2. Förderrunde 2014: Neue Förderentscheidungen des Jugend-Demokratiefonds Berlin

08.07.2014

In der zweiten Ausschüttungsrunde des Förderbereichs 1A im Landesprogramm "STARK gemacht! - Jugend nimmt Einfluss!" wurden gestern, am 7. Juli 2014, weitere zehn Projektförderungen beschlossen. Welche Projekte sich über die Teilfinanzierung freuen könne, erfahrt Ihr hier:

Was lange währt, wird bekanntlich schlussendlich doch noch gut. Nachdem die Sitzung der Steuerungsrunde am 16. Juni verschoben werden musste, können wir Euch nun endlich die neuen Förderentscheidungen des Jugend-Demokratiefonds Berlin vorlegen.

Die Förderempfehlungen der Fachjury wurden 1:1 von der Steuerungsgruppe angenommen. In ihrer Sitzung vom 27. Mai hatte die Jury folgende zehn Projekte zur Förderung empfohlen, die nun durchstarten können:

buntkicktgut

bunkicktgut e.V.

Förderhöhe: 13.000 Euro
Projektzeitraum: 01.07. – 31.12.2014
Thema: Erweiterung von Beteiligungskontexten

buntkicktgut greift eine der aufregendsten Freizeitbeschäftigungen für Kinder und Jugendliche auf und macht sie zu einem organisierten und kontinuierlichen Angebot (Straßenfußball). Dadurch kann das Projekt im Hinblick auf Jugendkriminalität und den Umgang mit Gewalt wirksam sein: Sport dient als Katalysator in geregelten Abläufen zum Abbau von Aggressionen und Frustration und ist zudem ein Teamsport, der interaktives und kooperatives soziales Verhalten fördert.

buntkicktgut ermöglicht allen Akteuren Partizipations- und Mitgestaltungsmöglichkeiten auf unterschiedlichen Ebenen: Jugend-Orga-Team, Liga-Rat, Street Football Work (ehrenamtliches Engagement) u.v.m.

Die Jury überzeugte dieses offene und mit einer deutlichen Handlungsebene versehene Projekt der Beteiligungsarbeit. Die Jury nahm jedoch eine Kürzung der Antragssumme vor und plädiert für eine finanzielle Anpassung im Bereich projektbezogener Anschaffungen (IT-Ausrüstung).

Kontakt:
buntkicktgut – berlin neukölln
André Ruschkowski
E-Mail: a.ruschkowski@buntkicktgut.de
Web: www.buntkicktgut.de | Facebook |

JugendBarCamp Spandau

JugendTheaterWerkstatt Spandau e.V.

Förderhöhe: 10.000 Euro
Projektzeitraum: 10.07.2014 – 30.06.2015
Thema: Entwicklung u. Erprobung neuer Beteiligungsformate

Die Jugendtheaterwerkstatt Spandau ist Gastgeber der ersten Spandauer JugendBarCamps im September 2014 und April 2015. Eine Gruppe von 12 Jugendlichen bereitet drei Monate lang - mit fachlicher Unterstützung - die ersten Spandauer JugendBarCamps vor und betreut dann 100 junge Menschen auf dieser digital vernetzten Tagung.

Unter dem Thema "Raum für Ideen und Projekte" treffen sich hier Jugendliche, um sich gegenseitig zu beraten, wie und wo sie eigene Projekte verwirklichen können und welche Räume, Geldgeber und Unterstützer es für sie gibt. Sie entwickeln Projektideen, vernetzen sich überregional mit anderen Jugendprojekten, formulieren Forderungen an die Politik und beteiligen sich an der Entwicklung des Hauses, in dem das Treffen stattfindet:

Aus den Erfahrungen des September-BarCamps entwerfen die Jugendlichen eine weitere Tagung im gleichen Format für April 2015, die öffentlich im Netz mit anderen zusammen vorbereitet und weiterentwickelt wird. Ein Ziel ist dabei, das Format BarCamp bekannt zu machen und in Zusammenarbeit mit weiteren Institutionen als attraktive Möglichkeit für politische Bildung und Partizipation in Spandau zu etablieren.

Die Jury möchte diesen niedrigschwelligen und inklusiven Ansatz eines Mitmachmediums unterstützen und freut sich auf die Vorstellungen des Pilotprojektes im Rahmen einer Fachtagung oder innerhalb von einschlägigen Fachgremien.

Kontakt:
JTW Spandau
Hartmut Schaffrin
Gelsenkircher Str. 20 | 14612 Berlin
Tel.: 37 58 76 23
E-Mail: schaffrin@jugendtheaterwerkstatt.de
Web: www.jtw-spandau.de | facebook.com/jtwspandau |

Jugend hackt 2014

Open Knowledge Foundation Deutschland e.V.

Förderhöhe: 7.508,80 Euro
Projektzeitraum: 12.09. – 14.09.2014
Thema: Entwicklung und Erprobung neuer Beteiligungsformate

In Deutschland werden junge Talente der IT und Softwareentwicklung trotz ihrer großen gesellschaftlichen Bedeutung zu wenig gefördert und vernetzt. Sie sind klassische “bedroom programmer”; das heißt, sie eignen sich die Fähigkeit zur Computerprogrammierung noch immer autodidaktisch und allein im Kinderzimmer an. Um diesen Umstand zu ändern, hat die Open Knowledge Foundation (OKF) Deutschland "Jugend hackt" ins Leben gerufen. Jugend hackt ist ein seit 2013 existierendes deutschlandweites Förderprogramm, das sich an programmierbegeisterte junge Menschen zwischen 12 und 18 Jahren wendet.

Die Jury erkennt den Erfolg der Veranstaltung „Jugend hackt 2013“ an und möchte diese außergewöhnlich handlungs- und ergebnisorientierte Veranstaltung erneut unterstützen. Die Jury ist überzeugt von der Vielfalt der jungen Talente und beeindruckt von einem solchen Infrastrukturprojekt für die Beteiligungsszene.

Kontakt:
Maria Reimer
Open Knowledge Foundation Deutschland e.V.
Singerstr. 109 | 10179 Berlin
Tel.: 577 03 66 62
E-Mail: maria.reimer@okfn.org
Web: www.jugendhackt.de | facebook.com/jugendhackt |

Kennenlernen schafft Vertrauen

DITIB Sehitlik

Förderhöhe: 7.460 Euro
Projektzeitraum: 17.06. – 31.12.2014
Thema: Förderung von Vielfalt und Toleranz / Demokratie

Häufig kommen Schüler_innen und Lehrer_innen im Unterricht oder auch in der Klassengemeinschaft in Berührung mit dem Islam. Dabei entstehen oft konkrete Fragen und auch Konflikte. Mit Hilfe dieses Projektes sollen gerade für derartige Konflikte in der Klassengemeinschaft oder im Unterricht konkrete Themen-Workshops angeboten werden, in denen im einem außerschulischen und somit neutralem Rahmen die betreffenden Themenfelder mit Dialogmoderatoren und -moderatorinnen erörtert und Konflikte gelöst, bzw. Konfliktpotenzial vorgebeugt werden.

Die Jury stützt sich auf die positiven Ergebnisse und Rückmeldungen der vergangenen Förderung. Durch die erneute Förderung möchte die Jury diesem Entwicklungsprojekt eine gute inhaltliche, weitere Arbeit ermöglichen. Dem Träger wird eine Zusammenarbeit mit dem Landesjugendring Berlin empfohlen.

Kontakt:
Frau Betül Ulusoy
E-Mail: betuel.ulusoy@gmail.com

Lichtspiele 2014

Lichtspiele e.V.

Förderhöhe: 1.000 Euro
Projektzeitraum: 04.08. – 31.12.2014
Thema: Förderung des ehrenamtlichen Engagements

Im Dezember 2014 wird das zweite eigenständige Lichtspiele Filmfestival stattfinden, organisiert durch den Lichtspiele e.V. Der Verein besteht aus Jugendlichen und jungen Erwachsenen, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, ein berlinweites Kurzfilmfestival für Schüler und Schülerinnen zu veranstalten.

Dabei liegt die Besonderheit dieses Festivals darin, dass nur Filme gezeigt werden, die selbst von Schüler_nnen produziert wurden. Jugendliche sind dazu aufgerufen, sich an der Organisation zu beteiligen und Kurzfilme einzureichen. Der Wettbewerb ist mit „Unter 16 Jahren“ und „Über 16 Jahren“ in zwei Kategorien unterteilt; die Wahl von Thema und Genre ist frei.

Die Jury ist begeistert von dem Einsatz der jungen Akteure vor Ort und in Vorbereitung auf die Veranstaltung. Daher möchte sie das Projekt mit der geringen beantragten Summe unterstützen.

Kontakt:
Frau Mascha Matthée
E-Mail: info@lichtspiele-festival.de
Web: www.lichtspiele-festival.de | www.facebook.com/lichtspielefestival

Politik ist kein Fremdwort

Unabhängige, junge Arbeitsgruppe aus der Türkischen Gemeinde zu Berlin

Förderhöhe: 2.150 Euro
Projektzeitraum: 01.09. – 31.12.2014
Thema: politisch-historische Bildung

Das Projekt "Politik ist kein Fremdwort" soll Jugendliche dazu animieren, sich mit politischen Themen auseinander zu setzen bzw. soll es sie motivieren sich in späteren Jahren an der Politik zu beteiligen. Im Peer-to-Peer-Ansatz werden Jugendliche im schulischen Kontext erreicht und weitergebildet. Es finden Workshops und Ausflüge statt. Entscheidend sind hierbei die Akteure/Initiatoren: Das Projekt wird von Jugendlichen und Studierenden aus der jungen unabhängigen Arbeitsgruppe des Vereins "Türkische Gemeinde zu Berlin" (TGB) eigenständig durchgeführt.

Die Jury möchte diesem interessanten und gut vernetzten Beteiligungsprojekt eine Verstetigung ermöglichen, da Peers ein guter Zugang zu jugendlichen Zielgruppen sind.

Kontakt:
Herr Erkan Gülen
E-Mail: erkangulen@alaturka-ev.de

U28 – Die Zukunft lacht

Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ)

Förderhöhe: 4.100 Euro
Projektzeitraum: 01.08. – 31.12.2014
Thema: Erweiterung von Beteiligungskontexten

Mit dem Projekt "U28 - Die Zukunft lacht" wollen Jugendliche auf Politiker_innen zugehen und sie bitten, ihre politische Entscheidungen aus der Perspektive von unter-28-Jährigen zu betrachten. Das Projekt soll jungen Menschen einen vertieften Einblick in politische Entscheidungsprozesse eröffnen und ihnen die Möglichkeit geben, im direkten Austausch mit politischen Entscheidungsträger_innen über politische Projekte, Perspektiven und Vorhaben zu diskutieren.

Die Jugendlichen werden in kleinen Teams (5-10 Teilnehmende) unter fachlicher Begleitung gemeinsam ein_e Politiker_in für ca. 2 Wochen begleiten. Der/die Politiker_in wird dazu angeregt, alle Entscheidungen und Diskussionen in diesem Zeitraum gesondert aus Perspektive der heute Unter-28-Jährigen zu reflektieren. Die konkreten Entscheidungen diskutieren die Jugendlichen mit dem/der Politiker_in und bringen dabei ihre eigene, jugendliche Perspektive ein.

Die Jury möchte das Hauptziel des Projektes unterstützen, nachhaltiges Interesse von Jugendlichen durch eine intensive Auseinandersetzung mit politischen Themen und neue Partizipationsmöglichkeiten zu wecken. Das hier gewählte Setting hält die Jury für neu und sehr erprobenswert.

Kontakt:
Marcel Hoyer
E-Mail: marcel.hoyer@bdkj-berlin.de
Web: www.bdkj-berlin.de | www.facebook.com/bdkj.berlin

Vielfalt – miteinander und füreinander

Subjektstandpunkt e.V.

Förderhöhe: 4.150 Euro
Projektzeitraum: 01.07. – 31.12.2014
Thema: Erweiterung von Beteiligungskontexten

Junge Frauen aus dem Alia-Mädchenzentrum melden sich zu Wort, um ihre Interessen und Ziele sichtbar zu machen. Mutig haben sie sich für das Medium Film entschlossen. Sie möchten lernen, wie man einen Film macht und dieses Medium für sich nutzen: sich eine Stimme geben, um sich an meinungsbildenden Prozessen beteiligen zu können. Sie möchten einen Dokumentarfilm über ihren Alltag, ihre Träume und Ziele machen. Dafür werden sie sich wöchentlich über vier Monate im Alia-Mädchenzentrum im Rahmen dieses Projekts treffen.

Ein Film wird gerade durch die Vielfalt seiner Perspektiven interessant. Hier lernen sie Methoden der konstruktiven Konfliktlösung, des gegenseitigen Zuhörens, des gemeinsamen Aushandelns. Die jungen Mädchen werden unterstützt, diesen Schritt in die Öffentlichkeit zu machen. Sie lernen auf diese Weise sich selbst zu reflektieren und an gesellschaftlichen Meinungsbildungsprozessen zu partizipieren.
Die Projektidee ist zusammen mit den Teilnehmenden des Vorgänger-Projektes „Was Ich will?!“, welches durch Aktion Mensch e.V. gefördert wurde, entwickelt worden.

Die Jury findet die unterschiedlichen demokratischen Meinungsbildungsprozesse, die durch das Projekt abgestrebt werden, stark modellhaft und möchte den niedrigschwelligen und handlungsorientierte Zugang unterstützen.

Kontakt:
Frau Gunvor Schmalisch
E-Mail: alia@gfbm.de
Web: www.sd-verein.de

Zukunftswerkstatt – Selbstintegration

Arbeiter Samariter Bund LV Berlin e.V.

Förderhöhe: 14.416 Euro
Projektzeitraum: 01.07. – 31.10.2014
Thema: politisch-historische Bildung

Jugendliche verschiedener kultureller Herkunft setzen sich inhaltlich wie künstlerisch mit der Frage auseinander: “Wie könnte sich eine optimale Selbstintegration im Alltag, in Kultur und Bildung mit Respekt, Empathie und gegenseitiger Wertschätzung in einen demokratischen Alltag ereignen?“

In der Form einer Inszenierung, werden sie an einer langen Bühne entlang der East Side Galerie ihre Ergebnisse präsentieren. Dabei agieren sie als Gastgeberinnen und Veranstalter der Aktion und beziehen ihr Publikum, darunter die Eltern, Freunde, Bürgerinnen aus dem Umfeld aber auch Politikerinnen sowie Passanten und Berlintouristen mit ein. Sie gestalten die Veranstaltung und bestimmen die Inhalte der Szenen. Im Vorfeld laden sie zur Veranstaltung am 13. September 2014 an der East Side Gallery ein. Die historischen Themen beziehen sich auf die letzten 80 Jahre der Einwanderungsgeschichte Berlins. Für dieses Projekt hat die Bürgermeisterin von Friedrichshain-Kreuzberg, Frau Monika Herrmann, die Schirmherrschaft übernommen.

Die Jury hat die Nachhaltigkeit dieses Projektes überzeugt. Den modellhaften Charakter zeichnet aus, die Zusammenarbeit zwischen den Kooperationspartnern und dem ASB weiterzuführen und langfristig ein solches Projekt in der Jugendarbeit mit Zugang für migrantische Jugendlichen im ASB zu verankern.

Kontakt:
Jutta Kleber
E-Mail: info@asb-berlin.de
Web: www.asb-berlin.de | www.facebook.com/ASBinBerlin

Zwischen Privatsphäre und Transparenz

JugendKulturService gGmbH

Förderhöhe: 5.500 Euro
Projektzeitraum: 01.09. – 01.12.2014
Thema: Förderung von Vielfalt und Toleranz / Demokratie

In einer zunehmend transparenten Gesellschaft gerät der Zusammenhang zwischen dem Schutz der Privatsphäre und dem Selbstbestimmungsrecht immer stärker aus den Augen. TUSCH Berlin möchte den Schüler_innen der TUSCH-Schulen die Möglichkeit geben, sich in Theaterworkshops auf spielerische Weise mit Fragen zu Datenschutz, persönlicher Freiheit und dem Bedürfnis nach Transparenz auseinanderzusetzen und so die Schüler_innen für dieses Thema sensibilisieren und ein Bewusstsein für den Wert der eigenen Privatsphäre fördern. Unter dem Motto "Welche Rolle spiele ich? – Zwischen Privatsphäre und Transparenz" plant TUSCH Berlin zwei Serien von jeweils zweitägigen Theaterworkshops zu veranstalten.

Durch die Förderung möchte die Jury die künstlerische Auseinandersetzung mit den Themen Datenschutz und Transparenz im Kontext Schule unterstützen.

Kontakt:
Doris Weber-Seifert
JugendKulturService gGmbH
Obentrautstraße 55 | 10963 Berlin-Kreuzberg
E-Mail: weber-seifert@jugendkulturservice.de
Web: jugendkulturservice.de | facebook.com/JugendKulturService |

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