzelfällen emotional überfordernd sein könnten. Für diese Fälle stehen auf der Webseite der Umfrage Kontaktdaten von kostenlos unterstützenden, professionellen Organisationen bereit.

Teilnehmen an der Studie können Betroffene bis zum 31. Juli 2022. Der Online-Fragebogen steht in 10 Sprachen zur Verfügung: Deutsch, Französisch, Englisch, Kurdisch, Vietnamesisch, Serbisch, Arabisch, Persisch, Tigrinya und Türkisch. Weitere Informationen zum Forschungsvorhaben finden sich hier. Die Umfrage selbst findet sich hier.

Kontakt
Institut für Demokratie und Zivilgesellschaft
Tel.: 03641 2719403
E-Mail: studie@idz-jena.de
Web: www.idz-jena.de

 

Quelle: www.idz-jena.de (07.06.2022)