Die Förderprojekte der zweiten Antragsrunde 2018

02.07.2018

Heute fand sich die Steuerrungsgruppe zusammen um die Förderentscheidungen für unsere zweite Antragsrunde zu treffen. Die Ergebnisse findet ihr nun hier.

Wir bedanken uns bei allen Antragsteller*innen. Für alle die es in dieser Runde nicht geschafft haben wünschen wir viel Erfolg für das nächste Mal.

Hier findet ihr die Informationen zu den 15 geförderten Projekten der zweiten Antragsrunde. Ganze 15 Projekte haben es in die Förderung geschafft!

Rollt bei uns

We.Roll.Berlin e.V., Marzahn-Hellersdorf

Förderbetrag: 15.000 €
Projektzeitraum: 01.07. – 31.12.2018
Entwicklungsantrag
Thema: Erweiterung von Beteiligungskontexten

Das Hauptziel und der Anlass zur Gründung des We.Roll.Berlin e.V.s war es, eine Skatehalle für alle zu eröffnen. Diese soll für jeden zugänglich sein, der sich für Rollsport auf Fun und oder sogar Extremsportebene begeistert.

Ende 2017 ist die Initiative diesem Ziel ein großes Stück näher gekommen und konnte im Februar die Skatehalle, zunächst temporär bis Ende April, eröffnen und betreiben. In Aussicht wurde außerdem, seitens des Bezirks Marzahn-Hellersdorf signalisiert, dass eine Nutzung in den nächsten Winterperioden, denkbar ist.

Neben diesem Projekt unterstützen die Antragsteller*innen seit vielen Jahren im Bezirk Marzahn-Hellersdorf die ''rollwütigen'' Jugendlichen und Kinder bei ihren Vorhaben. Mit den vergangenen Projekten ''Unser Platz, Unsere Ideen, Unser Leben 1+2'' konnten sie die Grundsteine für diese Arbeit legen. Diese beinhaltet nicht nur jedem die Möglichkeit zu geben zu skaten(durch kostenlose Verleihstation), sondern auch das Unterstützen im Bereich der Gestaltung vom öffentlichem Raum (Skateplätze). Des Weiteren ist es der Initiative wichtig Projekte und Aktionen zu entwickeln, die nicht nur auf den Interessen der Skater basieren. Es sollen Jugendliche in so vielen Prozessschritten wie möglich einbunden werden bzw. Raum zur Selbstentfaltung geboten werden und damit Verantwortung, Selbstwirksamkeit sowie das eigene Selbstbewusstsein gefördert und gestärkt werden.

Mit diesem Antrag, sollen nun mittlerweile beliebte ''Klassiker'' mit neuem verbunden werden.

''Die Klassiker''

  • Skateverleih – Ausbauen der bisherigen Verleih und Workshopmöglichkeiten am Skatepark ''Der Rote'', mit dem mobilen Skateparkelementen und dem Verleihequipment weitere Skateparks und Orte durch Skateangebote bespielen
  • RotTrip 3 - Stadt und Ländergrenzen überfahren und die eigenen kennenlernen sowie überwinden.
  • Mellowcamp – Probe für den ''RotTrip'' + ein lokales Skateparkprojekt wahrnehmen, kennenlernen(Mellowparkgeschichte) und Ideen mitnehmen
  • „Lass ma rollen III“  mit den Jugendlichen, für alle. Eine Abschließende Veranstaltung (Skatewettkampf) mit leichtem Festivalcharakter im Bezirk. Diese wird mit den Jungen Akteuren geplant und sämtliche Entscheidungen von den Begleitern getragen.

Neues

  • Intensive Film und Fotobegleitung mit abschließender Ausstellung (In der eigenen Skatehalle)
  • Betreiben der Skatehalle P12 in Marzahn und somit eine Skatemöglichkeit erneut schaffen um den jungen Sportlern die Möglichkeit zu geben, ihrer Leidenschaft ganzjährig nachzugehen.
  • Die mobilen Elemente sollen auch für Schulen oder auch Kindertagesstätten angeboten werden.

Die Jury ist vom starken, konkreten Beteiligungsansatz des Projekts überzeugt.

Barcamp „Stimme der Zukunft“ – Behaupte deine Rechte

Atze Musiktheater gGmbH, Mitte

Förderbetrag: 8.208 €
Projektzeitraum: 06.07. – 30.11.2018
Entwicklungsantrag
Thema: Förderung von Vielfalt und Toleranz/Demokratie

In den letzten beiden Jahren fand am ATZE Musiktheater das deutschlandweit einzigartige Junior Barcamp statt, eine kreative „Unkonferenz“ für Kinder, auf der sie ihre Zukunftsvisionen und Forderungen an die Politik diskutieren konnten. 

Kinder können sich bereits im Grundschulalter in gesellschaftspolitische Fragen mit ihrer Kreativität und Energie einbringen! Sie als kommende Generation haben die Kraft, etwas zu verändern! Um diesen zukunftsweisenden Weg, Kindern eine Stimme zu geben, sollen nun konsequent weitergegangen werden. Die Kreativität der eingegangenen Bewerbungen verdeutlicht, dass sich die Kinder bereits vor dem Barcamp mit dem Projekt auseinandergesetzt haben. Sie begründen ihre Motivation für das Barcamp und formulieren ihre damit verbundenen Wünsche. Ein erster gemeinsamer Prozess der Partizipation findet bereits im Vorfeld statt.

Durch die Weiterentwicklung der Idee soll ein noch besseres Ergebnis in Bezug auf die Nachhaltigkeit des Barcamps erzielt werden. Der zeitliche Rahmen muss für die Kinder größer sein. Sie brauchen eine intensivere Vorbereitung, um Ideen zu sammeln und zu äußern. Zudem soll deutlicher werden, wo die Forderungen der Kinder landen und was mit ihnen im Nachgang geschieht.

Daher wurde nun ein drittes Barcamp geplant, mit zwei grundlegenden Veränderungen:
Die Länge der Veranstaltung soll auf zwei Tage verlängt und eine Reihe von Aktionen zum Thema Nachhaltigkeit konzipiert werden.

Als abschließende Aktion werden die Kinder den Atze-LKW mit ihren Statements besprühen. Mit den Stimmen der Kinder, wird dieser LKW 300 Tage im Jahr durch Berlin und die BRD fahren und diese geforderten Kinderrechte für viele Menschen sichtbar wurden. Unterstützt werden sie von einem Graffiti-Künstler.

Aus den Forderungen der Kinder wird ein professioneller Musiker einen Song komponieren. Das Lied wird mit allen Kindern auf dem Camp live eingespielt und auf CD gebrannt in die Projektdokumentation eingelegt. Diese wird von den Schüler*innen und dem Atze Team direkt zu den Politikern gebracht.

ATZE wird Pate für eine der entstandenen Ideen und verfolgt diese mit interessierten Teilnehmer*innen weiter: von einem ersten gemeinsamen Treffen über den Besuch der entsprechenden Initiative bis hin zu Gestaltungseinfälle für die Zukunft. Jedes Kind erhält zudem Informationen von Initiativen, in denen sie sich in Berlin zu unterschiedlichen Themen einbringen können.

Für das 3. Barcamp hat die Berliner Landeszentrale für politische Bildung erfreulicherweise bereits 5.000€ bewilligt.

Die Jury ist durch die Weiterentwicklung des bisher bereits erfolgreichen Formats überzeugt.

‚nicht mit uns – Mädchen und junge Frauen gegen Hass

Lisa Barthelmes - Initiative, Neukölln

Förderbetrag: 11.950 €
Projektzeitraum: 15.09.2018  – 15.07.2019
Neuantrag
Thema: Förderung von Vielfalt und Toleranz/Demokratie

Im Rahmen eines Projektes zur politisch-historischen Bildung besuchten einige Mädchen und junge Frauen des Mädchentreffs „Schilleria“ während einer Bildungsreise im Sommer 2017 das Anne-Frank-Haus und das jüdische Museum in Amsterdam. Im Anschluss an dieses Erlebnis zeigten die jungen Frauen ein starkes Interesse an der Auseinandersetzung mit der deutschen NS-Vergangenheit und dem Themenfeld „Antisemitismus“ im Allgemeinen.  Sie äußerten den Wunsch ihr Wissen mit jüngeren Mädchen zu teilen und sich dadurch aktiv gegen Antisemitismus und rassistische Diskriminierung einzusetzen. Nach aktuellen Vorfällen von antisemtischem Mobbing auch an Berliner Schulen und der medialen Debatte um die Verleihung des Echos den Rapper Kollegah ergriffen die jungen Frauen nun selbst die Initiative und entwickelten  mit Unterstützung der zukünftigen Projektleiterinnen folgende

Projektidee:
Im Rahmen des Projektes „#nichtmituns“ beschäftigen sich 10-15 Mädchen und junge Frauen zehn Monate intensiv mit dem Themenfeld „NS-Vergangenheit und Antisemitismus heute“. Nach dem „Peer-to-Peer“ Ansatz entwickeln die Teilnehmerinnen gemeinsam im Laufe des Projektes, neue, eigene Ansätze und Formate zur politischen Bildung gegen Antisemitismus und rassistische Diskriminierung für (andere) Jugendliche. Ziel ist dabei theoretisch fundierte und praxistaugliche Ansätze, Formate und Methoden zu entwickeln, die antisemitische Stereotype aufbrechen, ohne andere Formen rassistischer Diskriminierung  zu reproduzieren.  Um dieses Ziel zu erreichen umfasst das Projekt drei Phasen. Zunächst wird in einer intensiven Informations- und Recherchephase zum Thema Antisemitismus, durch Besuche von Ausstellungen, Vorträgen, Erinnerungsorten, Kulturveranstaltung etc. das (theoretische) Wissen der älteren Teilnehmerinnen über Antisemitismus vertieft.  Im Anschluss daran werden die Teilnehmerinnen in der zweiten Phase des Projektes ein projektinternes Qualifizierungsprogramm durchlaufen. In drei Workshops lernen  die älteren Teilnehmerinnen  bewährte Ansätze und Methoden der politischen Bildung kennen. Die Workshops beinhalten die  Vermittlung thematisch-inhaltlicher, methodisch-didaktischer und sozialer Kompetenzen. Die Qualifizierungsphase erfolgt unter Rückgriff auf die Expertise von Fachstellen der Antidiskriminierungsarbeit, wie der Amadeo Antonio Stiftung, die Kreuzberger Initiative gegen Antisemitismus, der Shalom-Salam Initiative in Neukölln und culture interactive e.V.  

Im Anschluss daran wenden die Teilnehmerinnen die erlernten Ansätze und Methoden selbst an indem sie eigene Workshops u.a. zum Thema „Antisemitismus heute“ entwickeln.  Entsprechend der Interessen und Ressourcen der jungen Frauen werden vielfältige, neue Formate entstehen, die von einer digitalen Schnitzeljagd per App, über ein neu kreiertes Bilderspiel bis hin zu  Mini-Workshops reichen können. Zielgruppe sind einerseits die jüngeren Teilnehmerinnen des Projekts, aber auch andere Jugendliche im Kiez. Somit entsteht ein eigen entwickeltes Programm, welches in Phase 3 des Projektes durchgeführt und erprobt wird.

Die Jury  findet das Thema, den hohen partizipativen Anteil sowie das Potential der ausgebildeten jugendlichen Multiplikatorinnen für förderwürdig.

Beteiligung für den Kiez – aus dem Fußballverein

Beteiligungsfüchse gGmbH, Reinickendorf

Förderbetrag: 10.000 €
Projektzeitraum: 17.08.2018 – 30.07.2019
Folgeantrag
Thema: Entwicklung und Erprobung neuer Beteiligungsformate

Mit diesem Antrag möchten soll die Arbeit zur Förderung von Selbstwirksamkeitserfahrung junger Menschen im AVA-Kiez weiter ausgebaut werden. Das Projekt ist als Bottom-Up-Projekt für junge Menschen konzipiert, die bisher kaum positive Erfahrungen gemacht haben von Erwachsenen einbezogen worden zu sein. Das Projekt soll in Zusammenarbeit mit dem Fußballverein RFC-Liberta 1914 erfolgen (siehe Stellungnahme Jugendleiter). Der RFC nimmt vor allem für den westlichen Teil des AVA-Kiez eine zentrale Bedeutung bei der Betreuung junger Menschen aus den unterschiedlichsten kulturellen Herkünften im Kiez ein. Der Großteil der jungen Menschen kommt aus Familien, die Leistungen aus dem SGB II oder III erhalten. Das Projekt hat den Anspruch nachhaltig die Überzeugung von jungen Menschen zu stärken, sich als wirksam zu begreifen, ihre eigene Lebenswelt im AVA-Kiez positiv beeinflussen zu können.

Mit dem Projekt will der RFC über die Schaffung von Beteiligungsmöglichkeiten, seine strukturelle Verankerung und Vernetzung im Kiez sowie, die Kooperation mit den Familien stärken. Die Förderung hat drei Hauptaugenmerke:

  1. „Partilotsen“ - Förderung junger Menschen die bereits als Vorbilder im Verein existieren, als verlässlich und engagiert gelten. Mit den Partizipationslotsen sollen folgende Fähigkeiten gefördert werden:
    • Kennenlernen u. Einsetzen von Methoden zur sozialräumlichen Erkundung (Mapping)
    • Fähigkeiten zum Planen u. Umsetzen von (Mini-) Projekte gemeinsam mit anderen jungen Menschen.
  2. Mannschaftsebene
    • Förderung von positiver gruppendynamischen Prozessen in 1-2 zwei Mannschaften des RFC u. Stärkung und Beibehaltung von Beziehungen zu jungen Menschen.
    • Selbstbestimmtes erarbeiten von Regeln für die eigene Mannschaft.
    • Förderung der Begleitung von Selbstwirksamkeitserfahrungen durch die konsequente Öffnung von Räumen um (Mini-) Projekte durchführen zu können.
  3. Trainerebene
    • Stärkung der pädagogischen Kompetenz u. Erweiterung des eigenen Handlungsrahmens von Trainern des RFC

Die Jury möchte in einem unterversorgten Kiez den Beteiligungskontext aus Sportverein und Beteiligungsprojekt erprobt sehen.

Gegen Slam – Dein Hass treibt mich auf die Bühne

Servicestelle Jugendbeteiligung e.V., berlinweit

Förderbetrag: 11.653,33 €
Projektzeitraum: 01.07. – 31.12.2018
Neuantrag
Thema: Förderung von Vielfalt und Toleranz/Demokratie

Was?
Im Rahmen des Projektes “gegenSlam - Dein Hass treibt mich auf die Bühne” soll das Netzwerk junge gegenargumente ein Poetry-Slam-Festival organisieren, in dessen Rahmen sich junge Menschen mit den Möglichkeiten von verbalem Engagement gegen Rechts und Hass auseinandersetzen und sich gemeinsam und öffentlichkeitswirksam für ein demokratisches Miteinander stark machen. Das Festival besteht dabei aus zwei aufeinander aufbauenden Elementen: Zunächst mehrere Poetry-Slam-Workshops für Jugendliche und junge Erwachsene, später einen öffentlichen Poetry-Slam.

Wer?
Servicestelle Jugendbeteiligung e.V. fördert und unterstützt als eine durch junge Menschen getragene Organisation wirksames Jugendengagement und Partizipation bundesweit. Thematisch erstreckt sich die Arbeit über die vier inhaltlichen Schwerpunkte Inklusion, Partizipation im digitalen und schulischen Raum sowie Demokratieförderung.

Warum?
Rechtspopulistische Parolen und Hassrede finden in der jüngsten Vergangenheit immer mehr Einzug in unseren Alltag und gefährden ein vielfältiges und demokratisches Miteinander.
Es soll erreicht werden, dass junge Menschen sich rechtspopulistischen Parolen nicht ohnmächtig ausgeliefert fühlen, sondern sich in der Lage fühlen, einen eigenen proaktiven Umgang mit Hassrede zu entwickeln, eigenständige demokratische Gegennarrative zu entwickeln und diese selbstbewusst einzusetzen und eine Öffentlichkeit zu fördern die eben genau dieses Engagement feiert, unterstützt und Mut macht.

Wie?
Durch die Slam-Workshops werden Teilnehmende befähigt, durch einen kreativen-linguistischen Ansatz einen eigenen Umgang mit Hatespeech zu entwickeln.

Die Jury sieht dieses Projekt zielgerichtet gegen den zunehmenden Populismus wirkend.

embassy

SchlesischeStr. 27 JugendKunst- und Kulturzentrum, Friedrichshain-Kreuzberg

Förderbetrag: 15.000 €
Projektzeitraum: 01.08.2018 – 31.03.2019
Neuantrag
Thema: Entwicklung und Erprobung neuer Beteiligungsformate

"Hereinspaziert! Ziehen Sie bitte eine Wartenummer, Sie werden aufgerufen, wenn das Konsulat soweit ist mit den Papieren. Wie Sie wissen, kriegt man im neuen Zusammenland den Reisepass nur gegen Leistung: Statt Egoismen und Erbsenzählerei - Liebe? Solidarität? Mut? Phantasie? Gar nicht so einfach."

Hier also ein Projektaufruf: Utopia braucht Ideen. Wie können wir gut zusammenleben? Wie schaut das aus? Wie und mit welchen Konzepten gelingt es, Menschen aus unterschiedlichen jugend/kulturellen Szenen, politischen und religiösen Kreisen zusammen zu bringen, um sich gemeinsamen gesellschaftlichen Fragen zu stellen?

In kreativen Anlagen, wo das neue Gemeinsame skizziert, wo gebaut und gewerkelt wird, da lässt es sich besser kennenlernen, argumentieren und verhandeln. Welches Bild kann dabei leiten? 2017 fand die Installation WELTSTADT in der Kindlbrauerei statt; nun soll ein neues, gemeinsames Land, eine kreative, politisch tickende Allmende erdacht werden. Ein Zusammenland.

Mit Berliner SchülerInnen und Jugendlichen aus verschiedenen Szenen werden architektonische Modellanlagen gebaut, die Prozesse der Meinungsbildung, Analyse von Konfliktlagen und gemeinsame Lösungsfindung wortwörtlich unter ein Dach bringen. Er werden Volkspaläste gebaut. Rahmenbedingungen für nötige Abstimmung und Übereinkunft sollen visualisiert werden: Möglicherweise wird die neue Parlamentsanlage ein Schwimmbad, Coworking Space, gemeinsame Küche und von Räucherstäbchen gesäumte Wandelhallen vorsehen.

Nun wird deutlich, dass ein mutiges Bruderprojekt gebraucht wird: embassy!
Eine experimentelle Baustelle für die Landesvertretung von Utopia soll eingerichtet. Denn in der installierten Botschaftsarchitektur werden Ideen und Argumente sehr konkrete Form finden, ohne große Übersetzungsarbeit. Die Jugendlichen zeigen, wie ihr neues Zusammenland tickt! Der Jugend-Demokratiefonds soll Bau- und Betriebsgeld für die ultimative embassy: Ein Ladenlokal in der Schlesischen Str. 10-11 (ein alter Biomarkt) tragen. Dieser wird neuer, stolzer Botschaftssitz. Lage und Umgebung in Kreuzberg sind optimal für einen aktionistischen Publikumsverkehr mit Berliner*innen und internationalen Gästen, die am Schlesischen Tor flanieren.

Zusammen mit Theaterpädagog*innen, Künstler*innen, Innenarchitekt*innen und Sozialarbeiter*innen (f. politische Bildung) werden Schüler*innen des OSZ marcel breuer schule und junge Geflüchtete der offenen Werkschule Bildungsmanufaktur die embassy planen und einrichten, den Botschaftsbetrieb szenisch entwickeln, zu Gesprächen und Performances einladen.

Die Jury  erwartet, dass eine positive Vision von Demokratie und Utopie und internationalen zusammenhängen mit szenischen Mitteln gelingt und ein jugendliches Publikum Anregung findet.

Die Mädchen von heute

Wir Gestalten e.V., Mitte

Förderbetrag: 1.500 €
Projektzeitraum: 01.07. – 24.09.2018
Neuantrag
Thema: Förderung von Vielfalt und Toleranz/Demokratie

„Banat acher zaman – Die Mädchen von heute“, ist eine kleine Gruppe von jungen Frauen und Mädchen aus dem Wedding. Alle zwei Wochen treffen sie sich, um bestimmte Themen zu Geschlechterdifferenzen und daraus entstehenden Chancenungleichheiten zu diskutieren. Das Ziel ist dabei stets mögliche Lösungen im Umgang mit diesen zu finden. Gestärkt durch die Gruppe sollen selbstbewusst Geschlechterdifferenzen kritisch zu hinterfragt und im persönlichen Umfeld gemindert werden. Die kleine Gruppe plant nun eine Konferenz um mehr junge Frauen engagieren zu können. Die Konferenz soll als spannender Aufhänger motivieren eine kritische Denkweise zu entwickeln.

Die Konferenz soll an einem Samstag (voraussichtlich 1. September 2018) stattfinden und verschiedene kreative Workshops in kleineren Gruppen, sowie eine abschließende gemeinsame Diskussion oder einen Workshop umfassen. Die Räumlichkeiten, die der Verein Wir Gestalten e.V. stellt, bietet Platz für vier zeitgleiche Workshops, sodass man zum Beispiel zwei mal vier Workshops à 1,5 Stunden anbieten könnte. Danach wäre es schön ein gemeinsames Mittagessen anzubieten, um anschließend alle zusammen einen letzten Programmpunkt zu erleben. Es könnte zum Beispiel eine Diskussion oder Vorstellung der Workshops in Bezug auf diese sein oder eine motivierende Rede einer jungen, feministischen Aktivistin. Da viele der Mädchen einen Migrationshintergrund haben wäre zum Beispiel eine Diskussion zu interkulturellem, interreligiösem Feminismus sehr interessant. Auch denkbar wäre ein gemeinsames Spiel oder ähnliches.

Die Zielgruppe sind junge Frauen und Mädchen ab 13 Jahren. Das Projekt wird primär Weddingerinnen ansprechen. Durch Plakate, Flyer und Vorstellung des Projekts in einigen weiterführenden Schulen sollen die potenziellen Teilnehmerinnen direkt motiviert werden. Da die Mehrzahl der Gruppenmitglieder noch zur Schule geht, könnten diese das Projekt direkt in ihren Schulen vorstellen, sowie Freundinnen und Klassenkameradinnen einladen.

Die Jury findet das kritische Hinterfragen bestehender gesellschaftlicher Normen und die Förderung demokratischer Diskussionskultur höchst unterstützungswürdig.

Demokratie braucht Multiplikator*innen

Demokratie & Dialog e.V., berlinweit

Förderbetrag: 10.509,50 €
Projektzeitraum: 15.07. – 31.12.2018
Neuantrag
Thema: Förderung von Vielfalt und Toleranz/Demokratie

In der aktuell politischen Lage mit zunehmenden populistischen Tendenzen gilt es demokratische Grundwerte zu verteidigen und zu stärken. Schule als Lern- und Lebensort hat eine entscheidende Bedeutung beim Erlernen und Erproben von Demokratie für Kinder und Jugendliche. Mit dem Projekt Demokratie braucht Multiplikator*innen soll Demokratielernen an Schulen weiter gefördert und gestärkt werden.

Damit Demokratielernen in Schule ermöglicht wird, müssen Möglichkeitsräume für demokratisches Handeln und Wirken sichtbar gemacht werden. Dafür werden im Rahmen unseres Projekts Multiplikator*innen ausgebildet, die diese Möglichkeitsräume aufzeigen und im Rahmen von Workshops ihr Wissen an Schulen weitergeben.

20 Jugendliche werden im Rahmen einer viertägigen Ausbildung im August 2018 zu Multiplikator*innen ausgebildet, die im Anschluss daran insbesondere in Schulen aktiv werden sollen. Ziel der viertägigen Ausbildung ist es, den Jugendlichen die notwendigen Skills für eine erfolgreiche Moderation an die Hand zu geben und zwei Workshopkonzepte zu erarbeiten bzw. bestehende Workshopkonzepte anzupassen. Die Teilnehmenden setzen sich insbesondere aus ehemaligen Freiwilligen des Freiwilligen Jahres Beteiligung zusammen, die an den Schulen an denen sie ihren Freiwilligendienst gemacht haben, bereits zu den Themen Demokratie und Beteiligung gearbeitet haben und an ihre bisherige Arbeit anknüpfen. Darüber hinaus steht natürlich auch weiteren Interessierten die Ausbildung offen.

Dabei wird insbesondere auf zwei unterschiedliche Workshopformate gesetzt, die darauf abzielen bestehende Strukturen und Ansätze zu stärken, statt parallele und neue Angebote zu schaffen. Zum einen das von der Deutschen Gesellschaft für Demokratiepädagogik erfolgreich etablierte Klassenratskonzept und zum anderen ein zu erarbeitentes Workshopkonzept, das Schüler*innen zu Beginn des neuen Schuljahres in Vorbereitung auf die  Klassensprecher*innen-Wahlen mit der Bedeutung und den Möglichkeiten von Interessenvertretung und demokratischer Schulgestaltung vertraut macht.

Die Ausbildung zielt darauf ab, die teilnehmenden Jugendlichen zu befähigen, Erlerntes auch außerhalb dieses Projekts zu adaptieren und anzuwenden.

Mit dem Angebot sollen keine anderen Jugendlichen ausschließen, sondern es ist auch sehr bewusst offen gestaltet für andere junge Erwachsene, die sich bereits mit den Themen auseinandergesetzt haben.

Die Jury hält es derzeit für wichtig, viele Demokratiemoderator*innen auszubilden.

Sports up - Schulsport gemeinsam entwickeln

SC Kiezmove Friedenau e.V., mehrere Bezirke

Förderbetrag: 14.559 €
Projektzeitraum: 16.07. – 21.12.2018
Wiederholungsantrag
Thema: Erweiterung von Beteiligungskontexten

Mit dem Projekt Sports up bietet das Trainer*innenteam vom SC Kiezmove ausgewählten Berliner Schulen an, im Rahmen von Beteiligungskontexten mit den Schüler*innen ein nachmittägliches Sport- oder Freizeitangebot gemeinsam zu entwickeln und umzusetzen. Die Schüler*innen sollen dabei bei der Konzeption und der Umsetzung der Freizeit-AGs an ihrer eigenen Schule eine aktive Beteiligungsverfahrung erhalten. Angebote einer Freizeit-AG in den klassischen Sportarten wie Fußball, Basketball oder auch Streetdance können die Trainer*innen vom SC Kiezmove als Übungsleiter*innen umsetzen. Es sollen aber auch weitere Freizeitangebote gemeinsam mit den Schüler*innen ausprobiert und entwickelt werden. Die jetzt teilnehmenden Schüler*innen sollen mit einem Peer Learning Erfahrungen in ihrer Schulzeit und an ihrer Schule erhalten und die Fähigkeit entwickeln, die Erkenntnisse in Selbstorganisation und Partizipation später bei Projekten auch an weitere Schüler*innen weiterzugeben . Die Schüler*innen entwickeln ihre eigene Freizeitgestaltung an ihrer Schule. Ihre eigene Schule ist für die Schüler*innen ein ganz wichtiger Ort. Am Nachmittag bieten die Schulen zunehmend Freizeit-AGs an. Hier wollen wir mit dem Konzept Sports up den Spaß und die Freude an der gemeinsamen Sport- und Freizeitaktivitäten entwickeln. Das Projekt Sports up versteht sich als Pilotprojekt in Berliner Schulen für die Nutzung von nachmittäglichen Sport- und Freizeitangeboten in Schulen in einer sich verändernden Gesellschaft. Diese Veränderung bietet aber auch die Möglichkeit der Mitwirkung der Schüler*innen an der Entwicklung ihrer eigenen Freizeitangebote. Dabei brauchen die Schüler*innen jedoch eine strukturelle Unterstützung, um sich auch einbringen und ihre Vorstellungen auch artikulieren zu können. Das Angebot Sports up soll mit dem kalkulierten Etat in einer ersten Pilotphase in 2018 im Schuljahr 2018/2019 an bis zu 6 weiterführenden Schulen umgesetzt werden. Dabei kann das Projekt Sports up mit Mitteln, die den Schulen für ihre Freizeit-AGs zur Verfügung stehen, zusätzlich ausgeweitet werden.

Die Jury möchte einen engagierten Sportverein dabei unterstützen Beteiligung über ein Sportangebot in Schulen und Kieze zu tragen.

feminationSZ

Nachbarschaftshaus Wannseebahn e.V., Steglitz-Zehlendorf

Förderbetrag: 12.662,50 €
Projektzeitraum: 15.07. – 31.12.2018
Neuantrag
Thema: Förderung von Vielfalt und Toleranz/Demokratie 

Das Nachbarschaftshaus Wannseebahn e.V. ermöglicht im Rahmen der aufsuchenden Jugendarbeit v. a. jungen Menschen aus stark benachteiligten Kontexten eine Einbindung in die vielfältigen Angebote der mobilen Feuerwehr ("MoWo"), welche im Gesamtbezirk Steglitz-Zehlendorf in den Abendstunden und an Wochenenden im öffentlichen Raum unterwegs ist. Seit 2017 engagiert sich der Verein in dem Kooperationsprojekt "ZOOM!", ein Gewaltpräventionsprojekt der Berliner Kommission gegen Gewalt im Rahmen der aufsuchenden Arbeit.

Das Projekt "feminationSZ" basiert auf Ideen einer Mädcheninitiative, zu der über die aufsuchende Arbeit bereits ein gefestigter Kontakt besteht. Initiativ sind hier Mädchen im Alter von ca. 12 bis 18 Jahren aus unterschiedlichsten Kontexten, die aufgrund ihrer Herkunft Ausgrenzungs- und Marginalisierungserfahrungen erleben. Somit beschäftigen sie sich - auch angeregt durch die derzeitige Debatte um Geschlechtergerechtigkeit und Feminismus - mit Rollen und Rollenzuschreibungen und ihren Mitbestimmungsmöglichkeiten innerhalb der Gesellschaft. Aktuell wird in festgelegten Bereichen, bspw. in Schulen und Jugendhilfeeinrichtungen dieses Thema diskutiert.

Jedoch werden diese Angebote oft aus der Erwachsenenperspektive heraus behandelt und wirken oft nicht nachhaltig. Hier wird von der initiativen Mädchengruppe bemängelt, dass eine unzureichende Sensibilisierung im öffentlichen Räumen stattfinde und ihre Mitwirkungsmöglichkeiten an Gestaltungsprozessen zu gering sei. Ihre Grundidee ist, anlässlich des bevorstehenden 100-jährige Jubiläums zum Frauenwahlrecht, feministische Aktionen im öffentlichen Raum umzusetzen. Im Dialog mit weiteren interessierten Mädchen aus der aufsuchenden Arbeit wurde diese Grundidee weiterentwickelt und die Ausrichtung somit zielgruppenspezifisch geprägt. Das Projektvorhaben birgt einen bedeutenden Gelingensfaktor zur Stärkung von Rechten und Ressourcen von Mädchen, da es an aktuelle Interessenlage und Motivation der Zielgruppe ansetzt.

Bis zum Jahresende 2018 haben sich mindestens 200 Jugendliche, die sich hauptsächlich in Steglitz-Zehlendorf aufhalten mit Rechten, Rollenbildern und -zuschreibungen der letzten 100 Jahre von Mädchen auseinandergesetzt, diese durch verschiedene Methoden und Aktionen reflektiert und Formen gefunden, die Ergebnisse in die Öffentlichkeit zu tragen.

Die Zielgruppe wird vordergründig im Rahmen der aufsuchenden Arbeit im Gesamtbezirk erreicht. Schwerpunkt bilden besonders Treffpunkte im öffentlichen Raum. Hier bestehen bereits gefestigte Kontakte, im Rahmen des Vorhabens werden weitere interessierte Jugendliche erreicht und einbezogen.

An Hand von unterschiedlichen Dimensionen (Rechte, Rollen, Aufenthaltsorte, Mode) werden die Epochen von vor 100 Jahren bis heute beleuchtet und mit dem selbst erlebten "hier und jetzt" in Beziehung gebracht. Die Aktionen bieten einen Rahmen und werden von den Mädchen selbst bespielt und gestaltet:

In einer Zeitreise, werden Lebenswelten von Frauen aus verschiedenen Epochen beleuchtet. In Fotoshootings wird die vergangene Mode mit der heutigen gegenübergestellt. Das Kennenlernen verschiedener Lebenswelten fördert Verständnis und Mut zur Veränderung.

In Fotostreifzügen werden Lieblings- und Vermeidungsräume dokumentiert und mit „Räumen“, in denen sich Mädchen vor 100, 70, 40 Jahren aufhielten gegenübergestellt. Die Dimension Raum ermöglicht, eine plastische Sicht und stellt eine enge Anbindung an die Lebenswelt Jugendlicher dar.

Die Jury ist von der großen Reichweite und den facettenreichen niedrigschwelligen Beteiligungsmöglichkeiten zu diesem wichtigen Thema im Jubiläumsjahr zum Frauenwahlrecht überzeugt.

Würfeltöne

Spielkultur Berlin-Buch e.V., Pankow/Buch

Förderbetrag: 4.739 €
Projektzeitraum: 02.07. – 02.11.2018
Neuantrag
Thema: Entwicklung und Erprobung neuer Beteiligungsformate

Der Kinderclub "Der Würfel" befindet sich im Herzen einer Plattenbau Siedlung des Berliner Bezirks Buch. Als soziale Einrichtung besteht ihre Aufgabe darin den dort lebenden Kindern eine Plattform für Austausch, Kreativität und Geborgenheit zu bieten, um sie so von den Straßen dieses sozialen Brennpunkts fernzuhalten.

Die Rap AG hat sich seit November 2017 für einige Kinder als Ventil für deren Emotionen und kreatives Potential etabliert. Hier haben sie die Möglichkeit ihre Gedanken und Erfahrungen auszutauschen und ihnen in künstlerischer Form Ausdruck zu verleihen. Shoob, der die AG anleitet, stellt hierfür sein Wissen und technische Ausrüstung zur Verfügung. Er hilft ihnen dabei, ihre Gedanken in Texten wiederzugeben und bringt ihnen die Grundlagen der Tontechnik näher.

Nun soll der Würfel auch mit einem eigenen Tonstudio ausgestattet werden, um die motivierten Teilnehmenden an die Musikproduktion heranzuführen und ihnen so die Möglichkeit zu bieten, ihre musikalischen Projekte bald selbst durchzuführen.

Die Rap AG besteht aus  Kindern und Jugendlichen, die nun ihr erstes Album auf CD produzieren möchten. Hierfür soll ein  auch Tonstudio eingerichtet werden und somit weitere Kinder dazu eingeladen werden, ihre Musikalität auszuleben und erste Erfahrungen im technischen Bereich der Audioproduktion zu machen. Sie sollen ermutigt werden, ihre kreative Arbeit zielgerichtet umzusetzen und im Anschluss ein selbstproduziertes Werk in den Händen halten.

Auch bei Aufbau, Einrichtung und Verkabelung sollen die Jugendlichen beteiligt werden, damit sie selber einen Überblick erhalten und lernen. Anschließend, in der zweiten Phase geht es an die Albumproduktion. Hierfür werden Themen für die Texte und Inhalte in der Gruppe gesammelt und diskutiert. Da Rap in den öffentlichen Medien oft gewaltvoll und sexualisiert ist, besteht hier ein Bedarf an Aufklärung und offenen Dialogen, die ständig zu neuen Erkenntnissen führen.

Die Jury möchte mit dieser Förderung einen positiven Impuls in einen schwierigen Kiez setzen.

Creative Youth

Sozialpädagogische Arbeit im Kiez e.V., Pankow/Weißensee

Förderbetrag: 6.786 €
Projektzeitraum: 03.07. – 31.07.2018
Neuantrag
Thema: Erweiterung von Beteiligungskontexten

Die Berliner Bezirke Pankow/ Weißensee  und Hohenschönhausen/ Lichtenberg haben  eine bewegte Graffiti Geschichte. In den 90er Jahren war der Bezirk eine Hochburg der Berliner- und auch gesamtdeutschen Graffitiszene. Viele hochwertige Wände wurden gestaltet und hochkarätige Künstler gingen aus der Region hervor. Einer der Orte, wo man die Künstler antreffen konnte, war die prägnante Turnhalle, des Sportkomplexes Stadion Buschallee. Es war ein überregional bekannter Ort für legale, großflächige Wandgestaltungen. Aufgrund von unsachgemäßer Nutzung der bereitgestellten Flächen wird die Außenwand der Turnhalle seit einigen Jahren nicht mehr künstlerisch genutzt, da diese nicht mehr legal ist.

Inhaltlich soll es eine Zusammenführung von der alten Generation von Ostberliner Künstler*innen und neuen Generationen kunstinteressierter Jugendlicher sein.

Gemeinsam soll die Außenwand der Turnhalle, in Absprache mit Bezirk und Pächtern, konzeptuell mit der Sprühdose gestaltet werden.Es werden lokale Künstler*innen, welche schon vor vielen Jahren die Wand nutzten, eingeladen werden. Gemeinsam mit jüngeren Generationen der Graffitikultur werden sie die Wand gestalten. Dazu werden im Einzugsgebiet Lichtenberg und Pankow viele Jugendkulturorte angesprochen, mit ihren Jugendlichen zu partizipieren.

Dazu soll es ein buntes Rahmenprogramm geben, welches Jugendliche und auch Erwachsene anziehen soll. Es soll Musik in Form von DJs und Rap geben, eine Skizzen Ecke, organisiert von der Jugendkunstschule Lichtenberg, ,ein Graffiti Battle , organisiert von Berlin Spraybattle ,Probewände zum ausprobieren der Sprühdose, Grillerei und weiteres.

Die Einbindung von Jugendlichen und Jugendclubs in Vorbereitung und Umsetzung in kunstpädagogischer Anleitung ist inbegriffen.

Die Zusammenführung und Vernetzung, Einbindung in Entscheidungen der Umsetzung, Stärkung von Selbstbewusstsein, Teamwork und die Dimensionen der kreativen Möglichkeiten der Graffitikunst sind primäre Anliegen.

Projektpartner sollen die Jugendkunstschule Lichtenberg, das Archiv der Jugendkulturen/Graffitiarchiv, Gangway e.V. ,  die bunte Kuh, Reclaim the Game und weitere sein, welche unterstützend bei Logistik, Organisation und Umsetzung wirken sollen.

Als Sponsoren sollen verschiedene Graffitiläden aus Berlin, wie Writers Corner und Graffitiboxshop, sowie Sprühdosenhersteller angeworben werden.

Die Jury erwartet die Entwicklung von kreativem Ausdruck in legaler Weise mit historischem und jugendkulturellem Bezug.

Junge Europawahlhelfer*innen

Kreuzberger Kinderstiftung gAG, Friedrichshain-Kreuzberg

Förderbetrag: 10.000 €
Projektzeitraum: 01.09.2018 – 30.06.2019
Neuantrag
Thema: Förderung des ehrenamtlichen Engagements

Dieses Projekt informiert, motiviert und befähigt 100 Berliner Jugendliche dazu, sich bei den Wahlen zum Europäischen Parlament im Mai 2019 als Wahlhelfer*innen zu engagieren. Dabei sollen insbesondere junge Menschen ohne Abitur angesprochen werden.

Ziele: Das Projekt hat folgende strategische Ziele: Die Identifikation der teilnehmenden Jugendlichen mit der repräsentativen Demokratie und der europäischen Idee soll gestärkt werden. Darüber hinaus soll die Wahlbeteiligung junger Menschen gesteigert werden, da die jungen Wahlhelfer*innen Gleichaltrige zum Wählen motivieren werden.

Notwendigkeit: Die Wahlbeteiligung jüngerer Wähler*innen ist geringer ist als die der älteren. So lag die Beteiligung der Menschen unter 35 bei den Wahlen zum Deutschen Bundestag 2017 deutlich unter dem Durchschnitt aller Wahlberechtigten.

Teilnehmer*innen:
Es sollen gezielt junge Menschen ohne Abitur in der Altersgruppe 18-21 angesprochen werden. Allerdings können auch Jugendliche bis 27 und Jugendliche mit Abitur an dem Projekt teilnehmen. Ein geographischer Fokus wird in der Teilnehmenden-Akquise auf Friedrichshain-Kreuzberg gelegt. Jugendliche aus anderen Bezirken sollen jedoch nicht ausgeschlossen werden. Die Teilnehmenden sollen durch verschiedene Maßnahmen der Öffentlichkeitsarbeit, Schulbesuche und Aktivitäten verschiedener Partnerorganisationen gefunden werden.

Kooperationspartner: Das Wahlamt des Bezirks Friedrichshain-Kreuzberg hat zugesagt, dass die Jugendlichen, die sich über das Projekt registrieren und die rechtlichen Voraussetzungen erfüllen, als Wahlhelfer*innen ausgewählt werden. Darüber hat dieses Wahlamt angekündigt, Kontakte zu weiteren Bezirkswahlämtern herzustellen, sodass mit diesen ähnliche Vereinbarungen getroffen werden können. Die Jugendbildungsstätte Haus Rissen, die bereits Projekte mit jungen Wahlhelfer*innen durchgeführt hat, ist bereit, zu beraten und entwickelte Materialien und Methoden zur Verfügung zu stellen. Die Schwarzkopf-Stiftung unterstützt die Teilnehmendenakquise durch Hinweise insbesondere im Rahmen ihrer Seminare an Berliner Berufsschulen. Gespräche über Kooperationen mit dem Landesjugendring und der Drehscheibe Kinder- und Jugendpolitik Berlin der Stiftung SPI sind geplant.
Jugendliche sollen in dem hier beantragten Projekt in folgender Weise entscheiden und als Umsetzende tätig werden:

  1. Jugendliche sind eingeladen, an der Steuerungsgruppe des Projekts, bestehend aus Ehrenamtlichen und Hauptamtlichen der KKS gAG sowie Projektpartnern, teilzunehmen und gleichberechtigt mitzuentscheiden.
  2. Besonders engagierte Jugendliche werden die Seminare gemeinsam mit den älteren Ehrenamtlichen und Hauptamtlichen konzipieren und teilweise selbst durchführen.
  3. Während der Auftaktseminare des Projekts sollen die teilnehmenden Jugendlichen zudem darüber diskutieren, wie sie Gleichaltrige zur Beteiligung an der Europawahl motivieren können. Dabei soll ihnen kein Vorgehen vorgeschlagen werden, sondern sie sollen eigenverantwortlich eine Strategie dafür entwickeln.

Das Projekt verbindet politische Bildung mit einer praktischen staatsbürgerlichen Tätigkeit. Simulationen politischer Prozesse sind vor allem dann sinnvoll, wenn eine tatsächliche Ausübung nicht möglich ist. So z.B. bei den U18-Wahlen, da Menschen unter 18 abgesehen von Kommunalwahlen nicht wählen dürfen. Die Tätigkeit als Wahlhelfer*innen hingegen kann von der hier genannten Zielgruppe problemlos „im echten Leben“ ausgefüllt werden.

Die Jury bewertet dieses Projekt als positiven Impuls zum wichtigen Thema Europawahl

Jüdische Frauenschicksale aus Berlin

Europäische Janusz Korczak Akademie e.V., Mitte

Förderbetrag: 11.360 €
Projektzeitraum: 28.08.2018 – 05.03.2019
Neuantrag
Thema: politisch-historische Bildung

Unter dem Arbeitstitel „Jüdische Frauenschicksale aus Berlin werden Jugendworkshops zum Thema Flucht, Heimat und Vielfalt“ angeboten. Im Projekt werden Berliner Jugendliche im Alter bis 21 Jahre anhand ausgewählter Einzelbiographien die Geschichte ihrer Stadt erforschen und sich im Zusammenhang damit auch mit Fragen der eigenen Identität auseinandersetzen. Die historisch-politische Bildung im Geiste der Vielfalt und zur Bekämpfung von Diskriminierung und Ausgrenzung soll dabei über Persönlichkeiten und Referent*innen vermittelt werden, die für die jugendlichen Teilnehmer*innen durch ihr Alter oder ihre Vita anschlussfähig sind. Es war uns dabei wichtig, starke, wirkmächtige Persönlichkeiten auszuwählen, mit denen die jungen Teilnehmer*innen sich identifizieren können und die zugleich einen besonderen Blick auf die Berliner Geschichte ermöglichten; dies auch, um das Projekt nicht im Abstrakten verbleiben zu lassen, sondern die Geschichte ganz konkret erfahrbar zu machen. Nicht zuletzt sollten dabei die Biographien der untersuchten Personen außerdem ein breites Spektrum an möglichen Ansatzpunkten in Bezug auf die pädagogische Beschäftigung bieten.

Die Wahl fiel dabei schließlich auf Ruth Schwiening (*1935) und ihre Glasmalerei, Naomi Frankel (1918-2009) und die Fotoausstellung ‚unaufgeklärte Naomi Frankel‘ sowie Katja Petrowskaja (*1970) mit dem Literaturworkshop, drei Frauen, die ihre innige Beziehung zu Berlin, ihre höchst unterschiedlichen Migrationserfahrungen und ihre ausgeprägten kreativen Talente miteinander gemein haben. Rund um diese drei Frauen werden insgesamt drei Workshops organisiert, die jeweils den Auftritt eines Gastredners nebst Diskussion sowie eine gemeinsame kreative Arbeit umfassen werden.

Alle drei Workshops sind als niederschwelliges Angebot ausgelegt, sodass auch Jugendliche ohne umfangreiche künstlerische Vorkenntnisse teilnehmen können. Dies gilt auch für die Sprachkenntnisse; lediglich im Rahmen des Workshops zu Naomi Frankel wird eine Übersetzung vom Englischen ins Deutsche erforderlich sein.

Als Abschlussveranstaltung soll schließlich ein Gesellschaftsspiel unter dem Titel „Neue alte Heimat Berlin“ stattfinden, das der Neuberliner Stanislav Kukharkov leitet – selbst erst kürzlich als jüdischer Zuwanderer ins Land gekommen und als Gründer eines Start-ups für Freizeitangebote eine der vielen Erfolgsstorys neu zugewanderter Berliner*innen. Im Mittelpunkt steht hierbei der künstlerische Austausch der jungen Teilnehmer über die drei vorangegangenen Workshops und die Reflexion ihrer Erfahrungen in Bezug auf ihre eigenen Biographien. Dadurch, dass alle drei ausgewählten Frauen einen jüdischen Hintergrund und deutliche Bezüge zur Shoah und zum zeitgenössischen Antisemitismus mitbringen, wollen wir auch einen Beitrag zur Prävention von Diskriminierung und Antisemitismus leisten.

Die Jury hält diese Verbindung aus Zeitzeugenbegegnung, kreativem Austausch und historisch-politischer Bildung für förderwürdig zur Prävention gegen Diskriminierung und Antisemitismus.

Happy Kids / Tour de Tempelhof

Kite & Board Association e.V., Tempelhof-Schöneberg

Förderbetrag: 5.905,12 €
Projektzeitraum: 01.07. – 31.12.2018
Neuantrag
Thema: Förderung von Vielfalt und Toleranz/Demokratie

Die Kite und Board Association e.V. (KBA e.V.) ist eine Vereinigung von Board- und Kitesportlern, Pädagogen und Psychologen.

Das Ziel ist: Förderung des bewussten Umgangs mit Natur und Umwelt im Rahmen von pädagogischen und sozialen Projekten. Erfahrungen und die Entwicklung von strukturierten Projekttagen an der frischen Luft waren hilfreich, um das Verständnis für die Natur, insbesondere der Windenergie zu fördern als auch die Entwicklung der Koordinationsfähigkeit zu unterstützen. Die Fragen der Kinder sind Ausgangspunkt der Erkundungsprozesse und schaffen eine tolle Dynamik, welche zur Weiterentwicklung und Gestaltung der Projekte inspirierte.

Sozialpädagogisch fundierte Freizeitangebote mit integrativen Ansatz für Kinder und Jugendliche aus benachteiligten Stadtteilen sowie für Geflüchtete sind der Rahmen der Projektarbeit.

Mit den Angeboten für benachteiligte Kinder und Jugendliche und insbesondere geflüchtete Kinder soll ein Beitrag zur Förderung der Teilhabe und Integration dieser Zielgruppen geleistet werden. Mit dem Ansatz (pädagogisch fundierte und diversitätssensible Freizeitangebote) können diese Kinder und Jugendliche besonders gut erreichet werden. Die Aktivitäten fördern nicht nur Bewegung und Gesundheit, sondern vermitteln auch soziale und interkulturelle Kompetenzen. Im Drachenbaukurs werden außerdem feinmotorische und haptische Entwicklungen der Kinder gefördert. Durch den  Ansatz gemischte Gruppen, Zugezogenen (Geflüchtete) und Berliner Jugendliche zusammenzubringen, wird außerdem der Spracherwerb gefördert, z.B. auch durch die Arbeit mit spielerischen Sprachanimationen.

Mit der Tour de Tempelhof wird einen Rundparcours um das Tempelhofer Feld angeboten. Der Parcours bietet verschiedene Herausforderungen und Lernziele an, die es zu meistern gilt. Spielerisch werden die Grundideen und Facetten des Tempelhofer Felds erarbeitet, die Kinder und Jugendlichen zum Beispiel diverse Kräuter kosten und die Gruppe in den Alltag eingebunden. Das genaue Programm wird jeweils in Absprache mit den Kooperationspartnern entwickelt, um auf die Bedürfnisse der Teilnehmenden einzugehen.

Die Jury erwartet ein öffentlichkeitswirksames Beteiligungsprojekt für eine bedürftige Zielgruppe.

 

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