Die Förderenscheidung der ersten Runde 2016

08.03.2016

Am Montag, dem 7. März 2016, tagte die Steuerungsgruppe des Jugend-Demokratiefonds Berlin und folgte der Fachjury in ihren Förderempfehlungen. Insgesamt 12 Projekte dürfen wir beglückwünschen. Sie haben die Jury und die Steuerungsgruppe überzeugt! Weitere Informationen zu den Projekten, die im Jahr 2016 aus Mitteln des Landesprogramms "STARK gemacht! - Jugend nimmt Einfluss" gefördert werden, findet Ihr hier.

Mit insgesamt 43 Anträgen und einem Antragsvolumen von 435.686,61 Euro war der Fördertopf fast vierfach überzeichnet. Wenn es diesmal mit der Förderung also nicht geklappt haben sollte, lasst trotzdem den Kopf nicht hängen, die 2. Förderrunde läuft ja bereits an...

Bei kleineren Projekten mit einem Förderbedarf von bis zu max. 1.000 Euro solltet ihr vielleicht zudem überlegen, die Idee in der Jugendjury eures Bezirks einzubringen. Hier findet ihr die Ansprechpartner_innen.

Außerdem findet Ihr laufend aktuelle Ausschreibungen von Förderprogrammen unter "Weitere Förder-Optionen" im Bereich "Wissenswertes" auf stark-gemacht.de.

Und die bereits laufende zweite Ausschreibungsrunde im Jahr 2016 mit der Antragsfrist 29. April erlaubt Euch, noch einmal mit dem Projektbüro Kontakt aufzunehmen. Hier könnt ihr euch beraten lassen und euren Antrag so verbessern, dass ihr damit die Jury im zweiten Anlauf überzeugen könnt.

Den folgenden 12 Projekten möchten wir ganz herzlich zu Förderung gratulieren!


Kiezcheck – Update Peer2Peer

Fabrik Osloer Str. e.V.

Förderhöhe: 14.999,10 Euro
Projektzeitraum: 01.03. – 31.08.2016
Thema: Entwicklung und Erprobung neuer Beteiligungsformate

Die Erwachsenen sprechen immer mehr von der „Beteiligung der jungen Menschen“. Jedoch bleibt das Know-How über Beteiligungsrechte, -felder und -methoden meistens bei den Erwachsenen selbst. „Kiezcheck - Update Peer2Peer“ will es anders probieren und den jungen Menschen das Know-How in die Hand geben und sie bei der Vorbereitung, Durchführung und Präsentation einer Befragung von Peers begleiten. Zehn bis 14 junge Menschen zwischen zehn und 21 Jahren, die meisten mit Migrationshintergrund, aus Wedding/Gesundbrunnen werden zwischen März und Juni 2016 das Konzept für eine Befragung von jungen Menschen im öffentlichen Raum von Gesundbrunnen entwickeln und es mit der Unterstützung einer Prozessmoderatorin für Kinder- und Jugendbeteiligung und einer pädagogischen Fachkraft umsetzen. Bei der Befragung geht es darum, Wünsche, Interessen und Bedarfe von jungen Menschen zu erfassen und diese mit Unterstützung der Stadtteilkoordination an das Jugendamt Mitte von Berlin weiterzureichen.
Die Peer2Peer-Teamtreffen werden in Jugendeinrichtungen sowie bei Vereinen des Gebiets stattfinden, so dass die Peers die Institutionen in ihrem Kiez besser kennenlernen und die Akteure der Region miteinbezogen werden. Damit das Ganze Spaß macht und die einzelnen Peers sich zum Team entwickeln, werden wir drei gemeinsame Ausflüge unternehmen und die Auswertungsarbeit sowie die Feedback- und Präsentationsvorbereitungen bei einem zweieinhalbtägigen Aufenthalt mit Erholungsaktivitäten am Wasser stattfinden lassen. Angedacht ist, zu einem der Ausflüge eine Fachkraft vom Jugendamt oder die Jugendstadträtin einzuladen.

Die Jury hat die modellhafte Erprobung und die Perspektive dieses Projektes für die Beteiligungskultur im Bezirk Mitte überzeugt.

Kontakt:
Maude Fornaro
Fabrik Osloer Straße e.V. NachbarschaftsEtage
Osloer Str. 12 | 13359 Berlin
E-Mail: maude.fornaro@nachbarschaftsetage.de
Web: www.nachbarschaftsetage.de

Fight für your Right – Bühne frei für Kinderrechte

Sozialpädagogische Arbeit im Kiez e.V. 

Förderhöhe: 12.800 Euro
Projektzeitraum: 15.03. – 31.12.2016
Thema: Erweiterung von Beteiligungskontexten

Projektbeteiligte sind neben SPIK e.V. zwei weitere JFE, das Büro für Kinder- und Jugendbeteiligung sowie die Stadtteilkoordinatorin des JA Lichtenberg, 4 Schulen, ein Jugendmedienprojekt, bis zu 6 HipHop- und Theaterkünstler und mind. eine Flüchtlingsunterkunft. Gemeinsam wollen wir vertiefend an und mit den Kinderrechten arbeiten. Das Recht auf Beteiligung und Mitbestimmung ist im Wahljahr 2016 zentral für uns.

Die Kinder und Jugendlichen sollen im Projektzeitraum selbst die ihnen wichtigen Rechte bestimmen und auf ihre Weise ggf. auf die Leinwand, auf die Bühne oder sogar auf den öffentlichen Platz bringen. Dazu werden die Stilelemente des HipHop (z.B. Graffiti, Rap und Breakdance) methodisch eingesetzt und im gelungenen Fall als Clips kombiniert zu einer (noch offenen) Show-Präsentation. Da 2015 für uns das Recht auf Schutz für geflüchtete Kinder erfolgreich im Mittelpunkt stand, möchten wir hier weitermachen und noch stärker die Begegnung und die Zusammenarbeit von ansässigen und dazu gekommenen Kindern und Jugendlichen befördern.

Die Jury hat überzeugt, dass das Projekt bereits viele Jugendliche erreicht und aktiviert hat, auch geflüchtete Jugendliche. Dabei wurde das Konzept weiterentwickelt und stellt ein positives Beispiel von bezirklicher Beteiligungskultur dar.

Kontakt:
Stephan Neuß
SPIK e.V.
Am Berl 13/15 | 13051 Berlin
E-Mail: spikev@gmx.net
Web: www.spikev.de

Schule gestalten!

Servicestelle Jugendbeteiligung e.V.

Förderhöhe: 7.180 Euro
Projektzeitraum: 01.04. – 31.12.2016
Thema: Entwicklung und Erprobung neuer Beteiligungsformate

Mit dem Projekt Schule gestalten! wird Jugendlichen ermöglicht, sich in ihrem unmittelbaren Umfeld zu beteiligen. Durch eine direkte Umsetzung eigener Änderungsvorschläge und die Bereitstellung eines Budgets erfahren die Jugendlichen, was es heißt, sich zu engagieren und in ihren Bedürfnissen ernst genommen zu werden. Außerdem werden Schule und kommunale Organe darin gestärkt, die Einbindung Jugendlicher in Entscheidungsverfahren voran zu bringen. Dies geschieht, indem die Schüler*innen ein Budget erhalten, welches möglichst zuvor festgelegt wird. Sie können dabei ihre eigenen Ideen für Investitionen einbringen, über diese mit Schulleitung und Verwaltung diskutieren und ihre Prioritäten per Abstimmung festlegen. Im Prozess werden zudem von den Schüler*innen Delegierte gewählt, die die Projektideen mit der Verwaltung und Politik diskutieren und die Umsetzung der Projekte begleiten. Der Prozess wird von Lehrenden und Schülervertreter*innen moderiert und gestaltet.

Im Projekt Schule gestalten! können die Jugendlichen eine breite Palette von praktischen Mitwirkungsmöglichkeiten kennenlernen: Vom Entwickeln und Umsetzen eigener Vorschläge über die schulinterne Debatte bis zur Wahlbeteiligung und öffentlichen Präsentation der Vorschläge, zeigt die Methode des SchülerHaushalts (SH), den Schüler*innen Wege in die lokale Politikgestaltung („local citizenship“).

I) 2015 - Das Modellprojekt SchülerHaushalt wurde an 4 Schulen erprobt.
II) 2016 - Die Servicestelle Jugendbeteiligung e.V. begleitet die Umsetzung des SchülerHaushalts an 9 Schulen (BVV-Mitte hat das Schülerhaushalts-Budget bereitgestellt) und weitet das Projekt somit aus. Die beteiligten Schulen werden in allen Belangen von der Servicestelle Jugendbeteiligung betreut und unterstützt, vom Jugendamt fachlich begleitet. Ziel ist das Projekt SchülerHaushalt zu verstetigen.

Die Jury hat die Modellhaftigkeit der erfolgreichen bezirklichen Strategie überzeugt. Eine letztmalige Förderung zur Verstetigung wird vorgeschlagen.

Kontakt:
Deborah Kröger
Servicestelle Jugendbeteiligung e.V.
Scharnhorststraße 28/29 | 10115 Berlin
E-Mail: sh@jugendbeteiligung.info
Web: www.servicestelle-jugendbeteiligung.de

Antirassistische Schüler*innen Demonstration

Felix Züchner

Förderhöhe: 500 Euro
Projektzeitraum: 28.04. – 28.04.2016
Thema: Förderung von Vielfalt und Toleranz / Demokratie

Wir, eine Gruppe junger, engagierter Jugendlicher, haben uns das Ziel gesetzt, langfristig eine antirassistische Jugendbewegung aufzubauen. Durch regelmäßige Treffen der Vertreter*innen der verschiedenen Schulen in Pankow werden konkrete Schritte und Aktionen zum Erreichen dieses Ziels geplant und debattiert. Neben Solipartys, Workshops und Zusammenarbeiten mit Geflüchtetenunterkünften in der Nähe planen wir auch Demonstrationen.

Durch unsere nächste Demonstration, welche am 28.04.2016 stattfindet, möchten wir junge Menschen motivieren, sich uns anzuschließen und offen gegen Rechtsextremismus zu stimmen. Aufgrund entsprechender rechter Aktivitäten im Kiez ist es besonders jetzt wichtig, ein Zeichen zu setzten.

Die Jury hält diese politische Initiative von Jugendlichen für förderwürdig, besonders angesichts der aktuellen politischen Lage, dem erstarken rassistischen Gedankenguts in Rahmen der Flüchtlingsdebatte.

‚Horizon 2.0 – Finde deinen Weg!‘ – Das Jugendevent für Moabit

Moabiter Ratschlag e.V.

Förderhöhe: 9.559,41 Euro
Projektzeitraum: 01.04. – 31.10.2016
Thema: Entwicklung und Erprobung neuer Beteiligungsformate  

Wir, das Orga-Team und der Moabiter Ratschlag, wollen ein Fest für Jugendliche und junge Menschen aus Moabit auf die Beine stellen, zu dem wir ca. 100-150 Leute von 16- 21 Uhr erwarten.
Die Zielgruppe unseres Festes spiegelt sich im Orga-Team wieder, Jugendliche und junge Menschen aus Moabit im Alter von 15- 21 Jahren, die etwas im Kiez verändern wollen.

Wir planen eine offene Bühne, kleinere Stände und bieten was zu essen für die Besucher. Auf unserem Programm steht gute Moderation, ein DJ und Live-Acts von Bands aus Moabit (u.a. Katja aus dem Orga-Team). Es wird wieder einen Button-Stand geben, an dem Leute kleine Sprüche und Logos selbst zeichnen können, die dann zu Buttons verarbeitet werden. Abends soll es dann etwas entspannter zugehen und eventuell wird ein Film gezeigt.

Wichtige aktuelle Themen von Jugendlichen sollen angesprochen werden: z.B. fehlende Orte für junge Leute im Alter von 15-21, Stadtwandel, Wohnungssuche. In Kooperation mit dem Orga-Team organisiert der Moabiter Ratschlag beim Event und im Vorfeld eine Jugendbefragung im Kiez, die von jugendlichen Interviewern durchgeführt wird. Dabei wird es um die Wahrnehmung des Kiezes, die Zeitbudgets von jungen Menschen, Angebote und Veränderungsbedarfe im Kiez gehen. Die Befragung findet bei den Terminen der Eventwerbung und beim Event selber statt. Die Ergebnisse sollen in die Jugendhilfeplanung des Jugendamts einfließen.

Die Jury findet dieses Konzept einer Jugendveranstaltung im Stadtteil als Basis eines bezirklichen Aushandlungsprozesses modellhaft und förderwürdig.

Kontakt:
Katharina Homann
Moabiter Ratschlag e.V.
Rostocker Straße 32 | 10553 Berlin
E-Mail: katharina.homann@moabiter-ratschlag.de
Web: www.moabiter-ratschlag.de

BottomUp – Mitbestimmend mitbestimmen!

Nachbarschaftshaus Wannseebahn e.V.

Förderhöhe: 13.013,40 Euro
Projektzeitraum: 01.03. – 31.12.2016
Thema: Erweiterung von Beteiligungskontexten

Im Bezirk Steglitz-Zehlendorf hat sich das Kinder- und Jugendbüro Steglitz-Zehlendorf seit 2003 zum Ziel gesetzt, die gesetzlich verankerten Mitwirkungsrechte von jungen Menschen in kommunalpolitischen Handlungsfeldern umzusetzen.

Bereits nach zwei Jahren Projektarbeit BottomUp! zeigen sich deutliche positive Veränderungen, was die Haltung von Fachkräften zum Thema Beteiligung anbelangt. Dies wirkt sich stark auf das Engagement von Kindern und Jugendlichen aus. Etablierte Beteiligungsprojekte wie bspw. Jugendjury, Jugendhaushalt, Partitur etc. erfahren ein höheres Interesse bei jungen Menschen aus dem Bezirk, v.a. bei bildungsferneren Kindern und Jugendlichen. Der Austausch mit den jungen Menschen intensiviert sich zunehmend. So gaben diese bei einem Austauschtreffen an, dass sie ungern in die Position geraten, Schlüsselpersonen aus Politik und Verwaltung lediglich ihre Anliegen vorzutragen und um Mithilfe zu bitten. Den Weg, Anliegen über vertraute Personen in die Verwaltung zu bringen und auch durch sie eine Rückmeldung zu erhalten, empfinden die jungen Menschen sehr positiv.

Auch in 2016 werden Öffentlichkeitsarbeit und Fachtage dazu beitragen, weitere lokale Beteiligungsstellen zu akquirieren, um die dezentrale Beteiligungsstruktur weiter auszubauen. Fachtage bringen die pädagogischen Fachkräfte in den Austausch, was zu einer erhöhten beteiligungsfördernden Grundhaltung beiträgt. Kinder und Jugendliche erarbeiten in Workshops eigene Konzepte bzw. bringen ihre Ideen und Vorstellungen ein, wie sie sich einen Austausch mit erwachsenen Entscheidungsträger*innen vorstellen. Im weiteren Verlauf kommen Personen aus Politik und Verwaltung mit den jungen Menschen in die Diskussion. Als Ergebnis soll ein bezirkliches Konzept entstehen, welches jungen Menschen einen niedrigschwelligen und ihnen entsprechenden Zugang zu Informationen und Schlüsselpersonen ermöglicht.

Die Jury möchte diese Entwicklung und konkrete Umsetzung dieses bezirksübergreifenden Beteiligungskonzeptes durch eine letztmalige Förderung abrunden.

Kontakt:
Janine Rittel
Koordinierungsstelle - KiJuBSZ / Nachbarschaftshaus Wannseebahn e.V.
Am Eichgarten 14 | 12167 Berlin
E-Mail: kijubsz@berlin.de

Unser Platz, Unsere Ideen, Unser Leben 2.0

We.Roll.Berlin e.V.

Förderhöhe: 12.750 Euro
Projektzeitraum: 01.03. – 31.10.2016
Thema: Erweiterung von Beteiligungskontexten

Neuer Platz - alte Idee, das soll unser Ansatz sein. 2014 haben wir mit dem Projekt ''Unser Platz, unsere Ideen, unser Leben'' große Erfolge erzielen können. 2015 wechselten wir, aufgrund eines Trägerwechsels, die Location und erschufen mit den Jugendlichen und dem Bezirk einen neuen Skateparkabschnitt, der sich in der Nähe der alten Anlage befindet. Dieser Park hat mittlerweile einen großen Zulauf und die Jugendlichen betreiben dort bspw. den übertragenen Geräte-Verleih. Diese Anlage bietet bestmögliche Voraussetzungen, um gemeinsam mit den Jugendlichen dort weiterzumachen, wo wir nie aufgehört haben. Wir wollen dieses ''Wohnzimmer'' gemeinsam weiter gestalten und mit Hilfe von Projekten/Beispielangeboten dazu animieren, sich für seine(n) Sozialraum stark zu machen.

Wir wollen nicht für, sondern mit den Jugendlichen einen Ort kreieren, der als ''Homespot'' oder als ''Basis'' verstanden wird. Dieser soll ständig offen für jeden sein, der mitgestalten, sich ausprobieren oder einfach nur mal einen Nachmittag mit uns rollen will.

  • Mobiler Skatepark / Erweiterung von bestehenden Skateparks / Öffentlichkeitsarbeit sowie Vernetzung / Selbstständige Organisation des Betriebs (Verleih etc.)
  • Workshops - Rollsportarten kennenlernen, Elemente selbst (in der Gruppe) entwickeln und mit professioneller Anleitung bauen
  • Medienkompetenzen erweitern durch Bild- und Ton-Verarbeitung - Selbst- und Gruppendarstellungen
  • Veranstaltung verschiedener Wettkämpfe / Beteiligung bei der Planung und Ausrichtung
  • Erstellen eines Qualitätsverzeichnisses verschiedener Skateparks/Spots im Raum Berlin - erweiterbar für Rollsportbegeisterte / Sozialraumerforschung.

Die Jury möchte dem Projekt, in dem Jugendliche sich in einer wechselhaften Lage aktiv einbringen, eine Stabilisierung und Weiterentwicklung ermöglichen.

Kontakt:
Björn-Michael Ziemann
We.Roll.Berlin e.V.
Bernhard-Bästlein Str. 8 | 10367 Berlin
E-Mail: we.roll.berlin@gmail.com
Web: Facebook we.roll.berlin

Willkommen in Reinickendorf

meredo e.V.

Förderhöhe: 14.632,80 Euro
Projektzeitraum: 01.03. – 22.12.2016
Thema: Förderung von Vielfalt und Toleranz / Demokratie

Mit dem Projekt „Willkommen in Reinickendorf“ soll ein Beitrag zur Willkommenskultur im Berliner Bezirk Reinickendorf geleistet und so auf die stetig steigende Zahl von Geflüchteten reagiert werden. Im Rahmen einer Stadtteilrallye mit mobilen Medien soll den jungen Geflüchteten zunächst die Möglichkeit gegeben werden, zusammen mit den Reinickendorfer Kindern und Jugendlichen die Umgebung und den Kiez ihrer neuen Heimat kennenzulernen. Dabei sollen umliegende Einrichtungen für Kinder, Jugendliche und Familien sowie relevante Hilfsangebote vor Ort wie auch bekannte Sehenswürdigkeiten in Berlin Anlaufstellen sein.

Nach dem Kennenlernen der Umgebung erhalten alle Teilnehmenden die Möglichkeit, zusammen ausgewählte Verteilerkästen an den besuchten Orten in Reinickendorf mithilfe von Sprühdosen (Streetart) künstlerisch umzugestalten. Sie können dafür selbst ausgewählte Motive mit einem Bezug zu ihrem Heimatsland nutzen, die sie auf die Kästen sprühen. Die Ergebnisse bereiten die Teilnehmenden selbst im Rahmen des Projektes medial auf, um Interessierte daran teilhaben zu lassen. Dafür werden die gestalteten Verteilerkästen mit selbstgedrehten Videos dokumentiert.

Es sind zwei Projektdurchläufe in Kooperation mit unterschiedlichen Partnern im Verlauf des Jahres 2016 geplant. Dabei soll einer der Durchläufe in Kooperation mit Institutionen der Kinder- und Jugendarbeit in der Umgebung des meredo e.V. und der andere Durchlauf mit SchülerInnen verschiedener Grundschulen im Bezirk Reinickendorf umgesetzt werden.

Die Jury findet diesen vernetzten und multimedialen Zugang modellhaft und förderwürdig.

Kontakt:
Benjamin Kubel
Meredo e.V.
Namslaustraße 45-47 | 13507 Berlin
E-Mail: Benjamin.kubel@meredo.de
Web: www.meredo.de/verein

Youth Support Spandau! Jugendgerechte Beteiligung vor Ort stärken

Kompaxx e.V. Jugendhilfe

Förderhöhe: 15.000 Euro
Projektzeitraum: 01.04. – 31.12.2016
Thema: Entwicklung und Erprobung neuer Beteiligungsformate

Youth Support Spandau! greift auf einen Pool junger Mentor*innen zurück, die in den Vorgängerprojekten "Beteiligungsbrücken" (2013-2014), "JugendrechteClubSpandau" (2015) und "Bildungbrücken" (2010-2015) bereits eine mehrtägige Ausbildung durchlaufen haben und inzwischen als Workshopleiter*innen, Moderator*innen oder Lernunterstützer*innen ehrenamtlich engagiert sind. Interessierte Mentor*innen werden in das Projekt eingearbeitet und zu "Vor-Ort-Support"-Mentor*innen weiterqualifiziert.

Die im Initiativkreis Kinder- und Jugendbeteiligung Spandau gut vernetzten erwachsenen Fachkräfte diverser Jugendeinrichtungen und Schulen dienen als Multiplikator*innen für die Kontaktaufnahme zu den "Support-Teams" (jeweils ein bis zwei Mentor*innen und eine Projektfachkraft). Letztere suchen Jugendeinrichtungen und Schulen (sowie weitere Orte, wo Jugendliche sich aufhalten - auch im öffentlichen Raum) auf, um Jugendliche in "Aktionsgruppen" zu aktivieren, ihre Ideen gemeinsam weiterzuentwickeln und deren praktische Umsetzung zu fördern.

Die Zielgruppengerechtigkeit wird durch individuelle (teils auch spielerische) Beteiligungsmethoden, die Alter, Schulform, Interessenslage, Religion, Geschlecht und Lebenswelt der Jugendlichen vor Ort berücksichtigen, gewährleistet. In den Jugendeinrichtungen werden offene Beratungstreffen der Support-Teams am Nachmittag angeboten, in Schulen von den Support-Teams moderierte Projektentwicklungsworkshops am Vormittag. Leitziel des Projektes ist, Jugendliche im Bezirk, die ansonsten von ihrem Recht auf Beteiligung kaum hätten Gebrauch machen können, mit zielgruppengerechten Beteiligungsmethoden zu erreichen.

Die Jury sieht in der Entwicklung von zielgruppengerechten Beteiligungsmethoden einen wichtigen Baustein für die Umsetzung von bezirklichen Beteiligungskonzepten.

Kontakt:
Birgit Glindemann
Kompaxx e.V.
Viktoria-Ufer 4 | 13597 Berlin
E-Mail: birgit.glindemann@kompaxx.de
Web: www.kompaxx.de

Home is… where your heart is?

Humanistischer Verband Deutschlands

Förerhöhe: 5.590 Euro
Projektzeitraum: 15.03. – 31.07.2016
Thema: Förderung von Vielfalt und Toleranz / Demokratie

Kinder und Jugendliche zwischen 10 – 14 Jahren aus der Kernzielgruppe der Jugendfreizeiteinrichtung Pasteurstrasse im Berliner Prenzlauer Berg möchten sich mit weiteren interessierten Kindern und Jugendlichen, beispielsweise Schüler*innen der naheliegenden Homer-Grundschule und Kindern und Jugendlichen aus den umliegenden Notunterkünften, dem Thema Heimat nähern und über gemeinsame Interessen wie Film, Musik, Theater und Literatur ins Gespräch kommen. Der Zugang ist sehr niedrigschwellig und erfolgt über die künstlerische Affinität der Kinder und Jugendlichen in der Freizeiteinrichtung. Konkret wollen sie zum Beispiel gemeinsam Musik hören, sich mit den Texten auseinandersetzen, Verbindungen zum Thema Heimat herstellen und gemeinsam singen. Es kommt eine Vielfalt von unterschiedlichen kulturellen und musikalischen Genres zusammen, auf die sie sich gegenseitig aufmerksam machen.

Die Projektidee zum Austausch mit anderen Kindern und Jugendlichen, vor allem aus den Notunterkünften, wurde selbst von den Kindern und Jugendlichen in der Einrichtung entworfen. Gemeinsam haben sie sich im monatlich stattfindenden Jugendparlament damit auseinandergesetzt, wie ein Kennenlernen stattfinden kann und wie es langfristig gelingt, die Jugendfreizeiteinrichtung durch neue Besucher*innen lebendiger zu gestalten. Alle Ergebnisse der Jugendlichen, besonders über die eigene Projektarbeit mittels Film, Kurzclips, Musik, Literatur etc. sollen in einer Abschlussveranstaltung vor den Sommerferien anderen Kindern und Jugendlichen, Eltern, Lehrer*innen und Betreuer*innen der Notunterkünfte (Winsstr./Storkower Str./Greifswalder Str.) vorstellt werden.

Die Jury hält die positive integrative Wirkung des Projektes für förderungswürdig in diesem aktuellen Themenbereich.

Kontakt:
Jenny Roberts
Jugendfreizeiteinrichtung Pasteurstrasse
Pasteurstrasse 22 | 10407 Berlin
E-Mail: pasteurstrasse@hvd-bb.de

Internationaler Eastercup Berlin-Moabit 2016

BC Lion Moabit e.V.

Förderhöhe: 1.300 Euro
Projektzeitraum: 23.03. – 29.03.2016
Thema: Förderung des ehrenamtlichen Engagements

Das internationale Basketball Turnier "Eastercup" ist ein Basketball Turnier für Menschen mit und ohne Handycap und findet vom 24. März bis 28. März 2016 zum insgesamt vierten Mal statt. In den Altersklassen U10 bis Erwachsene vertreiben sich Sportler aus der ganzen Welt die Osterzeit in Berlin im Rahmen eines Basketball Turnieres. Zu diesem Rahmen gehören jedoch auch andere Aktivitäten wie Sightseeing, All-Star Weekend usw.
Das Ganze wird von Kindern und Jugendlichen organisiert und steht unter dem Motto "Von Kindern - für Kinder". Teilprojekte, die wir während des Turniers durchführen sind:

  • Eastercup Kids TV
  • Inklusion in Form von der Rollstuhl Basketball Konkurrenz
  • Gebt Afrika zu Essen
  • All Star Saturday Night Event

Die Jury bewertet den Beteiligungsgrad dieser Sportinitiative als hoch und beispielhaft.

Kontakt:
Lukas Keul
BC Lions Moabit e.V.
Egelpfuhlstr. 40 | 13581 Berlin
E-Mail: eastercupmoabit@gmx.de
Web: www.ostercup-moabit.jimdo.com

Meine, Deine, Unsere Wünsche für „Morgen“? – Utopien

Evangelischer Kirchenkreis Charlottenburg-Wilmersdorf, Amt für Jugendarbeit

Förderhöhe: 11.963,79 Euro
Projektzeitraum: 01.04. – 31.12.2016
Thema: Entwicklung und Erprobung neuer Beteiligungsformate

Die Situation ist gefährlich, bezogen auf die fast täglichen Angriffe auf Flüchtlinge und Flüchtlingsunterkünfte, bezogen auf die Diskussion der Schließung der Grenzen und…
Jugendarbeit muss sich dieser Entwicklung stellen. Wie kann pädagogisch auf diese Herausforderungen eingegangen werden? Wie können Jugendliche befähigt werden, mit den zunehmenden Polarisierungen, aber auch mit der zunehmenden Konkurrenz in den Bereichen Wohnung, Ausbildung, Arbeit umzugehen?

Zunächst braucht es konstruktive Begegnungen, Gelegenheiten, um Flüchtlinge und Muslime kennen zu lernen, sich mit ihnen auszutauschen, zu fragen und zu merken, ob und welche gemeinsamen Interessen es vielleicht gibt. Weiter muss es darum gehen, Betroffene zu befähigen, sich selber gegen verbale Angriffe zu wehren, Gegenargumente formulieren zu können, Fakten parat zu haben, um auf Vorurteile reagieren zu können. Darüber hinaus muss es darum gehen, Gelegenheiten zu schaffen, dass Flüchtlinge und Muslime selber sprechen, auf Podien, in Gremien, in den Medien.

Das Projekt „Meine, Deine, unsere Wünsche für „Morgen“? – Utopien?“ wird Jugendliche in Charlottenburg-Wilmersdorf qualifizieren, motivieren und zu einer größeren Präsenz führen: Es wird ein Austausch über die Frage nach gemeinsamen Interessen in Gang gesetzt, der nicht nur rassistische Denkmuster brechen kann, sondern auch Jugendliche aktivieren kann, sich gemeinsam demokratisch für ihre Interessen zu engagieren.

Im Laufe des Projekts soll ein „Curriculum“ für „Peers gegen Rassismus für gemeinsame Interessen“ (Arbeitstitel, die Jugendlichen entscheiden) entwickelt werden. Diese Handreichung soll dann auch anderen Jugendeinrichtungen zur Verfügung gestellt werden.

Zudem wird mit diesem Projekt der Frage nachgegangen, wie Jugendeinrichtungen sich strukturell verändern müssen, um geflüchtete Jugendliche partizipatorisch einzubinden. Auch diese Erfahrungen sollen anderen Jugendeinrichtungen zur Verfügung gestellt werden.

Die Jury hält die Zielrichtung, den Erprobungsprozess und die Verbreitung der Projekterkenntnisse für wichtig und förderwürdig.
 
Kontakt:
Daniela Kuhlisch
Evangelischer Kirchenkreis Charlottenburg-Wilmersdorf, Amt für Jugendarbeit
Brandenburgische Strasse 51 | 10707 Berlin
E-Mail: kuhlisch@cw-evangelisch.de
Web: www.cw-evangelisch.de/jugend

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