Die Ergebnisse sind da: die geförderten Projekte der zweiten Antragsrunde 2020

17.06.2020

Am 15.06.20 einigte sich die Steuerungsgruppe auf die 13 geförderten Projekte der zweiten Runde.

Wir bedanken uns für die zahlreichen eingereichten Projekte!

Start up! WIR in Europa

Antragsteller*in: Kreuzberger Kinderstiftung
Projektbezirk: überbezirklich
Projektzeitraum: 01.08.2020 bis 30.09.2021
Förderbetrag: 14.960,00 €

Das Projekt „Start up! Wir in Europa“ bildet Alumni der Kreuzberger Kinderstiftung zu ehrenamtlichen
Mobilitätstrainer*innen aus, die dann gemeinsam im ersten Durchlauf mit 10 Schüler*innen (der 7. bis 10. Klassenstufen) aus einer Berliner Oberschule ein Austauschformat im europäischen Ausland ausfindig machen, dessen Programmplanung mitgestalten und sich intensiv auf diese meist erste Erfahrung im Auslandvorbereiten. Der zweite Durchlauf findet dann ab Januar 2021 an einer anderen, vergleichbaren Schule wieder mit 10 Schüler*innen in Berlin statt. Der Fokus liegt dabei auf dem demokratisch-partizipativen Ansatz des Projektes, der Mithilfe von ACT e.V. unter dem Motto "Führe Regie über dein eigenes Leben!" umgesetzt wird. Wir machen daraus das Motto: "Führe Regie bei deiner ersten eigenen Reise!" Die insgesamt 20 ausgwählten Schüler*innen zählen zu unserer Förderzielgruppe der "austauschfernen Schüler*innen" aus Integrierten Sekundar-, Gemeinschafts und Oberschulen. Das Projekt lehnt sich dabei an das Programm "wir weit weg" der Kindervereinigung Leipzig e. an, die seit 5 Jahren erfolgreich mit Realschüler*innen Austauschformate wie z.B. Workcamps in Europa plant und umsetzt. Für die Umsetzung des
Austauschformats kooperieren wir mit einer unserer Partnereinrichtung, die sich auf das Land spezialisiert hat, das die Schüler*innen als Reiseland wählen. Da wir selbst seit 10 Jahren Realschüler*innen auf dem Weg zur Auslandserfahrung zur Seite stehen, haben wir Kontakte zu mehreren großen Austauschorganisationen, wie Experiment e.V., AFS Interkulturelle Begegnungen, Youth for Understanding YFU e.V. und zu Anderen. Abschluss des Projekts ist ein konkreter Reiseplan und vertiefte Kenntnisse über das Zielland. Sowohl Schüler*innen als auch deren Trainer*innen können im Anschluss an unser Projekt mit einer Partnerorganisation von uns ihr geplantes Austauschformat umsetzen. Finanziert wird der Austausch aus Mitteln des ErasmusPlus Programms und durch ein individuelles Stipendium von uns an die insgesamt 20Schüler*innen. Ziel des Projekts sind 20 selbstständige, motivierte und auf Europa neugierige junge Menschen, die bereit sind auf die erste selbstorganisierte Reise ihres Lebens zu gehen.


Begründung der Jury:

Den Einsatz erfahrener Peers und die beteiligende Methode befindet die Jury als sehr sinnvoll. Das Projekt konzentriert sich auf die ersten, sensiblen Schritte einer Vorbereitung und baut Hemmschwellen bei jungen Menschen ab. Somit können sie sich darauf einlassen, neue, interkulturelle Erfahrungen zu machen.

Girls ball too

Antragsteller*in: BC Lions Moabit 21 e.V.
Projektbezirk: Mitte
Projektzeitraum: 12.09.2020 bis 31.12.2020
Förderbetrag: 5.790,00 €

Mein Name ist Nora und ich bin 20 Jahre alt. Mein Vater kommt aus Libyen, meine Mutter ist Deutsche. Ich bin in Berlin Neukölln aufgewachsen und würde im Rahmen meines Projektes "Girls ball too" gerne ein Mädchen Basketball-Netzwerk in Berlin Moabit aufbauen, welches es so noch nicht gibt.

Ich selbst habe mit zehn Jahren mit dem Basketballspielen begonnen und habe schnell feststellen müssen, dass im Mädchen- und Frauenbasketball große Unterschiede gemacht werden. Angefangen dabei, dass es in Berlin kaum reine Mädchenmannschaften im U12 Alter gibt, in Wedding/Moabit gibt es aktuell keine einzige. Zudem haben Mädchenmannschaften oft keine ausgebildeten Trainer*innen, sind nicht im Spielbetrieb angemeldet oder trainieren in schlechter ausgestatteten Hallen. Ich habe als Jugendliche selbst eine u10mixed Mannschaft beim TuS Neukölln trainiert und habe dort leider feststellen müssen, dass alle Mädchen maximal zweimal beim Training waren und dann nicht mehr wiederkamen, weil die Jungen in der Überzahl waren und die Mädchen nicht am Spiel teilhaben ließen. Des Weiteren habe ich auf meiner eigenen Basketball-Laufbahn immer wieder Mädchen in meinen Teams gehabt, deren Familie ein Problem damit hatte, dass sie Basketball spielen, teilweise sind Mädchen deshalb wieder aus dem Team gegangen.

All diese Probleme würde ich gerne im Rahmen meines Projektes aufgreifen und ihnen möglichst präventiv Entgegenwirken. Ich würde gerne mit einem großen Kinder-Fest auf dem Hof des Gymnasiums Tiergarten starten, dies ist die Heimhalle meines Vereins "BC Lions Moabit". Dieses Fest soll nicht speziell dem Basketball gewidmet sein, sondern vielmehr als ein erster Ort der Begegnung dienen und Raum für Austausch bieten. Geplant sind verschiedene Stände (z.B. ein Stand mit Kuchen, Essen, Spielen, Gesichtsbemalung, Basteln..), eine Hüpfburg soll es geben und natürlich mehrere kleine Basketball-Stationen, die von Trainer*innen begleitet werden, damit erstmals Basketballluft geschnuppert werden kann. Das Fest soll als Möglichkeit dafür dienen, Mädchen für den Verein zu werben und das ganze dadurch möglichst niederschwellig zugänglich zu machen. Zudem würden wir vorher auch gerne an umliegenden Grundschulen werben und versuchen, Kooperationen aufzubauen. Für das Fest an sich soll durch Flyer, Werbung auf der Website, Zusammenarbeit mit Kooperationspartnern und Werbung durch Mitglieder im Verein gemacht werden. Das Fest soll an einem Samstag im September stattfinden und ist dort angesetzt, da das Schuljahr dieses Jahr im August beginnt und wir uns durch den Schulstart der Kinder erhoffen, dass einige noch nach einem Freizeitangebot suchen, um die freie Zeit nach der Schule zu gestalten.

Haben sich dann genügen Mädchen gefunden, würde ich daraus gerne ein Team gründen, welches ich selbst trainieren möchte. Ich arbeite als Erzieherin im Kindergarten und spiele selbst seit zehn Jahren Basketball, weshalb ich denke, dass ich dieser Aufgabe gewachsen bin. Zudem denke ich, dass mein Migrationshintergrund die Kommunikation mit den Eltern vieler Kinder eventuell vereinfachen könnte und auch sprachliche Barrieren (bei arabisch sprechenden Familien) gebrochen werden könnten. Auch denke ich,basierend auf den in meinen vorherigen Teams gemachten Erfahrungen, dass es Eltern leichter fallen würde ihre Töchter Basketball spielen zu lassen, wenn das Team von einer Frau trainiert würde. Dies wäre auch im Verein eine Prämiere, denn es gab bisher noch keinen weiblichen Headcoach. Wenn das Team dann steht, würde ich gerne eng mit den Eltern zusammenarbeiten und somit auch Aufklärungsarbeit leisten. Dies soll ich Form von regelmäßigen Elternbriefen oder Newslettern geschehen, zudem sollen auch regelmäßig Elterncafes mit den Coachen stattfinden, um sich austauschen zu können. Da wir davon ausgehen, dass viele Kinder aus sozial schwächeren Familien zu uns kommen werden, sind die Mitgliedsbeiträge für Kinder sehr gering gehalten und liegen bei 6 Euro pro Monat. Das Projekt soll also einleiten, dass ein Mädchen-Basketballnetzwerk in Moabit entsteht und hat somit kein entgültiges Schlussdatum, da wir hoffen, dass das Team nicht nur bei einem einzigen bleibt und das Netzwerk auch noch weit über das eigentliche Projekt hinaus besteht. Nichtdestotrotz rechnen wir mit einer ersten Evaluation im Dezember, um den weiteren Verlauf des Projektes abschätzen zu können.


Begründung der Jury:

Dieses Projekt ist ein Leuchtturm und kann Vorbild für andere Vereine sein - ebenso im Hinblick auf eine reale Leerstelle in der Gender-Gerechtigkeit. Die Repräsentationsarbeit und Identitätsstiftung kombiniert mit dem wirkungsvollen Teilhabe-Hebel überzeugte die Jury.


JUNG FRAGT (H)ALT - Politik-Talk mal anders

Antragsteller*in: Lena Leisten
Projektbezirk: Friedrichshain-Kreuzberg
Projektzeitraum: 01.07.2020 bis 01.07.2021
Förderbetrag: 6.160,00 €


Über die letzten Monate habe ich ein Konzept für ein politisches Talk-Format entwickelt, in dem vor allem
jungen Menschen zwischen 16 und 25 die Möglichkeit gegeben werden soll, ihre politischen Fragen und
Anregungen einzubringen und dann auch im Rahmen einzelner Sendungen live mit PolitikerInnen zu
diskutieren. Dazu sollen die Möglichkeiten Sozialer Netzwerke mit denen des klassischen Politik-Talk-
Formats kombiniert werden.


Der JUNG FRAGT (H)ALT – Instagram-Account
Politisch interessierte Jugendliche sollen zunächst die Möglichkeit erhalten, ihre politischen Anliegen und
Fragen bei einem eigenen Account von JUNG FRAGT (H)ALT auf Instagram einzureichen.
Form: Anliegen/Fragestellung Sie können dabei sowohl eine Textnachricht aber auch ein Foto oder ein Video einreichen. Möglich wären auch innovativere Beitragsformen wie ein Poetry-Slam-Text, ein selbst gemaltes Bild, eine Illustration – ihrer Kreativität sind dabei keine Grenzen gesetzt und sie soll aktiv zur Verdeutlichung des eigenen Anliegens eingesetzt werden.
Thema: Die Themen sind bei den Einreichungen explizit nicht begrenzt, da es darum gehen soll, eigene Themen einzubringen, die einem wichtig erscheinen. Es kann jedoch auf Beispielthemen hingewiesen werden, wie: Rassismus, die Gestaltung von Lehrplänen oder Ähnliches.
Was mit den Beiträgen passiert: Option A: Der Beitrag mit dem persönlichen Anliegen soll auf dem Instagram-Account geteilt werden, hier könnte man z.B. auch einzelne PolitikerInnen markieren, wenn sich das Anliegen explizit an sie richtet. So hätten sie die Möglichkeit, direkt darauf zu reagieren.
Option B: Der Beitrag soll eine Bewerbung für das Talk-Format sein. Die Person, die ihn einreicht, möchte also nicht bloß auf ein bestimmtes Anliegen oder eine Fragestellung aufmerksam machen, sondern möchte diese mit fachlich zuständigen PolitikerInnen im Rahme des Talk-Formats diskutieren und traut sich das auch zu. Auswahlkriterien für die Einladung zur Sendung und das Teilen von Beiträgen: * Der Altersgruppe von 16 bis 25 soll der Vortritt gelassen werden * Relevanz des Themas *Innovation: Themen, die bislang wenig oder keine Beachtung finden, sollen besondere Berücksichtigung
Finden * Kreativität in der Gestaltung der Einsendung
Zeitlicher Rahmen für jede Sendung: 45 Minuten
Wer? alle Jugendlichen zwischen 16 und 25 Jahren können ihre Beiträge via Instagram einreichen


Für die Sendung:
ProtagonistInnen: Pro Sendung 2 Jugendliche (16-25 Jahre) und 2 Abgeordnete, die in ihrer politischen Arbeit mit dem Thema der Sendung befasst sind
Host/Moderation: Ich würde das Ganze moderieren.
Zielgruppe der Sendung: Vor allem 14 bis 25-Jährige


Wo? Mögliche Ausspielplattform und Bewerbung der Sendung: *Fernsehen *Eigener YouTube-Kanal, auf dem die einzelnen Talk-Sendungen für alle zugänglich sind *Eigener Instagram-Kanal, auf dem zusätzlich auch Ausschnitte aus den Sendungen gezeigt werden sowie ausgewählte Beiträge
Aufnahmeort: offen
Pilotsendung: Halle von ALEX Berlin


Warum?/ Zielsetzung
Wenn man sich im Fernsehen die großen Politik-Talk-Formate wie maybrit illner, Maischberger oder Anne Will, anschaut, dann sieht man fast ausschließlich Leute ab 30 in Spitzenpositionen diskutieren. Geht es ausnahmsweise mal um ein Jugend-Thema, wird meist über die Jungen gesprochen, aber nach wie vor wenig mit ihnen. Dabei sind seit Fridays-for-Future tausende SchülerInnen politisch engagiert und gehen für ihre Ziele auf die Straße. Das Interesse ist da, der Dialog eher weniger. Besonders in der Klimadebatte funktioniert der Austausch zwischen der jungen Generation und der älteren Generation, die größtenteils in der Politik vertreten ist, nur unzureichend.
Ein derartiges Talk-Format könnte nicht nur zur politischen Bildung von jungen Leuten beitragen, sondern ihnen auch die Möglichkeit geben, eigene Ideen einzubringen und in einen Dialog mit der Politik zu treten. Es wird dabei auch das Gefühl transportiert: Du kannst was bewegen, du kannst mitreden und du wirst gehört! 


Es würde außerdem auch die Kommunikationsfunktion der Politik stärken und der Demokratieverdrossenheit entgegenwirken. PolitikerInnen lernen, die Perspektiven und Wünsche junger Leute besser wahrzunehmen und sich mit ihnen auseinander zu setzen. Vorteil für die ZuschauerInnen wäre: Die PolitikerInnen sind dazu angehalten, nicht mit leeren Phrasen und Schlagwörtern zu argumentieren, sondern in einer Sprache, die auch 16-Jährige verstehen.  


Begründung der Jury:

Mit Instagram als ein von Jugendlichen stark genutztes Medium kann dieses Projekt nicht nur eine hohe Reichweite und Aufmerksamkeit erzielen, sondern zeigt neue Wege zukünftiger Demokratieförderung auf.

Film dein Netzwerk

Antragsteller*in: meredo e.V.
Projektbezirk: Reinickendorf
Projektzeitraum: 06.07.2020 bis 31.12.2020
Förderbetrag: 14.934,40 €


Unter dem Titel "Film dein Netzwerk" plant der meredo e.V. die Umsetzung von zwei Projektwochen zum Oberthema Nutzung sozialer Online-Netzwerke. Die Umsetzung erfolgt innerhalb der zweiten Jahreshälfte 2020 in zwei Durchläufen mit jeweils einer Klasse ab Klasse 5 zweier verschiedener Schulen. Ein Wochenprojekt verläuft über 5 Schultage von jeweils 8 bis 13 Uhr und wird im meredo umgesetzt.
Innerhalb eines Projektes setzen sich die Teilnehmenden in vier Gruppen mit verschiedenen Themenbereichen der Nutzung sozialer Netzwerke auseinander und erarbeiten sich ihr jeweiliges Gruppenthema zu Beginn der Projektwoche. Zu diesen Schwerpunktthemen erstellen die Gruppen kurze Erklär-Filme im Trickfilmformat, mit Legetrick oder mit Schauspiel-Elementen. Dabei sind verschiedene Themenbereiche denkbar: die Verbreitung und der Zweck von Falschnachrichten (Fake News) in sozialen Netzwerken, der Umgang miteinander im Internet (Verbreitung von Hate Speech und Hasskommentaren), die Relevanz von Persönlichkeitsrechten/ Bildrechten und Urheberrecht sowie die Sicherheits- und Privatsphäre-Einstellungen der von ihnen genutzten Apps (wie z.B. Instagram, WhatsApp oder Tic Toc).
Die Teilnehmenden setzen sich mit dem gewählten Themenbereich auseinander und erarbeiten in Gruppen jeweils eigene Kurzfilme oder Videoclips, die sie selbst drehen, bearbeiten und fertigstellen. Es entstehen Filme, bei denen die Kinder ihr Wissen an andere vermitteln, selbst wichtige Einstellungsmöglichkeiten erklären, auf Stolpersteine hinweisen oder ihr Lieblings-Netzwerk und seine Funktionsweise erklären. Die Filme richten sich an andere Kinder und Jugendliche, an Eltern oder auch Lehrkräfte. Sie zeigen, was den Schüler*innen wichtig ist, und wie sie sich mit herausfordernden Themen der Mediennutzung auseinandergesetzt haben. Nach jedem Projekt findet eine Abschlussveranstaltung mit allen Teilnehmenden im meredo statt, zu der sie ihre Freunde und Familien einladen und ihnen die Ergebnisse der Projektwoche präsentieren.
Das gesamte Projekt wird begleitet von pädagogischem Fachpersonal, welches sich sowohl mit den technischen Aspekten des Filmdrehs eines Erklärfilmes, als auch mit inhaltlichen Aspekten der sicheren Nutzung von Online-Netzwerken auskennt und die Teilnehmenden entsprechend kompetent begleiten kann. So steht jeder Gruppe ein*e Medienpädagog*in zur Verfügung, der*die deren Arbeit begleitet und unterstützend zur Seite steht. Die fertigen Filme können später in verschiedenen Kontexten verwendet werden: Zum einen werden sie online zur Verfügung gestellt, damit sie verschiedenen Zielgruppen als Hilfestellung dienen. Zum anderen stehen sie für die weitere pädagogische Nutzung mit Kindern, Jugendlichen und Familien in der Schule, im meredo und für viele weitere pädagogische Zwecke und Einrichtungen zur Verfügung.
Ziel der Projekte ist die aktive Auseinandersetzung der Kinder und Jugendlichen mit zentralen Themen und kritischen Aspekten ihrer eigenen Mediennutzung. Sie sollen ihr eigenes Mediennutzungsverhalten reflektieren, Gefahren erkennen und sich gemeinsam neue Handlungsoptionen erarbeiten. Diese Handlungsoptionen geben sie in Form der erstellten Filme an andere weiter und helfen ihnen so, soziale Netzwerke besser zu verstehen und sie im Umgang damit zu schulen. Durch das Erlernen eines Umgangs mit anderen Nutzer*innen in sozialen Medien sowie mit eigenen und fremden Daten innerhalb von Netzwerken wird auf eine Stärkung der Teilnehmenden in Hinsicht auf ihr eigenes Verhalten gezielt. So erhalten sie das Rüstzeug für ein friedliches und soziales Miteinander, einen Austausch und zur aktiven Beteiligung an gesellschaftlichen Prozessen.
Die Teilnehmenden werden aktiv an der Gestaltung des Projektes beteiligt, da sie die Inhalte für die Erstellung ihrer Medienprodukte selbst auswählen und gemeinsam entscheiden, wie sie das durch sie präsentierte Wissen in ihren Filmen aufarbeiten. Sie erhalten somit die Fähigkeiten, ihre eigenen Interessen zu formulieren und die Kompetenz, an Entscheidungsprozessen aktiv mitzuwirken. Auch durch die Einbindung der Eltern in die Nutzung der entstandenen Werke im Alltag der Schule und bei Veranstaltungen des meredos wird deren Beteiligung an den Themen Mediennutzungsverhalten und Internetsicherheit – für sich selbst und ihre Kinder – erzielt.


Begründung der Jury:

Die Produktion von Kurzfilmen und die anschließende Diskussion mit Anderen helfen in der Auseinandersetzung mit Fakten, um Verschwörungstheorien zu entkräften. Außerdem sensibilisiert das Projekt für Datenschutz und Persönlichkeitsrechte – hochaktuell und daher förderwürdig.

Grünes Klassenzimmer

Antragsteller*in: Kids & Co.
Projektbezirk: Marzahn-Hellersdorf
Projektzeitraum: 10.08.2020 bis 30.10.2020
Förderbetrag: 5.610,00 €


Das VKK ist eine Schule des Zweiten Bildungswegs und hat etwa 600 erwachsene Lernende, die in Bezug auf Ihr Alter, Ihre aktuellen Lebenszusammenhänge und Ihren Migrationshintergrund sehr heterogen sind. Die meisten Kollegiat*innen sind zwischen 20 und 25 Jahren jung. Aufgrund der Schulversuchsklassen für geflüchtete junge Menschen, beträgt der Anteil der Menschen nicht-deutscher Herkunft 60%. Die Mehrheit der Kollegiat*innen haben vielfältigen Unterstützungsbedarf. Dies umfasst bürokratische Angelegenheiten, Süchte, Schulden, psychische Erkrankungen, Themen mit der Herkunfts- oder selbst gegründeten Familie.


Für viele stellt das Erlangen des Abiturs eine neue Chance dar, die es aus unserer Sicht von vielen Seiten aus abzusichern gilt. Neben bereits vorhandenen Angeboten wie Sprachbildung, Medienkompetenz und sozialpädagogischer Begleitung ist es deshalb sinnvoll neue Beteiligungsformate zu schaffen. Vor allem das vorliegende Angebot zur Förderung von demokratischen Mitwirkungsprozessen im Kolleg sehen wir als wichtiges Mittel, Selbstwirksamkeit zu erleben, gesellschaftliches Engagement und Teamgeist zu entwickeln und ganz konkret zu erleben, wie demokratische Beteiligung den Alltag an Schule (Kolleg) verändern kann.


Geplant ist die Neugestaltung des brachliegenden Schulgartens durch ein „grünes Klassenzimmer“ in gemeinsamer Arbeit von Lernenden und Lehrenden. Sitzgelegenheiten sollen entstehen und ein Sonnensegel zur Beschattung angeschafft werden. Es sollen (Hoch-)Beete gebaut sowie Obstgehölze gepflanzt werden.
Die Gestaltungsideen für das Areal und die Gestaltung der Fläche erfolgen gemeinsam mit den Kollegiat*innen. Ihr Wunsch ist es, mit dem grünen Klassenzimmer einen Begegnungsort zu schaffen, an dem inner- und außerhalb des Unterricht gelernt werden kann und der überdies zum Quatschen, Bepflanzen und Ernten, Musizieren, Theater spielen u.v.m. einlädt. Dies fördert nicht nur ein positives Schulklima durch gemeinsame Begegnung, Aktivität und das neuartige Lernen. Es fördert die Selbstwirksamkeit jeder*s Einzelnen und bietet die Möglichkeit an der Begegnung mit der Vielfalt der Menschen am VKK zu wachsen.


Begründung der Jury:
Bereits der Antrag zeigt viel ehrenamtliches Engagement auf, das aus der Schülerschaft kommt. Mit dem Projekt befähigen sich die Teilnehmenden, den Raum anzueignen/ zu recyceln, in dem sie viel Zeit verbringen und etwas für ihre Zukunft tun. Die Jury ist überzeugt, dies ist förderungswürdig.

Das Menschenbild

Antragsteller*in: JugendTheaterWerkstatt Spandau e.V.
Projektbezirk: Spandau
Projektzeitraum: 01.08.2020 bis 31.12.2020
Förderbetrag: 9.000,00 €


Im Projekt "das Menschenbild" erarbeiten zwei Künstler'innen gemeinsam mit einer Gruppe Jugendlicher eine interaktive Performance, die sich mit dem Prinzipien eines konstruierten Systems und der darin festgelegten Definition und Funktion des Menschen wie auch den damit einhergehenden Beschränkungen auseinandersetzt. Es wird untersucht, was den Menschen ausmacht und inwieweit vorherrschende gesellschaftliche Umstände unser Menschenbild und unser Verständnis von Menschlichkeit beeinflussen. Sie gehen den Fragen nach: inwieweit ist der theoretische Anspruch des Sozialstaates praktisch umgesetzt und hat dieser Auswirkung auf den zwischenmenschlichen Umgang? Wo gibt es Barrieren -ob sprachlich, politisch oder sozial - und was sind die Konsequenzen dieser Barrieren? Ein Kernaspekt des Projekts ist die Förderung kultureller und politischer Teilhabe, sowohl vom Ensemble als auch vom Publikum. Als Format ist eine niederschwellig interaktive Performance in Anlehnung an ein Planspiel gedacht, bei dem sich das Publikum ebenfalls als Teil des bespielten Systems wahrnehmen und agieren kann. Sowohl Publikum als auch Ensemble können dadurch die Erfahrung machen, dass kleine Handlungen relevante Veränderungen nach sich ziehen können. Außerdem sollen die Vorstellungen nicht in der abgeschiedenen Künstlichkeit eines Theaterraums stattfinden, sondern in einem leerstehenden Lokal mitten in der Altstadt Spandaus und somit mitten im alltäglichen Leben. Die Vorstellungen sind kostenfrei und somit für alle Interessierten erreichbar.
Da es sich um eine Stückentwicklung handelt, ist das Ensemble komplett an der Entstehung der Performance beteiligt. Neben dem dramaturgischen und performativen Part können die Teilnehmenden auch in sämtlichen anderen Bereichen am Prozess partizipieren, ob beim Bühnenbild, beim Kostüm oder als Technik- oder Produktionsassistenz. Was am Ende auf die Bühne kommt wird innerhalb der Gruppe demokratisch entschieden. Die Jugendlichen erhalten somit die Gelegenheit, sich ihren eigenen Interessen entsprechend einbringen zu können und sich als aktiver und wichtiger Teil an der gemeinschaftlichen Produktion wahrzunehmen. Die Erarbeitung erfolgt anhand theaterpädagogischer Methoden, u.a. des biografischen Theaters, wodurch die Teilnehmenden die Möglichkeit zur Reflexion der eigenen Lebenswirklichkeit erhalten und es durch die Auseinandersetzung mit dem Thema und den Erfahrungen der anderen zum Austausch kommt. Durch die künstlerische Umsetzung der Aspekte erfahren die Jugendlichen ihre eigene Ausdrucksfähigkeit. Wichtig ist uns dabei die Diversität der Gruppe, um durch diesen Prozess das Verständnis für andere Lebenswirklichkeiten fördern zu können. Neben der Partizipation und Reflexion ist Nachhaltigkeit ein wichtiger Faktor. So sollen Sachmittel (Kostüme, Bühnenbild, Requisite), die für die Performance gekauft werden müssen, überwiegend Gegenstände sein, die nach den Vorstellungen sinnvoll gespendet werden können.

Begründung der Jury:

„Ein Projekt mit großen Potenzial“, meint die Jury. Die spielerische Beteiligung des Publikums an einem interessanten öffentlichen Ort, um die Frage zu beantworten, was Menschlichkeit ausmacht und die kreative Simulation unterschiedlicher Rollen, fördern das Verständnis anderer Positionen sowie die Reflexion eigener Ansichten.

Fair Play - Kunst für mehr Gerechtigkeit

Antragsteller*in: Grips Werke e.V.
Projektbezirk: Mitte
Projektzeitraum: 12.08.2020 bis 01.08.2021
Förderbetrag: 15.000,00 €


Fair Play – offene Workshops zu Facetten von Gerechtigkeit. Jeder Termin besteht aus gemeinsamem Einstieg, Arbeit in Workshops zu künstlerischen Ausdrucksformen wie Rap, Video, Performance, Ergebnispräsentation, methodischem Feedback und Themenwahl. Zudem können Teilnehmende eigene Workshops anbieten. Dabei werden sie vom Team unterstützt. Eine Abschlusspräsentation bündelt die gesammelten Ergebnisse. Aufgrund positiven Feedbacks aus Open Stage - Formaten wie Speak out loud! Konnten wir daraus mit Fair Play ein innovatives, an den Bedürfnissen der Jugendlichen ausgerichtetes Format entwickeln.Die Corona-Krise zeigt deutlich, dass der Begriff Solidarität oft lediglich Rücksichtnahme innerhalb einer privilegierten Gruppe meint, während Menschen, die als nicht zugehörig markiert werden, in diesem Diskurs nicht mitgedacht werden. Fair Play soll eben diesen Menschen eine Plattform, Austausch- und Beteiligungsmöglichkeiten bieten und inhaltlich befähigen, Kritik fundiert und künstlerisch zu äußern. Fair Play soll einen Begegnungsraum für Menschen aus unterschiedlichen Kontexten schaffen: Jugendliche, die erst seit Kurzem oder schon immer in Deutschland leben, die strukturelle Benachteiligungen erleben oder gesellschaftliche Privilegien genießen, sollen sich ungezwungen und auf Augenhöhe in einem geschützten Raum treffen können und ihre Perspektiven zu politischen Themen austauschen. Dabei bildet der künstlerisch-methodische Zugang die Grundlage, um Fähigkeiten der Jugendlichen zu stärken und ihnen evtl auch neue, gewaltfreie Möglichkeiten der Artikulation anzubieten. So fördert das Projekt ein Bewusstsein dafür, dass Politik unmittelbar mit der eigenen Lebenswelt zusammenhängt und über künstlerische Mittel eine direkte Beteiligung am öffentlichen Diskurs möglich wird. Um dieses Zielpublikum zu erreichen, arbeiten wir eng zusammen mit folgenden Kooperationspartnern: Jugendliche ohne Grenzen, BUMF, Flüchtlingsrat, dem Rapper/Künstler Matondo Castlo, GRIPS Theater sowie Wildes Palais von den Kulturprojekten Berlin.
Das Projekt startet mit drei monatlich aufeinanderfolgenden offenen Workshops, die im Rahmen des Wilden Palais im Podewil stattfinden, bei dem das GRIPS Theater schon viele Jahre einen Slot bespielt hat. Die Workshops beginnen Donnerstags, 17:00. Auf den gemeinsamen Einstieg folgen zwei Stunden Workshop. Ab 20:00 wird mit Ergebnispräsentation und gemeinsamem Essen abgeschlossen. Dieser Ablauf bleibt konstant. Nur der letzte Termin beinhaltet eine größere Präsentation und Abschlussfeier.Die Workshops und Präsentationen finden im Podewil statt. Durch die lange Zusammenarbeit der Kulturprojekte und dem GRIPS Theater ist dieser Ort einerseits für viele an das GRIPS gebundenen Menschen ein vertrauter Ort. Andererseits vermittelt das Gebäude aufgrund seiner Architektur und Lage einen Eindruck, den viele Jugendliche mit sogenannter Hochkultur verbinden. Sich diesen Raum anzueignen und dort künstlerisch und politisch Präsenz zu zeigen, ist ein wichtiger Teil der breiten Beteiligung Jugendlicher. Durch die Beschäftigung mit von den Jugendlichen gewählten Aspekten von Gerechtigkeit wird ein persönlicher, kreativer Zugang zu einem politischen Thema geschaffen: Jede*r Jugendliche hat Erfahrungen mit (Un)gerechtigkeit, ob im Konflikt mit Eltern oder Institutionen wie z.B. Schule. Auch stiftet das Thema an, Gerechtigkeit einzufordern und Ausdrucksweisen dafür zu erproben.nicht nur Thema, sondern auch die Kunstform wählen zu können, macht demokratische Aushandlungsprozesse direkt erfahrbar. Die Kunstformen Rap, Video und Performance sind festgelegt, um mit kontinuierlichen Workshopleitungen zu arbeiten und Medien zu bedienen, die vielen Jugendlichen niedrigschwellige Anknüpfungspunkte bieten. Die Vielfalt der Kunstformen erlaubt, Menschen mit unterschiedlichen Interessen anzusprechen. Die Option, selbst einen Workshop zu gestalten und anzuleiten, verdeutlicht bewusst, dass Wissen und Fähigkeiten der Jugendlichen gleichberechtigt mit dem des „professionellen“ Workshopteams sind. So wird die oft unsichtbare Hierarchie von Alter und sozialer Herkunft infrage gestellt. Jugendliche können auch mehrere Workshops anleiten, um Kontinuität zu erfahren.
Ziel ist, dass Jugendliche sich für mehr Gerechtigkeit in ihrem Leben einsetzen. Im Laufe des Projekts entstehen Forderungen in verschiedenen Kunstformen zu max. 6 Ebenen von Gerechtigkeit. Diese Ebenen können sein: Freiheit vs Sicherheit; Klima; Gender; Gesundheit; Geld; Bildung; Diskriminierung; Strafe/Schuld; Zivilcourage; gerechte Entscheidungen. Formate für Forderungen können z.B. über soziale Medien verbreitete Videos sein, Briefe an politische Institutionen, performative Interventionen im öffentlichen Raum oder dezentral aufgeführte Songs. Eigene Belange künstlerisch in politische Forderungen wandeln und vor wohlwollendem Publikum
präsentieren, heißt, junge Menschen zu bestärken und zu ermutigen, sich an politischen Diskursen zu beteiligen. Ihre Stimme ist wertvoll.


Begründung der Jury:

Theater macht Demokratie – so die Jury in ihrem Fazit: Junge Menschen finden einen persönlichen und kreativen Zugang, wenn sie in der Auseinandersetzung mit dem Thema Gerechtigkeit lernen, Kritik durch künstlerische Ausdrucksformen zu äußern.

Ich hab'n Plan!

Antragsteller*in: Die gelbe Villa
Projektbezirk: Friedrichshain-Kreuzberg
Projektzeitraum: 06.07.2020 bis 31.12.2020
Förderbetrag:12.864,80 €


Kinder und Jugendliche engagieren sich verstärkt für ihre Belange und die nachhaltig gestaltete Zukunft ihres Lebensraumes. Nachhaltigkeit meint hier eine gesellschaftliche und nicht zuletzt politische Entwicklung, die deutlich über den bloßen Umweltbegriff hinausreicht. Sie verlangt nach Partizipation – vor allem derer, die in Zukunft auf diesem Planeten leben werden. Heute getroffene Entscheidungen – ob Ernährung, Konsum, Fortbewegung, Bildung oder technologische Entwicklungen – beeinflussen nicht nur die nachfolgende Generation hier, sondern praktisch auf der ganzen Welt. Es geht somit um Beteiligung, Konfliktlösung, Diskussion und letztlich neue Verhaltensmuster in unserem Zusammenleben.
Unsere Idee „vor Ort“ dazu: Wir entwickeln in einem Projekt mit Kindern und Jugendlichen im Alter von etwa 11 bis 16 Jahren in unserem Sozialraum einen digitalen "Stadtplan der Nachhaltigkeit". Umwelt- und ressourcensensibel sowie sozial gerecht zu leben, wirft bereits im Kleinen eine Reihe ganz unterschiedlicher Fragen auf. Wo gibt es etwa gerettete Lebensmittel, wo kann ich mich über Jugendkulturen informieren und an politischen Prozessen teilhaben? Welche nahegelegenen Grünflächen und Sportstätten kann ich kostenfrei nutzen? Wo kann ich was reparieren lassen – anstatt es neu anzuschaffen? Wo lassen sich kostengünstig oder-frei Räder ausleihen? Die Gestaltung eines solchen Plans erfolgt sowohl analog (Recherchen und Interviews im Kiez, Fotos und Filme aufnehmen, Besuch anderer Einrichtungen und Läden etc.) wie digital (Gestaltung/Programmierung des Plans; es ließe sich die App Actionbound https://de.actionbound.com/
einbinden, später die Vernetzung/Verknüpfung mit anderen Seiten/Angeboten etc.), wobei die Karte später stufenweise auch auf andere Stadtteile erweitert werden kann.
Die Teilnehmenden arbeiten in den Werkstätten der gelben Villa in Workshops mit kleinen Gruppen intensiv gemeinsam mit diversen Expert*innen, das sind Kunst- und Medienschaffende, Kartograf*innen, Vertreter*innen der Kinder- und Jugendbeteiligung sowie der Lokalpolitik. Die Workshops finden im Spätsommer und Herbst 2020 sowohl außerunterrichtlich mit Schulklassen (2 Wochen) wie auch im Rahmen des Ferienprogramms der gelben Villa (3 Wochen) statt.
Aus wechselnden Perspektiven beleuchten sie das Kernthema - von Fragen der Ernährung und des Konsums über die Aspekte Upcycling und Repair bis hin zu Mobilitätsfragen, Klima und Stadtentwicklung. Sie machen sich schlau auf Exkursionen und besuchen Orte der Nachhaltigkeit vom Supermarkt mit geretteten Lebens-mitteln bis hin zu urban gardening-Projekten.Die Informationen fließen schließlich ein in das digital zu er-stellende Kartenmaterial, unseren Plan der Nachhaltigkeit. Es wird altersgerecht und ansprechend gestaltet. Gerade gegenwärtigen Herausforderungen und Beschränkungen durch die Covid 19-Pandemie begegnet unser Vorhaben somit kreativ und innovativ durch das Verknüpfen von Analogem und Digitalem, von Lokalem und Globalem. Wer „den Plan hat“, kann einen Blick auf lokales Engagement und auf die Vielfalt von Lebenswelten im Stadtteil werfen. Er ermöglicht Anregungen und jede Menge Ideen zum Mitmachen.
Im großen Maßstab repräsentiert der Plan letztlich die Wertvorstellung, dass wir als Weltgemeinschaft weder auf Kosten von Menschen auf anderen Kontinenten noch von zukünftigen Generationen leben dürfen.
Mit dem Projekt möchten wir also junge Menschen zu einem zukunftsfähigen Denken und Handeln befähigen sowie ihr Engagement und ihre Beteiligung an gesellschaftlichen Transformationsprozessen stärken.


Begründung der Jury:

Die Jury freut sich auf das fertige Produkt: Das Vorhaben ist realitätsbezogen, hat die Zukunft nicht nur im Blick, sondern fokussiert auf Nachhaltigkeit als wichtiges Anliegen junger Menschen. Der Stadtplan als anwendbares Ergebnis, lädt zum aktiven Gebrauch und zur beteiligenden Weiterentwicklung an.

#digitaldemocracy: Mitgestalten – Demokratie entfalten

Antragsteller*in: Deutsche Gesellschaft für Demokratiepädagogik e.V.
Projektbezirk: Mitte
Projektzeitraum: 01.07.2020 bis 31.12.2020
Förderbetrag: 15.000,00 €


Das Bündnis Bildung für eine demokratische Gesellschaft in Berlin und Brandenburg will digitale Einflussmöglichkeiten in der demokratischen Gesellschaft erkunden und erproben, verbreiten und verfügbar machen. Junge Menschen werden dort erreicht, wo sie täglich anzutreffen sind: Über ihre Smartphones und Tablets. Informationen und Diskussionen über die Verfasstheit der Gesellschaft werden hier verbreitet – über Generationen hinweg. Klimawandel, Gesellschaft in und nach der Pandemie, demokratische Schule, vielfältige Lebensstile, Stadtgestaltung und Angebote für junge Menschen: Erwachsene können sich qualifizieren und von jungen Menschen lernen. Gerade Jugendliche entwickeln in rasender Geschwindigkeit Formate, mit denen sie sich untereinander erreichen. Gemeinsam mit Menschen aus Kinder- und Jugendbeteiligungsformaten, Jugendorganisationen und nicht organisierten Kindern und Jugendlichen wollen wir diese Formate abbilden und für inklusive Demokratiebildung nutzbar machen. Demokratiegefährdenden Tendenzen, die sich zunehmend in Form von Verschwörungstheorien im Netz verbreiten, etwas entgegenzusetzen, kann nur in einem breiten Bündnis von Organisationen und mit jungen Menschen gemeinsam funktionieren.
Über 40 aktive Bündnispartner*innen, wie Kinder- und Jugendparlamente, Landesschüler*innenvertretung, das Jugendportal „jup!“, das SV-Bildungswerk, EPIZ, „Gesicht Zeigen!, Vertreter*innen aus den Jugendämtern der Bezirke, um nur einige zu nennen, arbeiten seit mehreren Monaten intensiv an der Vorbereitung eines Berlin-Brandenburger Demokratietages. Das Bündnis will starke Kooperationen zwischen außerschulischem und schulischem Engagement und Partizipationsförderung anregen. Auch das Land Berlin, hier insbesondere die Senatorin für Bildung, Jugend und Familie, Sandra Scheres, hat sich der Bundesinitiative angeschlossen und zugesagt, entsprechende Aktivitäten zu entwickeln und zu unterstützen.
Die Ausbreitung der Pandemie und die damit verbundenen Beschränkungen machen neue Formate sowie ein Überarbeiten der bestehenden Projektideen nötig, die Begegnung, Diskussion und Beteiligung lebendig und zielgruppenspezifisch ermöglichen. Diese neuen digitalen Aktivitäten wollen wir auf einer Website darstellen und parallel verschiedene Formate der ePartizipation gemeinsam mit Kindern und Jugendlichen erproben.
Die demokratische Einmischung der Jugendlichen im Sinne der Klimabewegung und anderer gesellschaftspolitischer Entwicklungen hat zu einem starken Momentum geführt. Es gilt nun, dies zu nutzen und mit neuen Formaten zu verzahnen, um Orte zu schaffen, an denen Demokratie digital erlebt und gestaltetet werden kann. Wenn wir Kinder und Jugendliche unabhängig von ihrem sozioökonomischen Status und ihren jeweiligen Lebenswelten weiterhin ermuntern wollen, sich politisch zu interessieren, sich am gesellschaftlichen Diskurs zu beteiligen und in der Demokratie zu engagieren, müssen wir gemeinsam mit ihnen Orte schaffen, an denen dies möglich ist. Digitale Angebote haben das Potential, eine große Vielfalt der Lebenswelten und Lebenssituationen junger Menschen einzubeziehen und Kindern und Jugendlichen eine Stimme zu geben. Um dies zu erreichen, muss die Gestaltung solcher Formate von Anfang an eng mit den Erfahrungen der Demokratiebildung verzahnt und ein empowernder Ansatz gewählt werden, der die aktive Mitbestimmung fördert.
Eine demokratische Gesellschaft zu denken, muss eine reale Perspektive in der analogen Welt haben. Deshalb sollen politische Entscheidungsträger*innen, Vertreter*innen der Bezirke und Schulleitungen eingebunden werden, um in Dialogveranstaltungen Vereinbarungen über konkrete Maßnahmen treffen zu können. 


Begründung der Jury:

Der richtige Weg, so die Jury, um in Zeiten von Kontaktauflagen mit ePartizipation eine Verzahnung mit der analogen Welt sowie den Dialog der Generationen zu fördern: Erwachsene lernen von jungen Menschen digitale Orte kennen. Dass die Beteiligungsformate länger als nur einen Tag dauern, bereichert das Projekt sinnvoll.

Change your school! - Berliner GSV-Netzwerk

Antragsteller*in: Bildungswerk für Schülervertretung und
Projektbezirk: berlinweit
Projektzeitraum: 01.08.2020 bis 30.06.2021
Förderbetrag: 14.487,20 €


Unser Projekt ist ein Unterstützungsangebot von und für Jugendliche, die sich in Berliner Gesamtschüler*innen- vertretungen sowie in den Bezirksschülerausschüssen und im Landesschülerausschuss engagieren. Durch die Etablierung eines GSV-Netzwerks können sie sich gegenseitig bei ihren Anliegen und Problemen unterstützen und gemeinsam SV-Arbeit weiterentwickeln. Ergänzende digitale Formate sowie konkrete Vor-Ort-Unterstützung an Schulen sorgen auch außerhalb der Netzwerktreffen für eine Stärkung der SV-Strukturen und verstärken den Austausch und die Kooperation unter Berliner Schüler*innen. Ausgangspunkt des Projektes ist die demokratische Veränderung des Lebensraums Schule durch Schüler*innen selbst. Demokratieerziehung ist in der Theorie ein wichtiges Ziel der Berliner Schule - doch eine demokratische Schulkultur unter aktiver Mitgestaltung von Schüler*innengelingt nur selten. Schule muss die Voraussetzungen schaffen, dass Jugendliche Teil einer demokratischen Gesellschaft werden können. Selbstorganisierte Formate der Demokratieerziehung und der politischen Bildung sind dafür von großer Bedeutung. Die Stärkung von SV-Arbeit auf allen Ebenen ist zur Förderung einer demokratischen Entwicklung von Schule und Gesellschaft ein geeignetes Mittel. Unser Projekt schließt als Initiative von und für Jugendliche eine wichtige Lücke in den vielfältigen Angeboten rund um Demokratiebildung: Jugendliche stehen im Mittelpunkt und treffen alle Entscheidungen selbstbestimmt und unabhängig.
Unser wichtigster Ansatzpunkt ist die Gesamtschüler*innenvertretung (GSV), die als gesetzlich vorgesehene Gremium die Interessen aller Schüler*innen vertritt und zahlreiche Möglichkeiten hat, um Schule mitzugestalten - z.B. durch die Mitgliedschaft in Gremien. Oftmals ist die GSV jedoch nicht in der Lage, nachhaltigzusammenzuarbeiten und eigene Projekte umzusetzen. Auch sind sich viele ihrer eigenen Rechte und Möglichkeiten nicht bewusst, oder ihnen fehlen Wissen und Methoden, um die unterschiedlichen Interessenlagen aller Schüler*innen aufzunehmen. Die Schwierigkeit, Kontakt zur Basis der Schüler*innenschaft zu halten, betrifft neben den GSVen der einzelnen Schulen auch die Strukturen des Landes- und der Bezirksschülerausschüsse.
Schülervertreter*innen und andere Engagierte sind oftmals mit wenig Erfahrung auf sich allein gestellt. Unser Kernanliegen ist, dass Schüler*innen praktische Unterstützung für ihre Anliegen und für ihr (schulisches) Engagement bekommen. Dieses Ziel erreichen wir durch die drei verschiedenen Projektbestandteile: Auf 14-tägigen offenen Netzwerktreffen kommen Aktive aus unterschiedlichenSchulen zusammen und haben dort die Möglichkeit, sich über aktuelle Projekte und Herausforderungen auszutauschen und gemeinsam Lösungen zu entwickeln - sei es zur Planung einer Vollversammlung, einer Aktion gegen Handyverbote oder anderem. Dafür müssen sie kein Amt in einer GSV innehaben. Im Rahmen der Treffen werden zudem Fortbildungsmöglichkeiten und “Skill- Sharing” für die Jugendlichen angeboten. SV-Berater*innen des SV-Bildungswerks unterstützen dabei. Das Netzwerk bietet außerdem Raum zur Entwicklung neuer, schulübergreifender Projekte wie z.B. die Durchführung eines Demokratietages, einer inhaltlichen Kampagne oder einer gemeinsamen Veranstaltung. Auch außerhalb der Netzwerktreffen möchten wir einniedrigschwelliges Angebot machen. Deshalb stellen wir sowohl bewährte als auch neue, im Projekt erprobte Methoden und Materialien online zur Verfügung. Zusätzlich möchten wir über soziale Netzwerke ( z.B. Facebook, Instagram, TikTok) eine digitale Community aufbauen und diese mit kurzen Videos, Quizzen, Q&As (virtuelle “Sprechstunden”) und weiteren Formaten erreichen und sie auf das Projekt aufmerksam machen. Die Projektassistenzen sind regelmäßig über digitale Kommunikationswege erreichbar. Dritter Bestandteil ist die bedarfsweise Unterstützung von Schulen und GSVen durch Workshops und praktische Hilfe bei Projekten vor Ort. Mind. 5 GSVen und mind. 7 Schulprojekte werden durch Mitglieder des Netzwerks sowie ergänzend durch SV-Berater*innen unterstützt bzw. neu aufgebaut. Allgemein ist das Projekt als “Hilfe zur Selbsthilfe” konzipiert und prozessorientiert gestaltet, sodass von den Schüler*innen initiierte Aktivitäten gerade auch selbstorganisiert außerhalb der Netzwerktreffen stattfinden und dabei weitereJugendliche erreichen, und die konkreten Formate und Methoden jederzeit angepasst werden können. Durch Kooperationen mit dem LSA, den Bezirksschülerausschüssen sowie mehreren Kinder- und Jugendbeteiligungsbüros stellen wir die Breitenwirkung des Projekts sicher, stärken die genannten Strukturen in ihrer Wirksamkeit und vernetzen sie mit Jugendlichen, die bisher noch nicht aktiv sind und/oder noch keinen Kontakt zu diesen hatten. Zwei an das SV-Bildungswerk angegliederte Projektassistenzen sorgen für den organisatorischen Rahmen, begleiten die Netzwerktreffen methodisch und sind dauerhaft für alle Fragen ansprechbar.


Begründung der Jury:

Die aktive Mitgestaltung durch Schülerinnen und Schüler ist essentiell für eine demokratische Schulkultur. Die Fachjury ist sich gewiss: Diese Form der Beteiligung und Vertretung der Anliegen von sowie durch Kinder und Jugendliche kann nicht genug Unterstützung erhalten.

Kinder- und Jugendparlament

Antragsteller*in: Verein für Berliner Stadtmission
Projektbezirk: Mitte
Projektzeitraum: 15.08.2020 bis 14.08.2021
Förderbetrag: 15.000,00 €


Der Frage: unter welchen Umständen können Kinder und Jugendliche, die in Flüchtlingsunterkünften leben, in ihren Lebensräumen zur Teilhabe befähigt werden? Kommt eine besondere Bedeutung zu. Diese Frage soll, exemplarisch in der Flüchtlingsunterkunft ,,City 54“ in der Chausseestraße 54, in 10115 Berlin beantwortet werden.
In der Unterkunft für geflüchtete Menschen ,,City54“, die seit 2015 geflüchtete Menschen beherbergt, wohnen 169 Bewohnerinnen und Bewohner unter 18 Jahre (Stand April 2019). Insgesamt wohnen dort 396 Bewohnerinnen und Bewohner; Kinder und Jugendliche machen somit rund die Hälfte der Bewohnerschaft aus. Insgesamt gibt es 29 unterschiedliche Nationalitäten in der Unterkunft. Ungefähr die Hälfte der Bewohnerschaft lebt nach Angaben des Betreibers seit mehreren Jahren in der Einrichtung. Wie aus den Zahlen zur Bewohnerstruktur erkennbar, handelt es sich bei der Unterkunft um eine Einrichtung, die sich auf Familien spezialisiert hat. In der Regel haben Familien ein eigenes Wohnabteil, mit eigener Küche und eigenem Bad. Es gibt zudem einen Aufenthaltsraum, in dem sich Bewohner*innen treffen können.


Die Einrichtung ist seit der Umgestaltung zur Flüchtlingsunterkunft eine Partnerschaft mit verschiedenen z.T.
Ehrenamtlichen Organisationen eingegangen. Dazu gehören: *Olof-Palme Zentrum (Pfefferwerk Stadtkultur gGmbH) *Begegnungsstätte „Mehr Mitte“ (Berliner Volkssolidarität) *Nachbarschaftszentrum „Bürger für Bürger“ (Berliner Volkssolidarität) *Familienzentrum Wattstraße (Pfefferwerk Stadtkultur gGmbH) *WIB e.V. *SC Minerva 1893 e.V. *TransVer (Charité) *Jenny de la Torre Stiftung *Zirkus Internationale e.V.
*kein Abseits e.V. *Salam e.V. *Wedding Hilft *ReDi School of Digital Integration *DRK Humboldthain
*Familienzentrum Moabit-Ost (Fokus Plus gGmbH) *bwgt e.V. *evin e.V. *Stiftung Digitale Chancen
* Al Dar e.V. *LouLou Begegnungsort (Stadtrand gGmbH) *Transaidency e.V. *InterAktiv e.V. *KulturLeben Berlin – (Schlüssel zur Kultur e.V) *himmelbeet Gemeinschaftsgarten *Frauenzukunft e.V.


Das BENN-Mitte-Team führte in Zusammenarbeit mit dem Moabiter Ratschlag e.V., Wir im Brunnenviertel e.V. und Ehrenamtlichen von BENN Mitte eine einmalige Umfrage für Kinder und Jugendliche innerhalb der Unterkunft in Form eines Events durch. Teilgenommen haben: *Insgesamt:79 *Kinder (6-12 Jahre) 62 *Jugendliche (12-17 Jahre) 14 *Junge Erwachsene (18-25) 3 *Weiblich: 31 *Männlich: 48. Die Umfrage ermöglichte einen interessanten Einblick in die Lebenswirklichkeit der jungen Menschen in der Unterkunft. Sie schaffte bei den Akteur*innen, die an der Erstellung dieses Antrags beteiligt wurden, die Erkenntnis, dass eine passgenaue Steuerung der Angebotsstruktur für die Kinder- und Jugendlichen nur dann gelingen kann, wenn die minderjährigen Bewohner*innen zu einer Äußerung ihrer eigenen Perspektiven befähigt werden. Ein Kinder- und Jugendparlament wäre hierzu ein sehr geeignetes Instrument.


Begründung der Jury:

Ein Pilotprojekt, das bereits die Zustimmung der Betreibers hat und nah dran ist an der Lebensrealität von Geflüchteten in Zeiten von C-19. Die minderjährigen Bewohnerinnen und Bewohner können demokratische Prozesse aktiv ausprobieren und kennenlernen. Die Dokumentation sowie Kommunikation der Prozesse und Ergebnisse inspiriert andere zur Nachahmung, weshalb die Jury dieses Projekt zur Förderung empfiehlt.

Peer Helper - Stark fürs Engagement!

Antragsteller*in: Juventus e.V./ Jugendförderverein
Projektbezirk: Pankow
Projektzeitraum: 01.07.2020 bis 31.12.2020
Förderbetrag: 15.000,00 €


 „Peer Helper – Stark fürs Engagement“ ist ein Projekt des Jugendclubs Mahler 20 und seines Trägers Juventus e.V. zur Engagement Förderung und zur niederschwelligen Qualifikation von Peer Helpern im Kontext der Jugendarbeit. Im Hintergrund des Projektes steht zum einen den Artikel § 11 SGBVIII, laut dessen junge Menschen die Jugendarbeit mitbestimmen und mitgestalten sollen und der dazu auffordert, junge Menschen zur Selbstbestimmung, gesellschaftlicher Mitverantwortung und sozialem Engagement hinzuführen. Hinter der Projektidee steht aber auch der in Beteiligungsrunden mehrfach ausgedrückte Wunsch vieler Besucher*innen des Jugendclubs Mahler 20 ihre Kompetenzen zu Gunsten der Jugendarbeit einzusetzen, mehr Verantwortung zu übernehmen und - durch den Erhalt von Aufwandsentschädigungen und die Ausstellung von Zertifikaten über ihr außerschulisches und ehrenamtliches Engagement - ihre Teilhabechancen in der Gesellschaft zu erhöhen.
Die Übernahme von Verantwortung im Kontext der Jugendarbeit als Peer Helper erfordert nun eine gewisse
Basisqualifikation. Es existieren dafür auch viele Möglichkeiten für junge Menschen sich zu qualifizieren und
ihr Engagement-bestreben mit know how zu stärken. Diese erreichen aber oft nicht die jungen Menschen aus
eher bildungsfernen Kontexten auf Grund einer Vielzahl von Zugangsbarrieren. Für diese Zielgruppe, zu denen die meisten Besucher*innen des Jugendclubs gehören, erscheint ein sprachlich, methodisch, räumlich und zeitlich angepasstes Bildungsangebot notwendig. Der Träger Juventus e.V. will sich mit „Peer Helper – Stark fürs Engagement“ der Herausforderung stellen, ein niederschwelliges Bildungsangebot für junge Menschen aus eher bildungsfernen Kontexten zu schaffen und durchzuführen. Die Qualifikation soll sich am Inhalt der Juleica-Ausbildung orientieren und besonders interessierte Beteiligten sollen auch die Möglichkeit erhalten, die Juleica-Ausbildung komplett zu absolvieren.
Zum Inhalt dieser Qualifizierung gehört zum einen eine Basisqualifikation mit einer Einführung über Gruppendynamik, Konfliktmanagement, Recht, demokratische Aushandlungsverfahren, Beteiligungsmethoden und Projektmanagement. Zum Inhalt gehört zum anderen die Auseinandersetzung mit einem ausgewählten Schwerpunkt (z.B. Gruppenspiele oder Tonaufnahme) und die Teilnahme an einem Erste-Hilfe-Kurs. Parallel zu diesem Theorieteil soll einen Praxisteil absolviert werden, bei dem die Teilnehmenden auf der Basis ihrer Kompetenzen und Interessen Angebote für Jugendliche oder für Kinder entwickeln und durchführen. Der Praxisteil wird von den Mitarbeitern des Jugendclubs begleitet und wird in regelmäßigen Reflexionsrunden Mal mit allen Peer Helpern, Mal nur mit einem Mitarbeiter ausgewertet.

Ziele des Projektes sind zum einen das Engagement und die Mitbestimmungsfähigkeiten der jungen Menschen zu stärken, zum anderen die Befähigung der jungen Menschen im Kontext der Jugendarbeit, selbst niederschwellige Beteiligungsprozesse anzuleiten, die Interessen ihrer Peers herauszufinden und zu berücksichtigen und so selbständig wie möglich Angebote für junge Menschen zu entwickeln und anzuleiten. Mit „Peer Helper – Stark fürs Engagement!“ erhalten junge Menschen aus bildungsfernen Kontexten die Chance sich zu qualifizieren, ihre Kompetenzen zu stärken, ihre Beteiligungsrechte besser wahrzunehmen, imJugendclub und im Kiez aktiver mitzumischen, sich ehrenamtlich verantwortungsvoll einzusetzen, Anerkennung zu erfahren und ihr Taschengeld zu erweitern. Daraus ergeben sich ebenfalls die Stärkung des Selbstwertgefühls und des Selbstvertrauens der Beteiligten, sowie – dank dem Nachweis über das ehrenamtliche Engagement und über die erworbenen Schlüsselkompetenzen - wichtige Türöffner für den Zugang z.B. zu Ausbildungsplätzen. 12 zum Peer Helper qualifizierte junge Menschen, zwei von jungen Menschen selbstbestimmten und selbstorganisierten Ferienwochen für junge Menschen im Kiez (z.B. in Gemeinschaftsunterkünften) und den Einsatz von Peer Helpern im Jugendclub Mahler 20 im ganzen Projektverlauf sind die zu erwartenden Ergebnissen des Projektes „Peer Helper – Stark fürs Engagement!“.


Begründung der Jury:

Junge Menschen befähigen, andere junge Menschen zu beteiligen und zu stärken – dieser Ansatz überzeugte die Jury. Jugendliche erproben und erleben mit ihrem Engagement demokratisches Handeln und übernehmen dafür Verantwortung.

Antirassistisches Spielmobil - ganz Berlin spielt mit

Antragsteller*in: SJD Die Falken
Projektbezirk: berlinweit
Projektzeitraum: 01.07.2020 bis 30.06.2021
Förderbetrag: 13.500,00 €


Das “Antirassistische Spielmobil - ganz Berlin spielt mit” der Falken Berlin ist ein berlinweit agierendes Projekt mit antirassistischen Schwerpunkt. Die Einmaligkeit dieses Projektes lässt sich durch die Struktur und Aufgabenstellung erkennen: Das Grundgerüst des Projektes besteht aus einmaligen Spieleinsätzen auf z.B. Stadtteil- und Kiezfesten und aus festen Koorperationspartner_innen z.B. Geflüchtetenunterkünften, Schulen mit sog. Willkommensklassen, interkulturellen Jugend- und Kinderzentren und anderen Projekten. Bei einmaligem Spieleinsätzen können bis zu 50 Kinder verschiedensten Alters erreicht werden. Außerdem können je nach Zielgruppe die Spielgeräte und Methoden variiert werden, sodass möglichst viele Kinder und Jugendliche partizipieren können. Mit festen Koorperationspartner_innen wird hingegen ein gemeinsamer Turnus erarbeitet, in welchem das antirassistische Spielmobil die Einrichtung und/oder das Projekt besucht. Hierbei können bei jedem Einsatz unterschiedliche Schwerpunkte wie “Kennenlernen”, “Kooperation”, “Zusammenhalt”, “Ermächtigung”, “Kreativität” und “Kinderrechte” gesetzt werden. Besonders ist hier, dass ein gemeinsamer Lernprozess und Regelmäßigkeit für die Kinder und Jugendlichen durch die festen Einsätze entsteht.
Die Einsätze werden von 3-4 unterschiedlich positionierten Teamer_innen durchgeführt. Sie werden durch

Fort- und Weiterbildungen, Workshops und Teamtreffen für Themen wie Antidiskriminierung sensibilisiert. Besonders ist hierbei die Peer-to-peer Bildung, indem Teamer_innen sich gegenseitig (weiter)bilden. Besonders hevorzuheben ist dabei das Team des antirassistischen Spielmobil welches aus aktiven Teamer_innen der Falken Berlin und anderen pädagogisch Interessierten besteht. Eine Projektleitung plant die Einsätze, übernimmt den Kontakt mit den Kooperationspartner_innen, plant Teamtreffen und stellt damit die Qualifizierung des Teams sicher. Spielmethoden, Spiele und Spielgeräte werden als barrierearme Zugänge zu komplexen Themen wie Antidiskriminierung und Privilegien genutzt. Spielen sehen wir dabei als ein Grundbedürfnis von allen Kindern an und wollen dies nutzen, um eine Schnittstelle zwischen politischer Bildungsarbeit und Spiel und Spaß zu schaffen, nämlich Spielen mit antidiskriminierender, besonders antirassistischer, Haltung. Wir sind der überzeugt, dass Themen der Antidiskriminierung für Kinder und Jugendliche durch die Bearbeitung auf spielerische Ebene leicht zugänglich werden. Hierfür werden bisher genutzte Spielmethoden, wie Planspiele, Positionierungsübungen und Warm-ups überarbeitet, sodass sie einen antirassistischen Schwerpunkt haben und neue Methoden werden gemeinsam konzipiert. Außerdem kann durch die Mobilität des antirassistischen Spielmobils sichergestellt werden, dass genügend Möglichkeiten zu spielen an Orten geschaffen werden, wo sich bis dato wenige bis gar keine Spielgeräte und Angebote befinden. Dabei legen wir wert darauf, dass Ausmalbücher, in welchem unterschiedlichste Kinder abgebildet sind, Stifte und Papierbögen in vielen verschiedenen Hautfarben, Bälle, Tore, Rollenrutsche, Hüpfburg, Schminke mit Vorlagen, welche explizit von Rassismus betroffene Kinder zeigt, genutzt werden. Ziele der Einsätze unterscheiden sich je nach Positionierung der Gruppe in Empowerment- oder Awareness-Charakter. Damit wird ein allgemeines Demokratie- und Gleichbehandlungsverständnis entwickelt und gefördert. Außerdem soll Interesse geweckt werden sich selbst politisch zu engagieren - im eigenen Kiez/Bezirk oder bei den Falken Berlin. Durch die Methoden des antirassistischen Spielmobils werden Teilnehmenden im Alter zwischen ca. 6 und 18 Jahren bestärkt für die Gleichbehandlung aller Kinder und Jugendlichen einzustehen und Stellung zu beziehen zu rassistischen Anfeindungen und anderen Diskriminierungsformen. Das Projekt erstreckt sich im Zeitraum von Juli 2020 bis Juni 2021. Dabei sind insgesamt in ganz Berlin 24 Einsätze im Jahr 2020 geplant und 16 im Jahr 2021. Es wird eine Summe von 13.500€ beantragt, um das Projekt durchzuführen. Aufgrund der aktuellen Lage bezüglich der Covid-19 Pandemie ist der Zugang zu Spielorten eingeschränkt, Kiez- und Stadtteilfeste können nicht stattfinden und Schulen sind weiterhin geschlossen. Diese Situation stärkt Ausgrenzungs- und Isolationsdynamiken. Das antirassistische Spielmobil kann auch in Kontaktverbotszeiten weiterhin agieren, um diesen entgegenzuwirken. Zum Beispiel durch die Ausleihe und Transport von Spielgeräten und Spielen. Außerdem ist eine Projektphase geplant, in welcher Videoanleitungen zu einzelnen Spielgeräten und Spielen aufgenommen werden, um sicherzustellen, dass Einrichtungen weiterhin den Zugang zu Spielmöglichkeiten haben.


Begründung der Jury:

Die Idee an unterschiedlichen Orten auf freiwilliger Basis ein Ausprobieren, Lernen und gemeinschaftliches Erleben zu ermöglichen, wird inhaltlich neu aufgeladen. Der mobile Erlebnisworkshop mit hoher Reichweite überzeugte die Jury. Das Spielmobil erreicht viele Menschen, die diese Angebote gerne nutzen würden, es aber bisher nicht konnten.

 

Newsletter abonnieren

Pressespiegel abonnieren

Der Versand erfolgt Montag bis Sonnabend jeweils bis 11:00 Uhr