Jugend-Demokratiefonds startet erste Förderrunde für 2020!

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Die Würfel sind gefallen: Neue Förderentscheidungen

20.06.2017

Nachdem wir den Einsendeschluss erst mal verlängert hatten, kamen Eure Anträge doch noch in rauen Mengen. Für Euer Interesse möchten wir uns herzlich bedanken. Die Fachjury tagte am 29. Mai und gab 11 Förderempfehlungen ab. Am 19. Juni folgte nun die Steuerungsgruppe des Landesprogramms "STARK gemacht!" den Empfehlungen. Welche Projekte gefördert werden, erfahrt Ihr hier:

Bei einer beantragten Summe von insgesamt gut 222.000 Euro fiel die Entscheidung der Jury wieder mal ausgesprochen schwer. Sie empfahl letztlich 11 Projekte zur Förderung, was einer 100prozentigen Ausschöpfung der Fördermittel für das Jahr 2017 und der für überjährige Projekte zur Verfügung stehenden Gelder entspricht. 

Dieser Entscheidung folgte nun die Steuerungsgruppe und wir gratulieren allen unten aufgeführten Projekten zur Förderung!

Bedanken möchten wir uns ausdrücklich bei allen Antragsteller*innen. Denjenigen, die dieses Mal den Kürzeren gezogen haben, empfehlen wir weiterhin die Augen auf den Bereich "Förderung" auf stark-gemacht.de zu richten, in dem Ihr jederzeit aktuelle Ausschreibungen findet. Die erste Ausschreibung für das Jahr 2018 im Landesprogramm STARK gemacht! geht voraussichtlich im Herbst an den Start. 

Folgende Projekte können sich über eine Förderung in der zweiten Ausschreibungsrunde 2017 des Jugend-Demokratiefonds Berlin freuen:

Create your history

Albus e.V., Lichtenberg

Förderhöhe: 5.000 Euro
Projektzeitraum: 24.07. – 28.07.2017
Thema: politisch-historische Bildung

„Create your history“ ist ein 5-tägiges, kreatives, gemeinnütziges Bildungsprojekt, welches die inhaltliche Auseinandersetzung mit der Geschichte und Gegenwart von Rassismus forcieren und mit der künstlerischen Ausdrucksform Graffito verbinden möchte. Es werden Jugendliche mit diversen Bildungshintergründen aus Fürstenberg/ Havel und Berlin (Bezirke Lichtenberg, Hohenschönhausen) angesprochen. Am ersten Tag lernt sich die Gruppe in Berlin kennen und bereitet sich auf den folgenden Tagesausflug vor. Der zweite Tag besteht aus der gemeinsamen Fahrt nach Fürstenberg, der Besichtigung der zu bemalenden Wand des dortigen Bahnhofsgebäudes, einem Stadtspaziergang und dem Besuch der dortigen Frauen-KZ-Gedenkstätte Ravensbrück. Anschließend werden am dritten Tag die gemachten Erfahrungen in Berlin reflektiert, erste Sprühübungen unternommen und das Motiv diskutiert. Die einzige Vorgabe hierfür ist der Bezug zum Ort Fürstenberg/Havel und zu den vorher behandelten Themen. Der vierte und fünfte Tag findet dann wieder in Fürstenberg statt und ist der technisch aufwändigste Teil des Projekts, denn nun wird das Bild gemeinsam auf die Nordwand des Bahnhofsgebäudes gebracht. 

Empowernde Projekte, die Jugendliche aus ländlichen und städtischen Räumen zusammenbringen, sind äußerst selten bzw. finden gar nicht statt. Die Teilnehmer*innen aus Fürstenberg bekommen die Möglichkeit, einen ihnen vertrauten, prominenten und viel frequentierten Ort zu gestalten, während die Jugendlichen aus Berlin aus ihrem gewohnten Umfeld geholt und sich gleichzeitig beide Gruppen neue Räume erschließen werden. Die fotografische Dokumentation des Projektes wird in einer Ausstellung in den entsprechenden, bezirklichen Einrichtungen präsentiert werden.

Die Jury bewertet die soziale und künstlerische Verbindung von Freizeitgestaltung, künstlerischem Ausdruck und historischer Erkunden als überzeugend.

DANCE UNITED

Outreach Mobile Jugendarbeit, berlinweit 

Förderhöhe: 14.560 Euro
Projektzeitraum: 01.08.2017 – 31.03.2018
Thema: Erweiterung von Beteiligungskontexten

Warum gibt es jetzt so viele Kriege auf der Welt und Menschen, die auf der Flucht sind? Warum wird es immer wichtiger, woher wir kommen und was wir glauben? Wie kann die Diskussion vom „Wohnzimmer“ zur friedlichen Auseinandersetzung auf der Straße, also in den öffentlichen Raum, verlagert werden? Eine bestehende Gruppe junger Menschen (ca. 50 Alt- und Neuberliner*innen in dem Alter von 12+ Jahren) wollen sich mit diesem Thema auseinandersetzen und neue Mitglieder erreichen. Als Methode wählen sie Tanz- und Musikeinlagen, die öffentlich präsentiert werden, um die Aufmerksamkeit vorbeigehender Menschen zu erregen. Ziel ist es, die Thematik innerhalb der Gruppe zu vertiefen, in öffentlichen Diskussionen mit Berliner*innen zu treten, neue Vernetzungen zu etablieren und ein Zeichen für Frieden und kulturelle Vielfalt zu setzen. 

Von Juni – Juli werden gemeinsam mehrere Choreographien entwickelt, welche im öffentlichen Raum aufgeführt werden und zum Mitmachen einladen sollen. Parallel dazu werden kleinere Redebeiträge erarbeitet und Flyer entwickelt, die bei den geplanten 5 Aktionen verteilt werden. 

Der Ansatz, dass Jugendliche selbstbewusst den öffentlichen Raum mit einer positiven Botschaft bespielen, hat die Jury beeindruckt.

Demokratielounge

Stiftung SPI – Walter May, mehrere Bezirke

Förderhöhe: 14.896 Euro
Projektzeitraum: 01.07. – 30.09.2017

Das U18 Netzwerk Berlin, vertreten durch die Stiftung SPI als Koordinierungsstelle U18, plant in Kooperation mit den Kinder- und Jugendbüros in Steglitz-Zehlendorf, Friedrichshain-Kreuzberg, Mitte und Marzahn-Hellersdorf, den Kinder- und Jugendbeauftragten aus Pankow, Charlottenburg-Wilmersdorf, Lichtenberg und Spandau sowie Jugendverbänden und Jugendeinrichtungen (LJR, FEZ) die Durchführung der DemokratieLounge auf BerlinTour. Die DemokratieLounge wird in Form eines speziell für die Tour ausgestatteten LKWs an acht Tagen innerhalb des Aktionszeitraumes an acht unterschiedlichen Orten, an denen sich junge Menschen aufhalten, in verschiedenen Bezirken Station machen. Der Moabiter Ratschlag e.V. erbringt zusätzlich einen Aktionstag, um auch beim Moabiter Stadtfest Erstwähler zu informieren. 

Das Projekt Drehscheibe Kinder- und Jugendpolitik Berlin der Stiftung SPI fungiert im Namen des U18-Netzwerks Berlin als Antragstellerin. Die Durchführung des Projektes DemokratieLounge wird durch den Moabiter Ratschlag als mobiler und freier Träger gewährleistet und durch die bezirklichen Netzwerkpartner und die Drehscheibe zusätzlich unterstützt. Die bezirklichen U18 Koordinierungsstellen übernehmen die Standort- und Genehmigungsvorbereitung für die jeweiligen Standorte.

Das Konzept der DemokratieLounge ist flexibel angelegt und ermöglicht eine Vielfalt von zusätzlichen Aktionsformen. Partner*innen wie die Jugendverbände oder Jugendeinrichtungen (FEZ) und Jugendnetzwerke (jugendFORUM, jup! Berlin) wie auch Kinder- und Jugendeinrichtungen beteiligen sich aktiv und erweitern das Basisangebot. 

Folgende methodischen Elemente sind in der Basisausstattung enthalten, können aber am Aktionstag situativ angepasst und durch andere Aktionen und Methoden erweitert werden: die "Demokratie-Dealer" als Promoter, der "Demokratie-Test" als Fragebogen Aktion, Abstimmungszylinder für Abfragen und Meinungsbilder, die "Gib der Wahl dein Gesicht" -Fotoaktion zur Meinungsbilder und um Forderungen an Politik in Szene zu setzen sowie eine einladende Chill-Lounge-Diskussionsecke mit Musikausstattung und Knabbereien.

Die Jury beurteilt dieses Gemeinschaftsprojekt als wichtige Rahmung für vielfältige Aktionen zur Bundestagswahl 2017 und dadurch als förderwürdig.

Die Beteiliger

SELAM Berlin gUg, Reinickendorf

Förderhöhe: 11.000 Euro
Projektzeitraum: 01.07.2017 – 28.02.2018
Thema: Entwicklung und Erprobung neuer Beteiligungsformate

SELAM-Berlin arbeitet als Träger der Jugendhilfe in den Bereichen demokratische Schulentwicklung, Öffnung & Demokratisierung von Schulen, Ehrenamts- & Engagement-Förderung, Gewaltprävention und Konfliktmanagement. SELAM möchte das Projekt "DIE BETEILIGER" im sozialen Brennpunkt Auguste-Viktoria-Allee in Reinickendorf umsetzen. SELAM hat seine Räumlichkeiten im Zielgebiet des Projekts und ist mit seinen Kooperationspartnern vor Ort sehr gut vernetzt (u.a. QM-Management des Kiezes, Max-Beckmann-Oberschule, Familienpunkt Reinickendorf, Gangway e.V.). SELAM ist aktives Mitglied der Kiezrunde und in verschiedenen Untergruppen der Kiezrunde zu diversen Themen tätig. Über den Kiez hinaus kooperiert SELAM u.a. mit der Deutschen Gesellschaft für Demokratiepädagogik e.V., dem Medienkompetenzzentrum Meredo e.V. und der Freudenberg Stiftung. SELAM wird zur Zeit vom Kompetenzzentrum für Service Learning im Netzwerk Service-Learning weiterentwickelt. SELAM setzt verschiedene Projekte zur Partizipations-förderung an Schulen im Kiez um (Klassenrat, SchülerInnenparlament, SV-Professionalisierung, Service Learning). Das Projekt "DIE BETEILIGER" ist eine logische Schlussfolgerung ihrer Erfahrungen und Kontakte. Mit ihren positiven Erfahrungen des aktiven Einbeziehens von jungen Menschen im Kiez wollen die Antragsteller*innen dieses Bottom-Up-Partizipationsprojekt umsetzen. Das Projekt wird mit Methoden der offenen Jugendarbeit sowie sozial- und lebensräumlichen Analysen und Projektansätzen umgesetzt werden. 

Ziele des Projekts: 

  1. Neue Formen von Partizipation mit jungen Menschen erarbeiten, im Kiez Methoden zur Partizipation bekanntmachen, erproben und mit Kooperationspartnern vor Ort an die Bedürfnisse der Jugendlichen anpassen/weiterentwickeln. 
  2. 2. Die Sensibilität für die Interessen von jungen Menschen im Kiez öffnen, stärken und Formen der Partizipation bekannt machen. 
  3. 3. Junge Menschen, die sich zur Freizeitgestaltung auf dem Sportplatz Scharnweberstraße treffen oder die sich im RFC Liberta 1914 Fußball spielen, kennenlernen, mit Partizipation als Möglichkeit der Gestaltung der eigenen Lebenswelt bekannt machen und sie unterstützen, eigene Ideen und Projekte umzusetzen. 
  4. 4. Jungen Menschen unterstützen sich dauerhaft einer Aufgabe zu widmen und sich ggf. langfristig an den Sportverein RFC Liberta 1914 binden.  

Die pädagogische Arbeit hat ihren Schwerpunkt auf dem Sportplatz Scharnweber Straße (Zielgruppe: Junge Menschen, die den Sportplatz als Freizeitstätte im Kiez oder „zum Chillen“ nutzen oder die im RFC Liberta 1914 aktiv sind) 

  • Schritt 1: Kontakte und Beziehungen zu jungen Menschen anbahnen, ihre Lebensräume und Lebenswelten identifizieren und sichtbar machen. SELAM dokumentiert diese Informationen, um sie für die Weiterentwicklung der lebensweltlichen Bezüge im Kiez nutzbar zu machen. 
  • Schritt 2: Beziehung zu jungen Menschen aufbauen: 3-4 interessierte junge Menschen qualifizieren, damit sie als Partizipationslotsen (PL) andere junge Menschen befähigen können, eigene Projekte, von der Ideenfindung über die Planung, bis zur Durchführung und Abwicklung, umzusetzen. Die PL werden in Kooperation mit der Servicestelle Jugendbeteiligung (SJB) zu Fragen der Projektfindung, -planung und –abwicklung professionalisiert. Mind. 3 Projekte werden umgesetzt. 
  • Schritt 3: Beziehung zu jungen Menschen vertiefen: Sie entwickeln Ideen zu Projekten im Kiez und setzen diese mit Hilfe der PL, SELAM und Kooperationspartnern um. 
  • Schritt 4: Abschlussveranstaltung für junge Menschen aus dem Projekt mit anwesenden UnterstützerInnen für Partizipation im Kiez und Möglichkeit der Vorstellung des Projektes in Kiezrunde, QM-Rat und ggf. im Jugendhilfeausschuss des Bezirks.

Die Jury möchte Beteiligungsprozesse in einem bisher nicht erreichten Gebiet ermöglichen. Der Förderzeitraum wird aber verkürzt, so dass in einem eventuellen Folgeantrag dann konkretisierte Maßnahmen und Aktionen dargelegt werden können.

Generation Demokratie. verstehen – gestalten – mitbestimmen

Die gelbe Villa, Friedrichshain-Kreuzberg

Förderhöhe: 6.167,20 Euro
Projektzeitraum: 01.07. – 31.12.2017
Thema: Entwicklung und Erprobung neuer Beteiligungsformate 

Demokratie verstehen, gestalten und somit aktiv in der Gesellschaft mitbestimmen - das sind die Ziele dieses einjährigen Pilotprojekts für Kinder und Jugendliche im Alter von sechs bis 14 Jahren. Mit der Schaffung konkreter neuer Beteiligungsstrukturen im Kreativ- und Bildungszentrum die gelbe Villa aktivieren wir die Projektbeteiligten und fördern frühzeitig ihr Politikverständnis und eine positive Einstellung zu demokratischen Entscheidungsprozessen.

Die Projektumsetzung erfolgt in mehreren, aufeinander aufbauenden Schritten. Zu Beginn qualifiziert sich das pädagogische Team der gelben Villa hinsichtlich der Demokratieerziehung. Spielerische Schnupperangebote für Kinder schaffen dann niedrigschwellig den thematischen Einstieg, eine spezielle Themenwoche zur Demokratie und die Beteiligung an der U18-Wahl zum Deutschen Bundestag im September 2017 vertiefen das Interesse an politischen Prozessen und Beteiligungsmöglichkeiten. Die Wahl und deren Ergebnisse werden von einer Multimediagruppe vor- und nachbereitet sowie über den Blog der gelben Villa und YouTube entsprechend öffentlich gemacht. Ein großes Familienfest in der gelben Villa bietet Gelegenheit zu themenspezifischen Eltern-Kind-Aktivitäten, die das Projektanliegen weitertragen. Den nächsten Schritt bilden die Vorbereitungen zur Bildung eines Kinderrates als konkretes Mitbestimmungsorgan in der gelben Villa. Er soll zum Jahresende stehen und ab Anfang 2018 regelmäßig tagen, begleitet von einer fachlichen Beratung und Unterstützung. Bis zu zehn gewählte Ratsmitglieder werden über Strukturen, Rahmen, Regeln und Angebote/Programme der gelben Villa mitentscheiden. Der Rat erhält ferner ein festgelegtes Budget, über dessen Einsatz die Kinder selbst bestimmen können.

Flankierend kommt ein offenes Nachmittagsangebot zum Thema Konfliktlösung und Mediation dazu (…). Einem Peer-to-Peer-Ansatz folgend sollen hierbei auch Konfliktlotsen der gelben Villa ausgebildet werden.

Die Aktivitäten werden als offene Einstiegs-/Schnupperangebote bzw. in Workshopform im Rahmen des Nachmittagsprogramms der gelben Villa umgesetzt. Ausgebildete Fachkräfte mit entsprechender Expertise - zum Beispiel Konflikttrainer*innen oder Medienschaffende - übernehmen die Betreuung auf Honorarbasis. Als Kooperationspartner sind die RAA Berlin (Regionale Arbeitsstellen für Bildung, Integration und Demokratie e.V.), die Kreuzberger Initiative gegen Antisemitismus e.V. sowie das Netzwerk stuhlkreis_revolte (Kollektiv für emanzipatorische Bildungsarbeit und Prozessbegleitung) vorgesehen." 

Die Jury möchte diesen Aufbruch einer Kinder- und Jugendeinrichtung hin zu Kinderrat, Qualifizierung und Vernetzung ermöglichen. Dies allerdings nur für das Jahr 2017. Danach wird eine selbstgetragene und selbstfinanzierte Weiterführung erwartet. 

Parkour Reloaded

Nachbarschaftshaus Wannseebahn e.V., Steglitz-Zehlendorf

Förderhöhe: 5.288 Euro
Projektzeitraum: 01.07.2017 – 15.12.2017
Thema: Förderung ehrenamtlichen Engagements 

Das MoWo des Nachbarschaftshaus Wannseebahn e.V. ist ein Projekt im Bereich der aufsuchenden partizipativen Jugendarbeit. Es bietet den Jugendlichen vor Ort (…) insbesondere die Möglichkeit, Projektideen zu entwickeln und gemeinsam mit dem MoWo durchzuführen. 

2013 wurde die Parkour-Anlage auf dem Gelände der JFE Schottenburg von Jugendlichen, die an das MoWo angebunden sind, selbst geplant und gebaut. Die Finanzierung hierfür erstritten sich die Jugendlichen damals über die Jugendjury, aus Sondermitteln der Stadträtin und aus Mitteln des Think Big-Programms. Seither sind verschiedene Jugendgruppen an die Mitarbeiter des NBH Wannseebahn e.V. herangetreten, mit der Idee, diese Anlage zu erweitern. Zum einen sind dies verschiedene Gruppierungen aus dem nahen Umfeld, die die Anlage in ihrer Freizeit immer wieder nutzen, zum anderen sind das die Jugendlichen des von Jugendlichen gegründeten selbstorganisierten Sportvereins Fußgänger e.V., der kostenlose Trainings für Kinder und Jugendliche in der Sportart Parkour anbietet und die Anlage für seine Trainings nutzt. 

Leider konnten bislang keine geeigneten Mittel akquiriert werden und so wurde die Anlage zwar bis heute Stück für Stück um einige Elemente wie Autoreifen und Baumstämme selbstständig durch die Jugendlichen erweitert. Aber eine umfassende Erweiterung mit neuen Mauern und Stangen konnte bis jetzt nicht stattfinden. Trotzdem wird die Anlage sehr rege von verschiedenen Gruppen Kinder und Jugendlicher genutzt. Mit der Erweiterung wollen die Jugendlichen zum einen die Attraktivität und Nutzungsmöglichkeiten der Anlage für alle Jugendlichen steigern und zum anderen eine Nutzung in Kooperation mit Schulen und Jugendfreizeit-Gruppen ins Leben rufen. Dazu soll ab Sommer 2017 gemeinsam unter Einbeziehung aller interessierten Jugendlichen die Erweiterung der Anlage geplant werden. Ebenso soll der Bau selbst wieder unter Einsatz der Jugendlichen erfolgen. Durch die Einbindung der Jugendlichen von Anfang an, durch die gemeinsame Planung und Durchführung, das konkrete "Hand-Anlegen" beim Bau und das sichtbare Ergebnis, das der Öffentlichkeit präsentiert werden kann, machen Jugendliche zudem die Erfahrung, dass sie selbst eine ganze Menge bewirken können. 

Die Jury beurteilt diesen weiterentwickelten Antrag positiv, da er die Qualifizierung der Jugendlichen und die Erweiterung des jugendlichen Engagements im Fokus hat.

Populismus – Nicht mit uns!

Junge HumanistInnen, berlinweit

Förderhöhe: 4.592,80 Euro
Projektzeitraum: 29.09. – 30.11.2017
Thema: Toleranzerziehung / Demokratieförderung 

Die Antragsteller*innen möchten ehrenamtliche Gruppenleiter*innen und Jugendliche dabei unterstützen, ausgestattet mit den nötigen Informationen und Argumenten selbst aktiv gegen menschenfeindliche Strukturen und rechtspopulistische Äußerungen vorzugehen und mit den Kindern und Jugendlichen aus ihren Feriencamps und Freizeiten in eigenen Aktionen/Projekten jugendgerechte Mini-Workshops zum Thema „Populismus“ durchzuführen, um diese für eine kritische Auseinandersetzung mit dem Thema zu sensibilisieren. 

In der aktuellen Situation haben jugendliche Gruppenleiter*innen zudem häufiger über herausfordernde Situationen mit rechtspopulistischen Äußerungen in ihrem Privatleben oder im Kontext ihres ehrenamtlichen Engagements berichtet und das Bedürfnis geäußert, selbst dagegen aktiv zu werden.

Das Projekt ist als Multiplikator_innen-Schulung sowie Vernetzungstreffen junger Humanist_innen aus Berlin und Brandenburg konzipiert:

  • 1. Ebene - Unterstützungsangebot für die ehrenamtlichen Gruppenleiter*innen in Berlin und Brandenburg
  • 2. Ebene - Impulsgeben für eigene Aktionen
  • 3. Ebene - Begleitung aktiver JuHus und Jugendgruppen in HVD-Freizeiteinrichtungen in Berlin und Brandenburg durch zentrale Veranstaltungsangebote. 

Die Jury findet, dass ein aktuelles Thema methodisch überzeugend angegangen werden soll.

PULS Feriencamp

PULS Deutschland e.V., Marzahn-Hellersdorf 

Förderhöhe: 1.020 Euro
Projektzeitraum: 26.05. – 20.08.2017
Thema: Förderung ehrenamtlichen Engagements

Das PULS Camp ist ein mehrtägiges Event, bei dem Jugendliche die Möglichkeit haben, gemeinnützige Einrichtungen und Ansprechpartner*innen vor Ort kennenzulernen und sich bei ihnen zu engagieren. Zum sechsten Mal veranstalten die Antragsteller*innen 2017 das PULS Sommercamp für junges Engagement. Das Ferienlager wird in dem Marzahner Jugendclub "Klinke" stattfinden. Jeden Abend wählen sich die Teilnehmenden "Herzaktionen" bei den Kooperationspartnern der FreiwilligenAgentur Marzahn-Hellersdorf aus und engagieren sich dort am nächsten Tag. Wenn sie in das Camp zurückkommen, erwarten die Teamer*innen sie mit Essen, Workshops, Gruppenaktivitäten und viel guter Laune. Durch dieses Format lernen junge Menschen, dass das Ehrenamt eine Option für die Freizeitgestaltung mit Mehrwert ist. Außerdem möchten sie Möglichkeit für interkulturellen Austausch bieten, da sie anstreben auch geflüchtete Jugendliche aus dem Bezirk als Teilnehmende zu gewinnen.

Die Jury hält dies für eine geeignete, konkrete Idee um Jugendliche einzubeziehen und ihnen Möglichkeiten des Engagements nahe zu bringen.

Wer bin ich als Mädchen

Beraberce e.V., Mitte

Förderhöhe: 10.595 Euro
Projektzeitraum: 01.07.2017 – 30.06.2018
Neuantrag, Thema: Förderung von Vielfalt u. Toleranz / Demokratie 

Das Beraberce e.V. ist ein Mädchentreff in Berlin - Mitte, in dem sich junge Mädchen und Frauen mit hauptsächlich türkischem und arabischem Migrationshintergrund nach der Schule oder Ausbildung zusammenfinden. In persönlichen Gesprächen mit einigen Mädchen ist den Antragsteller*innen klar geworden, dass dies vor allem in der konfliktbelasteten Zeit der Pubertät für viele einen Verlust des Selbstbewusstseins bedeutet. Die Antragsteller*innen möchten den Mädchen einen Raum bieten, identitätsstiftende Selbstsicherheit zu gewinnen, um ihre Rollen als Mädchen und werdende Frauen zu reflektieren, und ihnen auch alternative Narrative bieten, in denen sie sich wiederfinden können. 

Geplant ist über den Zeitraum eines Jahres verteilt eine Workshopreihe zum Thema: "Wer bin ich als Mädchen?". Hierbei werden einerseits interaktiv und in unterschiedlichen Formaten Unterhaltungen zu Themen wie Gender, Sexualität und Selbstbewusstsein angeregt. Andererseits setzt sich das Projekt auch zum Ziel, den Mädchen des Beraberce e.V. Chancen zu eröffnen, welche ihnen womöglich sonst verwehrt blieben. In diesem Sinne sind ein wöchentlicher Hip-Hop Tanz-Workshop, ein wöchentlicher Selbstverteidigungskurs und ein zur Reflektion animierender, die Methodik der Kunsttherapie gebrauchender Kunst-Workshop geplant, inklusive Graffiti-Workshop. Besondere Bedeutung wird einem sogenannten "Exit-Game" beigemessen, bei welchem die Jugendlichen im spielerischen Rahmen vor die Problematik gestellt werden, für 60 Minuten in einem Raum eingeschlossen zu sein und anhand unterschiedlicher Hinweise das Rätsel des Raumes zu lösen und einen Weg hinaus zu finden. Bei dieser Aktivität werden Fertigkeiten der Teamarbeit gelernt sowie Vertrauen in eigene Handlungsimpulse gewonnen.

Das Ziel der Antragsteller*innen ist es, im Rahmen der Veranstaltungen zu den Themen "Gender", "Sexualität" und "Selbstbewusstsein“ eine explizite Auseinandersetzung mit den Problemstellungen der Weiblichkeit innerhalb patriarchaler Strukturen zu ermöglichen, ein Bewusstsein für gegebene gesellschaftliche Konstrukte zu fördern und letztlich deren kritische Reflexion und Überwindung greifbar zu machen. Am Ende der Veranstaltungsreihe steht eine Abschlussfahrt nach Brandenburg, bei der sich die Teilnehmerinnen intensiv und vertraulich mit dem Gelernten auseinandersetzen und zur intensiven Reflektion animieren. 

Die Jury hält diesen Antrag zu einem wichtigen Thema für gut aufgearbeitet und zeitgemäß und somit für förderwürdig.

U-18 Straßenfest und Wahlparty

GANGWAY e.V., Lichtenberg

Förderhöhe: 7.342 Euro
Projektzeitraum: 01.07. – 30.12.2017
Neuantrag, Thema: politisch-historische Bildung 

Wir als Gangway-Team Lichtenberg engagieren uns im Bezirk für die politische Bildung. Vor einigen Wochen hat sich anlässlich der U18 Wahlen eine Koordinierungs- und Planungsrunde zusammengefunden. Dieser gehören wir an und hier werden unterschiedliche Projektideen zur U18 Wahl angeregt. Wir wollen in diesem Jahr gern die Ausrichtung der Wahlparty übernehmen. Diese ist Höhepunkt vieler unterschiedlichster Projekte, die im Vorfeld in Lichtenberg stattfinden werden. Wir wollen diese Erfahrungen, Prozesse und Ergebnisse bündeln und im Rahmen der Wahlparty präsentieren und jungen Menschen den Raum geben, sich zu präsentieren.

Ein Projekt unseres Teams ist die Verwaltung des Café Maggie. Im und vor dem Café wollen wir die bezirkliche Wahlparty ausrichten. Die U18 Wahlen finden in diesem Jahr am 15. September 2017 anlässlich der Bundestagswahlen statt.

So wollen wir uns in Lichtenberg mit einem neuen innovativen Projekt beteiligen. Besonders eng ist die Kooperation mit dem Projekt U18mobil welches über den Lichtenberg Innovationsfonds finanziert wird.
Das U18 mobil steht unter dem Motto "Deine STIMME zählt" und setzt an den jugendlichen Lebenswelten an. Angelehnt an Castingformaten wie "The Voice" oder "Deutschland sucht den Superstar", welche bei Jugendlichen große Bedeutung erfahren, wird ein eigenes Konzept in Lichtenberg dazu entwickelt. 

An ca. 10-20 Tagen wird das Mobil je eine Schule oder eine Jugendfreizeiteinrichtung aufsuchen. Neben der Möglichkeit für die Kinder und Jugendlichen eigene Songs oder auch Songs über die Karaoke Anlage zu per formen, wird es noch einen zweiten Teil geben, in dem politische Bildung, in verschiedenen Formaten, vermittelt wird.

Das hiermit beantragte Projekt ist der krönende Abschluss der Vorbereitung aller im Bezirk stattfindender Aktivitäten und insbesondere für das Projekt U18mobil.

Wir werden einen Teil der anschließenden Bürgerheimstraße vor dem Café Maggie sperren und werden Stände bereit stellen, die von den Jugendfreizeiteinrichtungen aus dem Bezirk mit verschiedenen jugendgerechten Aktionen bespielt werden. Zudem soll es kostenfreie Verpflegung geben. Unsere Jugendjury aus dem ehemaligen Teilbezirk Lichtenberg wird die Zubereitung der Verpflegung übernehmen. 

Die Jury hält diese Netzwerkveranstaltung wegen der großen Reichweite, dem Anlass der U18 Bundestagswahl, dem Anreiz für konkretes jugendliches Engagement, dem Anerkennungscharakter und dem Bezug zu aktueller Jugendkultur für förderwürdig.

Youth Voice

Kompaxx e.V. Jugendhilfe, Spandau

Förderhöhe: 8.546 Euro
Projektzeitraum: 01.07. – 31.12.2017
Thema: Erweiterung von Beteiligungskontexten 

In den vergangenen Jahren haben sich Jugendliche im Bezirk mehrfach auf politischer Ebene für ihre Interessen stark gemacht. Im Rahmen eines World Cafés im vergangenen Jahr tauschten sich engagierte Jugendliche über ihre unterschiedlichen Tätigkeiten aus und formulierten Stolpersteine und Forderungen an Politik und Verwaltung. Anfang 2017 haben sich dann ein Teil dieser Jugendlichen mit dem Kinder- und Jugendbeauftragten sowie dem Bezirksstadtrat getroffen um sich mit diesen über ihre Forderungen und Wünsche auszutauschen. Sie konnten erreichen, dass ein Teil ihrer Forderungen, zum Beispiel nach finanzieller Unterstützung, erfüllt wurden, und dass der Kinder- und Jugendbeauftragte sich für ihre Interessen innerhalb von Politik und Verwaltung stark macht.

Es wurde jedoch auch deutlich, dass die Jugendlichen ihre Forderungen stärker kommunizieren müssen und hierfür „neue“ Wege der Kommunikation finden müssen. Daher sollen Jugendliche im Rahmen eines Videoprojektes die Möglichkeit erhalten ihre Wünsche und Forderungen zu formulieren. Hierzu soll ein Jugendreporterteam gebildet werden, welches durch das gezielte Aufsuchen von formellen und informellen Treffpunkten und Jugendlichen mit verschiedenen Jugendlichen über deren Wünsche und Forderungen an die Spandauer Politik ins Gespräch kommen. Ergebnis wird ein Film sein, der im Jugendhilfeausschuss die Meinungen und Wünsche der Jugendlichen wiedergibt und in die bezirkliche Planung für die kommenden Jahre einfließt. Es sollen die Meinungen möglichst vieler Jugendlicher berücksichtigt werden, daher wird das Jugendreporterteam möglichst viele verschiedene Treffpunkte (Flüchtlingseinrichtungen, Jugendfreizeiteinrichtungen, Schulen, Parks etc.) aufsuchen.

Für die Jury war ausschlaggebend: Die Qualifizierung der Jugendreporter, die große Reichweite und Erweiterung der Beteiligungsidee/Themen sowie die Wertschätzung, die sich aus der Umsetzung einer Idee des World-Cafés ergibt.

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