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Die Förderentscheidungen der 2. Antragsrunde 2019

25.06.2019

Am 24.06.19 hat die Steuerungsgruppe entschieden und 9 weitere Projekte dürfen sich auf eine Förderung durch den Jugend-Demokratiefonds freuen.

Wir danken allen für die zahlreichen Projektvorschläge! Die Entscheidungen waren wie immer nicht einfach und wir wünschen den neuen Förderprojekten viel Erfolg bei der Umsetzung ihrer Ideen und Ziele.

Hier sind die Förderentscheidungen:

Jugendmedientage 2019 - Open Space

Jugendpresse Deutschland e.V.

Förderbetrag:  9.390,00 €
Projektzeitraum: 01.07.2019 - 31.12.2019
Neuantrag
Thema: Förderung des ehrenamtlichen Engagements

Die Jugendmedientage (JMT) sind eine Medienkonferenz mit und für Menschen zwischen 16 und 27 Jahren und finden in diesem Jahr vom 01. bis 03.11. in Berlin statt. Sie eröffnen die Chance eines ersten oder vertiefenden Kontakts mit dem Medienmachen selbst. Jugendliche können in direkten Kontakt mit Profis aus der Medienbranche treten und ihren Vorbildern auf den Zahn fühlen. Darüber hinaus fungieren die JMT als Ort des Austauschs und der Gemeinschaft, der kritischen Reflexion und der Meinungsbildung – grundlegende Voraussetzungen für einen nachhaltigen Journalismus in unserer demokratischen Gesellschaft. Beteiligungsformate wie Kompakt- und Intensiv-Workshops, Lounges, Dialogin-seln und Aktionsflächen sorgen dafür, dass Themen nicht nur rezipiert, sondern aktiv diskutiert und emotional erlebbar gemacht werden. Medienpolitische und -ethische Fragestellungen rücken wir in den Fokus, um das Bewusstsein und den Weitblick der Teilnehmenden für relevante gesellschaftliche Entwicklungen zu schärfen und ihre Fähigkeit zur genauen Reflexion zu stärken.
Die Jugendmedientage kreieren Raum für Information, Austausch und Vernetzung. Wir zeigen Wege auf, wie sich Jugendliche ehrenamtlich engagieren und einbringen können: Von der Beteiligung an Schülerzeitungen, über das Engagement in Schülervertretungen und den Jugendpresse-Verbänden bis hin zu anderen jugendeigenen Projekten. Aus Erfahrung wissen wir, dass das Aufzeigen von Partizipationsmöglichkeiten junge Menschen enorm motiviert, sich ver-stärkt einzubringen und an einer aktiven Zivilgesellschaft mitzuwirken. Expertinnen und Experten geben während der JMT persönlich und praxisnah ihre Erfahrungen an die Teilnehmenden weiter. Vor Ort stehen sie jederzeit für Fragen und Diskussionen zur Verfügung. Somit verstehen sich die JMT weniger als Fachkongress, sondern vielmehr als Netz-werkplattform, die innerhalb des Teilnehmendenfeldes zu einem intersozialen und zwischen Referierenden und Teil-nehmenden zu einem intergenerativen Dialog führt. Gemeinsam wollen wir während der JMT 2019 daran arbeiten, eine demokratische Öffentlichkeit herzustellen und Jugendliche zu Engagement zu ermutigen. Insbesondere sehen wir es als unsere Aufgabe, jungen Menschen mit und ohne Migrationshintergrund einen kritischen Umgang mit der vielfältigen Medienlandschaft zu vermitteln, um aus der Fülle der Inhalte und Meinungen die relevanten und verlässlichen Informa-tionen filtern zu können. Nur aus gut informierten Heranwachsenden gehen mündige Bürger hervor. Jugendliches Engagement fördern wir frühzeitig, um ein Zeichen zu setzen: Bereits junge Menschen mit und ohne Migrationshintergrund können und sollen aktiv die Gesellschaft mitgestalten.
Beim „Open Space“ am letzten Tag der Jugendmedientage steht die Vernetzung der Teilnehmenden untereinander und der Austausch mit verschiedensten Medienschaffenden und gesellschaftlich Engagierten im Vordergrund. Das offene Format soll die Teilnehmenden zum einen dazu anregen, sich über ihre eigenen Workshopergebnisse und Ideen der letzten Tage auszutauschen und zum anderen weitere Inspiration für ihr zukünftiges Engagement im Medienbereich zu erhalten.
Um alle Teilnehmenden bestmöglich mitzunehmen, wurde für den Open Space folgendes Format konzipiert: An mehreren Dialoginseln sitzen jeweils drei bis vier Vertreter und Vertreterinnen aus bestimmten Themenbereichen. So wird es eine Dialoginsel „Politik und Medien“, „Gesellschaft und Medien“, „Innovationen im Medienbereich“, „Selbstständigkeit in den Medien“, „Influencer“, „Medien international“ und „Ehrenamtliches Engagement“ geben. Daneben gibt es eine Dialoginsel, in der die Workshopergebnisse der Vortage ausgestellt und diskutiert werden. Im Speeddating-Format wechseln die Teilnehmenden zu Beginn des Open Spaces nun von Dialoginsel zu Dialoginsel und erfahren in kurzen Vorstellungsrunden, wer an den jeweiligen Dialoginseln sitzt und was das Thema ist.
Nach dieser Speeddating Phase kann nun jede/r Teilnehmende frei von Insel zu Insel wechseln und sich tiefergehend über die jeweiligen Themen informieren und sich mit den Vertreterinnen und Vertreter aus den unterschiedlichen Themenbereichen sowie untereinander austauschen. Parallel dazu wird es Messestände verschiedener Medienhochschulen und Journalismusorganisationen geben, an denen sich die Teilnehmenden zum Thema „Wege in den Medienberuf“ informieren können.


Begründung der Jury:

Die Zielgruppe junger Medienschaffender in Verbindung mit einem ehrenamtlich tätigen Vorbereitungsteam und dem Empowerment durch das Aufzeigen von Engagementmöglichkeiten wird als förderwürdig angesehen.

CUCUwohnen - junge Wohnungsbaugesellschaft in Grün

Schlesische 27 JugendKunst- und Kulturzentrum

Förderbetrag:  13.000,00 €
Projektzeitraum: 01.08.2019 - 30.06.2020
Neuantrag
Thema: Entwicklung und Erprobung neuer Beteiligungsformate

Unser Jugendkulturhaus organisiert experimentelle Projekte, die auf das Zusammenleben in der wachsenden internationalen Stadt fokussieren. Im Zentrum steht die Frage, wie wir künftig solidarisch zusammen wohnen, lernen und arbeiten können. Die Jugendkampagne WOHNWUT eröffnete in 2014 mit dem Festivalgelände JUNIPARK unsere stadtweite Recherche zur prekärer werdenden Wohnsituation von Jugendlichen. Doch die Situation hat sich inzwischen noch verschärft: Nach dem Abi ausziehen von zu Hause, am Ende der Jugendhilfe aus der betreuten WG in eine eigene Bude wechseln oder nach den ersten Jahren in der Flüchtlingsunterkunft endlich ein eigenes Zimmer beziehen: all das ist schier unmöglich geworden in Berlin. Das Recht auf Wohnen ist zwar in den Allgemeinen Menschenrechten verankert, doch wird es zunehmend aussichtsloser, mit einem Azubigehalt, mit einem schmalen Studentenbudget oder gar mit Asylbewerberleistung in Berlin bezahlbaren Wohnraum zu finden. Viele junge Menschen bleiben auf der Strecke, haben WG-Castings und die frustrierende Suche im Netz aufgegeben und hoppen mit Schlafsack von Sofa zu Sofa. Bei einer spontanen Umfrage in der S27 haben an einem Stichtag 60% der Trainees angegeben, dass sie sehr dringend Zimmer oder Wohnung suchten. Ähnlich verhält es sich bei Berufsschüler*innen des OSZ Max-Bill-Schule und Student*innen der Kunsthochschule Weißensee, die mehrfach in der S27 mit jungen Geflüchteten zusammenarbeiteten. Rund 40 Jugendliche und junge Erwachsene aus diesen Gruppen wollen nun zusammen aktiv werden und in künstlerischen Bauworkshops Modelle und potenzielle Lösungen für MINIMALES WOHNEN in Berlin entwerfen.
"Baust du noch oder wohnst du schon?" - wir starten den Feldversuch CUCUwohnen! Zusammen mit Künstler*innen und Architekt*innen erproben wir uns in zehn Workshop-Formationen an visionären Neubaukonzepten: Das Optimum im Modell, experimentelles Auswuchern an bestehender Bausubstanz und Einnisten in Lücken. Es geht um Provisorien und temporäre Wohnskulpturen, Minimalarchitekturen an verborgenen und unerwarteten Orten in der Stadt. Damit die Vorschläge weiter diskutiert und auf ihre Zukunftstauglichkeit geprüft werden können, soll ein illustrer Musterhaus-Katalog produziert werden. Dieser wird zum Logbuch und Portfolio für die junge Wohnungsbaugesellschaft CUCU-wohnen, die als Planspiel und mit dem Charakter einer performativen Übungsfirma die Bauexperimente steuert. Für die jungen Akteur*innen geht es darum, besser durchzublicken, wie Wohnungsbau in Berlin funktioniert (…und manchmal eben auch nicht). Entlang der Performances und Bauaktionen können Zusammenhänge der wachsenden Stadt mit Wohnraumsicherung - mit all ihren sozialen und ökonomischen Komponenten - reflektiert werden. Dafür erhalten wir während des Projektverlaufs Rat und tatkräftige Unterstützung aus der Fachwelt. Die Künstler*innen Todosch Schlopsnies und Federica Teti kuratieren das Gesamtprojekt und leiten die baulichen Einnistungen an; die Architekt*innen von raumlabor Berlin beraten die Konstruktionen im Stadtraum und im Haus der Statistik; Expert*innen vom QM, Programm Soziale Stadt, von Genossenschaften sowie sozialen Wohnungsbaugesellschaften informieren in den CUCUlectures über ihre Arbeit, Baustadträte stehen für Interviews mit der StreetUnivercity bereit.
Die kreativen Bauworkshops und strukturellen Recherchen erstecken sich vom Herbst 2019 bis zum Frühling 2020. Im Mai nächsten Jahres lädt die junge Wohnungsbaugesellschaft zur Bauausstellung CUCUwohnen mit Übernachtungsparty ein. (Standort: Es wird im Verlauf des Projektprozesses abgestimmt, ob die Bauausstellung am besten beim Haus der Statistik, auf dem Gelände Ratiborstraße oder auf dem alten Schulgartengelände am Dammweg in Neukölln eingerichtet werden kann.)Während der ungewöhnlichen Bauausstellung wird schwer debattiert werden, welche Wohnskulptur denn, mit revolutionären Maßstäben gemessen, die beste sei, Verbreitungspotenzial und Zukunftschancen hätte. Eine Jury, bestehend aus Expert*innen aus Nachbarschaft, Jugend, Politik und Stadtentwicklung, wird die optimale Wohnskulptur küren. Im gesamten Projektverlauf strecken wir unsere Fühler aus und suchen nach einer mutigen Berliner Wohnungs-baugesellschaft, die nach dem Projektende das Siegermodell in lokal angepasster Form nachhaltig und schlüsselfertig mit uns umsetzen möchte. CUCUwohnen kann hoffentlich schon bald Bewerbungen entgegennehmen.


Begründung der Jury:

Das Projekt greift eine aktuelle Problemlage von jungen Menschen auf und initiiert über vielfältige Gestaltungs- und Beteiligungsmöglichkeiten eine Auseinandersetzung mit beispielhafter Lösungssuche.

HaymattSchau

Taschengeldfirma e.V.

Förderbetrag: 6.125,00 €
Projektzeitraum: 01.09.2019 - 31.12.2019
Neuantrag
Thema: Förderung von Vielfalt und Toleranz/ Demokratie

Kunst stärkt Haltung: In Zeiten von Nachrichtenblasen und populistischen Meinungsbildern ist es insbesondere für die heranwachsende Generation wichtig, eine selbständige Haltung zu entwickeln und diese zum Ausdruck zu bringen. Dies gilt umso mehr noch für junge Menschen mit Migrationshintergrund, die sich im Zuge des Wiedererstarkens nationalis-tisch aufgeladener politischer Debatten, in vielen Bereichen des täglichen Lebens xenophober Diskriminierung ausge-setzt sind: Funktionierende Integration in einer pluralen Gesellschaft braucht Mündigkeit aller. Künstlerische Ausdrucksformen bieten jungen Menschen nicht nur die Möglichkeit, sich zu artikulieren, zu erproben und Fähigkeiten zu entdecken. Gleichzeitig ermöglicht Kunst die Freiheit, sich in selbstgewählter und selbstbewusster Weise kreativ mit den Herausforderungen in demokratischen Gesellschaften auseinanderzusetzen. Eine lebendige Zivilgesellschaft braucht eine lebendige Diskussionskultur. Beides ist gegenwärtig wieder verstärkt nötig, um den vielfältigen Formen sozialer Exklusion entschieden entgegen zu treten. Und umso dringlicher ist das schwerpunktmäßige ‚Empowernment‘ oftmals mehrfach von Ausgrenzung bedrohter (Ziel-)Gruppen gefordert, um ein entsprechendes Korrektiv zu schaffen, das so-wohl gesamtgesellschaftlich als auch in der spezifischen Gruppe wirksam ist.
Im vergangenen Jahr haben wir erfolgreich das Projekt ‚Container Protokolle‘ umgesetzt, in dem sich junge Neuköllner mit Migrationshintergrund mit ‚Identität‘ bzw. dem Identitätsbegriff befasst haben. Als zusammenfassendes Ergebnis aus etlichen Musik-, Video-, Rap- und Theater-Workshops ist hierbei zum einen eine mobile Kunst-Installation entstan-den, die im vergangenen Herbst auf unserer Projektfläche auf dem Tempelhofer Feld zum ersten Mal ausgestellt wurde. Ein weiteres Ergebnis war der Wunsch der teilnehmenden Jugendlichen danach, als Gruppe auch in Zukunft in ähnlicher Weise weiterzuarbeiten. Für unser neues Jugend-Kunst-Projekt ‚HaymattSchau‘, das zusammen mit Schüler*innen aus Kreuzberg und Neukölln und in Kooperation mit lokalen Künstlern, dem Märkischen Museum Berlin (ehem. ‚Heimatmuseum Berlin‘), dem FHXB-Museum, dem Kreuzberger Rap- und Hip-Hop-Label ‚Endzeit Industry‘ sowie der Nürtingen-Grundschule und dem Kotti e.V. (der das u.a. der Schule angegliederte dortige Schülerhaus betreibt) stattfinden soll, hat der Fonds Soziokultur bereits eine Teilförderung in Höhe von ca. 18.000 € bewilligt. Die Fördersumme ist für den kreativ-künstlerischen Bereichs des Projekts vorgesehen und an eine weitere Projektförderung bzw. dementsprechende Fehlbedarfsfinanzierung für die strukturell-rahmengebende pädagogisch-didaktische Arbeit gekoppelt.
Neben der Stärkung persönlicher (Ausdrucks-)Fähigkeiten durch selbstgewählte Kunstformen, ist das zentrale Ziel des Projektvorhabens, dies im beschriebenen Zusammenhang mit politischer Bildung zu verflechten. So sollen die Teilneh-mer*innen über das Erlernen von Selbstorganisation im Gruppenzusammenhang und die Praxis einer entsprechenden, offenen Diskussionskultur ein grundlegendes Verständnis demokratischer Entscheidungsfindung vermittelt bekommen und dazu anhand selbst mitausgearbeiteter (Projekt-)Ziele motiviert werden. Gleichzeitig trägt der weitere Rahmen künstlerischer Ausdrucksfindung zur Vermittlung und des Trainings damit verknüpfter demokratierelevanter Grundlagen wie Meinungsfreiheit, Mündigkeit und Toleranz bei.
Ergänzend zu den künstlerischen Inhalten ist deswegen vorgesehen, Workshops, Antidiskriminierungstrainings und weitere Übungen zu den Themenkomplexen «Gleichberechtigung in multikulturellen Gruppen», «inter-/transkulturelle Dialogformen in einer pluralen Gesellschaft» und – nicht zuletzt – «individuelle Bedeutung demokratischer Möglichkeiten» zu veranstalten. Das Erlernen eines grundlegenden Demokratieverständnisses, soll durch die Erprobung demokratischer Methoden zur Umsetzung selbstgewählter Projektziele niedrigschwellig möglich sein. Hierbei werden nicht nur die intrinsischen Motive der Teilnehmenden aufgegriffen – gleichzeitig haben besonders engagierte Teilnehmer*innen die Möglichkeit, als ‚Peers‘ Veranstaltungen mitanzuleiten. Die Auseinandersetzung mit dem vielseitig konnotierten Begriff ‚Heimat‘ bildet hierbei den Dreh- und Angelpunkt für die ‚HaymattSchau‘. Neben Workshops finden Exkursionen zu Museen und Archiven sowie Theaterbesuche statt, um die Thematik von möglichst vielen Seiten zu beleuchten. Das Projekt soll schwerpunktmäßig in Kreuzberg und Neukölln stattfinden. Als Präsentationsraum ist u.a. das Foyer der Nürtingen-Grundschule vorgesehen bzw. das Vom Kotti e.V. getragene Schülerhaus an der Nürtingen-GS.


Begründung der Jury:

Das Kunstprojekt schafft für die teilnehmenden Jugendlichen die Möglichkeiten zur Selbst-Artikulation und für Beteiligungserfahrung in der Projektgestaltung und als Peer.
Dem überjährig beantragten Projekt soll mit einer Förderung für 2019 ein Anschub ermöglicht werden.

KidsCourage macht Methoden!

SJD Die Falken 

Förderbetrag: 14.153,64 €
Projektzeitraum: 01.07.2019 - 31.12.2019
Wiederholungsantrag
Thema: Erweiterung von Beteiligungskontexten

Auf Initiative von Jugendlichen im Alter von 15-25 Jahren bietet das Projekt “KidsCourage - für Kinderrechte“ auf Grundlage der UN-Kinderrechtskonvention seit 2003 erfolgreich kostenlose Projekttage für Berliner Grundschulen an. Ziel der Projekttage ist es, den Schüler*innen spielerisch Konstruktion(en) von Eigenem und Fremdem sowie die Akzeptanz von Unterschieden nahe zu bringen, indem sie auf Diskriminierung aufmerksam werden, Möglichkeiten einer vielfältigen Gruppe kennenlernen und sich in ihrer Ich-Identität stärken. Die jugendlichen Teamer*innen bilden sich gemäß des Peer-to-Peer Ansatzes gegenseitig zu Multiplikator*innen diskriminierungskritischer und vorurteilsbewusster Bildung aus und treten als Vorbilder der Schüler*innen auf, die darin bestärkt werden, aktiv zu werden für Akzeptanz und Demokratie und gegen Diskriminierung und gesellschaftliche Ungerechtigkeit. Das Team trifft sich zu regelmäßigen Treffen und Fortbildungen und gestaltet das Projekt nach eigenen, aber auch nach den Bedürfnissen der Grundschüler*innen. In den letzten Jahren haben sich die Bedürfnisse der Schüler*innen vervielfältigt, denn entsprechend der Zusammensetzung der Gesellschaft ist Diskriminierung für viele Kinder Alltagsrealität. Dies gilt auch für die jugendlichen Teamer*innen, die Ausgrenzung aufgrund von Hautfarbe, Herkunft, Sprache oder Religion sowie aufgrund ihres Geschlechts und/oder ihrer sexuellen Orientierung erfahren. Aber auch Armut sowie Ausgrenzung aufgrund von Aussehen und Körperform beschäftigen beide Zielgruppen gleichermaßen. Dem entgegen steht die Tatsache, dass außerschulische Bildungsarbeit zum Thema Antidiskriminierung & Empowerment vor allem mit Blick auf jüngere Kinder nur durch wenige Bildungsträger abgedeckt wird und diskriminierungskritische Bildungsarbeit mit Kindern weiterhin als “kaum möglich” gelabelt ist. Um den gesellschaftlichen Anforderungen gerecht zu werden und um die politische Bildungsarbeit mit Kindern wirkmächtiger zu machen, entschloss sich das Team von KidsCourage ein neues, selbstorganisiertes Projekt zu starten, dass sich verstärkt mit der Konzeption neuer Methoden auseinandersetzt, die explizit für die politische Bildungsarbeit mit Kindern im Alter von 6-12 Jahren gedacht sind. Thematisch sollen Methoden konzipiert werden, die sowohl Kinderrechte und speziell das Recht auf Nichtdiskriminierung aufgreifen und klassistische, rassistische, heteronormative sowie lookistische Ausgrenzungsformen behandeln und Kinder entsprechend empowern. Die Projektphase soll von Juli 2019 - Juli 2020 stattfinden. Bisher konzentrierte sich die Projektarbeit von KidsCourage vor allem auf die Durchführung der Projekttage, die Präsentation des Projekts in der Öffentlichkeit, die gemeinsame Fortbildung zu unse-ren Projekttagsangeboten und die inhaltliche Auseinandersetzung mit diskriminierungskritischer Bildungsarbeit. Dies soll im Rahmen des neuen Projekts “KidsCourage macht Methoden!” nunmehr um eine gezielte und von Jugendlichen selbst koordinierte methodische Konzeptionsarbeit ergänzt werden, die auch die Weiterbildung von projektfremden jugendlichen Multiplikator*innen zu ebendiesen Methoden umfasst, um diese zu ermuntern, im Bereich der politischen Bildungsarbeit mit Kindern aktiv zu werden. Voraussetzung hierfür ist die kontinuierliche, selbstorganisierte Weiterbildung des jugendlichen Teams zur Methodik und Konzeption diskriminierungskritischer und vorurteilsbewusster Metho-denbausteine und den dazugehörigen Inhalten, die das Team wiederum für die eigenständige Konzeptionsarbeit qualifizieren. Anschließend werden die neuen Methoden im Schulkontext oder in Zusammenarbeit mit anderen außer-schulischen Bildungseinrichtungen erprobt und als Handbuch veröffentlicht, die im Rahmen des geplanten Weiterbil-dungsangebots an Multiplikator*innen ausgehändigt wird, online als Broschüre bestellt oder als kostenloser Download zu bekommen ist. Durch umfangreiche Werbung, das Ansprechen von bildungspolitischen Vereinen und hier tätigen Multiplikator*innen soll sichergestellt werden, dass auf das Handbuch aufmerksam gemacht wird und viele Interessierte zu den Weiterbildungen kommen. Wichtig hierfür ist eine intensive Öffentlichkeitsarbeit wie die Herstellung von Flyern, die Entwicklung einer Homepage und auch die Broschüre muss gelayoutet werden. KidsCourage ist für die Vermittlung von Kinderrechten auf Grundlage vorurteilsbewusster und diskriminierungskritischer Methoden und Haltungen in der Arbeit mit Kindern im Alter von 6-12 Jahren einmalig und besitzt aufgrund der simplen Struktur des Projekts modellhaften Charakter; “KidsCourage macht Methoden!” füllt mit der Herstellung & Konzeption eines Methodenhandbuchs zum Themenfeld "Antidiskriminierungsarbeit mit Kindern" nicht nur eine Leerstelle in der politischen Bildungsarbeit , sondern empowered die jugendlichen Multiplikator*innen eigenverantwortlich und selbstorganisiert eine Publikation zum Thema zu realisieren und regt andere Jugendliche zur Nachahmung an.


Begründung der Jury:

Die Entwicklung und Bereitstellung eines auf Kinder bezogenen Methodensettings/-kompendiums wird als attraktive Bereicherung der Berliner Beteiligungspraxis zur Förderung vorgeschlagen.

WAS GEHT?! Magazin – Kunst & Kultur, Politik & Gesellschaft

Kulturnetzwerk Neukölln e.V.

Förderbetrag: 2.112,97 €
Projektzeitraum: 15.07.2019 - 31.12.2019
Neuantrag
Thema: Förderung von Vielfalt und Toleranz/ Demokratie

Im Frühjahr 2018 gründeten wir als eine Gruppe junger Menschen aus Afghanistan, Albanien und Syrien das Multimedien Magazin “WAS GEHT?! – Kunst & Kultur, Politik & Gesellschaft”.
Mit unseren Reportagen wollen wir dokumentieren, wie Kunst Migration und Gesellschaft als Thema verhandelt. So können wir zeigen, wie man sich durch Kultur auch politisch einbringen kann. Anstelle von Bildern und Medien, die Geflüchtete immer nur als Problem zeigen, wollen wir mit unseren Reportagen junge Menschen vorstellen, die kreativ sind und sich engagieren. Wir wollen nicht, dass nur über uns berichtet wird, wir berichten selber – und setzen dafür unsere eigenen Bilder und unsere eigene Kreativität ein. So ermutigen wir neu in Berlin ankommende Gleichaltrige, kulturelle Angebote zu nutzen und selbst zu gestalten.
In der WAS GEHT?! Redaktion glauben wir daran, Menschen mit unterschiedlichen Lebenserfahrungen und Biografien zusammenzubringen, um unsere Stimmen außerhalb institutioneller Strukturen auszudrücken und Visionen für eine herausfordernde Zukunft zu entwickeln. WAS GEHT?! zielt darauf ab, einen Raum zu schaffen, in dem politische Realitäten verhandelt werden können, während man sich gleichzeitig auf kollaboratives, alternatives Lernen durch Schaffen konzentriert. In nur einem Jahr hat sich unser junges Team in Workshops und durch Mentoring professionelle Medientechniken angeeignet: Wir arbeiten journalistisch, essayistisch und künstlerisch, in Fotografie, Film und kreativem Schreiben. Wir treffen redaktionelle Entscheidungen zusammen, schneiden unsere Reportagen in Premiere und arbeiten mit unseren Fotos in Lightroom und Photoshop. Wir veröffentlichen unsere Geschichten online, auf unserer Webseite, und in den sozialen Medien.
Gemeinschaftlich haben wir im letzten Jahr bereits eine einstündige TV-Sendung und unser erstes Print-Magazin produziert (siehe Anhang). Mit der Unterstützung von „Stark gemacht! - Jugend nimmt Einfluss“ könnten wir unsere Medienworkshops und das Mentoring-Angebot ausbauen und regelmäßiger gestalten, neue Redaktionsmitglieder trainieren, ein vierteljährliches TV-Format entwickeln sowie ein Print-Magazin Vol.02 veröffentlichen.
WAS GEHT?! Magazin präsentiert Perspektiven und künstlerische Ausdrucksformen, die sonst in den Medien wenig Raum finden. Unser Projekt bildet, inspiriert und vernetzt junge Leute stadtweit. Für das kommende Jahr planen wir, die Redaktion weiter zu öffnen und das Team noch diverser zu gestalten. D.h. auch in Deutschland aufgewachsene Gleichaltrige, mit und ohne familiäre Migrationserfahrung, können sich bei uns beteiligen und austauschen.
WAS GEHT?! Magazin ist direkt aus der kreativen und medialen Arbeit verschiedenster Berliner Kunst- und Kulturorganisationen entstanden. Unsere Redaktionsmitglieder sind im Alter von 16 - 21 Jahren. Wir sind alle seit etwa 3-4 Jahren in Berlin und haben schon vieles ausprobiert: Wir haben Ausstellungen, Theater und ein Buch mit Newsgroup Afghanistan gemacht, mit Women for Common Spaces Kurzgeschichten geschrieben, bei Jugendliche Ohne Grenzen politische Aktionen organisiert, bei Champions Ohne Grenzen Fußball gespielt, mit Eed be Eed Reportagen gefilmt und beim Media Arts Lab experimentelle Videos gedreht.
Mit WAS GEHT?! wollen wir unser eigenes Projekt aufbauen: Nicht ein Programm, was nur einmal in den Ferien stattfindet oder vielleicht ein halbes Jahr läuft. Und dann zuende ist und nicht mehr weiterentwickelt werden kann. Ein Magazin hat das Potential, sich zu erweitern, zu vergrößern, zu entwickeln und verbessern, bekannter und bunter zu – und immer neue Leute können mitmachen, mit denen wir das bereits Gelernte teilen wollen.
Wie sehen wir die Welt? Lasst uns gemeinsam etwas Neues erschaffen!


Begründung der Jury:

Das WAS GEHT?! Magazin wird als bemerkenswerte Auseinandersetzung mit Migration/Flucht - gesellschaftlichem Zustand - Zukunftsvision als förderwürdig angesehen.

Interkulturelles Kinder- und Jugendfilmorchester

Kalibani e.V.

Förderbetrag: 11.917,00 €
Projektzeitraum: 01.10.2019 - 31.05.2020
Neuantrag
Thema: Förderung von Vielfalt und Toleranz/ Demokratie

Kinder und Jugendliche beiderlei Geschlechts mit verschiedenem ethnischen, religiösen und sozialen Hintergrund werden in einer ersten Phase lernen, in unterschiedlichen Instrumentalgruppen und dann als ganzes Orchester miteinander musikalisch zu arbeiten. Dabei wird der Schwerpunkt darauf liegen, sich gegenseitig zuzuhören, sich in ihrem musikalischen Ausdruck zu respektieren und zu ergänzen. Die musikalischen Themen und Rhythmen werden von den Kindern und Jugendlichen ausgewählt und auf ihren Instrumenten frei improvisiert, um mithilfe dieser experimentellen Herangehensweise die Arrangements auszuarbeiten. In diesem Schaffensprozess werden die Kinder lernen, ihr eigene künstlerische Individualität genauso wertzuschätzen wie die künstlerische Individualität der anderen TeilnehmerInnen, die durch verschiedene kulturelle Traditionen geprägt ist.
In der zweiten Phase wählen die Kinder und Jugendlichen einen geeigneten Stummfilm oder mehrere geeignete Stummfilm-Segmente aus, welche sie in der Folge vertonen werden. Dabei werden sie gemeinsam die Atmosphären der im Film gezeigten Bilder und Sequenzen ins Musikalische übersetzen. Wiederum werden die Kinder und Jugendlichen die Macher des kompositorischen Prozesses sein. Bei der gesamten Arbeit werden die Kinder und Jugendlichen von zwei musikalischen Leitern und dem künstlerischen Leiter professionell unterstützt, die auch darauf achten werden, dass auftauchende Probleme kreativ und gemeinschaftlich gelöst werden. Durch dieses produktive Miteinander wird in der Schlussphase des Projektes ein, trotz improvisatorischer Freiräume, von allen getragenes, koordiniertes und integriertes Gesamtprodukt entstehen, das zunächst in öffentlichen Proben und dann in öffentlichen Konzerten aufgeführt wird. Die Aufführungen soll in einem großen Weddinger Kino-, Theater-, einer Schulaula oder Konzertsaal erfolgen. Auch hier haben die Kinder und Jugendlichen das Vorschlags- und Auswahlrecht.
Wir erhoffen uns, dass das Interkulturelle Kinder- und Jugend Filmorchester durch seine Arbeit im Kiez den Bewohnern ein modellhaftes Beispiel dafür geben wird, dass über religiöse und kulturelle Grenzen hinweg durch die Sprache der Musik ein Miteinander möglich ist. Austausch, Vermischung, Integration des „von Hause aus“ Mitgebrachten kann sich zu einem friedlichen und demokratischen Umgang fügen lassen. Die Begeisterung Erwachsener zu sichtbar erfolgreichen Aktivitäten ihrer Kinder soll Anregung für andere Projekte ihrerseits werden.


Begründung der Jury:

Die Beteiligung und Förderung von Vielfalt und Toleranz wird über das klare Medium Musik im Orchester in Verbindung mit einem zweiten Medium, dem Stummfilm, herausgefordert und erfahrbar gemacht.

Active for Future

Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland

Förderbetrag: 14.352,00
Projektzeitraum: 01.07.2019 - 31.12.2019                                                    
Neuantrag
Thema: Förderung des ehrenamtlichen Engagements

Im August 2018 begann die damals 15-jährige Greta Thunberg in Schweden damit, freitags vor dem Parlament für Klimaschutz zu protestieren anstatt in die Schule zu gehen. Damit inspirierte sie junge Menschen weltweit, ebenfalls für ihre Zukunft auf die Straße zu gehen.
Unter dem Motto „Fridays for Future“ entstand eine weltweite Bewegung, bei der Schülerinnen und Schüler jeden Freitag den Unterricht streiken und für konsequenten Klimaschutz auf die Straße gehen. Aber auch außerhalb der Schulzeit protestieren sie und tausende engagieren sich in den Organisationsgruppen der Streiks, vernetzen sich und diskutieren in WhatsApp-Gruppen Forderungen und weitere Aktionen. Viele sind bei den wöchentlichen Organisati-onstreffen dabei, organisieren und besuchen Veranstaltungen und Workshops und stecken einen Großteil ihrer Freizeit in „Fridays for Future“.
Allein in Berlin haben sich über 1.000 Schüler*innen auf die WhatsApp-Diskussionsverteiler eingetragen, regelmäßig sind 500-1000 Schüler*innen, bei großen Protesten bis zu 25.000 Menschen bei den Aktionen und es entwickeln sich langsam auch bezirkliche Gruppen und Unterstützergruppen an Unis oder die Parents for Future.
Die BUNDjugend Berlin versteht sich als Teil dieser Bewegung und unterstützt die Schüler*innen von Anfang an und möchte sie weiter in ihrem Engagement bestärken.
Mit „Active for Future“ wollen wir die Schüler*innen aktivieren, über den Protest hinaus selbst Aktionen und kleine Klimaprojekte zu starten, um in ihrem direkten Umfeld wie Schule oder Nachbarschaft etwas zu bewirken und zu bewegen.
Dafür sammeln die Jugendlichen der BUNDjugend Aktionstipps aus ganz Deutschland und wählen geeignete Aktio-nen aus, die einfach nachzumachen sind. Diese werden werden mit professioneller Unterstützung in kurzen Videos aufbereitet. Die Videos und Anleitungen werden über Instagram, YouTube, auf der Webseite etc. an die Menschen getragen, die bei Fridays for Future dabei sind. Sie werden so motiviert, selbst mit Freunden oder in den bezirklichen FFF-Gruppen Projekte zu starten.
Damit dies gelingt, bekommen die Jugendlichen praktische Unterstützung. Ein*e Projektmitarbeiter*in hilft den Gruppen bei Problemen, versorgt sie mit Tipps für die nächsten Schritte bei der Planung und bietet tatkräftige Unter-stützung bei rechtlichen Fragen wie der Anmeldung einer Aktion oder der Öffentlichkeitsarbeit an. Außerdem können die Gruppen ohne großen Aufwand Mikroförderung für Flyer und Material zur Umsetzung ihrer Aktionen bekommen.
Ziel ist es so, berlinweit in verschiedenen Bezirken die Fridays for Future Gruppen zu stärken und zum eigenen Han-deln zu ermächtigen. Mit insgesamt 10 Aktionen sollen sie ihr Umfeld zu klimafreundlicherem Verhalten motivieren.


Begründung der Jury:

Das hoch aktuelle und viele Jugendliche bewegende Thema KLIMASCHUTZ wird über jugendliche Coaches und mit konkreten Kleinprojekten unterstützt und weiterentwickelt.

Mobiles Youth Headquarter Moabit

Karame e.V.                                                                                            

Förderbetrag: 15.000,00 €
Projektzeitraum: 01.07.2019 - 31.12.2019
Neuantrag
Thema: Erweiterung von Beteiligungskontexten

Das Zentrum für Kunst und Urbanistik und die umliegenden Grünflächen nehmen nicht nur bei Jugendlichen aus dem Kiez einen hohen Stellenwert für die Freizeitgestaltung im ansonsten wenig grünen, stark verdichteten Moabit ein. Lei-der finden viele dort aufhältige Jugendliche aufgrund der eher akademisch-künstlerischen Programmausrichtung des Hauses bislang kaum Betätigungs- und Engagementmöglichkeiten für ihre Altersgruppe vor. Eine Gruppe von Jugendlichen, größtenteils Besucher*innen der Jugendeinrichtung Karame e.V., setzt sich daher – ausgehend von einer Projektidee der Jugendlichen selbst – seit einigen Monaten für einen legitimierten Ort für eigene Aktionen und junges Engagement vor Ort ein, wofür das ZK/U große Offenheit signalisierte. Dieser Ort ist konzipiert als mobile Aktionsplattform, für welche das ZK/U zwar als Ausgangspunkt und Basis dient, die jedoch für junges Engagement & Aktionen im ganzen Kiez nutzbar ist. Unterstützt von der Jugendeinrichtung Karame e.V., dem ZK/U und der Servicestelle Jugendbeteiligung (SJB) konnten sie in diesem Jahr bereits 5500€ für den Gebrauchtkauf eines Bauwagens (Länge 6m) sowie Rücklagen für die nun angestrebte Renovierung des Aufbaus akquirieren, mit dem Ziel, das von ihnen selbst erdachte "mobile Youth Headquarter" für Moabit (MYHQ) zu errichten.
Bau- und Gestaltungsworkshops für das MYHQ: Als Projektbaustein soll nun eine Reihe von offenen Renovierungs-workshops (15 - 20 Termine à 4h) umgesetzt werden. Von Karame angeleitet, sollen diese im Sommer 2019 stattfinden, um interessierten Jugendlichen und insbesondere auch Mädchen aus dem Kiez die Möglichkeit zu geben, den Bauwagen unter päd. & handwerkl. Begleitung für vielfältige Zwecke kooperativ herzurichten und optisch ansprechend zu gestal-ten. Zentrales Anliegen ist eine möglichst vielseitige Nutzbarkeit des Wagens im öffentlichen Raum. Das Dach soll begehbar, der Wagen mit einer Solaranlage, Innenaustattung & einer Soundanlage für Konzerte, Freiluftkino, Demonstrationen etc. ausgestattet werden. Mit den Beantragten Mitteln sollen u.a. eine Werkstatt in Moabit angemietet, Baumaterial angeschafft und Aufwandsentschädigungen für die Leitung der Workshops erbracht werden. Insbesondere sollen zum Zwecke der Vertrauensbildung auch Künstler*innen des ZK/U für die Workshops gewonnen werden.
Während unserer Planungsarbeiten hat sich gezeigt, dass die Vision des MYHQ für die bislang beteiligten Jugendlichen eine besondere Motivation für die Nutzung bestehender Beteiligungsprogramme wie z.B. der Kinder- und Jugendjury schafft. Wir möchten die Jugendlichen dazu ermuntern, aus ihrer Initiative neues Wissen über Beteiligungsmöglichkeiten zu gewinnen und mit künftigen Projekten direkt an das MYHQ anzudocken. Entsprechend soll der neue Aufbau des Wagens vielfältige Nutzungsmöglichkeiten erlauben, wofür die Jugendlichen bereits zahlreiche Ideen entwickelt haben.
Auch deshalb sollen die Arbeiten am Wagen durch eine parallel stattfindende Auseinandersetzung mit dem Thema Ju-gendbeteiligung sowie konkreten Fördermöglichkeiten und -strukturen begleitet werden. Einige Mädchen haben daran bereits im Vorfeld gearbeitet. Für junge Menschen in und aus Moabit bedeutet die Errichtung des MYHQ nicht nur die Erschließung eines besonders geschätzten Raumes in Moabit. Insgesamt bietet das MYHQ die Chance, mehr Präsenz im öffentlichen Raum zu schaffen, indem die noch begrenzten Möglichkeiten für junge Aktionen und stärkere Beteiligung erweitert und Wertschätzung für das Engagement junger Menschen zum Ausdruck gebracht werden.
Bei dem im Folgenden vorgestellten Projektbaustein handelt es sich um einen Teil eines größeren Vorhabens, das in enger Abstimmung mit dem QM Moabit-West sowie weiteren Akteuren im Kiez umgesetzt wird. Es wird durch ver-schiedene weitere Teilprojekte flankiert, die mit Kooperationspartnern im Kiez umgesetzt werden und deren Finanzie-rung bereits steht.: - Förderung der Auseinandersetzung mit Beteiligungsmöglichkeiten für Jugendliche - Investigative Heranführung an Förderstrukturen & relevante Akteure im Kiez (inkl. Hospitationen bei Politiker*innen) - Koop. mit der Servicestelle Jugendbeteiligung (SJB) - Medienprojekt zum Thema, Erstellung von ÖA-Material durch Jugendliche selbst - Koop. mit der Seeland Medienkooperative - Konzept-Workshop zur Nutzung des Bauwagens am ZK/U & im Kiez - Koop. mit SJB & ZK/U.


Begründung der Jury:

Das selbstorganisierte und selbst ausgebaute Mobile Youth Headquarter im Stadtraum wird als attraktives Beteiligungsprojekt mit Leuchtturmcharakter als förderwürdig befürwortet.

Kreativwerkstatt: Black History in Berlin

Joliba - interkulturelles Netzwerk

Förderbetrag: 11.928,80 €
Projektzeitraum: 01.07.2019 - 31.12.2019
Neuantrag
Thema: Förderung von Vielfalt und Toleranz/ Demokratie

Im Rahmen der Projektarbeit des gemeinnützigen Vereins Joliba e.V. hat sich im Jahr 2018 eine Gruppe von Jugendli-chen gebildet, die weiterhin an Themen der demokratischen Erinnerungskultur in Berlin arbeiten möchten. Sie machen sich für die Erforschung und Vermittlung von Geschichten der Migration stark. Die Jugendlichen hatten bisher Gelegenheit sich mit der Migrationsgeschichte in Kreuzberg und Neukölln künstlerisch und dokumentarisch auseinanderzusetzen. Die thematische Recherche als auch die Verarbeitung von Aspekten der Geschichte Berlins in Form von Kunstprodukten und filmischen Formaten darzustellen, begeistert sie sehr. Sie erlebten an sich selbst, dass die eigene Persönlichkeit gestärkt wird, wenn man versteht, welche Beiträge Zugewanderte aus Polen, Tschechien, Frankreich, Italien, Portugal, Griechenland, Türkei, Russland, Iran, Afghanistan und zahlreichen anderen Ländern zur Entwicklung Berlins geleistet haben und sie möchten diese Erfahrung mit vielen Menschen teilen. Im hier vorgeschlagenen Projekt soll nun die Einwanderung aus afrikanischen Ländern im Mittelpunkt stehen. Wer waren die Protagonist*innen und welche Spuren haben sie in der Berliner Geschichte hinterlassen? Mit dem Projekt “Kreativwerkstatt: Black History in Berlin” beabsichtigen sie, Impulse für die Rezeption der Geschichte von Menschen afrikanischer Herkunft in Berlin zu setzen. Seit mehreren Jahrzehnten bringen Initiativen und Einzelpersonen spezifische Inhalte und Themen in die öffentliche Diskussion ein, um die Geschichte von Menschen mit afrikanischen Wurzeln in Berlin sichtbar zu machen. Bisher gibt es nur wenige Spuren, aber das soll sich ändern. Die Jugendlichen möchten dazu beitragen mehr Sichtbarkeit herzustellen. Was es schon gibt: Im Stadtbild begegnet man Biografien schwarzer Menschen, die besondere gesellschaftliche Beiträge geleistet haben, wie die Abbildung des BVG-Zugführers Martin Dibobe im U-Bahnhof Hallesches Tor, der auch gesellschaftlich engagiert war oder das May-Ayim-Ufer an der Oberbaumbrücke, benannt nach der afro-deutschen antirassistischen Aktivistin und Dichterin. Die Jugendlichen möchten sich an dieser Form der politischen Bewusstseinsbildung, die im öffentlichen Raum Berlins beteiligen. Sie wollen dazu beitragen Stereotype zu überwinden und Lücken im historischen Wissen abzubauen und damit zu einem besseren Zusammenleben der verschiedenen Kulturen in ihrer Stadt beizutragen. In diesem Projekt werden 10 - 15 junge Menschen Beiträge zur demokratischen Erinnerungskultur entstehen lassen. Die Projektprodukte, bestehend aus einem Kunstobjekt aus der Nähwerkstatt und einer Live-TV-Show, die Partizipation schwarzer Menschen in der Geschichte Deutschlands und Berlins sichtbar werden lassen. Durch einen Begegnungs- und Austauschevent sollen neue Zugänge für eine interessierte Öffentlichkeit geschaffen werden. Mit dem Projekt “Kreativwerkstatt: Black History in Berlin” werden Gleichberechtigung und Chancengleichheit durch Wissensvermittlung gefördert. Es werden die Biographien von bekannten Persönlichkeiten afrikanischer Herkunft in Berlin recherchiert und in eigenen Kunst- und Medienproduktionen dargestellt. Die Teilnehmenden erarbeiten sich unter professioneller Anleitung die historischen Zusammenhänge, die als Hintergrundinformation für die Projektentwicklung in den Workshops dienen. Das Projekt wird in drei Etappen realisiert: Kontextualisierung: Die Teilnehmenden arbeiten sich in das Thema ein und produzieren dokumentarische Kurzfilme. Dazu erschließen sie Texte und Anschauungsmaterial und führen Gespräche mit Expert_innen. Die Erarbeitung des historischen und gesellschaftlichen Kontextes wird fachkundig angeleitet. (Termine: 1 WE / Recherche u. Kurzfilme während der WS-Woche) Story-Quilt: Die Teilnehmenden erarbeiten ein gemeinsames Kunstwerk aus Textilien. In einer Patchwork-Decke, zu Deutsch Flickenteppich, wird Wissen über die Kolonialzeit mit entsprechenden Berlinbezügen dargestellt. In dem Story-Quilt werden auch die einzelnen Geschichten von Afrikaner*innen abgebildet, wie zum Beispiel zentraler Ereignisse und hervorragender Biografien: W.E.B. Du Bois - 150 Geburtstag (Geschichte der Bürgerrechtsbewegung), Martin Dibobe (U-Bahn Hallesches Tor Bild und Berliner Gedenkplakette), Prinzessin von Sansibar /Emilie Ruete (Deutsche Kolonialgeschichte – „Panthersprung“) und andere mehr. (Termine: 6x wöchentl. à 5h) Öffentliche Präsentation der Ergebnisse: Die Teilnehmenden realisieren eine Live Fernsehsendung, in der sie den Story-Quilt vorstellen und mit Expert_innen über die Geschichte schwarzer Menschen in Berlin sprechen. Die live Podiumsdiskussion wird im Rahmen eines Begegnungsevents realisiert, das verschiedene Communitys und die Berliner Öffentlichkeit zusammenbringt. (Termine: 2x 8h) Der öffentliche Event mit der Aufzeichnung der Talkshow „zur Geschichte schwarzer Menschen in Berlin“ wird in der Begegnungsstätte Falckensteinstraße ausgerichtet, mit afrikanischem Büffet, Studio-Deko und Musik.


Begründung der Jury:

Das Thema Black History in Berlin in Verbindung mit der konkreten Umsetzung (Quilt und Live-TV-Show) mit der Ausstrahlung in die Communuity und Gesamtstadt wird als wichtig und förderwürdig angesehen.

 

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